Platzhalter für Profilbild

elli-sofie

Lesejury Profi
offline

elli-sofie ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit elli-sofie über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2021

Starker Beginn, etwas schwächerer Schluss

Everything I Ever Needed
5

Bei "Everything I ever needed" handelt es sich um einen Spin-Off von "Everything I didn't say". Der zweite Band wird aber größtenteils auch verstanden ohne das erste Buch gelesen zu haben.

Die Protagonisten ...

Bei "Everything I ever needed" handelt es sich um einen Spin-Off von "Everything I didn't say". Der zweite Band wird aber größtenteils auch verstanden ohne das erste Buch gelesen zu haben.

Die Protagonisten in "Everything I ever needed" sind Ava und Dexter. Ava möchte nach einer bewegten Jugend nun auf dem College endlich zur Ruhe kommen und ein ganz normales Leben führen.
Auch Dexter hat in der Vergangenheit einiges durchmachen müssen und hofft seine Probleme auf dem College beheben zu können und in ein suchtfreies Leben zu starten.
Unterschiedlicher könnten zwei Menschen nicht sein, doch Ava und Dexter fühlen sich von Beginn an zueinander hingezogen. Doch vielleicht verbinden sie nicht nur ihre eigenen Herzen...

Zunächst muss ich sagen, dass ich die Idee der "besonderes Verbindung" sehr originell finde und das Buch so weniger vorhersehbar wurde, was mir bei so vielen anderen Liebesromanen oftmals nicht so gut gefällt.

Auch der Schreibstil lässt sich flüssig und zügig lesen, obwohl ich mir an einigen Stellen etwas weniger lange und ausschweifende Beschreibungen und mehr kurze präzise Formulierungen gewünscht hätte. So wirkte der Schreibstil an manchen Stellen arg kitschig.

Einige der Charaktere sind bereits aus dem ersten Band bekannt, andere sind neu. Gerade Dexter wird dadurch, dass er nun viel mehr Aufmerksamkeit bekommt und seine Geschichte voll und ganz erzählt wird sehr viel authentischer und sympathischer. Seine Handlungen sind zwar trotzdem nicht immer ganz nachzuvollziehen, aber das ist im "realen" Leben ja nicht anders.
Auch Ava finde ich im Prinzip sehr gut angelegt. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die schon viel mitgemacht hat. Deshalb sind ihre Absichten zu Beginn total nachvollziehbar. Im Verlauf der Handlung wird es jedoch etwas zäh, weil kaum eine Weiterentwicklung zu erkennen ist.
Generell muss ich sagen, dass ich finde, dass sich das Buch zum Ende hin etwas zieht, weil sich beide nicht so recht aufeinander einlassen und Kompromisse eingehen wollten. Dadurch wird nicht richtig kommuniziert und es geht immer wieder hin und her.

Obwohl die Spannung gegen Ende etwas nachlässt hatte ich viel Spaß beim Lesen und würde das Buch weiterempfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 28.04.2021

Von einer mutigen Frau oder der puren Eleganz der Auflehnung

Die Rebellion der Alfonsina Strada
0

Alfonsina wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie bekommt nichts geschenkt, weder ausreichend Essen, um anständig satt zu werden noch genügend Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe von ihren Eltern. ...

Alfonsina wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie bekommt nichts geschenkt, weder ausreichend Essen, um anständig satt zu werden noch genügend Aufmerksamkeit, Anerkennung und Liebe von ihren Eltern. Ein umso größerer Zufall ist es dann, dass sie eines Tages ihre Liebe zum Fahrrad fahren entdeckt. Auf dem klapprigen Rad ihres Vaters übt sie bereits als junges Mädchen nachts, da sportliche Betätigung im Italien des beginnenden 29. Jahrhunderts nur dem männlichen Geschlecht vorbehalten ist. Lang kann sie ihre Ausflüge jedoch nicht vor ihrer Familie verheimlichen. Sie erntet Spott und auch den ein oder anderen Schlag von ihren Eltern. Allerdings lässt sich Alfonsina von nichts und niemandem das Radfahren verbieten und nimmt bald schon an den ersten Wettbewerben teil. Trotz des gesellschaftlichen Drucks trainiert Alfonsina diszipliniert Tag für Tag für ihren Traum bis sie am Ende als erste und einzige Frau am Giro d‘Italia teilnimmt, zur Radfahrikone eines Landes und Vorreiterin einer neuen, frauenbezogeneren Ära wird.

Die Umsetzung dieses Portraits ist perfekt gelungen. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen und man meint die Autorin hätte Alfonsina Strada persönlich gekannt.
Ein weiteres großes Lob ist die Auswahl des Themas Wert. Große Namen der Frauenbewegung und Emanzipation wie Marie Curie und Alice Schwarzer sind wohl den meisten ein Begriff, von Alfonsina Strada hatte ich allerdings noch nie gehört. Was schade ist, da sie eine tolle Persönlichkeit gehabt zu haben scheint und sehr viel für die Emanzipation der Frau auf ihrem Gebiet nachhaltig getan hat ohne dieses Ziel konkret zu verfolgen. Sie hat einfach getan was sie liebte und mit ihrer Passion und Willensstärke andere mitgerissen.

Die Charakterisierung der Alfonsina ist der Autorin hervorragend gelungen. Zunächst noch etwas eingeschüchtert aber schon voller Tatendrang entwickelt Alfonsina sich zu einer unabhängigen, starken jungen Frau, die den Männern zeigt, dass Frauen zu unrecht als „schwaches Geschlecht“ dargestellt werden.

Auch der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Das einzige Problem, das ich mit diesem Buch hatte waren die Sprünge in der Zeit. Oft haben sie mich mehr verwirrt als mir geholfen Zusammenhänge zu erkennen. Daher mein Tipp: Von Anfang an aufmerksam auf die Zeitangaben achten und ggf. Notizen machen, sonst wird es meiner Meinung nach kompliziert der Geschichte zu folgen.

Alles in allem ist „Die Rebellion der Alfonsina Strada“ ein großartiges Werk, das von einer unglaublichen Persönlichkeit der Zeitgeschichte handelt und von jeder Frau und jedem Mädchen, das Probleme damit hat ihren Platz in der Welt zu finden, gelesen werden sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 18.09.2020

Ein Buch mit Potenzial

Very First Time
2

Das wunderschöne Cover sowie die vielversprechende Ausgangslage verleiteten mich „Very First Time“ von Cameron Lund zu lesen. Protagonistin ist Keely. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hat ein Problem. ...

Das wunderschöne Cover sowie die vielversprechende Ausgangslage verleiteten mich „Very First Time“ von Cameron Lund zu lesen. Protagonistin ist Keely. Sie steht kurz vor ihrem Abschluss und hat ein Problem. Sie ist Koch Jungfrau, möchte dies aber unbedingt vor dem College ändern. Bei diesem Vorhaben gerät sie jedoch in Zweifel und erlebt immer wieder Rückschläge.

Zunächst hatte ich sehr viel Hoffnung in das Buch. Eine solche Geschichte hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nich nicht gesehen und erwartete eine spannende, originelle Story. Dem wurde das Werk jedoch nicht ganz gerecht. Es wird auf sehr viele Klischees angespielt und sich kaum von typischen High School Romanen losgelöst. Keely ist das zurückhaltende Mädchen, das scheint keinen Typen abzubekommen, verliebt sich jedoch dann in den gutaussehenden Verkäufer, der sich natürlich auch in sie verliebt.
Ebenfalls fragwürdig finde ich Keely Sicht auf die Dinge, die meiner Meinung nach dem 21. Jahrhundert nicht mehr so ganz entspricht. Sie schämt sich mit ihrem besten Freund über ihre Jungfräulichkeit zu sprechen und macht sich viel zu viel Druck mit allem.

Andrew, Keelys bester Freund, ist mir hingegen sehr sympathisch. Zwar wird er als der typische f***boy auf Partys dargestellt, hat aber dennoch sehr schöne und sympathische Seiten.

Zunächst war ich etwas irritiert von der Beziehung von Keely und Andrew, die mir für eine lebenslange Freundschaft nicht besonders innig vorkam. Im Laufe der Geschichte klärte sich jedoch alles auf und bereitete ein versöhnliches Ende.

Alles in allem hatte dieses Buch, insbesondere das Thema, großes Potenzial, wobei dieses nicht ganz ausgeschöpft wurde. Für mich also ein stereotypisches Werke, mit einer grundsätzlich richtigen und wichtigen Aussage.

Für alle, die also ein entspanntes, leicht zu lesendes Buch suchen, das ein etwas anderes High School Thema aufgreift, ist dieses Buch eine echte Empfehlung. Für alle, die etwas originelles suchen, ist es eher nichts. Ich habe diese leichte Sommerlektüre dennoch genossen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Gefühl
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 17.11.2019

Von Gefühlschaos und anderen Komplikationen des nicht-so-alltäglichen Lebens

Everything I Didn't Say
1

Kann Liebe falsch sein? Gibt es DEN richtigen Zeitpunkt, um sich zu verlieben? DEN perfekten Partner?
Alle diese Fragen muss sich Jamie stellen als sie das erste Mal auf Carter trifft. Den gutaussehenden ...

Kann Liebe falsch sein? Gibt es DEN richtigen Zeitpunkt, um sich zu verlieben? DEN perfekten Partner?
Alle diese Fragen muss sich Jamie stellen als sie das erste Mal auf Carter trifft. Den gutaussehenden Schauspieler, den es vertraglich verboten ist zu lieben. Trotz Jamies tatkräftiger Bemühung sich von ihm fernzuhalten knistert es zwischen den beiden gewaltig. Doch eine verhängnisvolle Nacht wird Jamies Leben für immer verändern. Jetzt stellt sich jedoch die Frage: Mit oder ohne Carter?

Auch wenn man ein Buch natürlich nicht nach dem Cover beurteilen soll, konnte ich mich dieses Mal nicht zurückhalten. Die Farben harmonieren so wunderschön und es hat mich jedes ein bisschen glücklicher gemacht, wenn ich die schöne Aufmachung betrachtet habe.
Das Thema des Buches – eine Romanze zwischen dem berühmten Schauspieler und der durchschnittlichen Praktikantin ist an sich nicht besonders originell, hat mich aber trotzdem an Sternenküsse (definitiv eins meiner Lieblingsbücher) erinnert, weshalb ich mich ursprünglich dazu entschied das Buch zu lesen.
Auch wenn die Idee nicht unbedingt einen riesigen Wiedererkennungswert hat, hat es die Handlung umso mehr. Die erste Wendung etwa um die Hälfte des Buches herum, hat mich persönlich völlig kalt erwischt. Damit hatte ich trotz der vielen Vorausdeutungen auf keinen Fall gerechnet, was mich sehr überraschte und das Buch für mich noch interessanter war.
Bei dieser Unvorhersehbarkeit blieb es jedoch leider nicht. Besonders das letzte Drittel entsprach dann doch eher den flachen, vorhersehbaren Standard-Liebesromanen. Die Originalität ließ deutlich nach und damit leider auch der Lesespaß.
Auch bei den Figuren bin ich geteilter Meinung. Grundsätzlich ist mir Jamie sehr sympathisch und ich kann mich gut mit ihr identifizieren. Sie hat als Studentin nicht viel Geld, versucht mit allen Mitteln ihren Traum von der Dramaturgie zu erfüllen und nebenbei noch ihr Privatleben in den Griff zu bekommen, in das ein Partner gerade gar nicht passt. Die Figur ist völlig aus dem Leben gegriffen und persönlich ohne überzogen offen zu wirken.
Carter scheint ein von sich überzeugter Macho zu sein, dessen Wurzeln tief in seiner Vergangenheit ruhen, was ihn wenigstens etwas menschlicher macht und das „arroganter Schauspieler“-Klischee nicht weiter aufbauscht.
Zu Beginn gefallen mir die Charaktere also eigentlich sehr gut. Im Laufe der Handlung ändert sich dies jedoch etwas. Beide Protagonisten verändern sich, jedoch kann man dies wohl kaum als Entwicklung zum Guten bezeichnen. Die einst so zielstrebige, emanzipierte junge Frau wird zu einem nervlichen Wrack, das kaum noch klar denken –geschweige denn Entscheidungen treffen kann. Natürlich ist dies in gewissem Maße nachvollziehbar in Anbetracht dessen, was sie in den letzten Jahren erlebt hat. Dennoch kann ich eine solche Überreaktion und Entscheidungsunfähigkeit ihrerseits absolut nicht verstehen.
Carter hingegen entwickelt sich wie in allen Happy-End-Romanen zu einem liebevollen, fürsorglichen Partner, der sich voll und ganz seiner Liebe hingibt und dafür jede Hürde nehmen würde.

„Everything I didn’t say“ von Kim Nina Ocker ist ein typischer Liebesroman für kalte Oktobernächte mit Kaffee und einer Decke. Für alle, die einen leicht zu lesenden Roman mit viel Gefühl, Chaos und etwas Überraschung suchen, wie gemacht. Tiefgründigkeit oder eine überragende Figurenentwicklung sind jedoch leider nicht zu erwarten. Für mich also das perfekte „Zwischendurch-Buch“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.10.2018

Von Vertrauen und Verrat - Mitreißend, spannend und hoch emotional

Die Vereinten
0

„Die Vereinten“ ist der lang ersehnte zweite Band zu „Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann.
Noch immer geht der Kampf um Hope weiter, obwohl Rain und Lark bereits schwere Rückschläge verkraften mussten. ...

„Die Vereinten“ ist der lang ersehnte zweite Band zu „Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann.
Noch immer geht der Kampf um Hope weiter, obwohl Rain und Lark bereits schwere Rückschläge verkraften mussten. Die beiden kämpfen nicht Seite an Seite, sondern gehören den entgegengesetzten Fronten an. Trotzdem ist Lark der Einzige, dem Rain jetzt noch trauen kann, obwohl er es war, der sie damals an die Spines verriet. Kann sie sich dieses Mal auf ihn verlassen oder wird er sie erneut enttäuschen?

Meine Meinung:
Besonders gut gefällt mir das Thema des Buchs. Es ist angelehnt an aktuelle politische Ereignisse bzw. die derzeitige politische Lage in Deutschland. Diesen Aspekt finde ich besonders wichtig, gerade in Anbetracht dessen, welche Zielgruppe dieser Roman hat. Dystopien sind ja grundsätzlich eher jüngeren Lesern zuzuordnen (was nicht heißt, dass nicht auch ältere Leser mit diesem Buch ihren Spaß haben können :) ) Möglicherweise können auf diese Weise junge Erwachsene für Politik sensibilisiert und vielleicht sogar begeistert werden. Auf jeden Fall regt dieses Buch zum Nachdenken an :)
Trotz dessen, dass die Geschichte in einer für uns sehr abstrakten Welt spielt, sind die Figuren sehr authentisch. Rain wirkt sehr stark und kämpferisch, zeigt aber auch gefühlvolle Seiten, gerade wenn sie an den Tod der Mutter denkt. Sie ist aber auch sehr eigenwillig und versucht immer ihre Meimung durchzusetzen. Alles in Allem gefällt sie mir sehr gut - wie fast alle Charaktere. Ein Gegenbeispiel wäre Eros. Er erscheint mir zu oberflächlich. Aber im Großen und Ganzen findet auch er seinen Platz in der Geschichte und fügt sich gut in die Charakterstruktur ein. Man merkt, dass sich hier viel Zeit für das World- und Characterbuilding gelassen wurde.
Auch den Schreibstil finde ich total super. Er lässt sich sehr flüssig lesen und man kann sofort in die Geschichte eintauchen. Manchmal kann man die Seiten gar nicht so schnell umblättern, wie sie dahinfliegen :)

Alles in allem ein super Buch mit tollen Charakteren und super Handlung! Für mich eine der besten Dystopien.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Charaktere
  • Abenteuer
  • Geschichte