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Veröffentlicht am 21.12.2017

Herzergreifender Roman ohne Kitsch

Weit wie das Meer
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Klappentext
Die Zeitungsjournalistin Theresa Osborne, die seit ihrer Scheidung vor drei Jahren einsam und unglücklich ist, findet eines Tages am Strand eine Flaschenpost. In der Flasche liegt der gefühlvolle ...

Klappentext
Die Zeitungsjournalistin Theresa Osborne, die seit ihrer Scheidung vor drei Jahren einsam und unglücklich ist, findet eines Tages am Strand eine Flaschenpost. In der Flasche liegt der gefühlvolle Liebesbrief eines Mannes an eine Frau. Als sie, angerührt von der Poesie der Worte, den Brief in ihrer Kolumne veröffentlicht, erhält sie von Lesern weitere Briefe, die offenbar vom selben Autor stammen. Wer ist dieser Mann? Voller Neugier macht sich Theresa auf die Suche und findet seinen Namen und Wohnort heraus. Sie möchte unbedingt wissen, welches Schicksal sich hinter seinen sehnsüchtigen und leidenschaftlichen Briefen verbirgt. Deshalb tarnt sie sich als Touristin und reist in den kleinen Küstenort Wilmington in North Carolina, wo Garrett eine Tauchschule hat. Für beide wird das Treffen zu einer schicksalhaften Begegnung. Doch das neue Glück ist von Anfang an gefährdet.

Einstieg ins Buch
Die Flasche wurde an einem warmen Sommerabend, wenige Stunden bevor der Regen einsetzte, über Bord geworfen. ...

Meine Meinung
Theresa arbeitet als Journalistin und als sie eines Morgens am Strand entlang joggt, findet sie eine Flaschenpost. Neugierig liest sie den Brief daraus und ist sofort davon ergriffen. Die Worte sind von einem Mann an seine Frau gerichtet und stecken voller Liebe und Zuneigung. Theresa erzählt ihrer Chefin von dem geheimnisvollen Brief und beide entscheiden, ihn in Theresas Kolumne zu veröffentlichen. Um die Identität zu wahren, erwähnen sie keine Namen, nur Initialen. Kurz darauf melden sich trotzdem zwei Leser, die einen ganz ähnlichen Brief am Strand gefunden haben. Theresa fordert Kopien der Briefe an. Nachdem sie auch diese beiden Briefe gelesen hat und sich sicher ist, dass sie vom gleichen Mann stammen, will sie wissen, was es damit auf sich hat und macht sich mit der Hilfe ihrer Chefin auf die Suche nach dem Verfasser.

Sie findet ihn in Wilmington und die beiden lernen sich kennen. Keiner von beiden ist an einer Beziehung interessiert. Garrett verarbeitet noch immer den Verlust seiner Frau und auch Theresa leidet noch immer an der Trennung von ihrem Mann. Sie verbringen viel Zeit miteinander und fühlen sich wohl in der Nähe des anderen. Was das Schicksal für die Beiden bereit hält wird sich zeigen.

Dieser Roman von Nickolas Sparks ist einfach wundervoll. Er erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die auf der Suche nach Liebe, Vertrauen und Geborgenheit sind. Nicht immer verläuft das Leben so wie man sich das vorgestellt hat und genauso ist es auch Theresa und Garrett ergangen. Beide mussten und müssen viele Schicksalsschläge hinnehmen und oft habe ich mich gefragt, ob ich die gleiche Kraft hätte aufbringen können wie Theresa. Generell sind die Charaktere sehr schön und tief ausgearbeitet. Im Laufe der Geschichte sind mir beide sehr ans Herz gewachsen, vor allem Theresa war für mich sehr gut nachzuvollziehen.

Die Beziehung von Theresa und Garrett wird durch verschiedene Faktoren erschwert. Zuerst ist da Theresas 12-jähriger Sohn und was für Theresa als Stadtmensch völlig normal erscheint, ist für Garrett, der die Natur und die Ruhe über alles liebt, sehr schwer zu verstehen. Er fühlt sich in der Menge überfordert und unwohl. Für Garrett ist es unvorstellbar, den Lebensmittelpunkt in eine Stadt zu verlegen. Durch diese Dinge gibt es immer wieder viel Streit und ich konnte beide Standpunkte nachvollziehen. Da ich aber auch ein Naturmensch bin, war ich hier eher auf der Seite von Garrett.

Der Schreibstil ist sehr leicht und einfach, aber dennoch sehr gefühlvoll. Eben so wie Nicholas Sparks immer schreibt. Er schafft es mit wenigen Worten so viele Emotionen zu wecken, dass bis jetzt bei mir noch bei keinem seiner Bücher ein Auge trocken geblieben ist. Auch bei diesem nicht. Ich habe mit gelitten und gehofft, habe gelacht und auch geweint. Aber niemals hat mich das Buch gelangweilt.

Das Ende hat mich sehr überrascht. Irgendwie fühlte ich mich vor den Kopf gestoßen, weil ich einfach mal gar nicht mit diesem Ausgang gerechnet habe. Ich fand das Ende plausibel und realistisch.

Zitat
Obwohl sich Garrett an die Ereignisse dieses Abends deutlich erinnern konnte, bemerkte er, daß es ihm mit der Zeit immer schwerer fiel, sich ihr Bild ins Gedächtnis zu rufen. Ihre Gesichtszüge begannen vor seinen Augen zu verschwimmen, und obgleich er wußte, daß das Vergessen den Schmerz lindern würde, wünschte er sehnlichst, sie wieder vor sich zu sehen. (Seite 99)

Fazit
"Weit wie das Meer" ist eine Geschichte, die zu Herzen geht. Kein Kitsch, keine unrealistische Romantik, kein hervorsehbares Ende. Von mir eine absolute Leseempfehlung an alle, die realistische Romane mit sehr viel Gefühl mögen.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Spannend und unterhaltsam

Trauma
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Klappentext
Jimmy Tock wird in der Sekunde geboren, in der sein Großvater stirbt. Doch kurz vor seinem Tode sprach der alte Mann noch ein letztes Mal in zusammenhängenden Worten: Er sagte die Geburtsgröße ...

Klappentext
Jimmy Tock wird in der Sekunde geboren, in der sein Großvater stirbt. Doch kurz vor seinem Tode sprach der alte Mann noch ein letztes Mal in zusammenhängenden Worten: Er sagte die Geburtsgröße Jimmys und sein Gewicht voraus - aber auch fünf schreckliche Tage in seinem späteren Leben, die ihn und seine Lieben an den Rand der Existenz führen. Die ersten Informationen erweisen sich als auf Zentimeter und Gramm genau richtig - umso ernster weiß die Familie die Schreckensdaten zu nehmen. Dabei ist der Tag der Geburt noch gar nicht mitgerechnet, an dem bereits Fürchterliches passiert: Ein verrückter Clown, dessen Frau in den Geburtswehen stirbt, zieht seine Pistole und läuft wahllos mordend durchs Krankenhaus. Was für Schrecken mögen auf Jimmy dann erst in der Zukunft warten? Welche Albträume wird er noch durchleben müssen? Und welche unfassbar böse Kraft steht hinter all dem Unheil?

Einstieg ins Buch
In der Nacht, in der ich geboren wurde, machte Josef Tock, mein Großvater väterlicherseits, zehn Prophezeihungen, die mein Leben bestimmen sollten. Dann starb er in genau der Minute, in der meine Mutter mich gebar. ...

Meine Meinung
Rudy Tock ist ein leidenschaftlicher Bäcker. Sein Vater verbringt seine letzten Tage in einem Krankenhaus, denn er liegt im Sterben. Rudys Frau befindet sich im gleichen Krankenhaus. Sie ist hochschwanger und liegt in den Wehen. In der gleichen Sekunde, in der James Tock - später von allen nur Jimmy genannt - das Licht der Welt erblickt, stirbt sein Großvater. Doch kurz bevor er stirbt gibt er Rudy noch ein paar Daten mit auf den Weg. Er sagt exakt das Geburtsgewicht und die Geburtsgröße von Jimmy voraus und warnt vor fünf schrecklichen Tagen in Jimmys Leben. Rudy notiert sich die Tage, doch niemand ahnt wirklich wie lebensgefährlich diese Tage wirklich sein werden.

Dabei ist dieser Abend im Krankenhaus schon schlimm genug. Im Wartezimmer wartet Konrad Beezo, von Beruf Clown in einem großen und erfolgreichen Zirkus. Auch seine Frau, eine Artistin, liegt in den Wehen. Als sein Sohn Punchinello geboren wird, stirbt seine Frau bei der Geburt. Beezo dreht durch, zieht eine Waffe und läuft durch das Krankenhaus. Er tötet den Arzt und eine Krankenschwester und flieht mit seinem kleinen Sohn bevor die Polizei eintrifft. Beezo trifft auch auf Rudy, verschont ihn aber.

"Trauma" ist kein Horror-Roman, auch wenn er als solches verkauft wird. Ich hatte einen Riesenspaß daran, diesen Thriller zu lesen und von einer komischen Situation in die Nächste zu geraten. Die lockere Schreibweise ist eher untypisch für die Romane von Dean Koontz, aber ich fand es herrlich erfrischend. Der Protagonist Jimmy war mir sofort sympathisch und seine leicht naive, tollpatschige Art ist einzigartig. Jimmys ganze Familie fand ich so liebenswürdig, vor allem wenn alle an einem Tisch saßen und gegessen haben. Gemeinsames Essen wird hier nämlich noch zelebriert. Die Dialoge waren witzig und oft fühlte ich mich als würde ich mit am Tisch sitzen und von einem zum anderen schauen um ja nichts zu verpassen. Die Ich-Perspektive - aus der Sicht von Jimmy - hat zu diesem Gefühl wesentlich beigetragen.

Die Charaktere sind sehr schön dargestellt und ich finde sie in keinster Weise unrealistisch. Wenn ich mich mal in der Welt umsehe, was es alles für Menschen und Charaktere gibt, warum dann nicht auch solche? Vor allem die Entwicklung von Jimmy, der sich irgendwie zum Held der Geschichte mausern muss um zu überleben, fand ich sehr gut. Die schrägen Psychopathen sind nicht sehr gruselig, eher menschlich und manchmal nicht die hellsten Sterne am Himmel. Sie und die fünf schrecklichen Tage haben den richtigen Anteil an Spannung in den Plot gebracht. An einem der fünf schrecklichen Tage betritt Jimmy eine Bank und wird dort kurzerhand als Geisel genommen - von Konrad Beezos Sohn. Die Befreiung ist alles andere als einfach aber sehr unterhaltsam.

Hintergründig würde ich sagen, dass es in diesem Thriller um die Frage geht, ob Bosheit vererbt wird oder ob erst das Umfeld einen bösen Menschen erschafft. Wird man tatsächlich schon böse geboren? Konrad Beezo macht einen bösen Eindruck, weil er in einem Krankenhaus Amok läuft, aber vielleicht ist er auch einfach nur verzweifelt weil er seine Frau verloren hat. Sein Sohn Punchinello Beezo will später die halbe Stadt in die Luft sprengen, hat aber auch plausible Gründe dafür.

Dieses Buch konnte ich nur schwer aus der Hand legen, ich bin mir aber sicher, dass es Leser gibt, die eine andere Erwartungshaltung an das Buch haben und dann enttäuscht sind, weil es eben nicht einen Mord nach dem nächsten gibt. Ich für meinen Teil war traurig, als das Buch zu Ende war und ich Jimmy und seine Familie verlassen musste.

Zitat
Stattdessen wachte ich mit einem vollständig klaren, schrecklichen Gedanken auf, der so bedrückend war, dass mein Herz sich anfühlte, als steckte es in einem Schraubstock. Ich konnte nur noch flach und hechelnd atmen. (Seite 68)

Fazit
"Trauma" ist mein absolutes Lieblingsbuch von Dean Koontz. Es ist auf seine Art spannend und die Charaktere sind einfach wundervoll unterhaltsam. Ich hätte ewig weiterlesen können. Für alle, die Lust auf interessante Charaktere und böse Clowns haben. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.11.2017

Spannendes Buch mit Gruselfaktor!

Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger
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Klappentext
"Wie es aussieht, hast Du ein ganz massives Flatterlaken-Problem", knurrte der Schädel. Moment mal! Seit wann können Schädel sprechen? Dem 12-jährigen Johnny läuft es kalt den Rücken runter, ...

Klappentext
"Wie es aussieht, hast Du ein ganz massives Flatterlaken-Problem", knurrte der Schädel. Moment mal! Seit wann können Schädel sprechen? Dem 12-jährigen Johnny läuft es kalt den Rücken runter, als ihn der Totenkopf anquatscht, den er im Moor gefunden hat. Als hätte er mit dem zickigen Geistermädchen und dem grölenden Highlander auf seiner Burg nicht schon genug Spuk am Hals! Doch der Totenkopf entpuppt sich als Profi in Sachen Gruselbekämpfung und hilft Johnny dabei, der mutigste Geisterjäger zu werden, dem die Welt je gesehen hat!

Einstieg ins Buch
Trutzig wie ein steinerner Riese hockte die alte Burg auf ihrem Hügel in den schottischen Highlands und ließ den Blick über dunkle Moore und grüne Täler schweifen. ...

Meine Meinung
Der 12-jährige Johnny Sinclair lebt in Schottland auf einer mächtigen Burg namens Greyman Castle. Seine Vorfahren reichen viele Jahrhunderte zurück und so mancher kann sich einfach von der Burg nicht trennen. Also spuken sie zu jeder Zeit in der Burg herum und jagen Johnny immer wieder einen großen Schreck ein. Seine Eltern glauben ihm nicht und tun die Geister als Produkt kindlicher Fantasie ab. Doch Johnnys Kindermädchen Cécile ist Geistergeschichten gegenüber aufgeschlossener. Sie ist eine Mambo, eine Voodoo-Priesterin. Sie versucht Johnny vor allem zu beschützen, vor allem wenn seine Eltern nicht zu Hause sind. Da Cécile ihren Job sehr ernst nimmt, ist sie umso empörter als sie erfährt, das Johnny von einem sprechenden Totenkopf zu einem echten Geisterjäger ausgebildet werden soll. Doch Johnny denkt gar nicht daran sich diesen Spaß verbieten zu lassen und setzt alles daran, die Geister von Greyman Castle zu vertreiben.

Johnny ist ein 12-jähriger Junge, der voller Tatendrang steckt und sich neugierig in die Welt um ihn herum stürzt. Auch wenn er manchmal vor Angst fast umkommt, stellt er sich tapfer und mutig jeder Gefahr. Schließlich will er doch mal ein so großer Geisterjäger werden wie sein Vorbild John Sinclair von Scotland Yard. Viele Freunde hat Johnny nicht, denn in der Schule halten ihn alle für einen Freak. Alle außer sein Freund Russell. Doch als Johnny ihm von den Geistern und dem sprechenden Totenkopf erzählt, wird auch Russell skeptisch. Letztendlich jedoch hält Russell trotzdem zu seinem Freund.

Der Schreibstil ist sehr locker und flüssig zu lesen. Die Sprache und die Dialoge sind dem Alter von 10 bis 12 Jahre sehr gut angepasst. Gut gefallen hat mir der Humor, der keinesfalls niveaulos ist, sondern geschickt und witzig einstreut wird. Der Schädel namens Erasmus ist sogar ein kleines bisschen sarkastisch. Ich bin zwar nicht sicher ob alle Kinder in dem Alter bereits etwas damit anfangen können aber wenn es in der richtigen Tonlage vorgelesen wird, sollte das kein Problem sein. Meine beiden Zuhörer waren jedenfalls total begeistert! Die Kapitel haben eine angenehme Länge und es ist jederzeit möglich zum Ende eines Kapitels eine Pause einzulegen.

Die Geschichte in sich finde ich total stimmig und spannend. Als Johnny auf dem Nachhauseweg von der Schule durch ziemlichen dichten Nebel laufen muss und er auf halbem Weg auf eine gruselige Gestalt trifft, gruselte sogar ich mich ein bisschen. Nach und nach baut sich die Spannung auf. Schafft Johnny es wirklich alle Geister von Greyman Castle zu vertreiben? Mit seinem Assistenten Russell findet Johnny auf jeden Fall jede Menge über die Geister und seine eigenen Vorfahren heraus.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Die grelle gelbe Farbe der Schrift findet sich im farbigen Seitenschnitt wieder. Auf dem Cover ist Johnny mit einer Lampe zu sehen, vor einem riesigen Mond. Schaut man genauer hin, ist der Mond als Schädel zu erkennen. Ein sehr schöner Hinweis auf Erasmus.

Zitat
"Der beste Zeitpunkt war ... gestern. Heute ist der zweitbeste Zeitpunkt. Mit der Geisterjagd ist es wie mit dem Radfahren. Man lernt es nur durchs Üben." (Seite 138)

Fazit
"Johnny Sinclair - Beruf: Geisterjäger" ist ein spannendes und gruseliges Buch für Kinder ab 10 Jahren, das eine tolle Atmosphäre schafft. Von mir eine absolute Leseempfehlung!

Danke lesejury.de für dieses spannende Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 20.10.2017

Spannende Unterhaltung und hohes Tempo

Der Tod in mir
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Klappentext
Als sein Vater wegen Serienmordes verhaftet wurde, war Eddies Foto der Aufmacher in den Nachrichten. In den Folgejahren zerbrach seine Familie: Seine Mutter brachte sich um, seine Schwester ...

Klappentext
Als sein Vater wegen Serienmordes verhaftet wurde, war Eddies Foto der Aufmacher in den Nachrichten. In den Folgejahren zerbrach seine Familie: Seine Mutter brachte sich um, seine Schwester starb an einer Überdosis. Eddie wuchs mit der Ungewissheit auf, inwieweit die Dämonen des Vaters auch seine Dämonen sein könnten. Er unterdrückte diese Neigung aber erfolgreich und führt mittlerweile ein glückliches Leben mit Frau und Kind. Doch die Gewalt holt ihn wieder ein, als er in einen blutigen Banküberfall gerät. Zwar kann er die Bankräuber davon abhalten, eine Mitarbeiterin als Geisel zu nehmen, dafür töten sie seine Ehefrau Jodie - und entkommen. Detective Inspector Carl Schroder wird zum Tatort gerufen. Er kennt Eddies Vergangenheit. Und er hat Angst, Eddie könnte eine Dummheit begehen. Zudem meldet sich Eddies Vater aus dem Gefängnis und gibt ihm den Namen eines an der Tat Beteiligten. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Einstieg ins Buch
"Ich war neun Jahre alt, als ich es zum ersten Mal in die Zeitung schaffte. In jeder Stadt im ganzen Land, bei den meisten auf die Titelseite. ..."

Meine Meinung
Edward Hunter, genannt Eddie, führt das ganz normale Leben eines Buchhalters. Seine Frau Jodie und seine Tochter Sam sind alles für ihn. Mit Ende zwanzig ist Eddie zufrieden mit seinem Leben, doch der große Traum vom eigenen Haus ist ein Traum, den er und Jodie unbedingt verwirklichen möchten. Ganz aufgeregt gehen sie zu dem Termin mit ihrer Bank und während sie warten, betreten sechs bewaffnete Männer die Bank. Eddie versucht die Situation zu entschärfen und schafft es tatsächlich die Bankräuber davon zu überzeugen eine Mitarbeiterin nicht als Geisel zu nehmen. Als die Zeit für die Bankräuber eng wird, nehmen sie auf Grund Eddies Übermut Jodie als Geisel und zerren sie aus der Bank. Kurz bevor die Polizei eintrifft, erschießen die Bankräuber Jodie aus nächster Nähe mit einer Schrotflinte und Eddie kann nur zusehen. Jodie sackt auf der Straße zusammen und ist tot. Für Eddie beginnt ein Rachefeldzug, der alles von ihm fordert und obendrein darf er über all seiner Trauer seine Tochter Sam nicht vergessen, die ihn jetzt mehr braucht denn je.

Mit dieser Situation war der Einstieg ins Buch für mich sehr leicht. Und bereits nach den ersten beiden Kapiteln war ich wütend wegen der Skrupellosigkeit der Bankräuber und trauerte mit Eddie um seine Frau. Sofort hat mich dieser Thriller emotional gepackt und mich auch bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Der bildhafte Schreibstil machte es mir unmöglich mich gedanklich von dem Buch zu trennen. Während des Lesens blendete ich erfolgreich alles um mich herum aus und war völlig in die Welt von Eddie versunken. Die Charaktere sind allesamt sehr authentisch beschrieben und werden mit der Zeit unglaublich greifbar. Vor allem Eddie, der aus der Ich-Perspektive erzählt.

Paul Cleave greift mit diesem Thriller ein spannendes Thema auf, das wohl schon viele beschäftigt hat. Können Verlangen vererbt werden? Der Vater von Eddie hat im Zeitraum von 23 Jahren elf Prostituierte ermordet und sitzt seit 20 Jahren dafür im Gefängnis. Eddie war damals neun Jahre alt und hat die Verhaftung und die Presseberichte, sowie die Verurteilung hautnah miterlebt. Seinen Vater hat er nie besucht. Er selbst kennt das Verlangen zu töten durchaus, doch er hat es erfolgreich geschafft, es immer zu unterdrücken. Seine inneren Dämonen und seine Selbstzweifel jedoch arbeiten stetig an der Wiederbelebung dieses Verlangens. Dann meldet sich auch noch sein Vater aus dem Gefängnis und sagt ihm, er soll auf seine innere Stimme hören um seine Frau zu rächen. Das alles macht es ihm nicht leicht, auf dem richtigen Weg zu bleiben. Fast wie nebenbei übt Paul Cleave auch Kritik an der heutigen Gesellschaft aus, die ständig nur in Schubladen denkt und den Menschen keine Chance gibt sich zu beweisen.

Eddie kämpft: Gegen sein vermeintliches Schicksal und gegen die Kriminellen, die seine Frau ermordeten. Dieser Thriller ist actiongeladen und nervenaufreibend. Die kurzen Kampfszenen sind sehr brutal beschrieben und sicherlich keine leichte Kost. Aber die Geschichte an sich berührt auch die Seele. Das Ende kam für mich völlig unerwartet und hat mich zutiefst erschüttert. Es ist für mich immer wieder ein interessantes Gefühl, wenn ich etwas bestimmtes erwarte und das sich Ende eines Buches dann so überraschend in eine völlig andere Richtung dreht.

Zitat
Es ist ein traumhafter, klarer Sonnentag, ein Tag, den Jodie genossen hätte und an dem sie vielleicht auch gerne beerdigt worden wäre, wenn sie es sich hätte aussuchen können. (Seite 92)

Fazit
Mit "Der Tod in mir" hat Paul Cleave wieder einen sehr, sehr guten Thriller abgeliefert. Der leichte Einstieg, der spannende Ablauf und die emotionale Bindung zum Protagonisten machen das Buch stimmig und rund. Absolute Leseempfehlung an alle, die einen Thriller lesen möchten, der kein dauerhaftes Massaker beinhaltet, sondern durch tolle Unterhaltung, Spannung und Tempo überzeugt.

Bewertung
5/5

Der Autor
Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland geboren, dem Ort, wo auch seine Romane spielen. Neben dem Schreiben renoviert er Immobilien („Ich kaufe ein Haus, lebe etwa ein Jahr in ihm, während ich es renoviere, und verkaufe es dann“). Der Fan von Stephen King und Lee Child begann im Jahr 2000 mit der Arbeit an seinem Debütroman.

Titel der Originalausgabe: Blood Men (2010)

Seitenanzahl: 463
ISBN: 978-3-453-43511-7
Verlag: Heyne

Veröffentlicht am 17.10.2017

So rührend!

All for You – Sehnsucht
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Klappentext

Du bist alles für mich – das Gute, das Schlechte und jeder einzelne Augenblick dazwischen

Als Maya Jacobs und Cameron Bridge sich nach fünf Jahren zum ersten Mal wieder begegnen, ist es, ...

Klappentext

Du bist alles für mich – das Gute, das Schlechte und jeder einzelne Augenblick dazwischen

Als Maya Jacobs und Cameron Bridge sich nach fünf Jahren zum ersten Mal wieder begegnen, ist es, als ob die Welt um sie herum zum Stillstand kommt. Damals waren sie ein Paar gewesen, verliebt und so glücklich. Aber als Cameron um Mayas Hand anhielt, musste sie die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen - und Nein sagen. Als sie sich jetzt erneut gegenüberstehen, sind die Gefühle von damals augenblicklich wieder da. Und auch die Leidenschaft. Doch kann es für ihre Liebe eine zweite Chance geben, wenn ihre gemeinsame Vergangenheit so voller Schmerz ist?

Meine Meinung
Maya und Cameron sind ein absolutes Traumpaar. Als Cameron Maya dann unverhofft einen Heiratsantrag macht, ist Maya überfordert und lehnt ab. Cameron ist dadurch so tief verletzt, dass er sich einfach umdreht und geht. Erst fünf Jahre später treffen sie sich wieder und stellen fest, dass die starke Anziehungskraft für einander immer noch vorhanden ist. Auch die damaligen Emotionen sind nie ganz verloschen und so versuchen die beiden wenigstens eine Freundschaft aufzubauen. Doch je mehr Zeit Maya und Cam miteinander verbringen, desto höher kochen die Gefühle. Beide sind erstaunt und verwirrt zugleich. Sollte es wirklich noch eine Chance für die beiden geben?

Der Roman ist so aufgebaut, dass immer abwechselnd aus der Sicht von Maya und dann wieder aus der Sicht von Cameron erzählt wird. Das hatte für mich den schönen Effekt, dass ich beide Seiten genau betrachten und verstehen konnte. Ich wusste direkt, was der andere jeweils empfindet und musste keine Vermutungen anstellen. Deshalb konnte ich mich hervorragend in beide Figuren hineinversetzen und das brachte mich Maya und Cam sehr nah. Immer wieder kochen die Emotionen sehr hoch in diesem Roman und obwohl bestimmt manche Reaktionen auf beiden Seiten manchmal überzogen wirken, habe ich mir immer vor Augen geführt, dass auch ich Phasen habe, in denen ich einfach überreagiere und hinterher denke "Man, das hätte auch echt anders laufen können!" Ich denke, hier muss man einfach ehrlich zu sich selbst sein und sich eingestehen, dass nicht jede emotionale Reaktion rational nachzuvollziehen ist. Für mich hat das die Charaktere authentisch und menschlich werden lassen und das hat mir wirklich gut gefallen.

Die Figuren sind wundervoll und mit viel Liebe gestaltet worden. Cam mit all seinen Fehlern und Zweifeln kämpft nicht nur um die Liebe seines Lebens sondern auch gegen seine eigenen inneren Dämonen. Sein halbes Leben lang hat er versucht vor ihnen davon zu laufen, nur um jetzt festzustellen, dass er vor sich selbst und seinen Gefühlen nicht davonlaufen kann. Maya hat Schlimmes durchgemacht und ihr ganzes Leben lang an sich gezweifelt. Nie war sie gut genug für jemanden, nicht mal für sich selbst. Sie lebt in den Tag hinein und nutzt jede Chance sich selbst weiter zu zerstören, bis sie am Ende merkt, dass sie selbst viele Dinge in ihrem Leben gar nicht beeinflussen kann und sie lieber etwas mehr auf sich acht geben sollte. Auch die Nebenfiguren, wie Cams sich sorgende Schwester Olivia, die skrupellose und erfolgssüchtige Jia, Mayas liebenswerter Mitbewohner Eli oder Cams draufgängerischer Bruder Darren sind gut ausgearbeitet, allerdings ein bisschen weniger im Mittelpunkt als Maya und Cam.

Der Schreibstil ist flüssig und herrlich zu lesen. Auf Grund der teilweise harten Wortwahl kann ich verstehen, warum das Buch erst ab 16 Jahren empfohlen wird. Für mich war es aber spannend und emotional zugleich geschrieben und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut mitgerissen. Meredith Wild schreibt auf eine direkte aber charmante Art und manchmal hatte ich vor lauter Rührung sogar Tränen in den Augen. Innerhalb von nicht mal 5 Stunden hatte ich gesamten 371 Seiten durchgelesen und war schließlich sogar ein bisschen traurig, weil ich Maya und Cam wieder sich selbst überlassen musste. "All for You: Sehnsucht" war mein erster Roman von Meredith Wild und der Auftakt zu einer neuen Serie der "Hard"-Autorin. Sicherlich wird es nicht der letzte Roman sein, den ich von ihr lese und zum Glück wird es ja noch zwei weitere Bände zu dieser Reihe geben, die ich mal gleich auf meiner Wunschliste hinzugefügt habe.

Das Ende kam für mich nicht überraschend, aber nach all den schicksalhaften Erlebnissen zusammen mit Maya und Cam war es auch nicht mehr wichtig, ob ich das Ende nun vorausgesehen habe oder nicht. Der Plot wirkt in keinem Moment aufgesetzt oder unrealistisch, sondern eher wie eine Geschichte aus dem Leben. Immer wenn ich dachte, dass es nun endlich gut werden würde, passierte irgendetwas Schlimmes im Leben von Maya, dass ihre Welt ins Schwanken gebracht hat.

Fazit
Dieses Buch ist einfach so wundervoll zu lesen und für alle Romantiker/-innen ein absolutes Muss! "All for You: Sehnsucht" begeistert sicherlich aber auch Leser, die sonst eher nicht im Romantik-Genre heimisch sind, denn die offenherzige Art und der ergreifende Plot lädt einfach zum Lesen ein. Gleichzeitig spannend und berührend.

Vielen Dank an lesejury.de für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

Bewertung
5/5

Der Autor
Meredith Wild ist die New-York-Times- und USA-Today-Bestseller-Autorin der HARD-Reihe. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern in New Hampshire. Sie bezeichnet sich selbst als Techniknarr, Whiskey-Kennerin und eine hoffnungslose Romantikerin. Wenn sie nicht in der Fantasiewelt ihrer Charaktere lebt, trifft man sie meistens auf Facebook an.

Titel der Originalausgabe: On my Knees (2014)

Seitenanzahl: 371
ISBN: 978-3-7363-0590-8
Verlag: Bastei Lübbe

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