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Veröffentlicht am 23.09.2019

Überrissen - und doch irgendwie witzig zu lesen

The School for Good and Evil, Band 1: Es kann nur eine geben (Die Bestseller-Buchreihe zum Netflix-Film)
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Inhalt
Sophie, schön wie der Tag, engagiert und die perfekte Prinzessin, wünscht sich nichts mehr, als in die Schule für Gute gehen zu dürfen, wo sie ihr eigenes Märchen und den perfekten Prinzen erhalten ...

Inhalt
Sophie, schön wie der Tag, engagiert und die perfekte Prinzessin, wünscht sich nichts mehr, als in die Schule für Gute gehen zu dürfen, wo sie ihr eigenes Märchen und den perfekten Prinzen erhalten kann. Agatha mit den Glubschaugen lebt auf dem Friedhof und glaubt nicht an diese Märchen. Doch dieses Jahr wird Sophie auserwählt und Agatha will alles tun, um ihre einzige Freundin zu beschützen. Doch Agatha schafft es nicht, die Entführung zu verhindern und so kommt es, dass auch Agatha in die Schule gebracht wird. Aber ausgerechnet in die Schule für Gute, während Sophie bei den Bösen landet. Agatha, nun umgeben von piekfeinen Prinzessinnen will nur eins: Nach Hause. Aber Sophie, nun im Zimmer mit drei gruseligen Hexen eingesperrt, denkt nur daran, auf die Seite der Guten zu gelangen. Wie kann Agatha sie überzeugen, dass sie nicht hierher gehören?

Meine Meinung
Eigentlich fand ich das Cover und den Titel des Buches ziemlich abschreckend. Dennoch, der Inhalt klang ganz süss, also habe ich mich mit ein paar anderen Mädels auf Instagram daran gemacht, das Buch gemeinsam zu lesen.

Der Schreibstil passt perfekt in ein Märchen. So richtig. Und genau das hat mich dann aber auch gestört. Alles ist märchenhaft - aber auf diese altmodische, überrissene Art. So sind alle Bösen hässlich, fett und/oder ungepflegt, rüpelhaft und halt wirklich böse. Und die Guten sind schön, eitel, können mit Tieren reden und sehen einfach immer fabelhaft aus. Daran erkennt man denn auch, dass man sich mitten in einem Kinderbuch befindet. Die Idee des Buches hat mir durchaus gefallen, wenn die Protagonisten etwas älter und diese überzeichneten Gegebenheiten nicht gewesen wären, hätte es mir sogar perfekt gefallen. Aber so... die Bösen werden zur Bestrafung gefoltert, die Guten haben in Lebkuchenzimmern Schule. Nein, das war mir einfach zu viel des "Guten".

Die Protagonistinnen werden natürlich davon auch nicht verschont. Agatha hat fettiges Haar, trägt "Klumpschuhe" (was auch immer das sein mag), hat Glupschaugen und achtet nicht sonderlich auf sich selbst. Sophie ist dann das pure Gegenteil, egozentrisch, selbstverliebt und richtig mühsam. Die beiden entwickeln sich natürlich im Verlauf der Geschichte, dennoch, überzeugen konnte mich das nicht.

Das Setting hat mir an und für sich gut gefallen - zwei rivalisierende Schulen, zwei verschiedene, angepasste Stundenpläne, eine grosse Märchenwelt und viele Geheimnisse zum aufdecken. Wenn sich da nur nicht immer wieder moderne Begriffe eingeschlichen hätten - die Südsee, Pingpingbälle und dergleichen finde ich in so einem Buch einfach unpassend.

Trotz meiner Kritik, mir hat es sehr viel Spass gemacht, das Buch zu lesen. Tatsächlich überlege ich auch, mir Band 2 anzuschaffen und mir diese überspitzte Märchenwelt nochmal anzutun.

Fazit
Überrissene Welt und Charaktere - und dennoch hat es mir Spass gemacht, das Buch zu lesen. Wer vor Kinderbüchern nicht zurückschreckt und die Märchenwelt mal aus anderer Sicht erkunden möchte, ist hier sicher richtig.

2.5 Sterne

Veröffentlicht am 14.09.2019

Die Klischeekeule schlägt wieder zu

Wild Souls - Mit dir für immer
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Inhalt
Achtung! Band 2 von 2, beinhaltet Spoiler zu Band 1!

Sawyer will sich mit Finn ein neues Leben in Outskirts aufbauen. Doch die Vergangenheit ruht nicht. Während Sawyer voller Freude feststellt, ...

Inhalt
Achtung! Band 2 von 2, beinhaltet Spoiler zu Band 1!

Sawyer will sich mit Finn ein neues Leben in Outskirts aufbauen. Doch die Vergangenheit ruht nicht. Während Sawyer voller Freude feststellt, dass ihre Mutter doch noch am leben ist, ist ihr auch der andere Elternteil, vor dem sie geflohen ist, gefährlich nahe. Denn die Kirche von Richard, ihrem Vater, kommt nach Outskirts um zu missionieren - und Richard will nur eines: Seine entflohene Tochter zurück in seine Gewalt bringen. Für Sawyer beginnt eine emotionale Zeit - muss sie doch nicht nur ihre wiedergefundene Mutter und Finn vor Richard in Sicherheit bringen...

Meine Meinung
Band 1 hatte mich ja... nennen wir es "nicht zu 100 % überzeugen können". Trotzdem - der Cliffhanger hat mich neugierig gemacht und so habe ich auch nach Band 2 der Dilogie gegriffen. Der Schreibstil lässt sich wieder angenehm und flott lesen und die Kapitel sind wie gewohnt abwechslungsweise aus Finns und Sawyers Sicht geschrieben.

Sawyer hat beschlossen, in Outskirts zu bleiben. Während Sawyer und Finn sich noch näher kommen und eine gemeinsame Zukunft planen, kommt die Gefahr immer näher... Denn der Vater, vor dem sie geflohen ist, taucht unverhofft auf und sucht nach ihr. Finn und seine Freunde geben alles daran, Sawyer zu beschützen - und auch ihre Mutter, die allem Anschein zum trotz noch lebt, aber in einem sehr schlechten psychischen Zustand ist.

Die Klischeekeule schlägt wieder zu
Band 1 hat ja so richtig mit der Klischeekeule um sich geschlagen. Auch der zweite Teil bleibt nicht davon verschont. Von der ganz grossen ersten Liebe, über "ich bin dein Vater"-Momente bis hin zu DEM ultra Orgasmus ist alles dabei. Wer also wie ich eher allergisch auf Klischees reagiert, sollte sich vielleicht nach einem anderen NA-Werk umsehen.

Wenn dich die Vergangenheit einholt...
Trotzdem, Band 2 hat mir ein wenig besser gefallen. Die seitenlangen Sexszenen habe ich einfach überblättert, da sie weder besonders toll noch sonst was waren. Geblieben ist eine etwas gar intensive, besitzergreifende Liebesgeschichte mit einem fürchterlich brutalen "Gegner", den es zu hassen gilt. Und ganz viele Gefühle dazwischen. Immerhin das, die Familie, die Sawyer in Outskirts erhält, und auch diejenige von Finn - die haben mir gefallen. Feel Good-Momente gab es also einige. Und auch Spannung ist hier definitiv mehr aufgekommen. Auch wenn diese wieder ganz klischeemässig superduperdramatisch war.

Von hier an enthält meine Rezension explizite SPOILER!
Wer diese nicht lesen mag - bitte direkt zum Fazit vorspringen.

Die Sache mit den Bienen und den Blümchen
Was mich aber so richtig gestört hat, und das war schon in Band 1 so, ist Finns Verhalten gegenüber Sawyer. Der Alte verhütet einfach nicht, obschon er weiss, dass Sawyer von dem allem absolut null Ahnung hat. Und was passiert? Was passieren muss...

Da wir nicht verhüteten, konnte sie jederzeit schwanger werden.
(S. 23/Tolino)

Ähm, lieber Finn, es ist nicht so, dass IHR nicht verhütet. Es ist so, dass DU nicht verhütest. Denn Sawyer weiss gar nicht, was das ist. Ergo... Finn drängt Sawyer also einfach ein Kind auf, ohne es auch nur ansatzweise mit ihr zu besprechen. DAS IST EIN NO-GO. Ich war geschockt. Sowas in einem YA/NA-Buch? Und dann wird gute Miene zum bösen Spiel gemacht und alle sind happy und Friede Freude Eierkuchen? Geht's noch?

Der Oberknaller
Und dann kommts dicke, und zwar ordentlich. Ohne zu gross vorzugreifen ist das kaum zu erklären. Aber sagen wir es so - Sawyer halluziniert von der toten Exfreundin von Finn. Was dann kommt - einfach so unglaubwürdig, so schräg, ich sass einfach nur da und habe mich gefragt, was zum Teufel ich da gerade gelesen habe.

Charakterentwicklung mal anders
Sawyer ist und bleibt die naive junge Frau aus Band 1. Klar, wenn man so aufgewachsen ist wie sie... sie entwickelt sich eigentlich auch ganz anständig.

Finn hingegen. Nun, er ist definitiv nicht mehr der Finn aus Band 1. Er ist zwar noch ein wenig besitzergreifend. Aber in Band 1 war er richtiggehend dominant und hat dazu noch recht oft gekifft und sich betrunken. Davon ist in Band 2 nicht einmal mehr die Rede. Finn ist jetzt der einfühlsame, aufmerksame und wunderbare Traumprinz. Ich glaube, er hat mit einem anderen Finn den Platz getauscht, da ist doch was faul.

Fazit
Spannender und gefühlsintensiver als Band 1. Aber immer noch voller Klischees und skurrilen Szenen und oft entweder extradramatisch oder total unlogisch. Die Geschichte von Sawyer und Finn - endlich hat sie ein Ende gefunden.

2.5 Sterne

Veröffentlicht am 02.04.2019

When Sawyer meets Finn...

Wild Hearts - Kein Blick zurück
7

Finn stand auf seiner Veranda. Er drehte sich um und blickte finster zu mir herüber.
Das Grundstück. Die Stadt. Die Leute. Alles war neu für mich.
Aber wütende Männer waren nichts Neues für mich, und ich ...

Finn stand auf seiner Veranda. Er drehte sich um und blickte finster zu mir herüber.
Das Grundstück. Die Stadt. Die Leute. Alles war neu für mich.
Aber wütende Männer waren nichts Neues für mich, und ich würde mich auf keinen Fall von ihm einschüchtern lassen.
Nicht von meinen Ängsten.
Nicht von der Kirche.
Nicht von meinem Vater.
Von niemandem.
Nie mehr.
(Tolino S. 44)


Inhalt
Nach dem Tod ihrer Mutter steht für Sawyer fest: Sie muss weg von hier! Weg von ihrem fanatisch-gewalttätigen Vater, weg von der streng religiösen Gemeinde, die ihr nie geholfen hat, weg von diesem furchtbaren Leben. Im Nachlass ihrer Mutter entdeckt sie, dass sie nun Besitzerin eines kleinen Stückes Land sowie eines ziemlich verrosteten Campers ist - perfekt für einen Neustart. Doch sie hat nicht mit Finn gerechnet, ihrem neuen Nachbarn; ein missmutiger aber sehr attraktiver junger Mann, der ihr Interesse sofort weckt. Während Sawyer versucht, ihr neues Leben aufzubauen, versucht Finn, Sawyer von sich fernzuhalten. Doch als sie plötzlich in Gefahr schwebt, muss Finn seine Dämonen besiegen...

Meine Meinung
Zugegeben, mir hat es das Cover unglaublich angetan! Die dunklen Farben finde ich einfach zauberhaft! Für mich ist es das erste Buch der Autorin und ich habe mich sehr auf die Geschichte gefreut. Den Schreibstil habe ich als sehr angenehm und leicht zu lesen empfunden und ich bin sehr schnell in die Geschichte reingekommen.

Sawyer erbt von ihrer Mutter Land und einen alten Campingwagen. Perfekt für sie, wünscht sie sich doch einen Neustart fernab von ihrem gewalttätigen Vater und der ultrareligiösen, unterdrückenden Gemeinschaft. In der Gemeinde Outskirts findet sie eine neue Heimat, neue Freunde - und einen verdammt attraktiven Nachbarn namens Finn. Dumm nur, dass dieser für sich ein Eremitenleben vorsieht und Sawyer von sich weist. Aber auch sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Und während beide die Dämonen ihrer Vergangenheit bekämpfen, kommen sie sich näher als geplant...

Klingt nach einer süssen Liebesgeschichte mit teils schwerer Thematik, nicht? So habe ich es zumindest empfunden. In der ersten Hälfte der Geschichte habe ich das auch bekommen; Eine verletzliche junge Frau, eine schwierige Vergangenheit, ein mürrischer Kerl und ein kleines fast verlassenes Dorf irgendwo im Nirgendwo. Sawyer erkämpft sich ein neues Leben und sorgt mit ihrer Unwissenheit und Naivität für den ein oder anderen Lacher. Finn bleibt der geheimnisvolle Typ, dessen Vergangenheit man gerne erfahren würde, bisher aber darüber nur rätseln kann. Soweit so gut.

Dann kommt die zweite Hälfte und damit das Näherkommen der beiden Protagonisten. Sawyer erbebt regelmässig, Finn tickt immer mal wieder aus, dann passiert was passieren muss. Und zwar immer öfter. Und auf sehr skurrile Art und Weise. Ich möchte hier nicht spoilern, deshalb kurz und knapp: Jedes Klischee wird bedient und die expliziten Szenen sind einfach nur schräg. Aber nicht nur das hat mich gestört: Finn weiss um die Vergangenheit von Sawyer, um ihren gewalttätigen Vater, verhält sich aber äusserst dominant ihr gegenüber und zwingt sich ihr fast auf. Den Hammer hat er dann aber mit dem ersten gemeinsamen Mal gebracht. Liebe NA-Autorinnen, was habt ihr nur immer mit der fehlenden Verhütung? Wäre es so schlimm, sich dafür kurz die Zeit zu nehmen?

Allgemein sind gegen Ende viele Dinge passiert, die meiner Meinung nach nicht hätten geschehen müssen. Man muss ja als Autorin auch nicht jedes Klischee bedienen - wobei das Frau Frazier offenbar anders sieht. Und sowieso. Ich weiss nicht, wann und warum. Aber die zweite Hälfte hat fast alles zunichte gemacht, was die erste aufgebaut hat. Keine Tiefe, nur noch künstlich hervorgebrachtes Drama, und oh wait! Noch mehr Klischees!

Charaktere
Sawyer als Protagonistn habe ich eigentlich ganz gern bekommen, obschon mir ihre Naivität in der zweiten Hälfte teils arg auf den Keks gegangen ist. Ich könnte hier eine tiefergehende Besprechung ihres Charakters machen, verzichte aber darauf, um mich nicht noch mehr darüber zu ärgern

Finn ist der typische geheimnisvolle Kerl, der eigentlich nicht wirklich viel zur Geschichte beigetragen hat, so mein Empfinden. Ja, so im Rückblick: Viel ist mir von dem Typen nicht geblieben. Ich fand ihn eher unsympathisch als heiss, Bookboyfriendmaterial war er für mich definitiv nicht. Weil er a) säuft und kifft, b) Sawyer seinen Willen aufdrängt und c) siehe oben, Thema Verhütung.

Ein bisschen Wind in die Sache haben Josh und Miller gebracht, die beiden besten Freunde von Sawyer (und ehemals Finn), die eine sehr explosive Beziehung führen - Cop und Drogendealer ist auch eine schwierige Kombi. Wobei auch Miller nach einer gewissen Zeit seine Sympathie komplett verliert. Ohne die beiden wäre die Geschichte aber trotzdem nur halb so unterhaltsam gewesen.

Fazit
Was gut angefangen hat, endet in Klischees, skurrilen Szenen und mit einem absolut unnötigen Cliffhanger (der übrigens sehr vorhersehbar war). Die Geschichte von Sawyer und Finn lässt sich zwar schnell und angenehm lesen, hinterlässt aber ein Gefühl, das Bücher nicht hinterlassen sollten: Unmut. Schade.

2.5 Sterne gibt es von mir

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 11.11.2018

Wenn ein Fantasy-Buch zum Kinderbuch umgemodelt wird...

Mortal Engines - Krieg der Städte
1

Inhalt
Nach einem verheerenden Krieg, nur bekannt als der Sechzig-Minuten-Krieg, ist die Welt wie wir sie kennen nicht mehr existent. Um ihr Überleben zu sichern, haben sich die Städte der Welt gewandelt ...

Inhalt
Nach einem verheerenden Krieg, nur bekannt als der Sechzig-Minuten-Krieg, ist die Welt wie wir sie kennen nicht mehr existent. Um ihr Überleben zu sichern, haben sich die Städte der Welt gewandelt und sind zu grossen maschinenartigen Ansammlungen geworden, die die Erde auf der Suche nach Nahrung, Baumaterialien und alter Technik abgrasen und sich andere Städte einverleiben. Auf einer davon - London - lebt Tom, ein durchschnittlicher Junge mit durchschnittlichem Leben. Doch als sein grosses Idol, Valentine, von einem mit Tuch verhüllten Mädchen angegriffen wird, ändert sich Tom's ganzes Leben. Er wird zum Retter von Valentine - und von diesem aus der Stadt gestossen... Auf der Erdoberfläche zurückgeblieben beginnt für Tom und das Mädchen mit dem Tuch - Hester - ein grosses Abenteuer...

Meine Meinung
Inhaltsangabe und Cover haben mich sofort angesprochen. Beide versprechen ein postapokalyptisches Abenteuer mit viel Spannung.

In die Geschichte bin ich recht schnell rein gekommen, denn der Schreibstil ist - leider - recht einfach gehalten. Keiner dieser grossartigen epischen Schreibstile von grossen Fantasy-Werken. Schlicht und einfach, flüssig zu lesen, aber nicht das, was ich erwartet hatte. Dazu kommen Zeitwechsel ins Präsens, die meines Erachtens nicht viel Sinn ergaben und mich persönlich doch gestört haben...

Die Idee des Autors - motorisierte gigantische Städte, die kleinere Städte jagen und "fressen", ist wunderbar. Ja im Ernst, das würde richtig viel Spass machen und ich glaube, dass der Kinofilm, der im Dezember 2018 erscheint, das richtig toll rüberbringt. Das Buch indes konnte das bei mir irgendwie nicht. Ich habe mich nicht mitten in der Geschichte gefühlt, sondern eher wie ein teilnahmsloser Beobachter. Und das war richtig schade, denn das Potenzial wäre da gewesen!

Tom als Protagonist ist ein angenehmer Kerl, jedoch auch sehr naiv und gerade zu Beginn manchmal etwas nervig. Er ist so festgefahren in seinen Vorstellungen, dass ich ihm manchmal am liebsten einen Geklatscht hätte.

Hester, das Mädchen mit dem Tuch vor dem Gesicht, war interessant. Zumindest interessanter als Tom. Sie hat was zu erzählen, was vorzubringen. Aber sympathisch war sie mir so gar nicht.

Natürlich lebt so eine Geschichte von mehreren Charakteren, die wichtig sind. Aber so recht wird mir wohl keine in Erinnerung bleiben, weil ich auch hier das Gefühl hatte, ich hätte nur beobachtet, aber nicht "mitgelebt". Am ehesten werde ich mich wohl an die roten Zähne von Anna Fang erinnern...

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den Protagonisten, wobei mir persönlich schon die Szenen Tom - Hester am besten gefallen haben. Toms Naivität und Hesters Zynismus brachten zumindest manchmal etwas Auflockerung in die Sache.

Fazit
Erwartet hatte ich ein monumentales, episches Fantasy-Abenteuer - erhalten habe ich etwas, das ich nicht so recht benennen kann. Vielleicht ein übermässig brutales Kinderbuch oder aber ein eher kindlich geschriebenes Erwachsenenbuch. Für mich leider eher ein Flop als Top - weshalb ich wohl auch die Folgebände nicht lesen werde, obschon ich mich doch schon ein wenig in die Welt verliebt habe. Ein klassischer Fall von gute Idee, eher nicht so gute Umsetzung.

2.5 Sterne

Veröffentlicht am 09.09.2018

Enttäuschend

Palace of Fire - Die Kämpferin
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Achtung Band 3 von 3!!!



Inhalt
Rea wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich frei zu sein, dass Magdalenen nicht mehr gejagt und weggesperrt werden. Gemeinsam mit Robin kehrt sie an den weissen Hof ...

Achtung Band 3 von 3!!!



Inhalt
Rea wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich frei zu sein, dass Magdalenen nicht mehr gejagt und weggesperrt werden. Gemeinsam mit Robin kehrt sie an den weissen Hof nach London zurück in der Hoffnung, die Menschen dazu zu bewegen, endlich für ihre Rechte einzustehen. Doch Robin verschwindet plötzlich, taucht ab in den Untergrund, und lässt Rea alleine am Hof zurück. Alleine mit Madame Hiver, die ihre ganz eigenen Pläne hat, alleine mit Lord Nottingham, der den Thron erobern will. Und alleine mit dem König... Rea versucht mit aller Kraft, ihre Pläne umzusetzen...

Meine Meinung
Band 1 fand ich bekanntermassen toll, Band 2 weniger. Klar, dass ich da etwas skeptisch an Band 3 rangegangen bin. Zu Beginn war alles noch ganz in Ordnung. Nicht bombastisch, aber eben in Ordnung. Aber dann hat sich das alles irgendwie in die falsche Richtung entwickelt. Trotz tollem Schreibstil und gewisser Spannung waren da Längen und Ärgernisse, über die ich nicht hinweg sehen konnte. Hätte ich das Buch nicht in einer wunderbaren Leserunde gelesen (danke hier nochmal Janika und Lisa, ihr seid so toll!), hätte ich es wohl abgebrochen.

Rea und Robin kehren nach London zurück, wo sie das Volk motivieren wollen, sich ihrer Sache anzuschliessen und für die Berührungsfreiheit zu kämpfen. Nach einem Besuch einer Korrektive, einer Anlage in der Magdalenen weggesperrt und "therapiert" werden, flieht Robin in den Untergrund und lässt Rea alleine am weissen Hof zurück. Sie versucht mit aller Macht, ihr Ziel zu erreichen: den König töten, die Berührungsfreiheit einzuführen. Doch da sind auch noch Madame Hiver und die Königin, die beide ihre eigenen Pläne mit Rea haben. Und das Geistesfieber, das sie schlimmer denn je heimsucht...

Uff, wo beginne ich da bloss? Es hätte so richtig toll werden können, aber es wurde doch eher ... enttäuschend. Die über 500 Seiten des Buches widmen sich eigentlich lediglich dem Hin und Her zwischen Rea und Robin (resp. zwischen Leben im Palast und Leben im Untergrund), dem Geistesfieber und den Wortkreationen "Spiritus Apertus", "Maria Magdalena" und "entgeistigt!" Ja, tatsächlich werden diese drei (Eigen-)Kombinationen wohl das einzige sein, was mir in Erinnerung bleiben wird - einfach weil es mich so furchtbar genervt hat. An und für sich wäre die Geschichte ja nicht schlecht gewesen, schliesslich befindet sich Rea plötzlich alleine hinter feindlichen Linien. Aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Rea jammert nonstop, dass sie zu Robin & Co. will, dann ist sie bei ihm und geht zurück in den Palast weil ja nur sie und sie alleine sie alle retten kann. Dann will sie wieder zu Robin. Et cetera et cetera.

Die Entscheidungen der Protagonisten muten etwas eigenartig ja unlogisch an, so richtig vom Hocker hauen kann keine Wendung und verführerisch, fesselnd, grossartig! wie der Klappentext uns glauben machen will, ist es definitiv nicht. Zum Thema "verführerisch" lässt sich sagen, dass nicht Jedermann am Daumen lutschen verführerisch findet. Und die anderen expliziten Szenen sind alles andere als schön zu lesen, da es sich um (meiner Meinung nach zu detaillierte) Beschreibungen einer Vergewaltigung handelt. Eine Triggerwarnung wäre hier definitiv angemessen gewesen!

Liebgewonnene Charaktere wie René, Blanc und der Comte kommen wieder viel zu kurz, dafür haben wie schon erwähnt, Rea und Robin wieder zu viel Plattform bekommen. Die beiden sind einfach ein sehr schräges Paar, ich meine, wer verliebt sich schon in den Typen, der dich vor anderen Leuten auszieht und gar auspeitscht?

Ja und dann kommt, was kommen muss: Das Ende der Trilogie. Ich muss gestehen, gegen den Schluss hin wird es wirklich hochspannend! Aber auch hier zieht die Autorin die Geschichte unnötig in die Länge. Und dann: Bäääm das Ende. Und alle nur so: WTF?

Fazit
Es hätte so gut werden können, lässt aber nur den faden Geschmack der Enttäuschung zurück. Ewiges Hin und Her zwischen zwei unsympathischen Protagonisten, zu viele Längen, abartige und unnötige Gewaltbeschreibungen und ein absolut unmögliches Ende. Ich hätte nach Band 1 mal besser aufgehört...

2.5 Sterne