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Veröffentlicht am 05.04.2019

Rezension zu Die Alpen sehen und sterben

Die Alpen sehen und sterben
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Mitzi, eine junge naive Frau macht im idyllischen Kufstein Urlaub, als sie Zeugin eines Mordes wird. Zuerst ist Mitzi total durch den Wind, aber schon bald übt das Verbrechen auf sie eine düstere Faszination ...

Mitzi, eine junge naive Frau macht im idyllischen Kufstein Urlaub, als sie Zeugin eines Mordes wird. Zuerst ist Mitzi total durch den Wind, aber schon bald übt das Verbrechen auf sie eine düstere Faszination auf sie aus und dabei kommt sie dem Täter immer näher. Bei den Ermittlungen kommen der Inspektorin Agnes Kirschnagel bald Zweifel und sie fragt sich was sie von der jungen Mitzi halten soll. Währenddessen bleibt es nicht bei dem einem Mord und der Killer findet die „MörderMitzi“ auch immer faszinierender.

Die Alpen sehen und sterben ist der neuste Kriminalroman der Autorin und Schauspielerin Isabella Archan.

Mitzi ist eine ganz außergewöhnliche Protagonistin, jung, naiv und mit einer blühenden Fantasie ausgestattet schreitet sie durchs Leben. Ihre Vergangenheit macht ihr auch heute noch schwer zu schaffen, dadurch hält sie gerne die Menschen auf Abstand und nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau.
Mitzi durch diesen Krimi zu begleiten macht einfach Spaß. Ihre naive Art, ihre Fantasie und ihre Gedankengänge zu verfolgen ist wirklich mal was anderes und was Besonderes. Allerdings empfand ich manche ihre Handlungen nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar, aber es passte irgendwie zu ihrer ganzen Art.

Auch den Mörder begleitet man als Leser von Anfang an und erfährt nach und nach mehr über ihn. Es ist interessant ihm durch seinen Anteil der Geschichte zu folgen, allerdings wurde mir nicht ganz klar warum ihn Mitzi wirklich fasziniert. Aber zusammen geben die Beiden ein interessantes Duett ab, das mit überraschenden und auch humorigen Situationen durch diesen Krimi schreiten.

Ermittler spielen hier nicht die wirklich entscheidende Rolle, aber neben der Ermittlerin Agnes Kirschnagel, nimmt Heinz Baldur, der Kommissar aus dem Buch „Schere 9“ eine interessante und wichtigen Part ein. Baldur verschlägt es krankgeschrieben und zur Zeit damit außer Dienst gestellt nach Österreich, und kann es doch nicht sein lassen zu ermitteln.

Die Geschichte selbst lebt vor allem durch seine Protagonisten, die diesen Krimi besonders machen und ihm wirklich Leben einhauchen. Zum Ende hin nahm die Spannung für mich deutlich zu und es wurde ein interessantes Finale.

Mein Fazit:
Ein Krimi, der vor allem durch seine Protagonisten lebt und dieses Buch zu einem etwas anderem, aber für mich auch besonderen Krimi macht.

Veröffentlicht am 19.03.2019

Rezension zu Die Akte Baader

Die Akte Baader
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Andreas Baader, der Staatsfeind Nummer 1 in den 70er Jahren wuchs ohne Vater, bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Sehr bald zeigten sich schon die ersten schulische Probleme die trotz der Bemühungen ...

Andreas Baader, der Staatsfeind Nummer 1 in den 70er Jahren wuchs ohne Vater, bei Mutter, Tante und Großmutter auf. Sehr bald zeigten sich schon die ersten schulische Probleme die trotz der Bemühungen der Mutter immer gravierender wurden. Er bewegte sich gerne in der halbseidene Münchener Schickeria und schlitterte auch in die Kriminalität ab. Nach seinem Umzug nach Berlin erfährt er einen Politisierungsschub und schließt sich der Kommune 1 an. Mit der Kaufhausbrandstiftung ´68 wird aus dem Rebellen Bader ein Revolutionär. Mit der Gründung der Roten Armee Fraktion – RAF wird er zum Staatsfeind.

Die Akte Baader ist ein biographischer Roman aus der Feder von Stefan Schweizer.

In diesem biographischen Roman hat es der Autor gut verstanden Tatsachen mit Fiktion zu verknüpfen. Baaders Leben von der Kindheit bis zu seinem Tot werden hier beleuchtet und in eine Geschichte eingefügt um den Leser die Ereignisse dieser Zeit, den Charakter und auch die Gedankengänge von Baader näherzubringen.

Baaders Entwicklung zu verfolgen, vor allem aber seine Charaktereigenschaften empfand ich manchmal wirklich gruselig und ich fragte mich oft warum dagegen vor allem in seiner Jugend so wenig unternommen worden ist, sowohl im persönlichen Umfeld als auch bei öffentlichen bzw. staatlichen Stellen. Baader nur als unangenehmer Charakter zu beschreiben trifft es bei weitem nicht, denn es geht ihm eigentlich nur um sich selbst, alles andere und jeder andere hat sich unterzuordnen, notfalls mit allen Mitteln.

Ich kannte bisher nur Sachbücher über die RAF und so waren mir persönlichere Details oftmals unbekannt und es schockiert schon mit welcher menschenverachtenden und gewaltbereiten Einstellung sie eigentlich von Anfang an alle handelten. Wirklich konkrete politische Ziele wurden von Baader nicht entworfen, es wirkte immer nur wie Hauptsache gegen den Staat zu sein, und die vorgeschobenen Motive wie der Vietnamkrieg und die Nazivergangenheit schienen nur Mittel zum Zweck.

Mit „Die Akte Baader“ erhält man als Leser meiner Meinung nach einen ersten Einblick in die Ereignisse um die Gründung der RAF, ihre ersten Attentate und Anschläge und einen ganz besonderen Einblick in den Charakter des Führungsmitgliedes Andreas Baader. Um sich aber intensiv mit dem Thema RAF auseinanderzusetzen empfiehlt es sich dann doch sich mit Sachbüchern zu der Thematik auseinander zusetzen.

Mein Fazit:
Ein interessanter und gut lesbarer biographischer Roman, der einen tieferen Einblick in den Charakter von Andreas Baader gewährte und einen guten Überblick in die ersten Jahre der RAF.

Veröffentlicht am 28.11.2018

Rezension zu Freak City - Hexenkessel

Freak City / Hexenkessel
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Patsy und Milo haben einen Einbruch geplant, denn sie wollen mit dem dort Geld in ein neues Leben starten. Aber nicht nur der Besitzer des Geldes hat etwas dagegen, sondern auch ein Serienmörder, der seit ...

Patsy und Milo haben einen Einbruch geplant, denn sie wollen mit dem dort Geld in ein neues Leben starten. Aber nicht nur der Besitzer des Geldes hat etwas dagegen, sondern auch ein Serienmörder, der seit Wochen sein Unwesen treibt, kommt ihnen in die Quere.
Währenddessen versucht Pearl, ein Ermittler wider Willen, einen aufgehenden Broadway-Star aufzuspüren, denn weder die Polizei noch der Ehemann zeigen daran ein großes Interesse. Durch seine Ermittlungen gerät er selbst ins Visier…

Freak City – Hexenkessel ist der erste Teil der neuen Thriller-Reihe von Martin Krist.

Patsy und Milo wollen ein neues Leben anfangen und dafür brauchen sie Geld, so kommen die beiden auf die Idee einen Einbruch zu begehen, dabei stolpern sie nicht nur über den Bewohner sondern auch über einen Serienkiller, und ihr toller Plan löst sich in Luft auf.
Pearl begibt sich auf die Suche nach einem angehenden Theater-Star, dessen Verschwinden weder die Polizei noch den Ehemann wirklich interessiert und begibt sich dabei selbst in Schwierigkeiten…

Pearl, ist ein sehr ungewöhnlicher Charakter, der mir trotz seiner ruppigen und auch manchmal ein wenig aggressiven Art sympathisch war. Seine Art die Dinge anzugehen hat mir gut gefallen und ich bin ihm gerne durch die Geschichte gefolgt.
Patsy, wirkt mit der ganzen Situation sehr überfordert und reizte mich als Charakter schon manchmal, ich hätte sie gerne dann gepackt und geschüttelt.

In zwei Erzählsträngen verfolgt man die Geschichte um Pearl und Patsy, bei der ich lange keine Vorstellung entwickeln konnte wie sie miteinander zusammenhängen könnten.
Von Anfang baut der Autor gekonnt die Spannung auf und kann sich für mich auch über die ganze Geschichte halten. Das Erzähltempo empfand ich persönlich sehr hoch was mir neben der klaren und ungeschnörkelten Sprache ausgesprochen gut gefallen hat und dabei die aufgebaute Spannung und Atmosphäre noch zusätzlich unterstrich. Auch das Ende hat mir ausgesprochen gut gefallen und ließ mich sehr neugierig auf den nächsten Teil der Freak City-Reihe zurück.

Mein Fazit:
Ein spannender Thriller, der mich mit seiner Geschichte, seinem Tempo und seiner Sprache begeistern konnte.

Veröffentlicht am 25.10.2018

Rezension zu NSA - Nationales Sicherheits-Amt

NSA - Nationales Sicherheits-Amt
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Computer, Internet, E-Mails, Mobiltelefone, soziale Medien - Was wäre, wenn es dies schon im dritten Reich gegeben hätte und es dem Regime zur totalen Überwachung seiner Bürger diente?

1942: Helene arbeitet ...

Computer, Internet, E-Mails, Mobiltelefone, soziale Medien - Was wäre, wenn es dies schon im dritten Reich gegeben hätte und es dem Regime zur totalen Überwachung seiner Bürger diente?

1942: Helene arbeitet als Programmiererin im Nationalen Sicherheits-Amt in Weimar. Dort entwickelt sie Programme zur Überwachung aller Bürger des Reiches. Als ihre große Liebe wegen Fahnenflucht untertauchen muss, kommen Helene die ersten Zweifel. Sie lässt nichts unversucht ihm zu helfen und gerät dabei in Konflikt mit dem herrschenden Regime und wird dabei auch in die Spielchen ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt. Dieser nutzt die Überwachung des Staates für seine eigene Zwecke nutzt…

NSA – Nationales Sicherheits-Amt stammt aus der Feder von Andreas Eschbach.

Es gibt Computer, Internet, Mobiltelefon und soziale Medien, aber es ist erst das Jahr 1942 und das Nazi-Regime nutzt all diese Dinge um seine Bürger zu überwachen, dabei hilft ihnen das Nationale Sicherheits-Amt bei dem alle Daten gespeichert und ausgewertet werden. Helene Bodenkamp, ein junges unscheinbares Mädchen aus gutem und regimetreuem Hause, arbeitet dort als Programmiererin, erst als ihr nach und nach klar wird wofür all diese Daten genutzt werden können und ihr Freund, der sich als versteckt hält, dadurch in Gefahr gerät bekommt sie Zweifel an der ganzen Sache. Ihre Versuche ihm zu helfen bringt sie immer mehr in Gefahr, denn sie arbeitet dabei gegen das herrschende Regime. Währenddessen verfolgt der Analyst Eugen Lettke, Sohn eines gefallenen Kriegshelden aus dem ersten Weltkrieg und dabei noch groß, blond und blauäugig, seine ganz persönlichen Ziele und nutzt dazu die gesammelten und gespeicherten Daten im Nationalen Sicherheits-Amt.

Im Buch NSA verknüpft der Autor das Naziregime mit den technischen Errungenschaften der heutigen Zeit. Was für uns heute selbstverständlich ist, gab es natürlich damals noch nicht, aber der Autor schafft es die Technologie gekonnt in diese Zeit zu transportieren. Ungewohnt sind erstmal die ganzen Ausdrücke dafür, da natürliches alles eine deutsche Bezeichnung haben muss, so wird z.B. aus dem Computer ein Komputer, die Speicherung der Daten erfolgt in Daten-Silos und nicht auf Servern. Aber man gewöhnt sich sehr schnell an die neuen Begrifflichkeiten und sie passen so auch einfach besser in die Geschichte.

Als Leser kann man sich sehr schnell vorstellen wozu die ganzen Daten missbraucht werden können, da es ja auch heute ein immer wieder heiß diskutiertes Thema ist, aber die Vorstellung dies wäre schon alles im dritten Reich möglich, verursacht ein ganz besonders Gefühl des Grauens beim Lesen. Im ganzen Buch herrschte für mich immer eine gewisse düstere Atmosphäre, die mich gekonnt in ihren Bann zog, auch wenn es die ein oder andere kleine Länge gab. Auch die Spannung, die anfangs nur unterschwellig zu spüren war, wird im Verlauf der Geschichte immer präsenter für mich und gipfelt in einem Finale und in einem Ende, das ich nicht so erwartet habe und mir teilweise unter die Haut ging.
Auch werden tatsächliche Ereignisse und Personen in die Geschichte eingewoben, die hier teilweise dadurch einen anderen Verlauf nahmen oder einen anderen Werdegang durchmachten.

Die aktuellen Themen der Datensammlung, des Datenmissbrauchs, der Überwachung der Bürger usw. wurden für mich gekonnt in die Zeit des dritten Reiches eingewoben und zeigt sehr eindrücklich wozu auch heutige Regime und Staaten, aber auch Firmen, diese Daten nutzen können und könnten. Eine erschreckende Vorstellung, die zum Nachdenken anregt, da sie leider nicht so unrealistisch ist wie man es sich gern wünschen würde.


Mein Fazit:
Ein spannender Roman, der mit seiner Thematik unter die Haut gehen kann und dabei auch zum Nachdenken anregt.

Veröffentlicht am 22.07.2018

Rezension zu Wähle den Tod

Wähle den Tod
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Jana Langenfeld hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und tief in sich vergraben. Nun lebt sie mit ihrer Familie vor den Toren Berlins und führt ein neues Leben. Niemand ahnt ihr Geheimnis, aber ...

Jana Langenfeld hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und tief in sich vergraben. Nun lebt sie mit ihrer Familie vor den Toren Berlins und führt ein neues Leben. Niemand ahnt ihr Geheimnis, aber als sie auf einmal den Familienhund tot im Garten findet, fängt sich eine Spirale der Bedrohung an zu drehen, die Janas Leben und ihr Familienglück immer mehr bedroht und sie dazu zwingt sich mit ihrer Vergangenheit und dem damals begangen Unrecht auseinanderzusetzen. Als auch noch ihre Kinder verschwinden, muss sie sich der Vergangenheit stellen...



Wähle den Tod stammt aus der Feder von Jutta Maria Herrmann.



Jana Langenfeld lebt ein beschauliches Leben mit Mann und Kindern, dabei wirkt sie zu anfangs auch sympathisch auf mich. Aber so nach und nach bröckelte die Fassade die Jana aufgebaut hat und was dabei alles zum Vorschein kam hatte es wirklich in sich und von meiner anfänglichen Sympathie blieb nicht mehr viel übrig. Janas Vergangenheit wird dabei dem Leser häppchenweise präsentiert und man bekommt ein immer genaueres Bild von der Protagonistin.



In einem klaren und flüssigen Schreibstil schafft es die Autorin die wachsende Verzweiflung und Angst von Jana gut einzufangen und die Spannung kontinuierlich zu steigern. Auch wenn einige Szenarien für mich vorhersehbar waren in ihrem Ablauf, konnte mich die Autorin auch immer wieder überraschen.



Nach einem spannenden Showdown in den man mit den Protagonisten mitfiebert konnte mich das Ende wirklich für sich einnehmen. Es war anders als ich es erwartet hatte und konnte dadurch zusätzlich punkten, es ließ auch Spielraum für eigene Gedanken und Wertungen.



Mein Fazit:

Ein spannender Psychothriller, der mich mit seiner Geschichte und vor allem mit dem Ende begeistern konnte.