Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat ...
Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat sich Jacob, der neue Freund von Milena, der Gruppe angeschlossen. Dieser schlägt ein gänzlich anderes Ziel vor und setzt sich durch. Die von ihm angestrebte Route ist anspruchsvoller, aber auch gefährlicher und die Dynamik zwischen den Personen entwickelt sich immer mehr in die falsche Richtung. Bald eskaliert eine Situation und das Misstrauen wird größer.
Aus der Sicht der Ich-Erzählerin Anna erfuhr ich, was passiert ist, unterbrochen wurde diese Erzählung durch Wechsel der Perspektive, Anna wurde vernommen und beantwortete Fragen zum Geschehen. Anna war keine gute Erzählerin, sie verlor sich in seitenweisen Beschreibungen der Natur, hängte sich an Kleinigkeiten fest, manches mal sehnte ich mich nach den Passagen mit der Vernehmung zurück, die im Laufe der Geschichte mein einziger Lichtblick waren im Buch. Die restlichen Charaktere blieben bis zum Ende für mich nicht greifbar, ich weiß nicht, ob dies geheimnisvoll wirken sollte, oder der fehlenden Phantasie geschuldet ist.
Die komplette Story hätte gekürzt wahrscheinlich ihre Wirkung nicht verfehlt, so aber bleibe ich enttäuscht zurück. Nur wenig Spannung war zu spüren, ein minimaler Nervenkitzel hier und da, und lediglich die Hoffnung auf eine gute Auflösung hielt mich im Buch, aber auch da hatte ich kein Glück. Für Fans von sehr ruhigen Spannungsromanen, die gleichzeitig naturliebend sind, wäre dies sicherlich das passende Buch.
Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die ...
Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die sie kurz davor in einem Zug kennengelernt und kurzerhand eingeladen hat. Monas einziger Besitz passt in eine Sporttasche, die geheimnisvolle Frau fasziniert Jan vom ersten Augenblick an. In den nächsten Tagen verbringen die beiden jede freie Minute zusammen und Mona erzählt Jan ihre Lebensgeschichte. Erbost darüber, was ihr zugestoßen ist, macht sich Jan kurz darauf auf den Weg nach Italien, um das Unrecht, das seiner Geliebten zugestoßen ist, zu rächen.
„Denn dieser Schauspieler mochte vielleicht genial sein - das konnte er nicht beurteilen -, aber er hatte unter Garantie einen an der Waffel. Und insgeheim rechnete Wolf jeden Abend damit, dass er nicht erschien.“ (Seite 119)
Ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich das Buch einordnen soll, ich bin immer noch etwas irritiert von der Geschichte. Kein Roman, kein Krimi, mehr Tragödie oder Drama, aber vorrangig wahrscheinlich eine Hommage an den verstorbenen Schauspieler Klaus Kinski, der ähnliche Charakterzüge aufwies, wie der Protagonist im vorliegenden Werk. Die cholerischen Momente, die Beschimpfungen und Beleidigungen, die zuweilen vulgäre Art und Weise beider Hauptfiguren sollten wahrscheinlich schocken, erzeugten bei mir allerdings eher das gegenteilige Gefühl.
„Es gibt Katastrophen, die brechen aus heiterem Himmel über einen herein, und andere nähern sich langsam und unaufhörlich. Das hier war so eine von den langsamen.“ (Seite 92)
Leider hatte ich stellenweise das Gefühl, einen Groschenroman zu lesen, aber keinen von den Guten, wie ich sie früher wirklich gerne gelesen habe, sondern eher einen, der sich nicht um einen literarischen Anspruch schert und eher auf Schockmomente sowie billige körperliche Reize setzt. So etwas bin ich von der Autorin nicht gewohnt und bleibe enttäuscht zurück. Da half auch die Enthüllung am Ende nichts, die folgende Auflösung konnte ebenfalls nicht mehr retten, was nicht zu retten war. Schade, denn dies habe ich nicht erwartet und nicht gewünscht. Ich hoffe, das nächste Buch wird mich besser unterhalten.
Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen ...
Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen Ereignis und will Beweise dafür gefunden haben, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern einen gezielten Anschlag gehandelt hat.
Der Verlag wirbt für das vorliegende Buch und verspricht eine hochspannende Mischung aus Investigativ-Roman und Spionagethriller, was mich im Zusammenhang mit dem tollen Cover sehr neugierig gemacht hat. Bereits nach wenigen Seiten jedoch bin ernüchtert und überrascht, weil nicht nur die versprochene Spannung, sondern auch Beweise für die gewagte These gänzlich fehlen. Die Vermutungen und Annahmen halten einer näheren Überprüfung leider nicht stand.
„Es sind entscheidende Spuren, die eine kalte und minutiöse Präzision erkennen lassen, die reich an Details sind und in Verbindung mit unbestreitbaren Fakten und Daten stehen.“ (Seite 16)
Der Autor kaut wiederholt den Unfall durch, erstellt eine Chronologie der Ereignisse und hängt sich an Einzelheiten fest, die nicht nur uninteressant, sondern fast absurd sind, denn es mag wichtig gewesen sein, wer im Wagen wo gesessen hat, was die beteiligten Personen aber zum Frühstück gegessen oder im späteren Verlauf zum Mittagessen getrunken haben, kann für die späteren Ereignisse nun wirklich nicht von Bedeutung sein. Auch die Anzahl der anscheinend zahlreichen Geliebten von Camus und dessen Nachrichten an diese vor der verhängnisvollen Fahrt ist meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang irrelevant. Die politischen Vorkommnisse dagegenzustellen hilft ebenfalls nicht weiter, denn natürlich kann man einen Verdacht dadurch erhärten, dass man Tatsachen so lange verdreht, bis sie zur Theorie passen. Wahrer werden diese dadurch aber nun mal nicht.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass es zwar keine Zeitverschwendung war, dieses Buch zu lesen, bereichernd war es allerdings auch nicht. Schade.
Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen ...
Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen bekommt, die Erinnerungen ans Licht bringt, die er nicht zulassen will. Kurz darauf bekommt er ein Handy zugespielt mit Nachrichten, die ihn auffordern, sich an die Ereignisse von damals zu erinnern. Als dann auch noch eine Person anruft, die mit Majas Stimme nach Aufklärung verlangt, gerät Arno ins Schwitzen. Was ist damals passiert und hat er etwas damit zu tun?
Es fällt mir unendlich schwer, die Rezension zu dem vorliegenden Buch zu schreiben. Mir fehlen fast die Worte, um in Sätzen zu beschreiben, wie es war. Der Klappentext versprach hier eine nervenaufreibende Geschichte, das einzige, was hier strapaziert wurde, sind allerdings meine Nerven gewesen. Bereits das erste Drittel zog sich hin, ausführlich und langatmig arbeitete der Autor auf einen Höhepunkt hin, der allerdings quälend langsam hinausgezögert wurde, sodass ich oft abgelenkt war und zwischendurch auf Autopilot geschaltet habe. Der Protagonist war dabei nicht nur unsympathisch, sondern regelrecht nervig; seine Gedanken und Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, meistens sogar absolut unglaubwürdig. Für einen studierten Menschen kam er mir reichlich dumm vor und das meine ich durchaus so abwertend, wie es hier steht. Tut mir wirklich leid.
Die Story selbst drehte sich eine lange Zeit über im Kreis, von atemloser Spannung gab es keine Spur. Immer und immer wieder dachte ich, dass es nun endlich losgehen würde, aber ein ums andere Mal wurde ich enttäuscht. Das letzte Drittel hat meine Erwartungen dann tatsächlich noch einmal unterboten, eine hanebüchenere Geschichte habe ich selten gelesen. Zusammen mit den hölzernen Dialogen ergab dies ein Leseerlebnis, das ich so schlecht lange nicht mehr erlebt habe. Leider kann ich persönlich keine Leseempfehlung aussprechen, lediglich darauf hinweisen, dass es sinnvoll ist, wenn sich hier jeder ein eigenes Bild macht.
Hier sollte sie also stehen, meine überschwängliche und begeisterte Rezension. In Lobeshymnen wollte ich mich ergehen, Bestseller rufen, ein Jahrhundertbuch, ein Meisterwerk! Nichts davon ist es geworden, ...
Hier sollte sie also stehen, meine überschwängliche und begeisterte Rezension. In Lobeshymnen wollte ich mich ergehen, Bestseller rufen, ein Jahrhundertbuch, ein Meisterwerk! Nichts davon ist es geworden, Ernüchterung machte sich nach dem lesen bei mir breit, enttäuscht und traurig klappte ich das Buch zu und war sprachlos. Bis jetzt. Warum das so war, das erzähle ich euch im folgenden.
Bereits die ersten Seiten ließen mich zweifeln, ob meine Erinnerung mich nicht betrogen hat; ausschweifend referierte der Autor darüber, was er schreiben wird, wiederholte sich und hat es geschafft, meine Neugier gegen Null zu drücken, was an sich ja schon fast eine Leistung ist. Ich habe durchgehalten und dachte, wenn es einmal losgeht, dann packt es mich sicherlich. Dann ging es los und nichts geschah; kein Sog, kein Glücksgefühl stellte sich ein, Sätze über halbe Seiten lullten mich ein und die versprochene Spannung blieb einfach aus. Dafür bekam ich Einblick in die Gefühlswelt eines Teenagers, der siebzehnjährige Bret erläuterte mir ausführlich, wie es ist, von Hormonen überschüttet zu werden, stündlich, minütlich, sekündlich an Sex zu denken oder darüber, wann die Haushälterin nach Hause kommt, man könnte sich vorher noch auf die Schnelle einen runterholen. Die Länge gewisser Körperteile wurde genauso akribisch dokumentiert und auch der Pflichtsex mit der Alibifreundin seitenlang diskutiert. Nun könnte man ja sagen, ich könnte dieses Drittel überspringen, schließlich war Bret siebzehn und gerade in der Pubertät, auf der Suche nach Identität und der sexuellen Präferenz. Anscheinend ist der siebenundfünfzigjährige Bret da noch drin, anders kann ich es mir nicht erklären. Aber gut, überspringen wir dieses Drittel und gehen zum nächsten.
Was in American Psycho erfrischend neu und aufregend war, empfand ich hier fast schon beleidigend, weil Lücken füllend. Klamotten, Marken, Autos und Luxus; das Polopony von Ralph Lauren wird mich in allen Pastellfarben in den nächsten Träumen verfolgen und auch bunte Shorts, Bootsschuhe sowie Hemden von Armani werde ich in Zukunft vorerst meiden. Nun kann man das Gefühl der Achtziger sicherlich subtiler transportieren, ich fühlte mich einfach erschlagen von der Fülle an Informationen zu mehr oder weniger unwichtigen Nebensächlichkeiten. Auch dieses Drittel überspringen wir, schließlich ist das Buch dick genug, es bleiben genug Seiten über.
Kommen wir doch mal zum Kern der Story, es ging um einen neuen Mitschüler, dazu gab es einen Serienkiller und das Böse hielt Einzug. Die Frage ist hier, wo dies passierte und wann, denn im Buch passierte lange Zeit nichts. Schreckmomente gab es, weil jemand zu schüchtern war, dann zu selbstbewusst, jemand hat seltsam geschaut oder ging shoppen. Der Rest der Personen war toll in der Schule, obwohl sie alle den halben Tag zugedröhnt verbrachten und die restliche Zeit ging auf, na ihr wisst schon, drauf. Vor dreißig Jahren hätte mich die Story geschockt, ich wäre fasziniert gewesen, heute konnte ich nur müde lächeln und krampfhaft versuchen, nicht einzuschlafen. Immer wieder warf der Autor mir Häppchen zu der versprochenen nervenaufreibenden Geschichte hin und immer wieder enttäuschte er mich und schweifte ab.
Zum Ende des letzten Drittels war es dann soweit, die Situation eskalierte, Dramen spielten sich ab. Ich wusste nicht mehr, was wahr und was erfunden war, konnte der Geschichte kaum noch folgen und brachte es schnell hinter mich. Die Enthüllung am Ende brachte mich etwas aus dem Konzept und lägen nicht hunderte Seiten hinter mir, die mir keine Freude brachten, so wäre ich begeistert gewesen und hätte diesen Einfallsreichtum gefeiert, so aber war ich froh, es geschafft zu haben. Leider war dieses Werk für mich, anders als American Psycho, kein Lesegenuss, der Autor hat mich nicht erreicht. Zumindest das Cover ist toll und meine Vorfreude war riesig. Immerhin.