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Veröffentlicht am 17.11.2016

Schwach

Unter dem Vampirmond - Versuchung
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Jack rettet Alice das Leben und sie mögen einander, beginnen Zeit miteinander zu verbringen. Bald schon fällt Alice die seltsame Wirkung auf, die Jack auf sein Umfeld zu haben scheint. Er wirkt betörend ...

Jack rettet Alice das Leben und sie mögen einander, beginnen Zeit miteinander zu verbringen. Bald schon fällt Alice die seltsame Wirkung auf, die Jack auf sein Umfeld zu haben scheint. Er wirkt betörend und unwiderstehlich auf seine Mitmenschen. Nur Alice kann sich seinem Charme entziehen zumindest zum Teil. Schon nach kurzer Zeit stellt Jack Alice seiner „Familie“ vor. Zusammen mit seinen zwei „Brüdern“ und seiner „Schwägerin“ bewohnt er ein Luxus-Anwesen am Stadtrand. Dort lernt Alice Peter kennen und nun beginnen die Dinge tatsächlich kompliziert zu werden. Peters und Alice’ Blut reagieren aufeinander, sie sind so etwas wie „Seelenpartner“ und können sich einander nicht entziehen. Aber Peter will Alice nicht und Alice verliebt sich in Jack. Längst ist sie dahinter gekommen, dass sie es nicht nur mit einer äußerst reichen und attraktiven Patchwork-Familie zu tun hat sondern mit einem Klein-Clan an Vampiren. Peters Anspruch auf Alice scheint unabwendbar, droht die Familie zu zerreißen und bringt Alice’ Leben in Gefahr. Jack und Peter stehen sich alsbald als Kontrahenten gegenüber.

Auf 318 Seiten passiert – gar nichts. Jack holt Alice ein ums andere Mal ab, nur ein paar Male sind die beiden unterwegs. Die meiste Zeit verbringen sie bald bei Jack zuhause, umringt von seiner „Familie“. Seine Schwägerin verarbeitet ihr eigenes Trauma und ihre Sehnsucht nach einem Kind dadurch, dass sie beginnt Alice zu bemuttern. Die Tage ziehen sich und die Nächte bringt Alice in dem Luxus-Anwesen mit Kuschelvampiren zu. Durch die Blutsverbindung zwischen ihr und Peter verhalten sich dieser und Jack bald wie balzende Gockel, wobei der brutale Peter noch mehr von einem waschechten Vampir hat als der Xbox zockende Jack.

Ich gebe zu, ich habe nur den ersten Twilight Film gesehen, aber die starken Parallelen lassen sich auch mit viel Gutmütigkeit nicht wegdiskutieren. Was mich wirklich stört an dem Buch ist das dargestellte Mädchenbild. Alice ist schon nach wenigen Treffen bereit alles für ein vampirisches Leben zu opfern, Ausbildung, Freunde, Familie. Der halbherzige Versuch der Vampirin ihr das Mutterglück aufzuzeigen verfehlt seine Wirkung. Sie startet kaum Versuche ihr Schicksal in die Hand zu nehmen sondern ergibt sich völlig den Ereignissen und dem scheinbar unabwendbaren Zusammenkommen mit Peter, was damit erklärt wird, dass sie körperlich und geistig durch die Wirkung der Vampire dazu nicht in der Lage ist – billig.

An Handlung passiert nicht mehr als dass Jack zwischen seinem Haus und Alice‘ Wohnung mit wechselnden Luxuskarossen hin und herfährt und sich mit Peter knurrende Schreiduelle um ihre Sicherheit liefert.

Über die Charaktere erfahren die LeserInnen nur Oberflächliches, kaum wird die Gedankenwelt oder Motivation eines Charakters beschrieben, deswegen dümpelt die ohnehin schon sehr platte Story dahin und bewegt sich kaum.

Das Buch ist der erste Teil einer Serie, von der es 4 Teile gibt (erinnert wieder an Twilight). Sollte mir niemand die anderen 3 Teile aufdrängen bin ich froh nie wieder etwas vom Vampirmond zu lesen.

Veröffentlicht am 17.11.2016

Potential verschenkt

Schwur des Tigers - Eine unsterbliche Liebe
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„Wenn ein Mann einer Frau Flieder schenkt…“
„…stellt er ihr gleichzeitig eine Frage“, beendete ich den Satz. (S.185)

Ren, Kishan und Kelsey steht die 4. Aufgabe Durgas‘ bevor, doch zunächst gilt es Kelsey ...

„Wenn ein Mann einer Frau Flieder schenkt…“
„…stellt er ihr gleichzeitig eine Frage“, beendete ich den Satz. (S.185)

Ren, Kishan und Kelsey steht die 4. Aufgabe Durgas‘ bevor, doch zunächst gilt es Kelsey aus den Fängen des Zauberers Lokesh zu befreien. Lokesh will seine Macht mit der Kelseys‘ vereinen um noch mächtiger zu werden.

Sein Größenwahn kennt keine Grenzen, mit Kelseys‘ Hilfe will er zum Dämon werden und sich die ganze Welt unterwerfen.

Ren, der seine Erinnerungen wieder hat, muss damit zurechtkommen, dass Kelsey nun mit Kishan zusammen ist. Sie aufzugeben kommt für ihn allerdings keine Sekunde lang in Frage.

Der langersehnte 4te Band der Tiger-Reihe ist endlich auf Deutsch erschienen und verspricht das epische Finale der Geschichte um Kelsey und ihre zwei Tiger. (Mittlerweile ist aber bekannt, dass Colleen Hock bereits an Teil 5 arbeitet ? )

Die zunehmende Oberflächlichkeit, die sich schon in Band 3 ausbreitete, wird in „Schwur des Tigers“ noch verstärkt. Weder Kelsey noch Ren scheinen durch ihre Abenteuer und Geschehnissen an Erfahrung zu gewinnen oder aus Widerfahrenem Konsequenzen zu ziehen.

Der kantige und unbeugsame Kishan verkommt in Kelseys‘ Nähe zum Schmusekätzchen und überhaupt ist das Buch auf weiten Strecken einfach zu nett, zu glatt zu vorhersehbar.

Die Gaben Durgas‘ machen inzwischen jede Bedrohung zu einem Witz, denn sie lösen einfach jedes Problem mit einem Augenzwinkern. So flauen auch Situationen mit ordentlich Spannungspotential nach wenigen Sätzen schnell ab, weil klar wird, dass die ProtagonistInnen mühelos die Oberhand behalten werden.

Einzelne Erzählstränge enden im Nichts, werden nicht aufgelöst oder schlimmer führen zu logischen Fehlern in der Geschichte.

Das Ende mag Fans der Reihe versöhnen, für mich allerdings wurde hier Potential zu einer großen, authentischen Liebesgeschichte schlichtweg vernichtet.