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Veröffentlicht am 07.03.2022

Packender Grusel-Thriller um ein altes Herrenhaus und sein dunkles Geheimnis

Die Toten von St.James
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Bei ihrem Debüt gelingt der Autorin Julia Herne gleich ein packender Grusel-Thriller, der mich zwar nicht komplett überzeugen, aber dennoch sehr gut unterhalten konnte.

Als Jared Marcus seinen Posten ...

Bei ihrem Debüt gelingt der Autorin Julia Herne gleich ein packender Grusel-Thriller, der mich zwar nicht komplett überzeugen, aber dennoch sehr gut unterhalten konnte.

Als Jared Marcus seinen Posten als neuer Sheriff der scheinbar so beschaulichen Kleinstadt St. James in West Virginia antritt, will er in erster Linie die Hektik seiner letzten Arbeitsstelle hinter sich lassen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit kauft er sich ein altes und seit langem leerstehendes Herrenhaus, um sich in St. James endgültig eine neue Heimat zu schaffen. Doch schnell wird er mit der dunklen Geschichte dieses Hauses konfrontiert und muss dessen Geheimnis aufdecken, das auch für ihn schnell zu einer echten Bedrohung wird.

Mit einem packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sich zu Beginn viel Zeit, um Land und Leute ausführlich vorzustellen. Doch schnell zieht auch eine zunächst unterschwellige Bedrohungslage in die Geschichte ein, die dann einen immer größeren Raum einnimmt und schlussendlich in einem krachenden Showdown mündet, der keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die aber vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Tiefe hätten vertragen können.

Abgerundet wird das Buch am Ende durch einige kurze Bonuskapitel, die die weiteren Geschehnisse nach dem Prolog aus dem Jahr 1902 noch einmal vertiefen. Diese Kapitel hätte man durchaus auch als eingestreute Rückblenden in die Hauptgeschichte einbauen können, sie funktionieren aber auch so.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Grusel-Thriller steht, wird hier insgesamt gut und spannend bedient.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2022

Spannender Thriller mit einem vielschichtigen Ermittlerteam und einigen überraschenden Wendungen

Jigsaw Man - Der tote Priester
8

In diesem Thriller schickt die Autorin Nadine Matheson ihr Ermittlerteam um DI Anjelica Henley von der Serial Crimes Unit der Londoner Polizei in ihren zweiten Fall und kann sich dabei gegenüber dem ersten ...

In diesem Thriller schickt die Autorin Nadine Matheson ihr Ermittlerteam um DI Anjelica Henley von der Serial Crimes Unit der Londoner Polizei in ihren zweiten Fall und kann sich dabei gegenüber dem ersten Band noch einmal deutlich steigern.

Während DI Henley immer noch mit den Nachwirkungen ihres letzten Falles zu kämpfen hat, wartet bereits der nächste spektakuläre Einsatz auf sie und ihr Team. Der brutale Mord an einem bekannten Pastor sorgt alleine schon für ziemliches Aufsehen. Doch dann wird in der Kirche hinter einer versteckten Tür auch noch ein angeketteter, halbtoter junger Mann gefunden. Als zudem weitere Leichen auftauchen, die ähnliche Verletzungen aufweisen wie der junge Mann, werden die Ermittlungen zum Rennen gegen die Zeit. Ist hier ein religiös motivierter Serienmörder am Werk ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt sie schlussendlich in einem krachenden Finale münden, das in Sachen Spannung und Dramatik jede Menge zu bieten hat und so für die eine oder andere Länge im Mittelteil entschädigt. Auch die verblüffende Auflösung fällt überzeugend aus und lässt keine wesentlichen Fragen offen. Zudem packt die Autorin neben den Ermittlungen und den Ausflügen in das Privatleben der Ermittler noch einige anderer Themen, wie z.B. Rassismus in den Reihen der Polizei, in die Geschichte hinein, ohne dass diese dadurch überfrachtet wirkt. Man muss aber schon aufmerksam lesen, um hier nicht den Überblick zu verlieren.

Nachdem ich im ersten Band noch ein wenig gebraucht habe, um die etwas sperrige Anjelica Henley mit all ihren privaten und beruflichen Problemen in mein Herz zu schließen, war dies diesmal kein Problem mehr. Zudem bekommen hier neben ihrem Partner Salim Ramouter auch die übrigen Mitglieder des vielschichtigen Ermittlerteams deutlich mehr Raum zur Entfaltung, was der Geschichte insgesamt gut bekommt. Und auch die übrigen Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind gut gezeichnet und vielschichtig angelegt.

Ein wenig Kritik kann man aber gleich in zweifacher Hinsicht am Titel des Buches üben. Zum einen spielt der titelgebende „Jigsaw Man“ in der Geschichte überhaupt keine Rolle und wird auch nur am Rande erwähnt. Es ist zudem noch nicht einmal abschließend geklärt, ob er den Showdown in Band 1 überhaupt überlebt hat. Und obwohl im Buch sogar erklärt wird, warum der Tote ein Pastor und eben kein Priester ist, verwendet der Verlag diese falsche Bezeichnung im Titel. Der tote Pastor hätte allerdings auch etwas zu sehr nach Heimatkrimi geklungen und mit einem solchen haben wir es hier definitiv nicht zu tun. Und an der Klasse des Buches ändern diese beiden Punkte auch nichts.

Wer auf spannende und eher düster angelegte Thriller steht, wird hier insgesamt sehr gut bedient, trotz deutlicher Steigerung bleibt für die weiteren Bände der Reihe aber doch noch ein wenig Luft nach oben.

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  • Handlung
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  • Spannung
Veröffentlicht am 28.01.2022

Schonungsloser Thriller um einen Elitesoldaten und ein monströses Forschungsprojekt

Prototyp
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Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Clostermann einen harten und kompromisslosen Thriller vor, der zwar etwas braucht, bis er richtig auf Touren kommt, dann aber gewaltig kommt und einen förmlich überrollt. ...

Mit diesem Buch legt der Autor Matthias Clostermann einen harten und kompromisslosen Thriller vor, der zwar etwas braucht, bis er richtig auf Touren kommt, dann aber gewaltig kommt und einen förmlich überrollt. Dabei lässt der Autor in Sachen Gewalt und blutiger Einlagen wenig bis nichts aus, daher ist das Buch für etwas zartere Gemüter nicht wirklich geeignet.

Ein schrecklicher Motorradunfall, bei dem er Arme und Beine verliert, zerstört das bisherige Leben des Elitesoldaten Stefan Roth vom einen auf den anderen Moment. Und so zögert er in seiner Verzweiflung auch nicht lange, als man ihm anbietet, Testperson eines geheimen Forschungsprogramms der europäischen Union zu werden, bei dem die fehlenden Körperteile durch eine gänzlich neue Art von Neuroprothesen ersetzt werden sollen. Dabei handelt es sich um Hightech-Roboter-Gliedmaßen, die mit den Muskeln und Nerven seines Körpers verbunden sind und somit über sein Gehirn gesteuert werden können. Wenn er allerdings gewusst hätte, worauf er sich dabei wirklich einlässt, hätte er aber wahrscheinlich doch etwa länger über dieses Angebot nachgedacht.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und schickt seine Hauptfigur (und damit auch uns Leser) auf einen wahren Horrortrip. Das der Autor seit Jahren im Film- und Entertainmentbereich arbeitet, merkt man seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino permanent auf Hochtouren laufen lassen, jederzeit an. Getragen wird das Ganze zudem von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Nach einem vergleichsweise ruhigen Beginn, der sich Zeit nimmt, die Figuren und das Setting einzuführen, legt die Geschichte ordentlich an Fahrt zu, die Spannung steigt jetzt von Seite zu Seite und entlädt sich am Ende in einem fulminanten und ziemlich blutigen Showdown, der einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt und zudem noch einige böse Überraschungen bereithält.

Wer auf Thriller der etwas härteten Art steht und kein Problem mit blutigen Einlagen hat, wird hier bestens bedient und unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Gelungener Fantasy-Roman, der die Grundidee des Märchens Rapunzel geschickt variiert

Valeria
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Mit ihrer zweiten Märchenadaption legt die Autorin Jasmin Jülicher diesmal eine mehr als gelungene Variation des altbekannten Märchens "Rapunzel" vor und siedelt ihre Version dabei in einem dystopischen ...

Mit ihrer zweiten Märchenadaption legt die Autorin Jasmin Jülicher diesmal eine mehr als gelungene Variation des altbekannten Märchens "Rapunzel" vor und siedelt ihre Version dabei in einem dystopischen Fantasy-Setting mit einer ordentlichen Portion Steampunk an, dass der Geschichte noch einen ganz besonderen Stempel aufdrückt.

Seit 5 Jahre wird die junge Valeria von ihrer Stiefmutter in einem Turm eingesperrt und ist fast komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Nur ein Fenster gewährt ihr einen kleinen Blick auf Turrim, der Stadt über dem Äther. Als sie dann auch noch gegen ihren Willen mit einem wesentlich älteren und äußerst zwielichtigen Mann verheiratet werden soll, sucht sie verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit aus ihrem Gefängnis. So zögert sie auch nicht lange, als ihr der junge Schmid Aaron anbietet, sie aus ihrer Not zu befreien. Doch je näher sie Aarons Heimat kommen, umso mehr drängt sich Valeria die Frage auf, ob sie vielleicht doch nur vom Regen in die Traufe geraten ist.

Mit viel Einfallsreichtum präsentiert uns die Autorin ihr außergewöhnliches Setting und besetzt es mit einer ganzen Riege gut gezeichneter und vielschichtig angelegter Charaktere in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Der packende Schreibstil hat mich mit jeder Seite tiefer in die gut aufgebaute Geschichte hineingezogen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Zwar lehnt sich die Geschichte diesmal eher lose an die Märchenvorlage an, das Grundgerüst bleibt hier dennoch immer erkennbar und natürlich spielen auch Valerias lange Haare dabei eine tragende Rolle, wenn auch in deutlich anderer Form wie im Märchen. Zum Ende hin geht dann alles vielleicht doch eine Spur zu schnell und zu glatt, dies kann den insgesamt positiven Leseeindruck aber nur unwesentlich trüben.

So ergibt sich am Ende eine mehr als gelungene Märchenadaption, die sehr viel Spaß macht, und ein tolles Setting, das förmlich nach weiteren Geschichten schreit.

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Veröffentlicht am 25.01.2022

Packender Kurz-Thriller, der schnell zur Sache kommt und eine überraschende Auflösung bietet

Wenn die Stille schreit
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In diesem Kurz-Thriller schickt der Autor Roman Klementovic seine Hauptfigur in einen wahren Alptraum und bietet am Ende eine ziemlich überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung.

Während ein schwerer ...

In diesem Kurz-Thriller schickt der Autor Roman Klementovic seine Hauptfigur in einen wahren Alptraum und bietet am Ende eine ziemlich überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung.

Während ein schwerer Schneesturm über das Land tobt, begibt sich Tim auf den Weg zu dem einsamen Landhaus, in dem er mit seiner Frau Natalie lebt. Obwohl er noch kurz vorher mit ihr telefoniert hat, findet er das Haus scheinbar verlassen vor, als er kurz vor Mitternacht dort ankommt. Hat Natalies Verschwinden etwas mit den beiden entflohenen Mördern zu tun, die gerade die Gegend unsicher machen ?

Auf knapp 120 Seiten entwickelt der Autor eine spannende und ziemlich undurchsichtige Geschichte, die ziemlich schnell zur Sache kommt und sich im weiteren Verlauf zu einem wahren Verwirrspiel entwickelt. Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt er das Geschehen voran und lässt seine Hauptfigur dabei als Ich-Erzähler auftreten, so dass wir hautnah an seiner immer größer werdenden Verwirrung teilhaben können, die sich am Ende auf verblüffende Art und Weise auflöst.

Gelungener Kurz-Thriller, der mich nicht nur gut und spannend unterhalten konnte, sondern zugleich auch auf die weiteren Werke des Autoren neugierig macht.

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