Cover-Bild Fanatisch
(76)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
17,95
inkl. MwSt
  • Verlag: Coppenrath
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 05.02.2018
  • ISBN: 9783649624547
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Patricia Schröder

Fanatisch

Sechs Mädchen verschwinden spurlos und kehren nach sechs Tagen völlig unvermittelt nach Hause zurück – in einheitlicher Kleidung, mit einer genähten Wunde an der Hand und alle sechs schweigen beharrlich. Religiöse Fanatiker haben sie auf grausame Weise biblischen Ritualen unterzogen. Nara ist eine der Geiseln gewesen und auch sie darf kein Wort sprechen. Denn der Entführer hat gedroht, ihrem Bruder etwas anzutun. Doch warum wurde gerade sie auserwählt? Langsam erkennt Nara, dass ihr Martyrium Teil eines größeren Plans ist, in dem sie eine besondere Rolle spielt. Und nur wenn sie es rechtzeitig schafft, sich in die fanatische Gedankenwelt des Täters zu vertiefen, kann sie das große angekündigte Unheil verhindern.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2018

Spannend, schonungslos und sadistisch!

0

Allgemeines:

Titel: Fanatisch
Autor: Patricia Schröder
Verlag: Coppenrath (5. Februar 2018)
Genre: Thriller
ISBN-10: 3649624540
ISBN-13: 978-3649624547
ASIN: B079C1LNXZ
Seitenzahl: 368 Seiten
Preis: ...

Allgemeines:

Titel: Fanatisch
Autor: Patricia Schröder
Verlag: Coppenrath (5. Februar 2018)
Genre: Thriller
ISBN-10: 3649624540
ISBN-13: 978-3649624547
ASIN: B079C1LNXZ
Seitenzahl: 368 Seiten
Preis: 12,99€ (Kindle-Edition)
17,95€ (Gebundene Ausgabe)



Inhalt:

„Stelle dich niemals gegen den göttlichen Willen! Es könnten furchtbare Dinge geschehen.“

Sechs Mädchen verschwinden spurlos und kehren nach sechs Tagen völlig unvermittelt nach Hause zurück – in einheitlicher Kleidung, mit einer genähten Wunde an der Hand und alle sechs schweigen beharrlich. Religiöse Fanatiker haben sie auf grausame Weise biblischen Ritualen unterzogen. Nara ist eine der Geiseln gewesen und auch sie darf kein Wort sprechen. Denn der Entführer hat gedroht, ihrem Bruder etwas anzutun. Doch warum wurde gerade sie auserwählt? Langsam erkennt Nara, dass ihr Martyrium Teil eines größeren Plans ist, in dem sie eine besondere Rolle spielt. Und nur wenn sie es rechtzeitig schafft, sich in die fanatische Gedankenwelt des Täters zu vertiefen, kann sie das große angekündigte Unheil verhindern.


Bewertung:


Nachdem ich mit Begeisterung den Jugendbuchbestseller "Blind Walk" und die "Meeresflüstern"-Trilogie von Patrica Schröder geschrieben hat, womit sie nach zahlreichen Kinderbüchern auch im Jugendbuch Genre Erfahrungen sammelte, musste ich den neuen Thriller von ihr natürlich auch lesen. Der Klapptext wies auf eine spannende, beklemmende Sekten-Geschichte hin, was die Story dann auch gehalten hat.


„Du bist schuldig. Du musst büßen.“



Das Cover ist mit dem dunkel-violetten Hintergrund und den hellen Lichteffekten zwar nicht besonders reich an verschiedenen Motiven, hat jedoch durchaus Atmosphäre. Gerade in Verbindung mit dem dunklen, großen Titel und dem weißen Kreuz, dass als "T" des Schriftzuges fungiert, entsteht schon gleich eine dynamische, bedrohliche Stimmung. Der Titel passt auch ganz wunderbar. Unter dem Einband ist die gebundene Ausgabe in einem einfachen lila-grau-Ton gehalten. Große Überschriften, die entweder die Zeit oder die gerade anstehende Gabe ankündigen, unterteilen die Geschichte in mittellange Abschnitte. Kapitel im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Durch gelegentliche Mails, Textnachrichten oder Zeitungsartikel wird der Erzählstil etwas aufgelockert.

Erster Satz: "Es gibt Dinge, die darf man nicht den falschen Leuten überlassen."

Mit einem kurzen Prolog aus der erfrischenden Du-Perspektive erfahren wir von dem Plan eines religiösen Fanatikers, die Ketzer zu strafen und ein Zeichen der Herrlichkeit Gottes in die Welt zu tragen. Was diese pathetischen Worte mit der jungen Protagonistin Nara zu tun haben, wird zuerst nicht klar. Die iranisch stämmige Deutsche lebt den ganz normaler Alltag eines Teenagers: Schule, erste Liebe, Freundschaften, Familie - alles scheint einen gewohnten und harmlosen Gang zu nehmen. Als eines Tages ein Zettel droht, dass schlimme Dinge geschehen werden, wenn sie sich gegen den göttlichen Willen stellt, ist sie erst versucht, das als harmlosen Streich abzutun. Das Verschwinden ihres Hundes Mister Ibrahim, weitere Drohungen und Textnachrichten mit Andeutungen über den kommenden Tod ihres kleinen Bruders Sinan sprechen aber eine ganz andere Sprache. Um dem ganze ein Ende zu setzen und die Gefahr von Sinan abzuwenden, folgt sie schließlich der Anweisung, sich um 1 Uhr am 19. Juli in einem verlassenen Stadtgebiet auf ein Treffen einzulassen und kreuzt dort mit ihrem Sandkastenfreund Jamie auf. Bevor sie jedoch irgendetwas herausfinden kann, bekommt sie eins übergebraten und wacht erst wieder in einem dunkeln Verlies auf, wo außer der Dunkelheit, der klaustrophobische Enge und körperlichen Bedürfnissen wie Hunger und Durst vor allem eines quält: die Ungewissheit und die Angst, einer verrückten Gruppe hilflos ausgeliefert zu sein...


"Ja, ich bin sentimental. Vor allem aber bin ich innerlich wund. Niemals hätte ich gedacht, dass die Seele so sehr schmerzen kann. Es ist kein Herzensleid, sondern geht viel tiefer. So tief, dass ich nicht bis auf den Grund zu sehen vermag."


Bevor man es überhaupt richtig wahrnehmen konnte, wurde aus dem harmlosen, ruhigen Teenageralltag, mit dem wir in die Geschichte starteten, ein immer bedrohlicher und beklemmender erscheinendes Szenario. Schließlich landen wir als Leser in einem dunklen, quadratischen Raum und müssen uns mit Nara der Willkür der Entführer stellen und darum kämpfen, nicht an der Stille und dem Alleinsein in dem Gefängnis zu zerbrechen. Was nach wenigen Tagen noch als pure Grausamkeit aussieht, nimmt bald ein genaueres Muster an und Nara beginnt einen Plan zu erahnen, den die Entführer mit ihnen durchführen wollen. Einen Plan, der es vorsieht, sie von ihrer Schuld reinzuwaschen, in dem sie die 6 entführten Mädchen den Werken der Barmherzigkeit unterziehen...

Szenarien, in denen Religionen von Manischen als Vorschub benutzt werden und hingebungsvoller Glaube zum Fanatismus wird, haben immer eine ganz eindringliche Tragik an sich. Auch wenn die Idee nicht vollständig neu ist, wird hier mit den Werken der Barmherzigkeit eine neue Dimension aufgerollt. Mit den sechs Gaben, an denen man als Mensch laut der christlichen Lehre vor dem Weltenrichter am jüngsten Tag gemessen wird, rollt die Autorin einen wichtigen Grundsatz des christlichen Glaubens aus. Was aber ursprünglich als barmherzige Akte der Nächstenliebe gedacht war, wird hier auf ekelhafte Weise pervertiert. Für jede der sechs Gaben haben die Entführer eine kleine feine Überraschung für die sechs Mädchen parat: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde aufnehmen, Nackte Kleiden, Gefangene besuchen, klingt ja im Grunde alles ganz nett, doch was wird geschehen, wenn die siebte Gabe in die Tat umgesetzt wird: Tote begraben?


"Jamie?" Zitternd lauschte ich in die Dunkelheit. Wenn da noch jemand war - müsste ich ihn dann nicht hören?
Aber da war nichts.
Kein Atmen.
Kein Stöhnen.
Keine Antwort.
Er ist nicht da, Nara. Du bist allein."


Der Geschichte besticht vor allem durch die Gefühle der Protagonisten und wird durch die erdrückende, beklemmende Atmosphäre vorangetrieben. Die Spannung entsteht hier weniger durch die Handlung. Der Zeitungsartikel zu Beginn zum Beispiel greift schon einen Teil der Handlung vor und auch der Klapptext verrät schon über zwei Drittel der Handlung, das macht jedoch weiter nichts, da es vorrangig um die Gefühle bei der Handlung geht. Demnach ist die primäre Spannungsquelle nicht, ob sie es schafft, aus ihrem Gefängnis zu entkommen, da schon von Beginn an feststeht, dass die Mädchen nach 6 Tagen freigelassen werden sondern viel mehr, wer nun hinter der Entführung steckt, wie Nara damit umgeht und es schafft, auch weiterhin den Beeinflussungen der Fanatikern zu entkommen. Auch wenn ich schon von Beginn an einen Verdacht hatte (der sich am Ende auch leider bestätigt hat), weiß Patricia Schröder uns durch gezielte Irreführungen und Wendungen geschickt in eine falsche Richtung zu lenken.


"Sie hat schon immer gelogen, wenn es nützlich für sie war. Sich nicht um die Gebote geschert und sich schuldig gemacht. Aber das wird sich nun ändern. Jetzt, da du den Sinn hinter all dem, den göttlichen Plan und deine Bestimmung erkannt hast.
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub."


Der jugendliche und erfahrene Sprachstil der Autorin ermöglicht ein schnelles Lesen und die einfachen aber eindringlichen Dialoge versetzen ohne Umschweife in die jeweils präsentierte Situation. Dabei nimmt Patricia Schröder in ihrer Wortwahl und Schilderung kein Blatt vor den Mund, sondern beschreit ganz ungeschönt die Umstände der Gefangenschaft. Wenn sich dabei die Gefangenen erbrechen müssen oder tagelang in ihren eigenen Exkrementen liegen, wird auch das nicht schnell abgetan, sondern als Element genutzt, um dem Leser die volle Tragweite der Schonungslosigkeit der Entführer zu zeigen.


"Wer tat uns so etwas an? Und warum? Womit hatte meine Familie das verdient? Nein, falsch! - Was hatte ich verbrochen, dass ich jemand glaubte, meiner Familie so sehr wehtun zu müssen?"
(...) Das war erst der Anfang"


Wie schon erwähnt erzählt hier vorrangig Nara aus der Ich-Perspektive von ihren Erlebnissen, wodurch wir als Leser ganz nah an denn Ereignissen dran sind. Wir erfahren aus erster Hand, wie sehr sie mit ihrer Angst zu kämpfen hat - Angst um ihre Familie, Angst vor ihrer Schuld, Angst vor der Allmacht ihrer Peiniger und schließlich auch Angst davor, herauszufinden, wer wirklich dahintersteckt. Ihre tapfere, manchmal zornige und doch rationale Art, mit der Situation umzugehen, verhindert eine Überdramatisierung und ein Abrutschen der Geschichte ins Makabre. Manchmal ist die Intensität ihrer Angst und Verzweiflung schier überwältigend und man bewundert die 17-jähirge ein Stück weit für ihre Stärke, sich nicht zerbrechen zu lassen. Auch wenn sie manchmal Dinge tut, die nicht rational sind, kann man ihre Empfindungen in fast allen Belangen gut nachempfinden und mit ihr leiden und bangen.


"Sinan", krächzte ich, umschlang meine Knie und schloss die Augen. Mein kleiner, lieber, süßer Bruder. "Charlie." Du Beste, Schönste und Verrückteste von allen. "Mam", wisperte ich und wiegte mich sanft hin und her. "Pa." Oh mein Gott, wie sehr ich euch vermisse!!"


Etwas schade ist, dass viele Nebenfiguren nur grob charakterisiert und schnell wieder übergangen werden. So erfahren wir nicht besonders viel über die Schicksale der anderen 5 Mädchen, während Charlotte als die typische beste Freundin und Jamie als der wunderbare Sandkastenfreund abgestempelt werden. In Anbetracht der späteren Entwicklung dieser Freundschaften, hätte eine genauere Betrachtung vielleicht schon Sinn gemacht. Was wiederum sehr spannend ist, sind die zwei anderen Perspektiven, die hier zeitweise angeführt werden. Die oben schon genannte Du-Perspektive bildet eine erfrischende Abwechslung zu den sonstigen konventionellen Erzählformen und konfrontiert den Leser immer wieder mit abgedrehten Weitsichten und hinterlistigen Plänen, die einem gestörten Glauben entspringen, während die Er-Perspektive hier das große Rätsel darstellt. Da keine Namen genannt werden, wird in der letzteren Erzählhandlung nur von einem weiteren Gefangenen berichtet, der seinen Peiniger offenkundig kennt. Von Anfang an ist klar, dass einer der beiden Jamie sein muss und der andere Tobias Herrmann, welche der beiden Perspektiven nun wer auskleidet, bleibt jedoch offen...


"Am Ende lag die Entscheidung bei dir: Gott oder Satan. Du hast Letzteren gewählt. Und so blieb mir keine andere Wahl, als über das Zeichen der sechs Werke der Barmherzigkeit hinaus noch eine siebte hinzuzufügen, die gnädigste aller Gaben: die Erlösung im Licht."


Am Ende angelangt kann ich sagen, dass der Thriller neben all der Spannung und den abgedrehten Weltverbesserer-Ideen der Sekte vor allem leise gegen Fremdenhass, Islamophobie und für mehr Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Kulturen wirbt. Und auch wenn die Hintergründe der Geschichte am Ende viel zu schnell und überstürzt geklärt werden und ich mir eine ausführlichere Auflösung und einen spektakuläreren Showdown gewünscht hätte, bleibt am Schluss ein beklemmendes Gefühl.


Fazit:

Ein beklemmender Jugendthriller, welcher auf eindrückliche Art die möglichen Folgen von Fanatismus, Fremdenhass und Islamophobie verdeutlicht. Spannend, schonungslos und sadistisch, wenn auch nicht ohne Schwächen.

Veröffentlicht am 14.03.2018

packender Jugendthriller mit aktuellem Hintergrund

0

Kurz zum Inhalt:
Die 17jährige Nara verschwindet eines Tages spurlos, genauso wie 5 weitere Mädchen. Am selben Tag ist auch Naras Freund Jamie plötzlich verschwunden.
Religiöse Fanatiker haben die Mädchen ...

Kurz zum Inhalt:
Die 17jährige Nara verschwindet eines Tages spurlos, genauso wie 5 weitere Mädchen. Am selben Tag ist auch Naras Freund Jamie plötzlich verschwunden.
Religiöse Fanatiker haben die Mädchen in ihre Hände bekommen und grausamen biblischen Ritualen unterzogen.
Nach 6 Tagen werden sie wieder freigelassen, alle haben die gleiche Kleidung an, und eine identische, medizinisch professionell versorgte Wunde an der rechten Hand. Sie müssen 6 Tage lang schweigen und dürfen zu niemandem Kontakt aufnehmen. Diese Anweisungen untermauern die Entführer, indem sie das Leben von Naras kleinem Bruder bedrohen. Nara erkennt bald, dass sie die Hauptrolle in diesem perfiden Spiel spielt, doch warum?
Die Mädchen haben noch ein Handy erhalten, das sie geheim halten müssen, für weitere Instruktionen. Was haben die Fanatiker vor?


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist schnell und flüssig zu lesen; die Geschichte ist in Ich-Form aus der Perspektive von Nara geschrieben.
Der Roman beginnt mit einem Zeitungsartikel, in dem man erfährt, dass 6 Mädchen plötzlich verschwunden waren und nach 6 Tagen wieder aufgetaucht sind. Und nun schweigen alle.
Die erste Hälfte des Buches, die auf den Zeitungsartikel hinausläuft, ist in Vergangenheitsform geschrieben; alles was danach kommt, in Gegenwartsform.

Dadurch, dass der Zeitungsartikel am Anfang platziert ist, erfährt man natürlich schon einen Großteil; jedoch ist es meines Erachtens für die Zielgruppe wichtig zu wissen, dass alle Mädchen überleben werden. Denn man erfährt im ersten Teil, was Nara und den anderen in der Gefangenschaft passiert, und das ist nicht ohne... Es wird eben auf den Zeitungsartikel 'hingearbeitet'.

Die zweite Hälfte erzählt die Geschehnisse "danach", wie sich Naras Leben weiterentwickelt, und natürlich ihre Sorgen um den noch immer verschwundenen Jamie und ihre große Angst, etwas falsch zu machen, was ihren Bruder gefährden könnte.
Die Auflösung zum Schluss ist ein Feuerwerk, obwohl man mit der Zeit doch langsam eine Ahnung des Täters bekommt. Trotzdem wird man oft in die Irre geführt, und muss ständig seine Meinung über den Täter revidieren.
Spannung bringen auch die eingebauten "DU" und "ER" Kapitel, wovon einer aus der Sicht des Täters ist.

Dieser Jugendthriller verarbeitet ein aktuelles Thema (ich möchte keine Details nennen, ohne zu viel zu spoilern), und es ist Patrica Schröder gut gelungen, die Thematik altersgerecht, spannend, aber nicht zu brutal aufzuarbeiten. Biblische und religiöse Hintergründe werden erzählerisch nähergebracht.
Leider konnte ich teilweise Naras Handlungen und ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehen, auch hat man kam etwas über die anderen Mädchen und die weiteren religiösen Fanatiker erfahren, dennoch hat mich dieses Buch gepackt!

Das Cover ist wunderschön, es schillert metallisch, je nach Lichteinstrahlung, in anderen Farben. Leider fällt dieser tolle Effekt auf den Bildern/in Online-Shops nicht auf.


Fazit:
Fesselnder Jugendthriller mit religiösem und aktuellem Thema, das zum Nachdenken anregt; perfekt abgestimmt auf die Alters-/Zielgruppe, aber auch für Erwachsene unterhaltsam zu lesen.

Veröffentlicht am 08.03.2018

6 Tage

0

Nara lebt ein ganz normales Leben, geborgen in der Familie, gut vernetzt im Freundeskreis. Bis sie eines Tages geheime Botschaften erhält und gezwungen wird, sich zu einem bestimmten Datum an einem bestimmten ...

Nara lebt ein ganz normales Leben, geborgen in der Familie, gut vernetzt im Freundeskreis. Bis sie eines Tages geheime Botschaften erhält und gezwungen wird, sich zu einem bestimmten Datum an einem bestimmten Ort einzufinden. Ein 6-tägiges Martyrium beginnt.
Mich konnte das Buch sehr fesseln, auch wenn es in einfacher Sprache, jugendlich, geschrieben war. Das Buch bleibt zwar eher an der Oberfläche, keine der Personen geht besonders in die Tiefe. Das hat aber nicht weiter gestört, weil die Handlung an sich sehr spannend war. Die 6 Tage im Verlies, die Nara und die anderen Mädchen eingesperrt sind, waren sehr heftig beschrieben. Allerdings waren das Zurückkommen und der Rest dann etwas nervig. Nara spricht nicht, schüttelt nur den Kopf oder nickt. Gähn, spätestens nach 3 Seiten war mir das zu unlogisch, da hätte sie ja gleich ja oder nein sagen können. Und die Situation wird tatsächlich länger ausgereizt. Hier hätte ich mir mehr Spannung gewünscht, dass sie eine Möglichkeit findet, den Täter selber zu stellen und sich nicht wie eine Marionette leiten lässt. Das Ende war mir dann etwas zu schnell abgehandelt.
Das Buch ist eher für Jugendliche ausgelegt, unterhält aber auch Erwachsene sehr gut und liest sich flott weg. Der Plot hat mich dann doch überrascht, ich hätte mit jemand anders gerechnet.

Veröffentlicht am 06.03.2018

Nicht ganz so religiös fanatisch, wie es klingt, aber gut!

0

Die Geschichte:
Nara bekommt eines Tages mysteriöse Nachrichten. Sie ist schuld und soll dafür büßen. „Stelle dich niemals gegen den göttlichen Willen! Es könnten furchtbare Dinge geschehen.“ Erst tut ...

Die Geschichte:


Nara bekommt eines Tages mysteriöse Nachrichten. Sie ist schuld und soll dafür büßen. „Stelle dich niemals gegen den göttlichen Willen! Es könnten furchtbare Dinge geschehen.“ Erst tut sie es als dummen Streich ab, doch dann verschwindet ihr Familienhund. Erst tage später taucht er wieder auf: Mit aufgeschlitzter Kehle auf der Terrasse. „Das war erst der Anfang.“ Nara weiß, dass dies eine direkte Drohung an sie ist. Sie muss sich fügen, weil sonst ihr kleiner Bruder leiden wird, der den Hund über alles liebt. Also leistet sie der nächsten Nachricht, die sie bekommt, Folge. Es ist eine SMS mit einer Adresse. Zusammen mit ihrem Freund Jamie macht sie sich auf den Weg und findet sich, nachdem sie einige Zeit bewusstlos war, in einem Kellerverlies wieder. Sechs Tage wird sie dort gefangen gehalten und gequält. Sechs anderen Mädchen ergeht es ähnlich. Sie werden freigelassen und dürfen sechs Tage nur schweigen. Eingeschüchtert von der Drohung, dass sonst jemand verletzt wird, der ihnen wichtig ist, befolgen sie die Anweisungen ihrer Entführer. Für Nara zählt nur, dass ihr Bruder in Sicherheit ist. Trotzdem muss sie herausfinden, was hinter alldem steckt. Denn Jamie ist immer noch in der Gewalt dieser Verbrecher. Ob sich ihre Vermutungen bestätigen und sie tatsächlich das Opfer von religiösen Fanatikern geworden ist? Und wenn ja, warum? Weswegen soll sie schuldig sein?

Meine Meinung:


Das Buch hat mich wegen seines Titels und Themas angesprochen. Fanatisch und religiöse Fanatiker. Das klang mal nach was Neuem! Diesbezüglich bin ich etwas enttäuscht worden, weil die Geschichte dann doch eher auf etwas anderes hinauslief. Trotzdem hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.
Es war sehr spannend, sodass ich es ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es gab zum Schluss ein paar Überraschungen, die ich so nicht vorhersehen konnte. Für meinen Geschmack hätte das Ende ruhig ein bisschen dramatischer ausfallen können. Es verlief dann doch irgendwie ein bisschen im Sand.
Ansonsten bin ich sehr begeistert von der Protagonistin. Man war mit ihr einen Großteil der Geschichte alleine, sodass es mir sehr wichtig war, dass sie mir auch gefällt. Und ich finde Nara ist wirklich ein gelungener Charakter.
Einen kleinen Minuspunkt bekommt das Buch noch für den Schreibstil. Der hat mir soweit ganz gut gefallen, aber wenn es um das Leben der jugendlichen Protagonistin geht, wirkte mir einiges leider zu gestellt und nicht so, wie Jugendliche handeln oder sprechen.
Alles in allem kann ich aber nur ein positives Gesamtfazit zu dem Buch abgeben. Denn ein sehr wichtiger Punkt ist nun mal, dass ein Thriller spannend ist und das ist er wirklich!

Veröffentlicht am 06.03.2018

Sehr Beklemmend

0

Sechs Mädchen werden sechs Tage lang vermisst. Auf einmal stehen sie einfach wieder da. An der Hand verletzt, aber ansonsten scheint ihnen nichts passiert zu sein. Genau weiß man es nicht, denn ...

Sechs Mädchen werden sechs Tage lang vermisst. Auf einmal stehen sie einfach wieder da. An der Hand verletzt, aber ansonsten scheint ihnen nichts passiert zu sein. Genau weiß man es nicht, denn sie reden nicht ...

Sechs Mädchen, sechs Tage, der Titel 'fanatisch'. Ich hatte gleich das Gefühl, es ist was religiöses.
Ich fand das Buch absolut faszinierend, aber auch total beklemmend.
Von Patricia Schröder las ich bisher eher ihre Mädchenbücher für zehn bis zwölfjährige. Dies war mein erstes Jugendbuch aus ihrer Feder, aber sicher nicht mein letztes. Es hat mich total mitgerissen was den Mädchen und auch Naras Freund Jamie passiert ist. Die Angst geht um, dass so etwas tatsächlich jederzeit passieren könnte.
Der Autorin iSt meiner Meinung nach der Spagat zwischen wertfreier Kritik und Spannendem gut geglückt. Ein Thriller für Jugendliche der zum Nachdenken anregt. Denn wenn wir alle nicht sehr vorsichtig sind, kann dieser religiöse Rassismus jederzeit Wirklichkeit werden. Und davor fürchte ich mich tatsächlich ziemlich.

Trotzdem fand ich diesen Roman sehr interessant und habe ihn regelrecht inhaliert.