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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2018

Die einfühlsame Pfarrerswitwe ist dem Mörder auf der Spur ...

Das Geheimnis von Wishtide Manor
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Historische Kriminalromanreihen scheinen ja gerade en Vogue zu sein, für mich ist es diesen Monat schon der zweite, den ich gelesen habe. Mit ihrer zauberhaften Ermittlerin Laetitia Rodd ist es der Autorin ...

Historische Kriminalromanreihen scheinen ja gerade en Vogue zu sein, für mich ist es diesen Monat schon der zweite, den ich gelesen habe. Mit ihrer zauberhaften Ermittlerin Laetitia Rodd ist es der Autorin Kate Saunders aber gelungen, sich ein bisschen abzuheben von den anderen Reihen, denn sie ist doch schon sehr clever und gerissen für eine Frau, die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Art Ermittlerkarriere anstrebt. Sie ist einfach beliebt durch ihre meistens nette Art und genau das macht sie so unauffällig für Arbeiten dieser Art. Zusammen mit ihrem Bruder Fred, einem Strafverteidiger, verschafft sie sich so ein Auskommen um mit Mitte fünfzig als Witwe nicht bei irgendwelchen Verwandten Unterschlupf ersuchen zu müssen.
Der Kriminalroman spiegelt das viktorianische Flair der damaligen Zeit gut wieder, es war doch schon eine sehr tugendhafte Zeit. Umso mehr verwundert manchmal die gewisse Dreistigkeit, derer sich Laetitia zuweilen bedient. Sie vermittelt manchmal fast ein „Miss Marple“ Feeling. Zudem lassen mich einige Längen bei diesem Buch einen Stern von den perfekten Fünf abziehen, hier ist für den nächsten Fall noch ein bisschen Luft nach oben.

Veröffentlicht am 19.04.2018

Freund oder Feind? Wie gut kennt man einen Menschen wirklich?

Eisenberg
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Sehr facettenreich gelesen von Michael Schwarzmeier hat mich dieses Hörbuch fast auf ganzer Linie überzeugt. Ich dachte mir gleich, dass das Dreiergespann Eisenberg genug Potential bietet um aus dem Fall ...

Sehr facettenreich gelesen von Michael Schwarzmeier hat mich dieses Hörbuch fast auf ganzer Linie überzeugt. Ich dachte mir gleich, dass das Dreiergespann Eisenberg genug Potential bietet um aus dem Fall eine interessante Story zu stricken. Hauptprotagonisten sind Rachel und der vermeintliche Mörder, der sich schnell als ihr ehemaliger Freund entpuppt. Sie glaubt an seine Unschuld und kämpft wie eine Löwin um das zu beweisen. Ihr Noch-Ehemann spielt eine Nebenrolle, taucht aber – allein schon der gemeinsamen Tochter wegen – immer mal wieder auf der Bildfläche auf. Ob da doch noch ein Rest Liebe ist? Die Geschichte ist spannend, den einen Stern Abzug gibt es von mir für den etwas konstruiert wirkenden und überraschenden Schluss. Eigentlich war doch schon alles gesagt, oder doch nicht? Ich bin jedenfalls äußerst gespannt auf den nächsten Fall, Staranwältin Dr. Rachel Eisenberg und Anhang gefallen mir sehr gut.

Veröffentlicht am 12.04.2018

Hier sind Korruption und Brutalität ein trauriger Teil des Alltags ...

Kammerflimmern
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Diesmal brauchte ich doch das erste Viertel um so richtig in den Fall einzutauchen. Vielleicht lag es auch daran, dass die Pause zwischen Band 1 und diesem Band 2 ein wenig zu lang war? Egal, als ich mich ...

Diesmal brauchte ich doch das erste Viertel um so richtig in den Fall einzutauchen. Vielleicht lag es auch daran, dass die Pause zwischen Band 1 und diesem Band 2 ein wenig zu lang war? Egal, als ich mich eingelesen hatte, fand ich es doch mal wieder sehr beeindruckend, wie Kommissar Paul Lenz sein berufliches und auch privates Leben in Einklang zu bringen versucht. Mit dieser Geschichte ist er in einen Fall involviert, der eine Spur des Todes nach sich zieht und auch vor der Familie seiner Geliebten Maria nicht Halt macht. Wie viel Korruption selbst in uns bekannten Unternehmen wie der Industrie- und Handelskammer steckt ist auf jeden Fall erschreckend und von der russischen Mafia, der „Abschtschjak“ hatte ich bis heute noch nie gehört. Puzzleteilchen für Puzzleteilchen setzen Lenz und seine Truppe das große Ganze zusammen, doch auch er ist vor Schüssen und Erpressungen nicht gefeit. Kann er sein Doppelleben weiterhin aufrechterhalten? Mir gefällt der Schreibstil des Autors, der seine berufliche Karriere ursprünglich mit dem Aufbau eines Motorradgeschäfts begann, inzwischen aber verdient er sich sein Geld seit ca. 2009 als hauptberuflicher Autor.

Veröffentlicht am 12.03.2018

Manchmal ist weniger mehr ...

Die Vergessenen
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Die Autorin Ellen Sandberg, besser bekannt unter dem Namen Inge Löhnig, hat es mit diesem Buch prima verstanden eine spannende Mischung aus Krimi und Familiengeschichte zu kreieren. Nach dem recht zu Anfang ...

Die Autorin Ellen Sandberg, besser bekannt unter dem Namen Inge Löhnig, hat es mit diesem Buch prima verstanden eine spannende Mischung aus Krimi und Familiengeschichte zu kreieren. Nach dem recht zu Anfang geschehen Mord verschlägt es den Leser/Hörer recht schnell in zwei dunkle Kapitel der deutschen Vergangenheit, zum einen die deutsche Besatzung Griechenlands und zum anderen das Thema Euthanasie. Geschickt verwebt Frau Sandberg die Fäden und führt somit Manolis und Vera, die Nichte Kathrin Mändlers, zusammen, auch wenn diese zuerst gar nichts davon merkt. Sehr offen wird über die Gräueltaten in Griechenland und auch in Deutschland gesprochen aber alles in allem war mir das fast ein bisschen zu viel. Ich hätte mir gewünscht, dass sich die Autorin auf eines der beiden Ereignisse konzentriert hätte. Jedes für sich ist eine eigene Geschichte wert, so wirkt es fast ein bisschen „too much“. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen, selbst die bekannte Schlüsselfigur Kommissar Dühnfort durfte hier einen kleinen Abstecher machen. Das ließ mich schmunzeln.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Mütterchen Russland schickt Grüße ...

Die Zarentochter (Die Zarentöchter-Saga 2)
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Da ich gerade den Film „Victoria und Abdul“ im Kino gesehen hatte, war ich mitten drin im royalen Geschehen und konnte mich wunderbar in dieses Buch reindenken. Es ist wirklich erstaunlich, welche Aufgaben ...

Da ich gerade den Film „Victoria und Abdul“ im Kino gesehen hatte, war ich mitten drin im royalen Geschehen und konnte mich wunderbar in dieses Buch reindenken. Es ist wirklich erstaunlich, welche Aufgaben einer royalen Familie zuteilwerden und wie wenig sie oft einfach nur Mensch sein dürfen. Hier wird nicht mal eben aus Liebe geheiratet, hier wird man reingeschubst ins große Heiratskarussell und wer aus der Reihe tanzt, erfährt Konsequenzen. Doch hat das royale Leben auch seine schönen Seiten, besonders wenn man Zareneltern hat, die versuchen so normal wie möglich mit ihren Kindern umzugehen. Man spürt eine gewisse Wärme ja schon allein daran, dass alle Kinder einen liebevollen Kosenamen haben, der sie ihr Leben lang begleiten wird.
Petra Durst-Benning versteht es in diesem zweiten Teil ihrer Trilogie ein ausdrucksvolles Bild der Zarenfamilie zu schaffen, das einen als Leser direkt ins Palastleben katapultiert. Es muss schon ziemlich prunkvoll zugegangen sein damals, was dem gemeinen Volk, das oft unter großer Armut litt, recht sauer aufgestoßen sein muss um es mal milde auszudrücken. Russland, das große, kalte, weite Land, hier bekommt man einen guten Eindruck davon. Nun freue ich mich auf den letzten Teil, der Olga nach Deutschland schicken wird.