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Veröffentlicht am 10.09.2019

Hexerei heutzutage

Pepe S. Fuchs - Hexenjäger
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Dieses Mal bekommt es Feldjäger Pepe S. Fuchs mit einem mysteriösen Fall zu tun. Die Obergefreite Johanna Bock verschwindet und niemand scheint es zu interessieren. Vier Wochen sind eine lange Zeit und ...

Dieses Mal bekommt es Feldjäger Pepe S. Fuchs mit einem mysteriösen Fall zu tun. Die Obergefreite Johanna Bock verschwindet und niemand scheint es zu interessieren. Vier Wochen sind eine lange Zeit und während Pepe sich reinhängt, wird er in seinen Ermittlungen von höherer Stelle behindert. Kann es sein, dass Pepes Vorgesetzter Major Frankfurt auch in die Sache verwickelt ist? Alle Spuren scheinen ins Leere zu laufen. Dieser Fall führt Pepe und die die Eisenacher Kommissarin Beate Jäger zu einem modernen Hexenzirkel. Sie ahnen nicht, wie viel ihnen diese Sache abverlangen wird.
Dies ist bereits der vierte Band um den Feldjäger Pepe S. Fuchs. Aber es ist problemlos möglich, dieses Buch zu lesen ohne die Vorgängerbände zu kennen.
Der Schreibstil lässt sich sehr schön flüssig lesen. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich mit der Zeit verbinden. Die verschiedenen Perspektiven geben einen guten Einblick in die Gedankengänge der Beteiligten. Von Anfang an ist die Geschichte spannend und packend.
Pepe ist eigentlich ziemlich klein, aber ganz groß, wenn es darum geht, sich in schwierige und gefährliche Situationen zu begeben. Er und sein Motorrad gehören zusammen. Pepe ist gewitzt, kann austeilen, aber auch einstecken. Auch seinem Motorrad bekommen seine Einsätze nicht immer gut, was seinen Vorgesetzten wahnsinnig macht. Zu Beate Jäger hat er ein ganz besonderes Verhältnis.
Auch wenn es wieder sehr spannend und actionreich ist, ist es aber auch immer wieder witzig, denn Pepe ist nun mal besonders.
Ein unterhaltsamer Krimi, der mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 10.09.2019

Nacht in Caracas

Nacht in Caracas
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Natürlich wissen wir aus den Nachrichten, was in Venezuela los ist. Aber kaum hat man es gehört, da ist es auch schon fast vergessen, denn es ist ja so weit weg.
Die Autorin Karina Sainz Borgo aber zeigt ...

Natürlich wissen wir aus den Nachrichten, was in Venezuela los ist. Aber kaum hat man es gehört, da ist es auch schon fast vergessen, denn es ist ja so weit weg.
Die Autorin Karina Sainz Borgo aber zeigt in diesem Roman so bedrückend und eindringlich, wie das Land in Elend und Chaos versinkt, dass man so schnell nicht wieder vergisst.
Adelaida Falcóns Mutter hatte Krebs. Adelaida hatte eine enge Beziehung zur Mutter und hat alles für sie getan. Nun wird sie beerdigt, aber nicht einmal das geht in Ruhe und mit Würde. Zu gefährlich ist das Pflaster in Caracas und selbst auf dem Friedhof. Kurze Zeit später wird ihre Wohnung von bewaffneten Frauen besetzt und Adelaide wird vertrieben. Wo soll sie hin? Ihr bleibt nur die Flucht, wenn sie sich retten will.
Adelaide hat den Halt verloren. Sie muss nicht nur mit dem Verlust der Mutter fertig werden, sie verliert auch die gewohnte Umgebung, die sie jetzt so nötig gebraucht hätte. Ihr bleiben nur die Erinnerungen. Wie kann man da nicht verzweifeln und doch ist da auch immer ein Stückchen Hoffnung. Ich konnte gut mit Adelaide fühlen, trotzdem hätte ich mir manchmal gewünscht, noch mehr von ihren Gefühlen zu erfahren und weniger von dem Schrecklichen, was in diesem Land passiert.
Es ist eine fiktive Geschichte und doch so nahe an der Wirklichkeit. Wir erleben mit, wie es in Venezuela zugeht, das vor gar nicht langer Zeit noch ein Ziel von Europäern war. Nun ist es gefährlich. Auf den Straßen gibt es Gewalt. Die Korruption ist groß – die Willkür ebenso. Die Inflationsrate steigt ins Unermessliche.
Es ist nicht leicht, diese Geschichte zu lesen, denn zu furchtbar ist das, was dort geschieht. Es ist beklemmend und macht fassungslos und dennoch wird man durch dieses Buch gefesselt. Diese Geschichte bleibt lange in Erinnerung.

Veröffentlicht am 09.09.2019

Ein grausiger Fund

Die Tote am Borkumkai. Ostfrieslandkrimi
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Der Morgen hätte gar nicht schlechter anfangen können für Kriminalhauptkommissar Ebbo Steen. Erst nervte ihn eine alte Klassenkameradin beim Frühstück im Emder Stadtgartencafé, dann gab es einen grausigen ...

Der Morgen hätte gar nicht schlechter anfangen können für Kriminalhauptkommissar Ebbo Steen. Erst nervte ihn eine alte Klassenkameradin beim Frühstück im Emder Stadtgartencafé, dann gab es einen grausigen Fund an der Fähre. In der Schiffsschraube hatte sich ein menschlicher Arm verfangen. Steen und sein Team beginnen schon mal mit den Ermittlungen, da sie von Mord ausgehen. Die DNA-Analyse ergibt, dass es sich um den Arm einer Frau handelt. Dann wird eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes von einer Kollegin als vermisst gemeldet. Ute Varels war eine pedantische Person, die sich überall unbeliebt gemacht hatte. Da sie eine Beziehung zu Kapitän Frauko Willarts hatte, gerät dieser in Verdacht. Aber ist er auch der Mörder?
Mir hat der Schreibstil von Alfred Bekker gut gefallen. Auch wenn es um Mord und Totschlag geht bei dem Team um Kriminalhauptkommissar Ebbo Stehen, so herrscht dennoch ein humorvoller Ton.
Die Charaktere sind sehr menschlich geschildert. Stehen hasst seinen Vornamen, da er schlechte Erinnerungen damit verbindet, obwohl alles schon so lange her ist. Polizeimeisterin Altje Remels, die nebenberuflich noch eine Landwirtschaft betreibt, ist eine ziemlich resolute Person und Kriminalhauptkommissar Ulfert Jansen ist vom BKA Berlin nach Emden gekommen und das hat einen besonderen Grund. Ihno Purwin, der nur noch wenige Monate im Dienst ist, weiß nicht, ob er sich wohlfühlen wird, wenn es denn so weit ist. Es gibt viele Verdächtige, wie die Ermittlungen zeigen, aber immer wieder kommt Stehen auf Willarts zurück, der etwas zu verheimlichen scheint und dann gibt es einen weiteren Mord.
Die Geschichte geht schon ziemlich heftig los, als jemand in dunkler Nacht mit einem Boot unterwegs ist.
Obwohl ich nach einer Weile einen Verdacht hatte, wer der Mörder ist, war ich mir absolut nicht sicher, ob ich damit richtig lag. Daher blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Ein spannender und unterhaltsamer Ostfriesland-Krimi.

Veröffentlicht am 07.09.2019

Unterhaltsam und marzipanisch

Das Marzi rettet die Tortentiere
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Ich liebe Marzipan und ich mag das Marzi. Entschuldigung, ich wollte nicht unhöflich sein, denn das Marzi heißt eigentlich Marzipanus Maulwurfshaugus von Mawurfungshausen. Mina Winnipu liebt es zu backen ...

Ich liebe Marzipan und ich mag das Marzi. Entschuldigung, ich wollte nicht unhöflich sein, denn das Marzi heißt eigentlich Marzipanus Maulwurfshaugus von Mawurfungshausen. Mina Winnipu liebt es zu backen und ist dabei sehr kreativ. Sie ist ziemlich überrascht, als ihr Marzipan-Maulwurf ziemlich lebendig auf ihrer Torte herumtanzt und singt. Mina ist sich sicher, dass ihre Mutter besser nichts vom Marzi erfährt. Marzi hat eine Mission, weiß aber nicht so recht, was er tun soll. Aber egal, was er anpackt, es wird immer ziemlich chaotisch. Auch muss er aufpassen, dass er nicht vernascht wird.
Es ist eine schöne und sehr unterhaltsame Geschichte. Mina ist ein angenehmes Kind, das gerne selbständig etwas auf die Beine stellen will. Dabei geht natürlich auch manchmal etwas schief. Doch das ist gar nicht so schlimm. Aber auch das Marzi ist herzallerliebst, möchte immerzu helfen und … naja, das klappt nicht immer so. Aber wenn Mina in der Schule geärgert wird, ist das Marzi zur Stelle.
Sehr gefallen haben mir auch die wunderschönen Illustrationen.
Es ist eine temporeiche und unterhaltsame Geschichte für die Kinder.

Veröffentlicht am 05.09.2019

Funkenflug

Funkenflug
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Der Autor Hauke Friederichs betrachtet in diesem Buch den Monat vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Es hat sich in Deutschland viel verändert nach der Machtergreifung durch Hitler. Es brodelt und ...

Der Autor Hauke Friederichs betrachtet in diesem Buch den Monat vor dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Es hat sich in Deutschland viel verändert nach der Machtergreifung durch Hitler. Es brodelt und ein Krieg droht. Doch die Menschen sind sehr unterschiedlicher Meinung, wenn man sie befragt, ob es zum Krieg kommen wird. Die einen glauben fest, dass es bald soweit ist, die anderen denken, dass es nicht soweit kommen wird. Doch es ist ein gefährliches Spiel im Gange und wir wissen heute, wie dieses Spiel endete.
Da ist ein Mann an der Spitze, der seine Vorstellungen hat und sich durch nichts davon abbringen lassen will, diese Vorstellungen durchzusetzen. Diplomatische Bemühungen, den Krieg abzuwenden, sind daher zum Scheitern verurteilt und doch gibt es Menschen, die das Schlimme verhindern wollen. In den Ländern um Deutschland herum verkennt man den Ernst der Lage. Die Stimmungsmache in Deutschland verläuft sehr zielgerichtet und sehr einseitig. Daher ziehen viele mit Begeisterung in den Krieg. Die Begeisterung wird nicht lange anhalten.
Dieses Buch zeigt aus verschiedenen Blickwinkeln das Zeitgeschehen von damals. Nicht alles war mir so präsent und erschreckend sind manche Parallelen zu heute.
Es ist ein interessantes und spannendes Buch, wenn auch nicht unbedingt sehr flüssig zu lesen.
Informativ, spannend, lesenswert! Und erschreckend!