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Veröffentlicht am 26.03.2024

Vage Vermutung

Camus muss sterben
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Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen ...

Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen Ereignis und will Beweise dafür gefunden haben, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern einen gezielten Anschlag gehandelt hat.

Der Verlag wirbt für das vorliegende Buch und verspricht eine hochspannende Mischung aus Investigativ-Roman und Spionagethriller, was mich im Zusammenhang mit dem tollen Cover sehr neugierig gemacht hat. Bereits nach wenigen Seiten jedoch bin ernüchtert und überrascht, weil nicht nur die versprochene Spannung, sondern auch Beweise für die gewagte These gänzlich fehlen. Die Vermutungen und Annahmen halten einer näheren Überprüfung leider nicht stand.

„Es sind entscheidende Spuren, die eine kalte und minutiöse Präzision erkennen lassen, die reich an Details sind und in Verbindung mit unbestreitbaren Fakten und Daten stehen.“ (Seite 16)

Der Autor kaut wiederholt den Unfall durch, erstellt eine Chronologie der Ereignisse und hängt sich an Einzelheiten fest, die nicht nur uninteressant, sondern fast absurd sind, denn es mag wichtig gewesen sein, wer im Wagen wo gesessen hat, was die beteiligten Personen aber zum Frühstück gegessen oder im späteren Verlauf zum Mittagessen getrunken haben, kann für die späteren Ereignisse nun wirklich nicht von Bedeutung sein. Auch die Anzahl der anscheinend zahlreichen Geliebten von Camus und dessen Nachrichten an diese vor der verhängnisvollen Fahrt ist meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang irrelevant. Die politischen Vorkommnisse dagegenzustellen hilft ebenfalls nicht weiter, denn natürlich kann man einen Verdacht dadurch erhärten, dass man Tatsachen so lange verdreht, bis sie zur Theorie passen. Wahrer werden diese dadurch aber nun mal nicht.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass es zwar keine Zeitverschwendung war, dieses Buch zu lesen, bereichernd war es allerdings auch nicht. Schade.

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Konstruiert und ohne Spannung

Erinnere dich!
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Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen ...

Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen bekommt, die Erinnerungen ans Licht bringt, die er nicht zulassen will. Kurz darauf bekommt er ein Handy zugespielt mit Nachrichten, die ihn auffordern, sich an die Ereignisse von damals zu erinnern. Als dann auch noch eine Person anruft, die mit Majas Stimme nach Aufklärung verlangt, gerät Arno ins Schwitzen. Was ist damals passiert und hat er etwas damit zu tun?

Es fällt mir unendlich schwer, die Rezension zu dem vorliegenden Buch zu schreiben. Mir fehlen fast die Worte, um in Sätzen zu beschreiben, wie es war. Der Klappentext versprach hier eine nervenaufreibende Geschichte, das einzige, was hier strapaziert wurde, sind allerdings meine Nerven gewesen. Bereits das erste Drittel zog sich hin, ausführlich und langatmig arbeitete der Autor auf einen Höhepunkt hin, der allerdings quälend langsam hinausgezögert wurde, sodass ich oft abgelenkt war und zwischendurch auf Autopilot geschaltet habe. Der Protagonist war dabei nicht nur unsympathisch, sondern regelrecht nervig; seine Gedanken und Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, meistens sogar absolut unglaubwürdig. Für einen studierten Menschen kam er mir reichlich dumm vor und das meine ich durchaus so abwertend, wie es hier steht. Tut mir wirklich leid.

Die Story selbst drehte sich eine lange Zeit über im Kreis, von atemloser Spannung gab es keine Spur. Immer und immer wieder dachte ich, dass es nun endlich losgehen würde, aber ein ums andere Mal wurde ich enttäuscht. Das letzte Drittel hat meine Erwartungen dann tatsächlich noch einmal unterboten, eine hanebüchenere Geschichte habe ich selten gelesen. Zusammen mit den hölzernen Dialogen ergab dies ein Leseerlebnis, das ich so schlecht lange nicht mehr erlebt habe. Leider kann ich persönlich keine Leseempfehlung aussprechen, lediglich darauf hinweisen, dass es sinnvoll ist, wenn sich hier jeder ein eigenes Bild macht.

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Sex, Drugs und eine Prise True Crime

The Shards
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Hier sollte sie also stehen, meine überschwängliche und begeisterte Rezension. In Lobeshymnen wollte ich mich ergehen, Bestseller rufen, ein Jahrhundertbuch, ein Meisterwerk! Nichts davon ist es geworden, ...

Hier sollte sie also stehen, meine überschwängliche und begeisterte Rezension. In Lobeshymnen wollte ich mich ergehen, Bestseller rufen, ein Jahrhundertbuch, ein Meisterwerk! Nichts davon ist es geworden, Ernüchterung machte sich nach dem lesen bei mir breit, enttäuscht und traurig klappte ich das Buch zu und war sprachlos. Bis jetzt. Warum das so war, das erzähle ich euch im folgenden.

Bereits die ersten Seiten ließen mich zweifeln, ob meine Erinnerung mich nicht betrogen hat; ausschweifend referierte der Autor darüber, was er schreiben wird, wiederholte sich und hat es geschafft, meine Neugier gegen Null zu drücken, was an sich ja schon fast eine Leistung ist. Ich habe durchgehalten und dachte, wenn es einmal losgeht, dann packt es mich sicherlich. Dann ging es los und nichts geschah; kein Sog, kein Glücksgefühl stellte sich ein, Sätze über halbe Seiten lullten mich ein und die versprochene Spannung blieb einfach aus. Dafür bekam ich Einblick in die Gefühlswelt eines Teenagers, der siebzehnjährige Bret erläuterte mir ausführlich, wie es ist, von Hormonen überschüttet zu werden, stündlich, minütlich, sekündlich an Sex zu denken oder darüber, wann die Haushälterin nach Hause kommt, man könnte sich vorher noch auf die Schnelle einen runterholen. Die Länge gewisser Körperteile wurde genauso akribisch dokumentiert und auch der Pflichtsex mit der Alibifreundin seitenlang diskutiert. Nun könnte man ja sagen, ich könnte dieses Drittel überspringen, schließlich war Bret siebzehn und gerade in der Pubertät, auf der Suche nach Identität und der sexuellen Präferenz. Anscheinend ist der siebenundfünfzigjährige Bret da noch drin, anders kann ich es mir nicht erklären. Aber gut, überspringen wir dieses Drittel und gehen zum nächsten.

Was in American Psycho erfrischend neu und aufregend war, empfand ich hier fast schon beleidigend, weil Lücken füllend. Klamotten, Marken, Autos und Luxus; das Polopony von Ralph Lauren wird mich in allen Pastellfarben in den nächsten Träumen verfolgen und auch bunte Shorts, Bootsschuhe sowie Hemden von Armani werde ich in Zukunft vorerst meiden. Nun kann man das Gefühl der Achtziger sicherlich subtiler transportieren, ich fühlte mich einfach erschlagen von der Fülle an Informationen zu mehr oder weniger unwichtigen Nebensächlichkeiten. Auch dieses Drittel überspringen wir, schließlich ist das Buch dick genug, es bleiben genug Seiten über.

Kommen wir doch mal zum Kern der Story, es ging um einen neuen Mitschüler, dazu gab es einen Serienkiller und das Böse hielt Einzug. Die Frage ist hier, wo dies passierte und wann, denn im Buch passierte lange Zeit nichts. Schreckmomente gab es, weil jemand zu schüchtern war, dann zu selbstbewusst, jemand hat seltsam geschaut oder ging shoppen. Der Rest der Personen war toll in der Schule, obwohl sie alle den halben Tag zugedröhnt verbrachten und die restliche Zeit ging auf, na ihr wisst schon, drauf. Vor dreißig Jahren hätte mich die Story geschockt, ich wäre fasziniert gewesen, heute konnte ich nur müde lächeln und krampfhaft versuchen, nicht einzuschlafen. Immer wieder warf der Autor mir Häppchen zu der versprochenen nervenaufreibenden Geschichte hin und immer wieder enttäuschte er mich und schweifte ab.

Zum Ende des letzten Drittels war es dann soweit, die Situation eskalierte, Dramen spielten sich ab. Ich wusste nicht mehr, was wahr und was erfunden war, konnte der Geschichte kaum noch folgen und brachte es schnell hinter mich. Die Enthüllung am Ende brachte mich etwas aus dem Konzept und lägen nicht hunderte Seiten hinter mir, die mir keine Freude brachten, so wäre ich begeistert gewesen und hätte diesen Einfallsreichtum gefeiert, so aber war ich froh, es geschafft zu haben. Leider war dieses Werk für mich, anders als American Psycho, kein Lesegenuss, der Autor hat mich nicht erreicht. Zumindest das Cover ist toll und meine Vorfreude war riesig. Immerhin.

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Veröffentlicht am 16.06.2023

Leider mehr als unglaubwürdig

Der König von Tiers
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Die Winzertochter Simona ist verschwunden, nach einem Treffen mit ihrer Schwester Martha fehlt von ihr jede Spur. Die Ermittlungen führen Kommissar Magnabosco und seine Assistentin Pasqualina in das Bergdorf ...

Die Winzertochter Simona ist verschwunden, nach einem Treffen mit ihrer Schwester Martha fehlt von ihr jede Spur. Die Ermittlungen führen Kommissar Magnabosco und seine Assistentin Pasqualina in das Bergdorf Tiers, in dem der selbsternannte König von Tiers ein Hotel führt. Da verschwindet auch Martha und alle Spuren führen zum Zwergenkönig Laurin, der wieder in den Dolomiten unterwegs zu sein scheint.

Es handelt sich beim vorliegenden Buch um den zweiten Fall des Ermittlerduos Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina. Ich habe den ersten Teil nicht gelesen, woraus wahrscheinlich resultiert, dass ich bis zuletzt nicht warmgeworden bin mit dem ermittelnden Pärchen. Ich habe kein Bild vor den Augen, weil diesbezügliche Angaben nicht erfolgten und trotz des Umstandes, dass sich die Story gefühlt durchgehend um die Essgewohnheiten von Filippo drehte, weil Carmela ihn auf Diät gesetzt hat, weiß ich nicht, ob dies seinem Übergewicht oder dem Fitnesslevel geschuldet ist. Hier hätte ich mir ein paar Informationen gewünscht, einfach um ein Gespür für die Personen zu bekommen. So aber stellte ich mir ein naives Dummchen vor, das nicht in der Lage ist, bestimmte Wörter richtig auszusprechen, obwohl dies immer und immer wieder korrigiert wurde. Die ersten zwei Male ist das lustig, dann ist der Witz aber etwas fade. Dazu noch ihr Partner, der nur vom Essen träumt, sich aber nicht traut, seinen Willen durchzusetzen. Das klingt jetzt etwas hart, sodass ich ergänzend darauf hinweisen möchte, dass der Humor durchaus lustig war und es einige Stellen gab, an denen aus meinem Schmunzeln ein Lachen wurde.

Der Fall selbst war etwas seltsam; ein Verbrechen, das den Namen nicht verdient, und viele Personen, die involviert waren. Ehrlicherweise habe ich zwischendurch ein wenig den Überblick verloren, wer nun wer war. Dadurch habe ich Beteiligte verwechselt, oder aber glaubte das, obwohl es nicht so war. Ich bin mir da tatsächlich nicht ganz sicher. Positiv bewerten möchte ich hierbei, dass die Kapitel mit den Namen der Personen, um die es gerade geht, überschrieben waren, das war mir eine kleine Hilfe. Leider fand ich den Fall nicht wirklich spannend, dazu kam, dass Märchen und Sagen eine Rolle spielten, die so kompliziert erklärt wurden, dass ich die Hälfte nicht verstand.

Im dritten Teil eskalierten die Geschehnisse ein wenig, was gar nicht zur restlichen Geschichte gepasst hat. Ich war erstaunt und gespannt, welche Auflösung sich die Autorin einfallen lassen wird. Leider hatte ich das Gefühl, die Story entwickelt sich immer mehr zur Farce, je näher ich dem Ende kam. Die folgenden Ereignisse waren für mich dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass ich kaum glauben konnte, was ich da las. Das Reich der Märchen und Sagen empfand ich in diesem Moment realistischer, als das Finale des vorliegenden Falles. Es ist mir kaum möglich, hier eine Wertung abzugeben, geschweige denn eine Leseempfehlung. Die Geschmäcker sind allerdings verschieden und für LeserInnen, die ruhige Kriminalromane mögen mit einer regionalen Verbindung, könnte das Buch durchaus die richtige Lektüre sein. Der Hang zu Märchen und Sagen sollte aber auch unbedingt vorhanden sein.

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Veröffentlicht am 19.06.2022

Wo ist die Liebe hin?

AMEN
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Samuel wurde verlassen, seine Frau Joyce ist gegangen und hat nur einen Karton dagelassen, den sie nun abholen will. Um sich abzulenken, geht Sam spazieren und findet im Wald hinter dem Dorf Amen ein ausgebranntes ...

Samuel wurde verlassen, seine Frau Joyce ist gegangen und hat nur einen Karton dagelassen, den sie nun abholen will. Um sich abzulenken, geht Sam spazieren und findet im Wald hinter dem Dorf Amen ein ausgebranntes Auto, darunter eine Leiche.

Ich bin nicht sicher, wie ich das Buch einordnen, wie ich diese Geschichte rezensieren soll. Der Klappentext klang interessant, der Inhalt war es nicht. Der Protagonist monologisiert, er schwadroniert und, ehrlich gesagt, er langweilt mich. Ganze Seiten voll mit Gedanken, Erinnerungen, Wünschen und Vorstellungen; gestern, heute, damals und morgen. Vergangene Ereignisse, unwichtige Begebenheiten, Meilensteine, Verluste, Erfolge und sein Werdegang. Manche Sätze ziehen sich über Seiten, ein Anfang, die Mitte, wo ist denn das Ende hin? Ich verliere immer wieder den Faden und weiß manchmal gar nicht so richtig, um was es eigentlich geht. Auf jeden Fall geht es so oft um die verlorene Liebe, dass ich seine Frau verstehe, dass sie ihn verlassen hat. Er jammert, er analysiert, er zerstückelt sein Leben, sucht nach dem Grund und findet ihn nicht. So geht es mir auch. Sollte diese Geschichte einen Sinn haben, so finde ich ihn nicht. Aber vielleicht habe ich ihn einfach nur nicht verstanden. Für mich war das nicht genug. Schade.

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