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Veröffentlicht am 09.04.2020

Beeindruckend und bedrückend

Die Tanzenden
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Das Cover dieses Buches mutet federleicht und fröhlich an, doch die Geschichte ist es keineswegs.
Der Roman spielt in Paris Ende des 19.Jahrhunderts. Insbesondere für Frauen war dies keine leichte Zeit. ...

Das Cover dieses Buches mutet federleicht und fröhlich an, doch die Geschichte ist es keineswegs.
Der Roman spielt in Paris Ende des 19.Jahrhunderts. Insbesondere für Frauen war dies keine leichte Zeit. Bereits ein geringes Abweichen von der Norm konnte dazu führen von Vater oder Ehemann in die Salpêtrière, eine berühmt-berüchtigte Nervenheilanstalt, eingewiesen zu werden.
Dort vegetieren die Frauen vor sich hin oder werden vom führenden Neurologen Jean-Martin Charcot in wöchentlichen Vorlesungen einem breiten Publikum vorgeführt. Der Arzt ist sich sicher, dass die Frauen an Hysterie leiden, einem Oberbegriff unter dem ein breites Spektrum an Krankheiten zusammengefasst wird. Mit Rausmitteln und Hypnose löst er - zu Forschungszwecken- Symptome der Erkrankung aus und ganz Paris sieht zu. Einmal im Jahr findet sogar ein Ball statt, wo die Hysterikerinnen einem noch breiteren Publikum präsentiert werden. Dieser wahre Gesichte ist bedrückend und ein guter Stoff um darüber einen Roman zu schreiben.



Victoria Mas erzählt beispielhaft das Schicksal zweier Frauen in der Nervenheilanstalt. Louise, die gerne der neue "Star" in den Aufführungen des Doktors wäre und Eugénie, ein Mädchen aus gutem Hause, das in der Salpêtrière landet, weil es mit den Geistern der Toten reden kann.
Eugénies Geister nehmen für meinen Geschmack zu viel Raum im Roman ein. Dieses übernatürliche Elemente hätte es nicht gebraucht. Ein guter Roman mit einem wahren historischen Hintergrund wird so teilweise ins Absurde geführt. Dennoch ein beeindruckendes Buch, dass mein Interesse an diesem Kapitel der französischen Geschichte geweckt hat.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Netter Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe

Carla Chamäleon: Oh Schreck, ich bin weg!
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Das neue Schuljahr beginnt und Carla würde sich am liebsten im Luft auflösen. Ihre beste Freundin ist weggezogen und jetzt sitzt auch noch der Neue neben ihr. Carla findet Jole anfangs ziemlich doof. Plötzlich ...

Das neue Schuljahr beginnt und Carla würde sich am liebsten im Luft auflösen. Ihre beste Freundin ist weggezogen und jetzt sitzt auch noch der Neue neben ihr. Carla findet Jole anfangs ziemlich doof. Plötzlich beginnt sie wirklich wie ein Chamäleon mit ihrer Umgebung zu verschmelzen und das ist ganz schön unheimlich. Dass dann auch ein mächtiger Geheimbund auf Carla und ihre Fähigkeit aufmerksam wird, macht das Leben nicht leichter.
Die Beschreibungen von Personen und Orten im Buch sind oft sehr ausufernd. Das macht das (vor-)lesen schwer. Einigen Szenen fanden wir aber auch richtig witzig und die Mischung aus Familie, Freundschaft, alltägliche Sorgen und ein bisschen Spannung ist durchaus gelungen. Manches hat meine siebenjährige noch nicht verstanden, aber das kann man dem Buch nicht anlasten. Es wird ab 9 empfohlen und das passt gut. Das Ende der Geschichte kommt recht abrupt. Darauf folgt eine Leseprobe zu Band 2, der im Juni 2020 erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 28.03.2020

Rasante Spannung zwischen Schweden und Südamerika

Feuerland
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In Stockholm wird ein Uhrenladen überfallen, kurz darauf werden zwei reiche Geschäftsmänner entführt. Dann springt die Handlung nach Chile, wo sich die Clinica Bavaria auf Organtransplantationen für gut ...

In Stockholm wird ein Uhrenladen überfallen, kurz darauf werden zwei reiche Geschäftsmänner entführt. Dann springt die Handlung nach Chile, wo sich die Clinica Bavaria auf Organtransplantationen für gut bezahlende Kunden spezialisiert hat. Doch die unfreiwilligen Spender gehen aus, und die Verbrecher versuchen verzweifelt für Nachschub zu sorgen.
Beide Handlungsstränge finden recht langsam zueinander und während des ersten Drittels habe ich mir manchmal schwer getan, den Faden nicht zu verlieren, aber je weiter die Geschichte fortschreitet, desto spannender wird sie. Die letzten 3 Stunden habe ich ohne Pause gehört. Auch wenn ich nicht alles logisch fand, habe ich mich gut unterhalten gefühlt Fazit: Es lohnt sich am Anfang durchzuhalten. Ich hoffe auf weiter Fälle für Kriminalkommissarin Vanessa Frank und und den Ex-Soldaten Nicolas.

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Veröffentlicht am 14.03.2020

Ein bunter Überblick über die Erdgeschichte

Einfach alles!
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"Einfach Alles" in einem Buch. Da hat sich Christopher Lloyd etwas fast unmögliches vorgenommen und es ist ihm ziemlich gut gelungen. Vom Urknall bis heute führt er durch die Geschichte unseres Planeten ...

"Einfach Alles" in einem Buch. Da hat sich Christopher Lloyd etwas fast unmögliches vorgenommen und es ist ihm ziemlich gut gelungen. Vom Urknall bis heute führt er durch die Geschichte unseres Planeten und das nicht etwa in einer Buchreihe mit 10 oder mehr Bänden. Nein, er schafft es in einem Buch.Selbstverständlich ist es nicht möglich wirklich alles wichtige in ein Buch zu packen, aber es gelingt dem Autor sehr gut Geschichte als großes Ganzes darzustellen und Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Zunächst dachte ich, dass ich in diesem Buch immer mal wieder einzelne Kapitel lesen werde. Letztendlich habe ich es wie einen Roman verschlungen. Ich habe durch die Lektüre einzelne Puzzleteile meines Wissens miteinander verknüpft und viel neues gelesen. Durch den logischen Aufbau, die Zeichnungen und die schönen Beispiele konnte ich mir auch recht viel merken.Es liegt in der Natur der Sache, dass auf den 350 Seiten von "Einfach Alles" vieles unbeantwortet bleibt und viele neue Fragen aufgeworfen werden. Das ist in meinen Augen aber keine Schwäche, sondern eine Stärke des Buches. Es macht Lust mehr zu erfahren über die Geschichte der Erde.

Trotzdem denke ich, dass es nicht jedem gefallen wird. Der Leser wird häufig mit "du" direkt angesprochen und der Schreibstil ist eher unterhaltsam als wissenschaftlich. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass Theorien im Buch klarer als solche gekennzeichnet sind. Dennoch finde ich "Einfach Alles" ist ein tolles Buch. Es bekommt von mir aber einen Stern Abzug für das schlechte Lektorat. Insbesondere am Anfang häufen sich die Fehler. Eigentlich bin ich da nicht besonders empfindlich, aber im ersten Kapitel haben die Fehler mich sehr gestört. "Kolendioxid" , "eifach" und "ausgeteichnet" sind längst nicht alle. Sollte das in der zweiten Auflage behoben werden, bekommt das Buch 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Lachen und Weinen

Eine kurze Geschichte vom Fallen - Was ich beim Sterben über das Leben lernte
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Joe Hammond starb im November 2019. Er starb 2 Jahre lang, langsam an der Motoneuron-Krankheit. Und er hat ein Buch darüber geschrieben. Über seinen langsamen Verfall und darüber, wie die Krankheit seine ...

Joe Hammond starb im November 2019. Er starb 2 Jahre lang, langsam an der Motoneuron-Krankheit. Und er hat ein Buch darüber geschrieben. Über seinen langsamen Verfall und darüber, wie die Krankheit seine Sichtweise auf das Leben verändert hat. Darüber, wie er seine beiden Söhnen 33 Geburtstagskarten schrieb, eine für jeden Geburtstag bis sie 21 Jahre alt werden. Mit diesem Buch können die beiden später einen Teil der Welt ihres Vater kennen lernen.
Den Anfang fand ich sehr gut zu lesen, dann erfolgen recht viele Zeitsprünge in Joes Leben vor seiner Krankheit und Metaphern, die es mir manchmal schwer gemacht haben zu folgen. Dennoch hat mich dieses Buch beeindruckt.
Ich schreibe diese Rezension, während meine Töchter wenige Meter von mir entfernt friedlich schlafen und ich hoffe sehr, dass ich weiter das Glück haben werde, sie aufwachsen zu sehen. Diese Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie wichtig es ist, das hier und jetzt zu leben und zu lieben. Ein lebendiges, humorvolles und poetisches Buch über das Leben und den Tod.

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