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Veröffentlicht am 28.05.2025

Das bewegende Leben der Astrid Lindgren

Astrid Lindgren
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Stockholm, 1929: Astrid Ericsson muss nach drei Jahren ihren Sohn Lasse zu sich holen, weil dessen Pflegemutter schwerkrank ist und sich nicht mehr um ihn kümmern kann. Obwohl sich Astrid sehr auf die ...

Stockholm, 1929: Astrid Ericsson muss nach drei Jahren ihren Sohn Lasse zu sich holen, weil dessen Pflegemutter schwerkrank ist und sich nicht mehr um ihn kümmern kann. Obwohl sich Astrid sehr auf die Zeit mit ihrem Sohn freut, hat sich auch Angst vor den Einschränkungen, die sie aufgrund des beinahe immer leeren Geldbeutels haben würden. Allerdings ist Astrids Chef Sture Lindgren immer sehr freundlich zu ihr und unterstützt sie. Denn das Leben als alleinerziehende Mutter mit einem unehelichen Kind ist nicht gerade einfach. Auch deshalb gibt sie Lasse nach einiger Zeit zu ihren Eltern, auf den Bauernhof Näs, wo sie eine glückliche Kindheit verbracht hat. Erst mit der Heirat von Sture kann sie Lasse endlich das Heim bieten, das sie sich immer für ihr Kind gewünscht hat und auch sonst fühlt Astrid sich angekommen. Mit ihrer Tochter Karin vervollständigt sich dieses Glück. Doch um Schweden tobt der Zweite Weltkrieg und Astrid fürchtet sich vor der Zukunft. Nur bei den abendlichen Geschichten, die sie Karin vor dem Einschlafen erzählt, kann sie in eine andere Welt abtauchen und mit der kleinen, starken und wirklich einzigartigen Pippi Langstrumpf die wildesten Abenteuer erleben. Dass sie diese Geschichten aber eines Tages einmal niederschreiben und sogar veröffentlichen würde, damit hätte sie zu diesem Zeitpunkt niemals gerechnet...

Susanne Lieder hat das Leben von Astrid Lindgren sehr packend erzählt. Widmet sie sich doch vorallem der Frau, die hinter den berühmten Kinderbüchern steckt und weit mehr als nur eine Schriftstellerin ist. Denn Astrid ist eine Frau, die mit ihrem unehelichen Sohn schon mit achtzehn Jahren ihr Elternhaus und ihre Heimat verlassen musste, vorallem auch um ihre Eltern vor dem Gerede der Dorfbewohner zu schützen. Bereits hier zeigt sich ihre Stärke, die sie ihr ganzes Leben über nicht verliert, sich dessen aber häufig gar nicht bewusst ist. Ebenso wie ihre Fähigkeit, sich in Kinder hineinzuversetzen und die allgemeingültigen gesellschaftlichen Erziehungsmethoden zu hinterfragen.

Bisher haben Biografien nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehört, denn sie waren mir häufig zu trocken und die Personen trotz der interessanten Handlungen nicht greifbar. Doch Susanne Lieder konnte mich nun vom Gegenteil überzeugen und ich konnte gar nicht mehr aufhören, in diesem Buch zu lesen. Erzählt sie das Leben von Astrid Lindgren doch sehr lebhaft, realistisch und nahbar, sodass ich die Gedanken und Hintergründe, die die Autorin sich zu den entsprechenden Büchern gemacht hat, nun besser verstehen kann. Vorallem auch, weil Astrid Lindgren ganz selbstverständlich zu einem Teil meiner Kindheit geworden ist und mich so nachhaltig geprägt hat.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Cleo und die Zauberfeder

Meerschweinchentage
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Cleo hat von ihren Eltern ein Meerschweinchen zum Geburtstag bekommen. Doch die kleine Frida, wie sie das neue Haustier genannt haben, sieht immer traurig aus. Da fragt Cleo eines Tages die Elster vor ...

Cleo hat von ihren Eltern ein Meerschweinchen zum Geburtstag bekommen. Doch die kleine Frida, wie sie das neue Haustier genannt haben, sieht immer traurig aus. Da fragt Cleo eines Tages die Elster vor ihrem Fenster um Rat. Diese gibt ihr eine Feder, die sich sich bei Nacht hinter das Ohr stecken soll. Und siehe da, Cleo schrumpft auf Größe eines Meerschweinchens und kann ab jetzt Zeit mit ihrer Frida verbringen. So erfährt sie auch, dass diese ihre Freundin Lolo vermisst. Als die beiden Freundinnen wieder vereint sind, bleibt Cleo noch eine Woche bei ihnen, in der kleinen, beschaulichen, aber umso abenteuerlicheren Meerschweinchenwelt. Doch eines Tages mischt die Elster sich in Cleos Leben ein und macht sie darauf aufmerksam, wie traurig Cleos Eltern sind, dass sie nur noch mit den Meerschweinchen unterwegs ist. Also begibt sich Cleo wieder in die Menschenwelt und wird fröhlich von ihren Eltern empfangen. Doch die Erfahrungen, die sie in ihren Tagen mit Frida und Lolo gesammelt hat, wird sie nie mehr vergessen.

Cornelia Funke nimmt ihre kleinen und großen Leser mit auf eine ganz besondere Reise in die Welt der Haustiere und fordert so dazu auf, sich auch einmal in deren Lage zu versetzen. Die Geschichte erzählt sie in Form von kürzeren Texten, die auf den Seiten verstreut zwischen den Illustrationen sind. Zusammen mit den liebevoll gezeichneten Bildern von Clara Gazzarri wird das Buch zu einem wunderschönen Leseerlebnis.

Mal wieder haben meine Tochter und ich ein neues Bilderbuch entdeckt, das uns sehr gut gefallen hat. Vorallem die Botschaft, die hinter allem steckt, ist wichtig und sorgt für einen Perspektivwechsel, der im Alltag viel zu sehr vernachlässigt wird, aber die Sozialkompetenz und Empathie eines Kindes fördert.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Ganz große Amrum-Liebe

Der Duft von Kuchen und Meer
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Maren lebt gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni in Kassel. Zu zweit meistern sie ihr Leben bestmöglich und haben viel Unterstützung von Oma Undine, Marens Mama Jella und Freunden, denn seit Florian, ...

Maren lebt gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Leni in Kassel. Zu zweit meistern sie ihr Leben bestmöglich und haben viel Unterstützung von Oma Undine, Marens Mama Jella und Freunden, denn seit Florian, Lenis Vater und Marens große Liebe, vor vier Jahren plötzlich verstorben ist, sind sie ein eingeschweistes Duo. Als Undine dann um ein Gespräch unter vier Augen bittet, weiß Maren nicht genau, um was es gehen könnte und ist überrascht, dass Undines Wurzeln auf Amrum liegen und sie dort ein Haus besitzt. Dort wohnt gerade noch Gesche, Undines Tante, die aber nun ausziehen möchte. Nun soll Maren das Haus bekommen und damit machen, was sie für richtig hält. Das ist aber nur möglich, wenn sie es sich ansieht und ihre neue Verwandtschaft auf der Nordseeinsel kennenlernt. Leni ist gleich vollkommen begeistert und auch Maren reist voller Vorfreude auf die Insel an der nordfriesischen Küste. Dort werden sie, ganz anders als erwartet, mit offenen Armen empfangen. Und Maren beginnt zu erkennen, dass die Ereignisse in der Vergangenheit, die dazu geführt haben, dass Undine Amrum verlassen und niemals mehr zurückgekehrt ist, vielleicht mittlerweile nicht mehr so entscheidend und längst verjährt sind.

Anne Barns Liebe zur Nordsee, dem Backen und Familiengeschichten ist in diesem Roman ab der ersten Seite spürbar und überträgt sich auch auf ihre Leser. Die Stimmung, die während des gesamten Romanes herrscht, ist zwar nicht immer lustig, sondern auch ernst, aber dennoch immer zum Wohlfühlen schön. Obwohl nur wenige Rückblicke in die Vergangenheit anhand von kurzen Kapiteln aus Uroma Hedwigs Leben vorhanden sind, wird das Geschehene aus der Zeit vor Marens Geburt sehr einprägsam von vielen Charakteren, die damals dabei waren, erzählt.

Da es nicht mehr erstes Roman der Autorin ist, hatte ich mich schon auf eine packende und mitreißende Geschichte gefreut und bin nicht enttäuscht worden. Die Familiengeschichte der Jannens ist wirklich sehr bewegend und ich mag es, wie die Handlung die Vergangenheit und Gegenwart gewissermaßen vereint und mit Maren so manche Zwistigkeit und manches Missverständnis aufgedeckt und endlich beigelegt werden können. Ich liebe die Art, wie Anne Barns erzählt und es schafft, mich in eine andere Welt, weit weg von meinem Alltag, zu entführen. Ein großartiger, perfekt gelungener Roman, für den die allerbeste Bewertung gerade gut genug ist!

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Pauli hilft Frau Elise und bekommt so viel mehr zurück

Pauli – Ein Garten für alle
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Pauli ist gerade mit seinem kleinen Begleiter Nickel unterwegs, als sie eine alte Dame sehen, die sich sehr mit einer schweren Gießkanne abmüht. Sofort eilt Pauli zu ihr und hilft ihr beim Tragen. So erfährt ...

Pauli ist gerade mit seinem kleinen Begleiter Nickel unterwegs, als sie eine alte Dame sehen, die sich sehr mit einer schweren Gießkanne abmüht. Sofort eilt Pauli zu ihr und hilft ihr beim Tragen. So erfährt er, dass sie einen kleinen Garten hat, der aber immer mehr verwildert, weil sie keine Kraft mehr hat, ihn alleine zu bewirtschaften. Pauli bietet gleich an, seinen Vater um Hilfe zu bitten, damit der Garten nicht verschwindet. Also helfen am nächsten Tag Pauli und sein Vater und verrichten viele wichtige Tätigkeiten. So hilft die gesamte Familie Kaninchen den Sommer über Frau Elise und retten die Beete sogar vor einer großen Überschwemmung, die sonst alles zerstört hätte. Am Ende beschließt Frau Elise, dass ihr Garten ab jetzt ein Garten für alle ist und jeder herzlich willkommen sein soll.

Brigitte Weninger versteht es auf eine bezaubernd schöne Weise, die Geschichte von Pauli und seiner großartigen Hilfsaktion zu erzählen. Denn neben der unterhaltsamen Handlung und den farbenfrohen, detailreichen Illustrationen von Eve Tharlet, enthält die Geschichte auch eine wichtige Botschaft. So sind Hilfsbereitschaft, Gemeinschaft und Zusammenhalt unheimlich wichtig und sollten selbstverständlich sein.

Meine Tochter und ich lieben den kleinen Pauli. Wir haben diesen neuen Band deshalb auch voller Vergnügen gelesen. Denn hier passt einfach alles perfekt zusammen - die Handlung ist unterhaltsam, die Illustrationen wunderschön und die Botschaft so wichtig.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Endlich mal was Neues bei Oma und Opa

Geheimnisvolle Ferien bei Oma und Opa
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Der Junge verbringt seine Ferien immer bei Oma und Opa und irgendwie ist es dort immer gleich. Denn Oma und Opa machen jeden Tag die gleichen Sachen, wie Zeitung lesen, im Garten arbeiten oder auf dem ...

Der Junge verbringt seine Ferien immer bei Oma und Opa und irgendwie ist es dort immer gleich. Denn Oma und Opa machen jeden Tag die gleichen Sachen, wie Zeitung lesen, im Garten arbeiten oder auf dem Tablet Kartenspiele spielen. Deshalb beginnt der Junge, das Haus zu durchsuchen und hofft, etwas Neues zu entdecken. Und das tut er wirklich! Auf dem Speicher findet er nämlich einen Koffer, in dem viele Bilder und andere alte Gegenstände liegen. Doch wer ist das auf den Bildern? Was sind das für Medaillen und seltsame Gegenstände? Ab jetzt sind die Ferien nur noch halb so langweilig, denn der Junge begibt sich auf Spurensuche und hat das Rätsel am Ende sogar gelöst!

Daniela Sosa hat das Buch für Kinder ab vier Jahren geschrieben und illustriert. Da sie die kurzen Texte und die farbenfrohen, detailreichen Zeichnungen geschickt miteinander verbindet, wird aus dem klassischen Bilderbuch mit Text ein großes Vergnügen.

Meine Tochter und ich haben immer großen Spaß daran, Bilderbücher gemeinsam zu lesen und die Bilder darin genau anzusehen, denn häufig sind darauf Kleinigkeiten zu entdecken, die unterhaltsam sind. So auch in diesem Buch, denn der kleine Junge findet seine Großeltern so langweilig. Weil er sich dessen so sicher ist, sieht er gar nicht mehr genau hin und verpasst so manchen spaßigen Moment, den die Beiden miteinander haben.

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