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Veröffentlicht am 25.01.2025

Wenn die Chemie nicht stimmt…

Gegenspieler
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Ein bekannter Anwalt wird tot aufgefunden, Karl Müller, einer der Partner der Düsseldorfer Starkanzlei Müller & Mahler, soll sich umgebracht haben. Die Kanzlei beauftragt den Fallanalytiker und Privatermittler ...

Ein bekannter Anwalt wird tot aufgefunden, Karl Müller, einer der Partner der Düsseldorfer Starkanzlei Müller & Mahler, soll sich umgebracht haben. Die Kanzlei beauftragt den Fallanalytiker und Privatermittler Max Bischoff damit, herauszufinden, wer Müller umgebracht hat, denn an einen Suizid glaubt dort, anders als es die Polizei tut, niemand. Als eine weitere Person stirbt, wird Ernst Mahler verhaftet, dem man plötzlich beide Todesfälle zur Last legt. Pirlo übernimmt dessen Verteidigung und muss damit mit Max Bischoff zusammenarbeiten, was sich als schwierig herausstellt, da die Chemie zwischen den Männern einfach nicht stimmt.

Der überwiegend humorbefreite und geniale Analyst Professor Max Bischoff und der vorrangig mit seinen Haaren beschäftigte Staranwalt Dr. Anton Pirlo in einem Buch, kann das gutgehen? Dazu ein ganz klares Jein, oder wie Pirlo sagen würde: Manche sagen so, manche sagen so. Aber der Reihe nach. Wirtschaft und Politik funktionieren für mich persönlich in Büchern nur dann, wenn die Geschichte außergewöhnlich und vor allem spannend ist. Im vorliegenden Fall jedoch hatte ich das Gefühl, einen Roman zu lesen, in dem zwei erwachsene Männer um eine Frau buhlen. Ihnen und auch fast allen anderen Männern im Buch fällt an Frauen zudem zuerst deren Schönheit auf, der Rest ist dabei zweitrangig. Das war mir dann doch zu klischeehaft und hätte nur funktionieren können, wenn der Fall selbst spektakulär gewesen wäre, diesen hatte ich zwischendurch aber tatsächlich fast vergessen. Es brauchte fast das halbe Buch, bis es in Richtung Ermittlungen ging, dies aber sehr gemächlich, als hätte man alle Zeit der Welt, obwohl es eigentlich fünf vor zwölf war.

Der Fall war kompliziert und letztendlich habe ich die Auflösung nicht verstanden, wenn ich ehrlich sein soll. Der Weg dahin war holprig und voller unwichtiger Episoden, mehr ein Drama als Krimi, so würde ich es zusammenfassen. Bedauerlicherweise eine Enttäuschung auf ganzer Linie, sodass ich einer Fortsetzung nicht entgegen fiebern werde. Schade, denn die Kombination klang interessant, aber die Umsetzung ist leider nicht gelungen. Demnächst bitte lieber getrennte Ermittlungen, dann passt es besser.

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Tödliche Wanderroute

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat ...

Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat sich Jacob, der neue Freund von Milena, der Gruppe angeschlossen. Dieser schlägt ein gänzlich anderes Ziel vor und setzt sich durch. Die von ihm angestrebte Route ist anspruchsvoller, aber auch gefährlicher und die Dynamik zwischen den Personen entwickelt sich immer mehr in die falsche Richtung. Bald eskaliert eine Situation und das Misstrauen wird größer.

Aus der Sicht der Ich-Erzählerin Anna erfuhr ich, was passiert ist, unterbrochen wurde diese Erzählung durch Wechsel der Perspektive, Anna wurde vernommen und beantwortete Fragen zum Geschehen. Anna war keine gute Erzählerin, sie verlor sich in seitenweisen Beschreibungen der Natur, hängte sich an Kleinigkeiten fest, manches mal sehnte ich mich nach den Passagen mit der Vernehmung zurück, die im Laufe der Geschichte mein einziger Lichtblick waren im Buch. Die restlichen Charaktere blieben bis zum Ende für mich nicht greifbar, ich weiß nicht, ob dies geheimnisvoll wirken sollte, oder der fehlenden Phantasie geschuldet ist.

Die komplette Story hätte gekürzt wahrscheinlich ihre Wirkung nicht verfehlt, so aber bleibe ich enttäuscht zurück. Nur wenig Spannung war zu spüren, ein minimaler Nervenkitzel hier und da, und lediglich die Hoffnung auf eine gute Auflösung hielt mich im Buch, aber auch da hatte ich kein Glück. Für Fans von sehr ruhigen Spannungsromanen, die gleichzeitig naturliebend sind, wäre dies sicherlich das passende Buch.

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Eine bühnenreife Katastrophe

Romeos Tod
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Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die ...

Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die sie kurz davor in einem Zug kennengelernt und kurzerhand eingeladen hat. Monas einziger Besitz passt in eine Sporttasche, die geheimnisvolle Frau fasziniert Jan vom ersten Augenblick an. In den nächsten Tagen verbringen die beiden jede freie Minute zusammen und Mona erzählt Jan ihre Lebensgeschichte. Erbost darüber, was ihr zugestoßen ist, macht sich Jan kurz darauf auf den Weg nach Italien, um das Unrecht, das seiner Geliebten zugestoßen ist, zu rächen.

„Denn dieser Schauspieler mochte vielleicht genial sein - das konnte er nicht beurteilen -, aber er hatte unter Garantie einen an der Waffel. Und insgeheim rechnete Wolf jeden Abend damit, dass er nicht erschien.“ (Seite 119)

Ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich das Buch einordnen soll, ich bin immer noch etwas irritiert von der Geschichte. Kein Roman, kein Krimi, mehr Tragödie oder Drama, aber vorrangig wahrscheinlich eine Hommage an den verstorbenen Schauspieler Klaus Kinski, der ähnliche Charakterzüge aufwies, wie der Protagonist im vorliegenden Werk. Die cholerischen Momente, die Beschimpfungen und Beleidigungen, die zuweilen vulgäre Art und Weise beider Hauptfiguren sollten wahrscheinlich schocken, erzeugten bei mir allerdings eher das gegenteilige Gefühl.

„Es gibt Katastrophen, die brechen aus heiterem Himmel über einen herein, und andere nähern sich langsam und unaufhörlich. Das hier war so eine von den langsamen.“ (Seite 92)

Leider hatte ich stellenweise das Gefühl, einen Groschenroman zu lesen, aber keinen von den Guten, wie ich sie früher wirklich gerne gelesen habe, sondern eher einen, der sich nicht um einen literarischen Anspruch schert und eher auf Schockmomente sowie billige körperliche Reize setzt. So etwas bin ich von der Autorin nicht gewohnt und bleibe enttäuscht zurück. Da half auch die Enthüllung am Ende nichts, die folgende Auflösung konnte ebenfalls nicht mehr retten, was nicht zu retten war. Schade, denn dies habe ich nicht erwartet und nicht gewünscht. Ich hoffe, das nächste Buch wird mich besser unterhalten.

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Veröffentlicht am 26.03.2024

Vage Vermutung

Camus muss sterben
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Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen ...

Der französische Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Albert Camus starb am 04. Januar 1960 bei einem Autounfall. Der italienische Schriftsteller und Dichter Giovanni Catelli widmet sich diesem tragischen Ereignis und will Beweise dafür gefunden haben, dass es sich nicht um einen Unfall, sondern einen gezielten Anschlag gehandelt hat.

Der Verlag wirbt für das vorliegende Buch und verspricht eine hochspannende Mischung aus Investigativ-Roman und Spionagethriller, was mich im Zusammenhang mit dem tollen Cover sehr neugierig gemacht hat. Bereits nach wenigen Seiten jedoch bin ernüchtert und überrascht, weil nicht nur die versprochene Spannung, sondern auch Beweise für die gewagte These gänzlich fehlen. Die Vermutungen und Annahmen halten einer näheren Überprüfung leider nicht stand.

„Es sind entscheidende Spuren, die eine kalte und minutiöse Präzision erkennen lassen, die reich an Details sind und in Verbindung mit unbestreitbaren Fakten und Daten stehen.“ (Seite 16)

Der Autor kaut wiederholt den Unfall durch, erstellt eine Chronologie der Ereignisse und hängt sich an Einzelheiten fest, die nicht nur uninteressant, sondern fast absurd sind, denn es mag wichtig gewesen sein, wer im Wagen wo gesessen hat, was die beteiligten Personen aber zum Frühstück gegessen oder im späteren Verlauf zum Mittagessen getrunken haben, kann für die späteren Ereignisse nun wirklich nicht von Bedeutung sein. Auch die Anzahl der anscheinend zahlreichen Geliebten von Camus und dessen Nachrichten an diese vor der verhängnisvollen Fahrt ist meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang irrelevant. Die politischen Vorkommnisse dagegenzustellen hilft ebenfalls nicht weiter, denn natürlich kann man einen Verdacht dadurch erhärten, dass man Tatsachen so lange verdreht, bis sie zur Theorie passen. Wahrer werden diese dadurch aber nun mal nicht.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass es zwar keine Zeitverschwendung war, dieses Buch zu lesen, bereichernd war es allerdings auch nicht. Schade.

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Konstruiert und ohne Spannung

Erinnere dich!
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Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen ...

Maja ist vor zwanzig Jahren bei einer Wanderung mit ihrem Freund Arno sowie einem weiteren Pärchen verschwunden. Arno hat ihr Verschwinden über die vielen Jahre verdrängt, als er eine Einladung zum Abitreffen bekommt, die Erinnerungen ans Licht bringt, die er nicht zulassen will. Kurz darauf bekommt er ein Handy zugespielt mit Nachrichten, die ihn auffordern, sich an die Ereignisse von damals zu erinnern. Als dann auch noch eine Person anruft, die mit Majas Stimme nach Aufklärung verlangt, gerät Arno ins Schwitzen. Was ist damals passiert und hat er etwas damit zu tun?

Es fällt mir unendlich schwer, die Rezension zu dem vorliegenden Buch zu schreiben. Mir fehlen fast die Worte, um in Sätzen zu beschreiben, wie es war. Der Klappentext versprach hier eine nervenaufreibende Geschichte, das einzige, was hier strapaziert wurde, sind allerdings meine Nerven gewesen. Bereits das erste Drittel zog sich hin, ausführlich und langatmig arbeitete der Autor auf einen Höhepunkt hin, der allerdings quälend langsam hinausgezögert wurde, sodass ich oft abgelenkt war und zwischendurch auf Autopilot geschaltet habe. Der Protagonist war dabei nicht nur unsympathisch, sondern regelrecht nervig; seine Gedanken und Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar, meistens sogar absolut unglaubwürdig. Für einen studierten Menschen kam er mir reichlich dumm vor und das meine ich durchaus so abwertend, wie es hier steht. Tut mir wirklich leid.

Die Story selbst drehte sich eine lange Zeit über im Kreis, von atemloser Spannung gab es keine Spur. Immer und immer wieder dachte ich, dass es nun endlich losgehen würde, aber ein ums andere Mal wurde ich enttäuscht. Das letzte Drittel hat meine Erwartungen dann tatsächlich noch einmal unterboten, eine hanebüchenere Geschichte habe ich selten gelesen. Zusammen mit den hölzernen Dialogen ergab dies ein Leseerlebnis, das ich so schlecht lange nicht mehr erlebt habe. Leider kann ich persönlich keine Leseempfehlung aussprechen, lediglich darauf hinweisen, dass es sinnvoll ist, wenn sich hier jeder ein eigenes Bild macht.

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