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Veröffentlicht am 09.04.2018

Außergewöhnlicher Psychothriller mit kleinen Schwächen

Tu es. Tu es nicht.
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Mit Spannung habe ich den neuen Psychothriller von S. J. Watson erwaret.
Der Autor es durch seinen fesselnden Schreibstil geschafft, dass mich die Geschichte gleich nach den ersten Seiten in ihren Bann ...

Mit Spannung habe ich den neuen Psychothriller von S. J. Watson erwaret.
Der Autor es durch seinen fesselnden Schreibstil geschafft, dass mich die Geschichte gleich nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen hat.
Julias Schwester Kate, zu der sie zuletzt nicht das beste Verhältnis hatte, wurde getötet.
Julia kann sich nicht damit abfinden, dass die Polizei im Dunkeln tappt und begibt sich selbst auf die Suche nach Täter und Motiv.
Bei einem Besuch in Paris erfährt sie von Kates Freundin und Mitbewohnerin, dass ihre Schwester auf Dating-Plattformen im Internet aktiv war. So beginnt Julia dort mit ihren Nachforschungen und lernt bald Lukas kennen, mit dem sie eine Affäre beginnt.
Allmählich baut sie sich eine Art zweites Leben auf und sie verstrickt sich mehr und mehr in Lügengebilde.
Nach und nach erfährt man einiges aus Julias früherem Leben, dass u. a. von Alkoholsucht und Drogen aber auch einer großen Liebe gezeichnet war.
Zwischendurch habe ich mich oft gefragt, was diese beiden Dinge miteinander zu tun haben.
Die Antwort darauf gibt es erst ganz zum Schluss.
Die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester gerät öfter in den Hintergrund, zieht sich aber dennoch wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Gut gelungen ist dem Autor die Verarbeitung der verschiedenen Themen.
Er zeigt gut, wie sich Menschen im Internet als eine völlig andere Person ausgeben können und welche Möglichkeiten sich dadurch bieten.
Auch die Darstellung der „trockenen Alkoholikerin“ und die ständige Gefahr des Rückfalls hat er meines Erachtens gut dargestellt.
Begeistert hat mich die Schilderung wie Lukas Julia manipulieren konnte. Ich dachte mir oft, dass sie das doch merken müsste und fand ihr Handeln unüberlegt und unvernünftig. Aber ich habe mich auch gefragt, ob es nicht eben doch oft so ist, dass starke Gefühle den Verstand ausschalten.

Zwischendurch plätschert die Geschichte oft so dahin und manche Dinge waren mir auch zu detailliert beschrieben. Aber gegen Ende nimmt das Tempo und vor allem auch die Spannung deutlich zu.
Die Auflösung und damit die Verknüpfung aller Fäden sowie die Antwort auf alle Fragen ist ein Paukenschlag und war für mich so nicht vorhersehbar.
Enttäuscht war ich ein bisschen, dass es trotzdem gewissermaßen ein offenes Ende war.

Dieser außergewöhnliche Psychothriller hat mich trotz einiger Längen und einem unbefriedigenden Ende gefesselt und ist für Liebhaber des Genres eine Empfehlung wert!


Fazit: 4 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 09.04.2018

Unterhaltsamer und auch nachdenklicher Sommerroman

Eine Handvoll Sommerglück
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Der Titel und das Cover lassen einen lockeren, fröhlichen Sommerroman vermuten, was er zum Teil auch ist. Aber das Buch hat auch ein bisschen Tiefgang und nachdenkliche Momente. Die Autorin widmet sich ...

Der Titel und das Cover lassen einen lockeren, fröhlichen Sommerroman vermuten, was er zum Teil auch ist. Aber das Buch hat auch ein bisschen Tiefgang und nachdenkliche Momente. Die Autorin widmet sich u. a. dem Thema Trauerarbeit und Neuanfang.
Christine hat ihre beste Freundin Lexi während ihrer schweren Krankheit gepflegt, unterstützt von ihrer Mutter Helga und ihrer Tochter Jule, deren Patentante Lexi war. Nun ist Lexi gestorben und Christine fällt in ein tiefes Loch. Lexi hat Christine nicht nur ein Haus auf einer Alm, sondern auch Vermögen hinterlassen. Dazu noch einige Briefe, die Christine nicht nur ihr aktuelles Leben vor Augen führen, sondern ihr auch aufzeigen, wie sie ihr Leben künftig gestalten könnte.
Diese Briefe sind einfach wunderbar formuliert, voller Liebe, Dankbarkeit und positiven Gedanken.
Ich kann mir gut vorstellen, dass man nach so einem Verlust durch solche Briefe wieder Kraft finden kann. Auch mich haben die Briefe zum Nachdenken angeregt.

Die Autorin erzählt in einem leichten aber einfühlsamen Schreibstil Christines Weg in ihr neues Leben.
Sie fährt in das Haus auf der Alm und beginnt dieses zu ihrem neuen Heim umzugestalten. Dabei wird sie natürlich oft von ihren Erinnerungen an ihre Freundin überwältigt, aber sie erlebt auch viele schöne Momente.
Sie lernt neue Menschen kennen, die sich nach und nach zu Freunden entwickeln und ihr auch immer wieder Denkanstöße geben.

Mit Christine ist der Autorin eine sympathische Protagonistin gelungen, die für mich sehr realistisch und authentisch handelt.
Die Nebenfiguren sind alle unterschiedlich, facettenreich und bringen Abwechslung in die Geschichte. Christines Mutter Helga fand ich stellenweise ein bisschen nervig. Aber der seltsame Nachbar Norbert, der in einem Wohnwagen nahe der Alm lebt und eine Herde Ziegen hütet, ist eine wunderbare Figur, die der Geschichte nochmal etwas besonderes verleiht.

Dieses Buch ist trotz des teilweise traurigen Themas ein schöner Sommerroman, denn er behandelt auch noch Themen wie die erste große Liebe, Freundschaft, Respekt, Toleranz und Verständnis.
Teilweise waren die Ereignisse ein bisschen vorhersehbar, aber ein schöner Schauplatz, interessante Charaktere und ein Schuss Humor machen das wieder wett.
Mir hat das Buch unterhaltsame Lesestunden und auch etliche schöne nachdenkliche Momente bereitet.


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 29.03.2018

Schöner Wohlfühlroman mit Drama, Liebe und Geheimnissen

Die Blütenmädchen
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In „Die Blütenmädchen“ entführt uns Valentina Cebeni zunächst nach Rom und dann in ein (fiktives) Dorf in der Toskana.
Die Protagonistin Dafne verlässt nach einer unglücklichen Beziehung zu einem verheirateten ...

In „Die Blütenmädchen“ entführt uns Valentina Cebeni zunächst nach Rom und dann in ein (fiktives) Dorf in der Toskana.
Die Protagonistin Dafne verlässt nach einer unglücklichen Beziehung zu einem verheirateten Mann Rom und ihren Job dort und kehrt zurück in ihr Heimatdorf. Dort will sie zu sich selbst und einen neuen Weg für ihr Leben finden.
In der alten Werkstatt ihres verstorbenen Großvaters, der immer gerne alte Dinge repariert hat, trifft sie die Entscheidung, diese neu zu eröffnen. Sie möchte alte, ausgediente Dinge restaurieren und einer neuen Verwendung zuführen.
In der Werkstatt trifft sie auf den Handwerker Milan und seine Katze, die dort heimlich Unterschlupf gesucht hatten.
Dafne entscheidet sich, Milan als Hilfe einzustellen und bietet ihm die kleine Wohnung über der Werkstatt an.
Beim Stöbern findet Dafne eine sehr alte Taschenuhr mit Gravur, die wohl jemandem in ihrer Familie gehört haben muss.
Etwas später entdeckt sie in Milans Sachen eine identische Uhr. Beide Uhren sind zur selben Uhrzeit stehen geblieben.
Was hat das zu bedeuten und ist Milan nicht zufällig in ihrem Dorf?

Zitat, Seite 87:
„Ich repariere Dinge, um Erinnerungen zu erhalten, damit die Liebe nicht stirbt.“


Dafnes Geschichte beginnt sehr emotional. Man erfährt über eine frühere Erkrankung, dazu die Enttäuschung durch die unglückliche Liebesbeziehung. Das Leben hat es bisher nicht so gut mit Dafne gemeint. Daher habe ich ihren Schritt, in Rom alle Zelte abzubrechen, bewundert und auch für gut befunden. Dennoch machte Dafne anfangs auf mich einen sehr traurigen und glücklichen Eindruck. Erst die Arbeit mit den alten Dingen und das Gespür, das sie für diese Dinge und die damit verbundenen Erinnerungen der Besitzer hat, machen sie wieder glücklich. Das ist es offenbar, das sie tun möchte und das sie gut kann.
Sehr gut gefallen haben mir tatsächlich die Beschreibungen, was Dafne mit alten Dingen, wie einem Fass, einem alten Eiswagen oder auch alten Türen, macht. Das war sehr kreativ und toll beschrieben, so dass ich mir alles gut vorstellen konnte.
Zwischen ihr und Milan scheint von Anfang an eine knisternde Verbindung zu bestehen, so dass sie sich eigentlich ziemlich vorschnell dazu entschließt, ihn als Mitarbeiter einzustellen. Aber manchmal gibt es ja tatsächlich solche Sympathien auf den ersten Blick. Die Anbahnung einer Beziehung zwischen den beiden stellt sich dann aber als schwierig dar und beginnt nur langsam.
Als sie dann bei Milan die Uhr entdeckt, beginnt sie zu recherchieren, wem diese Uhren gehört haben könnten und welche Verbindung Milan dazu haben könnte.
Bis diese Recherchen beginnen dauert es allerdings fast bis zur Hälfte des Buches, dabei ist das ja eigentlich das zentrale Geheimnis der Geschichte.
Nach einer Weile erzählt zumindest Dafnes Großmutter Clelia, wem die Uhr in ihrer Familie gehörte und was es damit auf sich hat.
Auch wenn ein Teil des Geheimnisses damit gelüftet ist, bleibt eine gewisse Spannung erhalten.
Milan allerdings gibt sich weiterhin geheimnisvoll und erzählt nur wenig über seine Familie und die Vergangenheit.

Es war durchaus fesselnd, die beiden zu begleiten und zu erleben, wie der Sommer sich neigt und es langsam Winter wird und dann auf Weihnachten zugeht.
Es soll noch viel passieren, das immer wieder neue Aspekte in die Geschichte bringt und damit für Abwechslung sorgt.
Alle Figuren sind liebevoll gezeichnet und passen gut in die Geschichte.
Besonders Dafnes Großmutter Clelia habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Sie ist eine sehr herzliche und gefühlvolle Frau, die alles für ihre Enkelin tut und ihr immer wieder lebenskluge Ratschläge und Denkanstöße gibt. In ihrem Haus muss man sich einfach geborgen fühlen.

Das kleine fiktive Dorf mit seinen Bewohnern entstand schnell bildlich vor meinem inneren Auge. Es war einfach schön und authentisch beschrieben und die Autorin hat sich dafür von realen idyllischen Orten, die sie kennt, inspirieren lassen. So ein schöner Ort hat sicher zu jeder Jahreszeit seinen Charme und macht Lust auf eine Reise durch die Toskana.

Dafnes Geschichte ist ein Wohlfühlroman, der ein bisschen Drama, Liebesgeschichte und ein Familiengeheimnis beinhaltet.
Die Mischung hat mir gefallen und sie ist gelungen, weil keines der Themen überzogen dargestellt wird.
Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten und für schöne Lesestunden mit vielen unterschiedlichen Emotionen gesorgt.


Fazit: 4 von 5 Sternen


© fanti2412.blogspot.de

Veröffentlicht am 27.03.2018

Warmherziger Wohlfühlroman mit Sommerflair

Drei Schwestern am Meer
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Die drei Schwestern Katharina, genannt Rina, Jana und Pia verloren früh ihre Eltern und wuchsen bei ihrer Großmutter Marianne auf Rügen auf.
Rina ist Ärztin und lebt eigentlich in Berlin. Jetzt stehen ...

Die drei Schwestern Katharina, genannt Rina, Jana und Pia verloren früh ihre Eltern und wuchsen bei ihrer Großmutter Marianne auf Rügen auf.
Rina ist Ärztin und lebt eigentlich in Berlin. Jetzt stehen ihr zwei Wochen Ferien bei der Oma auf Rügen bevor, in denen sie sich nach Ruhe, Sonne und Meer sehnt. Doch alles kommt ganz anders.
In Rinas Privatleben steht eine Veränderung an und dann bricht plötzlich ihre Oma bewusstlos zusammen. Rina ist glücklicherweise im Haus, kann ihre Oma reanimieren und diese landet im Krankenhaus auf der Intensivstation im künstlichen Koma.
Eine sorgenvolle Zeit beginnt für Rina, aber sie erhält Unterstützung durch ihre Schwestern Jana und Pia. Doch auch bei den beiden ist im Privatleben nicht alles so wie es sein sollte.
Doch die drei Schwestern halten zusammen, sind für einander da und kümmern sich gemeinsam um ihre Oma. Diese erwacht aus dem Koma und erzählt nach offenbar wirren Träumen merkwürdige Dinge, die die drei Schwestern auf die Spur eines Familiengeheimnisses bringen.

Die drei Schwestern sind ein tolles Team und haben mich schnell begeistert. Solch ein schönes Verhältnis unter Geschwistern wünscht sich sicher jeder. Die drei sind liebenswert, jede hat ihre Stärken und Schwächen und sie ergänzen sich prima. Und ganz besonders liegt ihnen natürlich ihre Oma am Herzen, bei der sie nach dem Verlust der Eltern aufgewachsen sind. Sie nennen sich selber „Drei Engel für Oma“ und tun alles, damit ihre Oma es künftig etwas leichter hat, wenn sie aus dem Krankenhaus kommen wird.
Besondere Nähe bekommt man zu Rina, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt wirkt real und glaubhaft, so dass ich fast das Gefühl hatte, eine gute Freundin erzählt mir ihre Geschichte. Aber auch Jana und Pia haben ihren Anteil an der Geschichte und alle drei sind liebevoll gezeichnet und charakterisiert.
Es gibt etliche Nebenfiguren, wie nette Nachbarn, Krankenhauspersonal und eine junger Hausarzt. Sie alle spielen mehr oder weniger wichtige Rollen und passen gut ins Gesamtbild.
Die Geschichte selbst ist unterhaltsam und es ist einiges los. Da geht es nicht nur um die Großmutter, ihre Krankheit und die Folgen sondern auch um einige Veränderungen im Leben der drei Schwestern und letztendlich auch um das große Geheimnis der Großmutter, das einiges verändert.
Ich habe mich mit den drei Schwestern um die Oma gesorgt, mit ihnen gelacht und sie beobachtet, wie sie Pläne schmieden.
Durch den schönen, mitreißenden Schreibstil hatte ich das Gefühl mit dabei zu sein und die Erlebnisse mit den Schwestern zu teilen.

Die Insel Rügen mit ihren Kreidefelsen, tollen Stränden, schöner Landschaft und charmanten Orten ist ein tolles Setting für die Geschichte. Durch die schönen bildhaften Beschreibungen hörte ich das Meer rauschen und spürte fast den Wind in den Haaren. Die Lust auf eine Reise nach Rügen im Sommer ist jetzt groß!

Auch Freunde von leckerem Essen kommen nicht zu kurz. Da gibt es Ofenfleisch, Heringe die zu Pfefferlingen werden, Karamell und Haselnusspaste. Wem da das Wasser im Mund zusammen läuft, der findet im Anhang zum Buch einige Rezepte.

Diese schöne Geschichte über drei Schwestern bietet neben sommerlichem Flair, guter Unterhaltung und einem schönen Schauplatz noch ein bisschen mehr. Themen wie Verlust, Trauer, Vergangenheitsbewältigung, familiärer Zusammenhalt, Vertrauen und Freundschaft bringen viele Facetten in die Geschichte und haben mich auch an einigen Stellen nachdenklich werden lassen.
Auch wenn das Familiengeheimnis am Ende aufgelöst wird, was vielleicht ein bisschen zu einfach ging, bieten doch einige Dinge Möglichkeiten für eine Fortsetzung, auf die Anne Barns vielleicht irgendwann Lust hat. Ich würde mich darüber freuen!


Fazit: 4 von 5 Sternen


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Veröffentlicht am 24.03.2018

Solider Küsten-Krimi

Blutmöwen
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Dies ist bereits der 5. Fall für Kommissarin Helene Christ, für mich war es allerdings der erste, denn ich kannte die Reihe bisher nicht.
Daher kann ich sagen, dass man die Fälle durchaus unabhängig voneinander ...

Dies ist bereits der 5. Fall für Kommissarin Helene Christ, für mich war es allerdings der erste, denn ich kannte die Reihe bisher nicht.
Daher kann ich sagen, dass man die Fälle durchaus unabhängig voneinander lesen kann und nicht zwingend die Reihenfolge einhalten muss.

Bauer Brodersen wurde offenbar mit seinem eigenen Jagdgewehr erschossen und liegt am Rand seines Weizenfeldes. Touristen finden ihn und der örtliche Dorfpolizist informiert die Kriminalpolizei.
Kommissarin Helene Christ und ihr Kollege Nuri Önal übernehmen die Ermittlungen.
War es Mord oder Selbstmord?
Offenbar gibt es kaum Personen, die um Brodersen trauern und viele, die ein Motiv haben könnten, ihn umzubringen.
Dazu kommt, dass der Brodersen Hof, ein Familienbetrieb, große finanzielle Probleme hat und wohl vor dem Aus steht.
Auch das könnte ein Motiv sein. Es gibt viel zu tun für die Kommissare, denn es müssen viele Personen befragt werden und viele Fährten bzw. Spuren sind zu verfolgen.

Helene Christ hat mir als Protagonistin gut gefallen. Sie ist gut gezeichnet, eine gewissenhafte Polizistin, die ihren Beruf ernst nimmt und immer die Wahrheit finden möchte. Es gibt auch kleine Einblicke in ihr Privatleben, was die Figur authentisch macht und sie abrundet.
Ihr Partner Nuri Önal gefiel mir dagegen nicht so gut.
Zu oft wurde mir hier erwähnt, dass er Migrationshintergrund hat und sich deswegen „dumme Bemerkungen“ gefallen lassen muss. Offenbar kompensiert er das damit, dass er sehr häufig den „bad Cop“ gibt und sich bei Befragungen oder Verhören sehr unfreundlich und harsch verhält.
Irgendwie hat mich das gestört.

Der Fall ist sehr undurchsichtig und die beiden Kommissare haben viel Mühe herauszufinden, ob es Selbstmord oder Mord war und wer der Mörder sein könnte! Natürlich werden auch Befragungen innerhalb der Familie durchgeführt, aber die sehr religiöse Witwe schweigt und blockt ab während von Sohn und Tochter, die beide nicht mehr auf dem heimischen Hof leben, auch nicht so sehr viel zu erfahren ist.
Schnell hatte ich den Eindruck, dass es da Geheimnisse in der Familie geben muss und ich sollte mich nicht täuschen.
Dadurch ist der Fall durchgehend spannend, denn es gilt ja einiges aufzuklären und viele Spuren zu verfolgen.
Die klassische Ermittlungsarbeit, die die Kommissare hier zu erledigen haben, hat mir gut gefallen und sie wurde auch glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben.
Sehr gut gefallen hat mir auch das Setting in Flensburg und in dem kleinen Dorf im Umland. Das Dorfleben, besonders der in einem Dorf oft übliche Klatsch und Tratsch, wurde gut dargestellt und für die Story genutzt.
Die Landschaft der Flensburger Förde und der Region ist anschaulich beschrieben und macht Lust auf einen Besuch dort.

Dieser solide Küsten-Krimi punktet mit einer sympathischen Kommissarin, vielfältigen Themen, wie Familiengeheimnisse, häusliche Gewalt und die schwierige Lage alteingesessener Bauernfamilien.
Ich hatte spannende Lesestunden und freue mich auf weitere Fälle mit Helene Christ!


Fazit: 4 von 5 Sternen

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