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Veröffentlicht am 03.03.2019

spannende, humor- und fantasievolle Romantasy

Gold und Schatten
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Im ersten Band ihrer Dilogie „Gold und Schatten“ erzählt Kira Licht von Livia, einer sechzehnjährigen Diplomatentochter, die nicht nur neu in Paris ist, sondern plötzlich auch mit Pflanzen kommunizieren ...

Im ersten Band ihrer Dilogie „Gold und Schatten“ erzählt Kira Licht von Livia, einer sechzehnjährigen Diplomatentochter, die nicht nur neu in Paris ist, sondern plötzlich auch mit Pflanzen kommunizieren kann. Das verwirrt sie alles sehr und macht ihr ziemlich Angst. Als sie dann auch noch auf Maél trifft, einen siebzehnjährigen Schüler, den irgendein Geheimnis zu umgeben scheint und der ihr sofort den Kopf verdreht, ist das Chaos perfekt und ihre Welt steht Kopf.

Die Geschichte wird durchgehend aus der Ich-Perspektive von Livia erzählt, wodurch man wunderbare Einblicke in ihre Gefühlswelt erhält und quasi live miterlebt, wie sehr sie ihre neuen Fähigkeiten, die häufigen Schulwechsel und natürlich Maél beschäftigen.
Der Schreibstil ist wirklich fantastisch und hat mich von Anfang an in Begeisterung versetzt. Die Sprache ist locker und leicht zu lesen und die Autorin verwendet so viele wunderschöne und auch amüsante Vergleiche, dass ich mir alles nicht nur bildlich vorstellen konnte, sondern auch noch häufig ein Schmunzeln auf den Lippen hatte. Die Dialoge sind frech, spritzig und witzig und haben mich mehr als einmal zum Lachen gebracht.
Das soll nun aber nicht heißen, dass es sich hier um eine Komödie handelt. Nein, es ist wirklich ein wunderbares Urban-Fantasybuch, in dem eine fantastische, detailreiche und logische Götterwelt mitten in Paris geschaffen wurde. Die Erklärungen wirken alle authentisch und der Detailreichtum aus der griechischen Mythologie hat mich wirklich begeistert. Durch jahrelangen Lateinunterricht habe ich ein großes Faible für die griechische und römische Mythologie und fand es daher super, wie diese Geschichten neu aufbereitet und mit einem modernen Touch versehen wurden, ohne dass es gewollt oder übertrieben wurde. Nein, es passte einfach alles stimmig zusammen.

In diesem göttlichen Paris verfolgt man dann Maéls und Livias „Mission“ und erlebt mit, wie sie sich langsam annähern und umeinander tanzen. Dabei entdecken und erleben sie immer wieder Verwunderliches, weshalb ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte, weil ich wissen wollte, welche Überraschung wohl als nächstes auf die beiden wartet.

Ich muss sagen, mir war Maél auch wirklich sympathisch, da ich ihm den Bad Boy von Anfang an nicht so richtig abgekauft habe und man eigentlich recht deutlich spürt, wie es um seine Gefühle bestellt ist. Ich fand ihn einfach nur klasse, trotz seiner manchmal brummigen Art und abrupten Stimmungswechsel.
Mit Livia hatte ich ab und zu so meine Probleme, weil sie mir manchmal zu sehr Dramaqueen war und ihre Verhaltensweisen doch recht sprunghaft sind, von verängstigt und schüchtern bis hin zu riesengroßer Klappe war alles dabei. Ich schiebe das einfach mal auf das Verhalten Sechzehnjähriger, womit ich mich noch nie identifizieren konnte (ha, nicht einmal als ich selbst in dem Alter war, dumm gelaufen), und habe mich damit arrangiert, weil meine Faszination über die fantasievolle Erzählung und den Einfallsreichtum der Autorin überwogen hat.
Neben Livia und Maél gibt es noch einige Nebencharaktere, die genauso liebevoll ausgestaltet wurden, wie die beiden Protagonisten und maßgeblich zur Geschichte beitragen. Mir haben die Interaktionen zwischen Livia und ihren Freundinnen sehr gut gefallen, die so bodenständig und gleichzeitig völlig flippig sind. Und dazu noch der gestresste Hermes mit seiner Handyarmada oder der Quizkönig Ödipus…einfach genial!

Mir hat das Buch und der Ausflug in das göttliche Paris wirklich sehr gut gefallen und von Anfang an gefesselt. Es hat mich verzaubert und sehr gut unterhalten und jetzt bin ich schon sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht und welche Götter noch so auftreten und ob sich ein gewisses Trio als die mythologischen Gestalten entpuppen, für die ich sie halte.

Vielen Dank an Netgalley und den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 10.02.2019

gefühlvoll, herzzerreißend, bewegend

All In - Zwei Versprechen
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Im zweiten Band der „All In“ Diologie von Emma Scott müssen Jonahs Familie und Freunde lernen, mit seinem Tod klarzukommen, allen voran Kacey und Theo. Kacey wird alles zu viel und sie flüchtet nach New ...

Im zweiten Band der „All In“ Diologie von Emma Scott müssen Jonahs Familie und Freunde lernen, mit seinem Tod klarzukommen, allen voran Kacey und Theo. Kacey wird alles zu viel und sie flüchtet nach New Orleans, wo sie ihre musikalische Karriere wieder aufnimmt und gleichzeitig ihre Trauer in Alkohol ertränkt. Theo bemüht sich unterdessen zu funktionieren und seine Trauer zu verdrängen, indem er sich für ein Studium, seine Arbeit und Familie abrackert. Ihm selbst hilft jedoch keiner und er wird immer mehr von Selbstzweifeln und Trauer von innen heraus zerfressen, bis er von Kaceys Problemen erfährt. Sofort lässt er alles stehen und liegen und eilt zu Hilfe, denn er möchte zumindest die Hälfte seines Versprechens an Jonah halten: er wird sich um Kacey kümmern. Ob er auch zu seiner Liebe zu ihr stehen kann, steht allerdings in den Sternen.

Nachdem mich der erste Band nicht sonderlich berühren konnte, war ich recht skeptisch, wie es in diesem Band wohl weitergehen würde, zumal sich der Verlauf dieser Geschichte bereits im ersten Teil angedeutet hatte. Und darin lag, denke ich, auch mein Problem mit dem ersten Teil: man spürte einfach irgendwie unterschwellig, dass eigentlich Kacey und Theo zusammengehören und daher fühlte sich die Liebe zwischen Jonah und Kacey für mich nie so richtig echt an.

In diesem Teil ist das jedoch anders, denn man spürt Theos Liebe von der ersten Seite an. Er hatte mich mit seiner unerschütterlichen Loyalität und Aufopferungsbereitschaft schon im ersten Teil fasziniert und hier hat er mein Herz sofort erobert. Bereits der Prolog ließ die Tränen bei mir nur so fließen und so ging es dann auch für viele Kapitel weiter. Theos Gedanken, Zweifel, Ängste und Sorgen wurden so gefühlvoll und authentisch geschildert, dass ich seinen Kummer richtig spüren konnte. Es hat mich berührt und selbst jetzt lässt mich die Geschichte noch nicht ganz los. Denn obwohl Theo scheinbar in allen Bereichen den Kürzeren gezogen hat und sich nun eher wie ein billiger Jonah-Ersatz fühlt, bleibt er nach außen hin stark und hilft allen, ohne an sich und seine Ziele zu denken. Da geht einem gleichzeitig das Herz auf und zieht sich vor Mitleid zusammen.

Auch mit Kacey bin ich in diesem Band warm geworden, da sie eine enorme Entwicklung durchmacht, wie ich finde, was mir sehr gut gefallen hat. Sie streift das unreife Gehabe ab und beginnt ein Leben als erwachsene, selbstbewusste junge Frau, die ihr Leben endlich auf die Reihe kriegen möchte. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Weiterhin haben mich wieder die wunderbare Schreibweise und detaillierten Beschreibungen der Autorin fasziniert. Sie schafft es die künstlerischen Leidenschaften von Theo und Kacey so toll zu schildern, dass ich die Begeisterung spüren und alles vor mir sehen konnte. Ja, ich habe sogar ernsthaft über Tattoos nachgedacht, weil mich die Beschreibungen so fasziniert haben. Auch dass eins der Lieder, die Kacey geschrieben hat, in dem Buch veröffentlicht wurde, fand ich super. Auf so etwas hoffe ich in Musikerbüchern immer und selten wird es gemacht, hier schon, daher Daumen hoch!
Genauso toll waren auch die Beschreibungen von New Orleans, das mit seiner Voodoogeschichte und Farbenpracht vor meinen Augen richtig Gestalt angenommen und mich begeistert hat. In letzter Zeit habe ich zufälligerweise einige Bücher mit New Orleans als Schauplatz gelesen, doch keines hat es geschafft, mir die Stadt so nahe zu bringen wie dieses.

Der einzige Wermutstropfen des Buches war für mich die kleine Nebengeschichte/Drama im dritten und letzten Teil des Buches, die für mich irgendwie erzwungen und zu schnell abgehandelt wirkte. Auch den Sinn dahinter konnte ich nicht ganz so verstehen, was ich etwas schade finde.

Nichtsdestotrotz hat mich dieses Buch wirklich begeistert und beschäftigt mich auch jetzt nach dem Lesen noch. Es ist gefühlvoll geschrieben, zieht einen direkt in die Geschichte und entführt einen an andere Orte und zeigt auf glaubwürdige Weise wie unterschiedlich Menschen mit einem schweren Verlust umgehen und ihre Trauer überwinden. Trauer und Liebe, Schmerz und Freude waren sich in diesem Buch nie fern und gerade diese Mischung hat es in meinen Augen zu etwas ganz Besonderem gemacht.

„Wenn kleine Hoffnungsschimmer auftauchen, muss man an ihnen festhalten. Ihnen zulächeln. Was soll das Ganze sonst?“

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 05.02.2019

toller und gefühlvoller zweiter Teil

Sinful Queen
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Im zweiten Teil der Sinful Empire Reihe „Sinful Queen“ geht die Geschichte von Keira, die sich zur Begleichung ihrer Schulden Mount mit ihrem Körper hingibt, weiter. Beide merken so langsam, dass das, ...

Im zweiten Teil der Sinful Empire Reihe „Sinful Queen“ geht die Geschichte von Keira, die sich zur Begleichung ihrer Schulden Mount mit ihrem Körper hingibt, weiter. Beide merken so langsam, dass das, was ursprünglich als kalter Geschäftsdeal begann, vielleicht auch etwas anderes sein oder werden könnte. Doch beide sind stur und verstricken sich in einem erotischen Machtkampf der Extraklasse.
„Keiner von uns ist bereit nachzugeben. Wenn ich es tue, wird sie das ausnutzen, und wenn sie es tut, werde ich das erst recht ausnutzen.“

Nachdem mich der erste Teil nicht sonderlich vom Hocker gerissen hat, war ich gespannt, wie es in diesem Teil weitergehen würde. Und ich muss sagen, hier wurde ich von der ersten Seite an in die Geschichte gesogen und habe sie in einem Rutsch gelesen, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

In diesem Buch sind die Erzählanteile von Mount und Keira sehr ausgewogen, wodurch man endlich mehr über Mount erfährt, was ich fantastisch finde. Er hat so viele Facetten und es hat unglaublich Spaß gemacht, diese kennenzulernen. Besonders sein Gefühlskonflikt und offenkundige Verwirrung wurden so gut dargestellt, dass mir der Gute richtig ans Herz gewachsen ist. Und naja gleich das erste Kapitel hat schwer an meinem Herz gezerrt, da sich die Autorin nicht scheut Grausamkeiten auch als solche darzustellen. Sie zeigt Mount wie er ist - seine guten und bösen Seiten.

„Ich bin kein guter Mann. Meine Seele ist schwarz. Mein Herz ist aus Stein. Mein Ruf ist keine Legende und kein Mythos, sondern eine Ansammlung von Tatsachen.“

„Keira Kilgore ist das Gegenteil. Sie ist rein. Unschuldig. Verflucht naiv. Sie denkt immer noch, dass sich alle an die Regeln halten und ein gutes Urteilsvermögen letztendlich zum Erfolg führt.“

Auch Keira habe ich in diesem Buch lieb gewonnen. Im ersten Teil fand ich sie noch etwas zu zickig und ihr Verhalten erinnerte mich öfters eher an ein trotziges Kindergartenkind. Hier lernt man ihre verletzliche Seite kennen, aber auch ihre professionelle und vernünftige. Das hat mir sehr gut gefallen.

Toll fand ich auch, wie die Whiskeyherstellung und Keiras Passion für ihre Brennerei in dem Buch geschildert wurden. Es gibt genügend Details, um eine authentische Atmosphäre und Situationen zu schaffen, aber nicht zu viele, als dass man sich langweilen würde. Wirklich toll.

Dieser Band hat mir viel besser gefallen als der erste und mich wirklich gut unterhalten. Neben prickelnder Erotik werden nun auch Gefühle geschildert und die Protagonisten bekommen mehr Substanz, werden mehrdimensionaler, sowie auch ihre Beziehung. Nach dem fiesen Cliffhanger kann ich es jetzt kaum erwarten den dritten Teil zu lesen.

Vielen Dank an Netgalley und den LXY Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, was jedoch keinen Einfluss auf meine Meinung hat.

Veröffentlicht am 09.12.2018

Was sich liebt, das neckt sich

Idol - Gib mir dein Herz
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Im zweiten Teil der VIP-Reihe erzählt Kirsten Callihan die Geschichte des Managers der Band „Kill John“ - Gabriel Scott, auch bekannt als Scottie. Auf einem Flug lernt er unfreiwillig die quirlige Sophie ...

Im zweiten Teil der VIP-Reihe erzählt Kirsten Callihan die Geschichte des Managers der Band „Kill John“ - Gabriel Scott, auch bekannt als Scottie. Auf einem Flug lernt er unfreiwillig die quirlige Sophie Darling kennen, die große Freude daran hat, ihn zu necken. Damit lockt sie den ernsten und eher grummelig wirkenden Scottie aus der Reserve und verwirrt ihn auch ordentlich, weil er nicht weiß, wie er sie handhaben soll. Sophie hingegen findet Gabriel von Anfang an attraktiv, aber auch arrogant und unfreundlich. Dann erfährt sie, dass sie zukünftig eventuell mit ihm zusammen arbeiten muss und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Wie schon der erste Teil wird auch dieses Buch abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Sophie und Gabriel erzählt, sodass man einen wunderbaren Einblick in die Gefühlswelt der beiden erhält. Kirsten Callihans Erzählstil ist so detailreich und einfühlsam, dass ich mich wunderbar in die beiden hineinversetzen konnte. Insbesondere die Darstellung von Gabriels Entwicklung ist ihr einfach fantastisch gelungen. Man erlebt hautnah mit, wie sehr es ihn verstört, plötzlich nicht mehr alle Zügel in der Hand zu haben, wie er merkt, dass sein Panzer Risse bekommt und er sich entscheiden muss, ob er das zulässt oder nicht.

Das Geplänkel zwischen Sophie und Gabriel ist zudem äußerst unterhaltsam und so witzig, dass ich öfters lachen musste.

Zitat: „Ich sitze neben der Frau fest, die offenbar an einem unheilbaren Fall von verbalem Durchfall leidet.“
„Sagt der Mann mit sozialer Verstopfung.“

Der Sarkasmus, der Witz, die Schlagfertigkeit in diesem Buch waren einfach auf den Punkt und haben mir so viel Spaß gemacht. Darüber hinaus sprühen die Funken förmlich aus dem Buch, weil die Anziehung zwischen den beiden so gut beschrieben wird. Normalerweise werde ich recht schnell ungeduldig und genervt, wenn eine offensichtliche Anziehung so lange hinausgezögert und nicht ausgelebt wird. Bei diesem Buch fand ich es jedoch passend und daher kein bisschen nervig. Ganz im Gegenteil kam mir alles authentisch vor, da Veränderungen nun mal Zeit brauchen, und durch die witzigen Gespräche kam auch keine Langeweile auf.

Sehr interessant fand ich auch die Passagen über Scotties Vergangenheit und wie er die Band kennengelernt hat. Er hatte mich mit seiner reservierten Art schon im ersten Teil fasziniert und daher war es schön, mehr über ihn zu erfahren. Auch das Wiederkehren der lieb gewonnenen Charaktere aus Band eins hat mich gefreut. Dennoch denke ich, dass man dieses Buch auch lesen kann, wenn man Teil eins nicht kennt, da die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst werden und sich dieses Buch wirklich um Gabriel und Sophie dreht.

Mein einziger Wermutstropfen war das Drama am Ende, das sich von Anfang an irgendwie abgezeichnet hat und bei dem leider einige Klischees bedient wurden. Ich hätte darauf verzichten können, da es mir eher so vorkam, als müsste man noch schnell eine Wende einbauen, weil das eben so ist bei Büchern dieses Genre. Dennoch hat mir das Buch so viel Spaß gemacht und meine Erwartungen alle erfüllt und teilweise sogar übertroffen, dass ich trotzdem fünf Sterne vergebe. Und nun heißt es über ein halbes Jahr auf Jax warten, auf den ich schon seit dem ersten Teil neugierig bin.

Veröffentlicht am 08.11.2018

gefühlvoll, humorvoll, authentisch, dramatisch - eine wunderbare Geschichte

Trust
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In „Trust“ schildert Kylie Scott die Geschichte von Edie, kurz für Edith, und John, die beide noch die Highschool besuchen und eines schicksalhaften abends zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Sie werden ...

In „Trust“ schildert Kylie Scott die Geschichte von Edie, kurz für Edith, und John, die beide noch die Highschool besuchen und eines schicksalhaften abends zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Sie werden Opfer eines schrecklichen Überfalls und ihre Welt völlig auf den Kopf gestellt. Nach einem Schulwechsel von Edie begegnen sie sich wieder und stellen fest, dass man zusammen manchmal besser heilt als allein.

Dieses Buch hat mich wirklich begeistert, gefesselt, nachdenklich gestimmt und von der ersten Seite an in seinen Bann geschlagen.
Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen ist da der fantastische, lockere und witzige Schreibstil. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Edie erzählt, die eine sehr humorvolle, leicht sarkastische Art hat, ihr Leben und ihre Umwelt zu beschreiben. Edie ist leicht schrullig, ein bisschen verrückt und nach dem Überfall verändert sie ihr Leben radikal. Das ehemals ruhige, brave Mädchen, das aufgrund seiner etwas fülligeren Gestalt jahrelang Opfer von Mobbing war, wird zu einem toughen, teils aufmüpfigen Mädchen, das sich nichts mehr gefallen lassen möchte, denn das Leben ist viel zu kurz. Stattdessen möchte sie so viele erste Mal wie nur möglich erleben, damit sie nichts mehr verpasst.
Kylie Scott gelingt es dabei, das Gleichgewicht zwischen Ernst und Humor wunderbar zu halten. Es gibt die tiefen Töne, bei denen man von den Nachwirkungen des Überfalls erfährt, wie er Edie lange Zeit verfolgt und ihre verwirrten Gedanken darüber, wie es nun weiter gehen soll. Dann gibt es die lustigen Momente, in denen sie sich mit ihrer leicht tollpatschigen Art in ihrer neuen Welt zurecht und neue Freunde findet.
Auch Johns Entwicklung wird wunderbar geschildert, obwohl nur aus Edies Sicht erzählt wird. Mir hat es so gut gefallen, das Kylie Scott mit der Geschichte zeigt, wie unterschiedlich ein einschneidendes Erlebnis die Menschen verändern kann. Das vermeintlich brave Mädchen wird tough, lässt sich nichts mehr bieten, und tendiert nun eher zum „Bad Girl“. Der vermeintliche Bad Boy und Drogendealer, setzt sich auf den Hintern und möchte etwas aus sich machen, weil er gesehen hat, was sonst aus ihm werden könnte.
Trotz all ihrer Unterschiede finden sie zu einander und unterstützen sich. Dabei wird ihre Freundschaft und aufkeimende Liebe wunderschön und in einem nachvollziehbaren Tempo geschildert.
Auch die Freunde der beiden verleihen der Geschichte eine zusätzliche Prise Humor und Authentizität. Es macht einfach Laune von den Interaktionen der Freunde miteinander zu lesen. Es ist ein verrückter Haufen, der auf seine Art und Weise für einander da ist.

Das Buch behandelt jedoch nicht nur die Verarbeitung eines traumatischen Erlebnisses und all der damit einhergehenden Folgen, sondern thematisiert auch Mobbing und Drogen, sowie das Schubladendenken der Leute. Wenn man einmal in einer Schublade steckt, ist es sehr schwer dort wieder rauszukommen.

Nichts davon kommt jedoch wie eine Moralpredigt rüber, sondern fließt wie nebenbei in die Geschichte ein, wird mit dem Hauptstrang zu einem bunten, detailreichen Teppich verknüpft.

Wie man merkt hat mich das Buch wirklich begeistert und ich hätte noch viel mehr von den beiden lesen können, einfach weil ich sie ins Herz geschlossen habe und einen der Schreibstil packt und nicht mehr loslässt. Das Buch hat mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch zum Nachdenken angeregt.

„Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Jeder Einzelne von uns ist eine einzigartige, kleine Sonnenblume.“