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Veröffentlicht am 05.01.2019

Prinzessin eines weit entfernten Königreichs ...

Das Geheimnis des Schlangenkönigs (Kiranmalas Abenteuer 1)
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Eine Geburtstagsparty mit Dämonen? Das hat sich Kiranmala nicht so vorgestellt. Doch als ein Rakkosh an ihrem Geburtstag ihre Eltern frisst und kurz darauf die Prinzen Lalkamal und Neelkamal in ihrem verwüsteten ...

Eine Geburtstagsparty mit Dämonen? Das hat sich Kiranmala nicht so vorgestellt. Doch als ein Rakkosh an ihrem Geburtstag ihre Eltern frisst und kurz darauf die Prinzen Lalkamal und Neelkamal in ihrem verwüsteten Vorgarten auftauchen, ist die Ruhe vorbei. Und dann soll Kiran auch noch eine Prinzessin sein, wie in den Geschichten ihrer Eltern! Trotz ihrer Zweifel begibt sich Kiran mit den Prinzen auf den Weg in ein weit entferntes Reich, um gegen die schlimmsten Rakkoshi und den Schlangenkönig zu bekämpfen. Denn die Zeit, um ihre Eltern sicher wiederzubringen, rinnt ihr schnell wie Wüstensand davon …

Es fing alles so gut an: Indische Mythologie, eine Prinzessin mit Pfeil und Bogen, Dämonen, Schlangen und viele Monster – Kiranmalas Geschichte aus der Feder von Sayantani DasGupta war mir sofort sympathisch. Allerdings hielt das nicht allzu lange an, denn wo ich anfangs noch gejubelt habe, dass es vom Stil her ähnlich zu „Percy Jackson“ ist, war „Das Geheimnis des Schlangenkönigs“ nach den ersten Seiten eher eins: Ermüdend.

Ich mag humorvolle, überzogene und auch mal seltsame Bücher. Aber dieses war einfach von allem zu viel. Viel zu viel und dann noch mit einem Schuss Nervigkeit dazu. An vielen Stellen hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass jede Seite witzig sein sollte, unsere Protagonistin cool und pfiffig, die sich anbahnende Liebesgeschichte interessant und widersprüchlich – allerdings wirkte es auf mich erzwungen und konstruiert. Kiranmalas Situationskomik hat mich nach wenigen Kapiteln nur noch genervt die Augen verdrehen lassen, Neelkamal war die Hälfte der Zeit ziemlich mies zu ihr, um dann wieder der Retter in der Not zu sein. Und Kiran war teilweise Überfrau, teilweise verlorenes Hündchen, das man retten musste – aber von einem frechen, selbstbewussten Teenager war sie meiner Meinung nach weit entfernt.

Was mich zudem ziemlich an der Geschichte genervt hat, waren die schnellen Sprünge. Kiran schafft eine Situation, gleich danach geht es ins nächste Unglück. Zeit zur Charakterentwicklung blieb nicht wirklich, immerhin muss man auch noch den Prinzen hinterherschwärmen, die ja so perfekt sind – wobei Lalkamal, der einzige sympathische Charakter, nach wenigen Kapiteln kaum noch auftaucht. Wäre ja auch zu schön gewesen. Kirans ewige Jammerei, wie arm sie doch dran ist, war wenig heldenhaft, ich hätte es gern gehabt, wenn sie nicht erst in der äußersten Not mal auf den Gedanken kommt, tatsächlich etwas tun zu können. Auf mich wirkte sie als Heldin ihrer eigenen Geschichte eher hilfsbedürftig und von richtigen Charakterzügen, die über Sarkasmus und ab und an einen gemeinen Spruch Neel gegenüber hinausgingen, fehlte jede Spur. Sympathie konnte ich zu niemandem in diesem Buch entwickeln, höchstens zu Neels Großmutter, einer sehr gewöhnungsbedürftigen Rakkosh.

Was mich aber etwas bei der Stange gehalten hat, war tatsächlich der Anteil an Mythologie und Legenden, die mal etwas ganz anders waren. Viele alte, indische Geschichten wurden hier zusammengeführt, auch wenn mir die Umsetzung in weiten Teilen nicht gefallen hat, waren sie doch eine interessante Ausgangslage und Auflockerung. Den seitenlangen Infoteil zu Hintergründen der Mythologie, der im Nachwort angehängt wurde, hätte ich aber nicht gebraucht – ich finde, diese ganzen Erklärungen waren eher zu lang und haben dem Buch ein wenig den Zauber genommen.

So richtig anfreunden konnte ich mich mit Kiranmalas Geschichte nicht, was einerseits an den völlig überdrehten Charakteren, der erzwungenen Witzigkeit der Geschichte und der fehlenden Sympathie zu irgendeinem wichtigen Charakter lag. Auf mich wirkte die Geschichte zusammengewürfelt und an vielen Stellen mit guten Ideen, aber schlechter Umsetzung gespickt.

Veröffentlicht am 13.12.2018

Eine weihnachtliche Liebe ...

All I Want for Christmas. Eine Weihnachts-Romance in Manhattan
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Als Pippa und Hunter für eine Hochzeit ihrer Freunde zusammenarbeiten müssen, ist von Anfang an Chaos vorprogrammiert. Die organisierte Pippa gilt als perfekte Trauzeugin – was soll sie da mit dem Rockstarsohn ...

Als Pippa und Hunter für eine Hochzeit ihrer Freunde zusammenarbeiten müssen, ist von Anfang an Chaos vorprogrammiert. Die organisierte Pippa gilt als perfekte Trauzeugin – was soll sie da mit dem Rockstarsohn Hunter, der ihr nur zusätzlich das Leben erschwert. Doch als die beiden feststellen, dass das Brautpaar überhaupt nicht zusammenpasst, schmieden sie einen Plan: Die zwei müssen erkennen, dass die Hochzeit ein Fehler ist! In ihren Bemühungen kommen sich Pippa und Hunter näher. Doch können sie ihre Differenzen beiseite legen?

Dieses Jahr probiere ich, mehr Weihnachtsbücher zu lesen. Und als bei der Ravensburger-Programmvorstellung auf der Buchmesse „All I Want for Christmas“ gezeigt wurde, klang es nach einer süßen und lustigen Liebesgeschichte, die das weihnachtliche Feeling gut rüberbringen sollte. Letzteres hat Julia K. Stein mit dem Buch, das in New York spielt, auch geschafft. An den anderen Faktoren mangelte es aber leider, weshalb ich ziemlich unzufrieden das Buch beendet habe.

Beginnen wir am Anfang: Pippa und Hunter werden vorgestellt. Und während Pippa von ziemlich vielen als die öffentlichkeitsliebende, perfekt organisierte Studentin aus gutem Hause angesehen wird, ist Hunter von der Presse gejagt, weil sein Vater mit einem Weihnachtshit ziemlich berühmt geworden ist. Natürlich haben die zwei Vorurteile übereinander, die sich im Verlauf des Buchs als ganz anders bewahrheiten. Aber was sie nun aneinander so genau hassen, wenn sie schon nach wenigen Kapiteln ziemlich gut Konversation miteinander machen können und es gar nicht mal so schrecklich miteinander finden, habe ich nicht verstanden. Es kam mir eher vor, als hätten sie kaum mal ein Wort miteinander gewechselt, stempelten den anderen ab und deshalb muss es von Anfang an auf eine Katastrophe hinauslaufen, wenn sie miteinander arbeiten. Was es aber nicht tut, denn es gab wirklich kaum Differenzen zwischen ihnen wegen der Hochzeit.

Die Charaktere waren in meinen Augen extrem blass. Für mich kam kaum Gefühl rüber, weder von Pippas, noch von Hunters Seite aus, nicht einmal wenn sie mit anderen Personen interagieren. Gleichzeitig fehlte mir dadurch die Chemie, die ich so dringend gesucht habe, um die Liebesgeschichte nachvollziehen zu können, die sich im Hochzeitstrubel doch ziemlich schnell entwickelt.

Ach ja, die Hochzeit … Noch so ein Thema, das ich einfach nicht verstanden habe. Pippa und Hunter haben natürlich ebenso Vorurteile über Bräutigam und Braut, wie übereinander. Und weil sie besser wissen als ihre besten Freunde, was diese füreinander empfinden, stellen sie Bemühungen an, sie auseinanderzubringen … Oder zumindest irgendwie so. Denn diese Bemühungen waren quasi nonexistent, und wenn sie mal auftauchten, fand ich es nicht lustig, sondern habe mich eher vor Fremdscham gewunden. Ja, Laurens und Davids Familien sind unterschiedlich, aber es gab dermaßen viel Standesdünkel zwischen den alteingesessenen New Yorkern und den neureichen Texanern, dass ich mich beim Lesen richtig unwohl gefühlt habe. Und dann ist David auch noch Veganer, obwohl die Brüder der Braut doch so gern jagen …

Alle Szenen, die die beiden auseinanderbringen sollten, waren in meinen Augen eher auf unangenehme Weise peinlich und erdrückend und haben mir so richtig die Lust am Lesen verdorben. Wäre es auf witzige Weise gestaltet gewesen, ohne so viele Klischees und Vorurteile? Hätten Pippa und Hunter sich wenigstens mal die Mühe gemacht, Lauren und David richtig kennenzulernen, bevor sie ihre Beziehung verurteilen, dann wäre es ein gutes Buch geworden. Aber so nicht. Und ich finde, die beiden sind die schlimmsten Freunde, die man sich wünschen kann.

Julia K. Steins Schreibstil war angenehm leicht zu lesen und hat mir zumindest das weihnachtliche Feeling gut rübergebracht. Ja, der Winter in New York und in den Catskills war wirklich schön, aber leider auch der einzige Pluspunkt an dem Buch. Ein wenig gestört haben mich auch die vielen eingeschobenen Erklärungen, sobald eine Person mal irgendetwas gesagt oder etwas Unerwartetes getan hat. Ich möchte als Leser nicht alles erklärt bekommen, vor allem nicht die Gefühle der Charaktere. Hier hatte ich ganz oft das Gefühl, dass mir genau vorgekaut wurde, was ich zu empfinden habe, weil die Charaktere es auch tun. Und nebenher gab es immer wieder Sätze, die die Situation völlig unterbrochen haben, weil sie lange Erklärungen zu diesem oder jenem in der Vergangenheit liegendem Ereignis beinhalteten, das uns den Charakter näherbringen sollte. So funktioniert für mich gutes Erzählen nicht – ich will die Charaktere und ihre Emotionen spüren, statt sie erklärt zu bekommen.

Alles in allem war „All I Want for Christmas“ für mich ein ziemlicher Reinfall. Ich bezweifle nicht, dass andere die Geschichte für süß und romantisch halten werden, aber ich fand Pippa und Hunter ziemlich unsympathisch und habe nicht mit ihnen mitfiebern können. Und Lauren und David sollten sich dringend neue Freunde suchen, die wirklich ihr Wohl im Kopf haben und ihre Entscheidungen respektieren.

Veröffentlicht am 11.12.2018

Ein Prinz zu Weihnachten ...

Maskierte Weihnachten
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Partys gehören nicht zu Ambers Vorlieben, doch als sie sich am 6. Dezember von ihrer Mitbewohnerin Rachel zu einer Weihnachtsparty überreden lässt, macht sie gute Miene zum bösen Spiel. Bis der Prinz auftaucht, ...

Partys gehören nicht zu Ambers Vorlieben, doch als sie sich am 6. Dezember von ihrer Mitbewohnerin Rachel zu einer Weihnachtsparty überreden lässt, macht sie gute Miene zum bösen Spiel. Bis der Prinz auftaucht, der seiner Prinzessin sucht. Amber kann den maskierten Fremden nach dem Abend voller Tänze, angenehmer Gespräche und zärtlicher Berührungen nicht vergessen. Doch seinen Namen kennt sie nicht. Als jedoch immer wieder Hinweise auftauchen und sie zu Poetry Slams, Schnitzeljagden und langen Spaziergängen im Schnee entführen, kommt Amber dem Prinzen hinter der Maske immer näher …

„Maskierte Weihnachten“ gehört zu den Weihnachtsbüchern, die ich unbedingt dieses Jahr lesen wollte. Mit der Kürze habe ich das auch schnell geschafft und es nicht als Adventskalender eingeteilt, wie man es aber auch halten kann, sondern fast am Stück durchgehalten. Allerdings war ich hier nicht ganz so überzeugt vom Buch wie bei anderen Geschichten der Autorin.

Regina Meißner zeichnet in vielen Kapiteln ein schönes, weihnachtliches Gefühl, vor allem, was die Atmosphäre mit Lichtern, Schnee, Geschenken und der Familie angeht. Allerdings war der Plot des Buchs, nämlich die Suche nach dem maskierten Prinzen, eher vorhersehbar und hat mich wenig bei Laune gehalten. Was diesem Buch an vielen Stellen gefehlt hat, war der Tiefgang, den ich erwartet habe. Etwas, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

Die Protagonisten empfand ich leider als sehr schwach gezeichnet, jeder hatte nur eine Handvoll Charaktereigenschaften, die eher klischeehafte Bilder als facettenreiche Figuren ermöglicht haben. Amber als Protagonistin war an so vielen Stellen extrem begriffsstutzig, dass ich mich wirklich gefragt habe, ob es noch realistisch ist – nein, ist es nicht. Amber hat zudem einen Makel, der mich besonders unangenehm berührt hat: Ihre Zurückhaltung im Umgang mit Menschen, ihre Liebe zum Lesen und zum daheim bleiben, wurden direkt am Anfang mit der offenen Art ihrer Mitbewohnerin verglichen, was an manchen Stellen für mein Empfinden schon arg im Slutshaming ausartete. Ich kann es wirklich nicht mehr ausstehen, wenn die „grauen Mäuschen“ über die ausgeh- und flirtfreudigen Mädchen erhoben werden – keiner ist besser oder schlechter, nur weil man mehr oder weniger Kontakt zu Menschen pflegt und sich schneller oder langsamer verknallt.

Auch die Liebesgeschichte zwischen dem Prinzen und Amber fand ich ein wenig vorhersehbar. Viele der Aktionen, die der maskierte Fremde für sie veranstaltet hat, waren zwar eine süße Idee, aber manchmal auch leicht stalkerisch angehaucht und ein wenig befremdlich. Außerdem hatte ich nicht so richtig das Gefühl, dabei zu sein und die Emotionen zu spüren, die Amber wohl empfindet, aber auch nicht allzu offen nach außen trägt.

Alles in allem war „Maskierte Weihnachten“ zwar ein netter Roman, aber ich hatte einige Kritikpunkte daran. Ich glaube, dass es auch zu großen Teilen der Kürze geschuldet ist, aber für mich war es zu wenig Substanz und zu wenig Emotionen von der Seite der Charaktere aus. Mich hat es somit nicht überzeugen können, aber für etwas weihnachtliche Stimmung zwischendurch reicht es aus.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Auf dem Tanz durch die Zeit ...

Find me in Paris - Tanz durch die Zeit
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Nach einer wichtigen Ballettaufführung soll Lena Grisky, die russische Prinzessin, zusammen mit ihren Eltern zurück ins Zarenreich reisen. Doch nicht ohne ihren Freund Henri! Auf der Flucht wird Lena durch ...

Nach einer wichtigen Ballettaufführung soll Lena Grisky, die russische Prinzessin, zusammen mit ihren Eltern zurück ins Zarenreich reisen. Doch nicht ohne ihren Freund Henri! Auf der Flucht wird Lena durch ein magisches Artefakt in die heutige Zeit versetzt. Hip Hop und Modern statt klassischem Ballett an einer renommierten Akademie – mit Smartphones! Während sich Lena zurechtzufinden versucht, setzt Henri alles daran, sie in seine Zeit zurückzuholen. Doch auf ihren Fersen sind schon die Gegenspieler …

Ballett, Moderne und Magie? Ja klar, bin ich sofort für zu haben! Das dachte ich mir auch, als ich „Find me in Paris – Tanz durch die Zeit“ von Carola Wimmer entdeckt habe. Die Serie, auf der das Buch basiert, kannte ich zwar nicht, aber die Thematik hat mich angesprochen und so war ich wirklich gespannt darauf.

Die Vorfreude verging mir jedoch beim Lesen recht schnell. Das Buch ist zwar für jüngere Leser gestaltet, und das behalte ich bei dieser Rezension auch im Hinterkopf, doch die Beschreibungen war eindeutig überdramatisiert und der Plot eher dünn. Ich glaube schon, dass die Geschichte im Serienformat Spannung aufbauen und wirklich funktionieren kann, aber durch den Schreibstil habe ich genau das vermisst. Es kam mir alles in allem eher platt umgesetzt vor und eine Beschreibung wurde an die nächste gereiht. Lena tut dies, Lena tut das, Lena fühlt dies, Lena findet sich nicht zurecht. Gefühle kamen dabei leider kaum rüber.

Auch die Tanzszenen, auf die ich mich so gefreut habe, waren wenig überzeugend. Lena ist natürlich eine fabelhafte Tänzerin, wie in jeder Geschichte dieser Art gibt es eine böse Zicke an ihrem neuen Internat, und ihre Zimmernachbarin ist voll nett und hilft ihr weiter, sobald sie Lenas Geheimnis erfährt – und ist auch nur kurz schockiert. Zeitreisende Prinzessin? Ach, sieht man doch jeden Tag!

Für mich kam in dem ganzen Buch zu wenig rüber. Auch die Antagonisten, die Lena und Henri bedrohen und ihre Zeitreiseenergie für sich nutzen wollen, waren in meinen Augen lächerlich. Das Buch richtet sich an Leser des Alter 10 bis 14 Jahre – und gerade in dem Alter kann man auch etwas mehr Tiefe in Geschichten reinstecken als das reine Schwarz-Weiß-Denken zwischen Gut und Böse. Die Szenen waren ziemlich vorhersehbar und wer schon ein paar Tanzbücher gelesen hat, weiß genau, was passieren wird.

Halbwegs gerettet hat es für mich die Aufmachung des Buches. Die vielen Szenenbilder haben mir zumindest ein Gefühl für Lena gegeben, das Cover und die kleinen Zeichnungen am Kapitelanfang waren wirklich hübsch. Allerdings würde ich das Buch eher den Weniglesern in der Altersstufe empfehlen, die noch nicht viele Bücher mit der Thematik kennen und einen sehr einfachen Sprachstil benötigen. Meiner Meinung nach funktioniert der Plot aber im Buch eher schlecht als recht – da merkt man einfach zu sehr, dass es als Serie konzipiert ist und die Szenen auf einen Bildschirm abgestimmt.

Veröffentlicht am 05.12.2018

Auf der Suche nach der Freiheit ...

Iskari - Die gefangene Königin
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Einst waren Roa und Essie zwei Schwestern, die nichts trennen konnte – bis zu Essies tragischem Tod. Doch manchmal halten Bänder wie ihres noch über den Tod hinaus, und obwohl Essie nun in der Gestalt ...

Einst waren Roa und Essie zwei Schwestern, die nichts trennen konnte – bis zu Essies tragischem Tod. Doch manchmal halten Bänder wie ihres noch über den Tod hinaus, und obwohl Essie nun in der Gestalt eines Wüstenfalken gefangen ist, versucht Roa alles, um ihre Schwester zurück unter die Lebenden zu holen. Nach ihrer Hochzeit mit dem Drachenkönig Dax glaubt sie, ihrem Volk die langersehnte Freiheit zurückgegeben zu haben, doch die polistische Lage in Firgaard spitzt sich zu. Und als Roa erfährt, dass sie mit einem alten Relikt der Himmelsweberin ihrer Schwester helfen könnte, muss sie sich zwischen ihr und dem Mann entscheiden, der sie zur Königin gemacht hat …

Mein Herz blutet so sehr nach dieser Lektüre! „Iskari – Die gefangene Königin“ gehört zu den Büchern, die man mit etwas Bauchweh und Unbehagen liest, bei denen man die Protagonistin am liebsten anfeuern (und manches mal auch schütteln) möchte. Die ganze Zeit hatte ich beim Lesen so eine unglaubliche Anspannung, wusste einfach, dass auf jeder Seite wieder etwas Schlimmes passieren könnte, und nicht selten hat sich mein Magen umgedreht. Aber das war es mir absolut wert: Roas Geschichte, die Geschichte einer Königin, die sich zwischen Verstand und ihrem Herzen entscheiden muss, gehört zu meinen Highlights des Jahres.

Während der erste Band sich um Asha, die Iskari, drehte, bekommen wir nun mehr über Roa, die Frau mit dem Wüstenfalken mit. Gerade ihre besondere Beziehung zu ihrer Schwester, die Geschichten, die man noch aus dem ersten Teil kannte und die sich nun weiter um diese zwei Frauen ranken, haben den Reiz dieser Lektüre ausgemacht. Natürlich gibt es mit der Beziehung zwischen Roa und Dax auch romantische Liebe in dem Buch, aber viel wichtiger war das besondere Verhältnis zu Essie, das auch zu einem deutlichen Zerwürfnis zwischen König und Königin führt, bis Roa die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen muss.

Wie bereits im ersten Teil hat mich der Schreibstil der Autorin von Anfang an mitgerissen, auch die Kultur der verschiedenen Häuser in der Wüste war unglaublich interessant mitzubekommen. Ein wenig hat es mich gewurmt, dass anfangs ein Problem aufgeworfen wurde, das für mich nicht ausreichend gelöst wurde. Das ging mir zu schnell und zu „einfach“, denn gerade was zerstörte Ernten und die Agrikultur angeht, wird nicht alles besser, nur weil der König mal ein paar Gesetze erlässt.

Das war jedoch der einzige logische Fehler, den ich gefunden habe. Ansonsten hat der Spannungsbogen das Buch wirklich unvergleichlich gemacht. Ich kann nicht einmal genau sagen, ob ich Roas oder Ashas Geschichte lieber mochte – während Roa deutlich politischer motiviert war und für ihr Volk und ihre Schwester gekämpft hat, hat bei Asha der innere Konflikt überwogen, den sie in einer Phase der Selbstfindung bezwingen musste. Beide waren auf ihre Art unterschiedlich, und da Asha im zweiten Band kaum vorkam, würde ich mir noch einen dritten Teil wünschen, in dem beide Frauen stärker aufeinanderprallen und lernen müssen, miteinander umzugehen.

Interessant fand ich auch die unterschiedlichen Darstellungen der Charaktere in diesem Buch. Viele haben Hintergrundgeschichten, die man als Leser nicht sofort erkennt, die aber ihr Verhalten gut erklären und schlüssig erscheinen lassen. Schwarz-weiß ist hier eigentlich kaum jemand, zwar gibt es durchaus sehr verabscheuungswürdige Charaktere (ja, Bekah, ich sehe imaginär dich an, du bosartiges Stück!), aber auch deren Motive sind irgendwo nachvollziehbar und verständlich. Gerade was Dax, Roa, Essie und Lirabel, Roas beste Freundin geht, sind die Konflikte, die in ihnen toben und ihre Verhältnisse zueinander erschweren, gut ausgearbeitet und machen sie zu vielschichtigen, interessanten Charakteren.

Alles in allem war „Iskari – Die gefangene Königin“ ein facettenreiches Buch mit Suchtfaktor vom Feinsten. Ich habe mitgefiebert und war über manche Wendung wirklich schockiert. Und ich hoffe wirklich stark, dass das nicht das Letzte ist, was wir von Kristen Ciccarelli und dieser Welt hören. Die Frau kann es einfach!