Profilbild von Urmeli

Urmeli

Lesejury Star
offline

Urmeli ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Urmeli über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2025

Antwerpen im Spätmittelalter

Die Gerüche der Kathedrale
0

Erst vor kurzem war ich selbst in der Liebfrauenkirche in Antwerpen und kann mir jetzt beim Lesen dieses Buches die damalige Zeit besonders gut vorstellen. Die Autorin beschreibt die Zeit des Spätmittelalters ...

Erst vor kurzem war ich selbst in der Liebfrauenkirche in Antwerpen und kann mir jetzt beim Lesen dieses Buches die damalige Zeit besonders gut vorstellen. Die Autorin beschreibt die Zeit des Spätmittelalters Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Jahr 1566. Sehr anschaulich erleben wir den Aufbau, die Erweiterung der Kathedrale, das Ziel reicher Bürger, Bruderschaften oder Handwerksverbände, einen eigenen Altar in dem Gotteshaus zu besitzen. Die Kirche war nicht nur ein Ort des Gebetes, es war ein Treffpunkt, dort wurden Geschäfte abgewickelt. Einen besonderen Aspekt nehmen die Gerüche ein, wenn tausende von ungewaschenen Menschen sich in der Kirche versammelten, es nach Tieren und auch nach Verwesung roch, wenn zeitgleich zur Messe dort die Verstorbenen aufgebahrt wurden. Gerüche, vor die wir uns heute ekeln waren damals alltäglich und für die Menschen kaum wahrnehmbar.
Diese mittelalterliche Zeit in der aufstrebenden Stadt Antwerpen ist in ein sehr gut lesbaren Sachbuch erfasst, spannend und informativ. Sehr schön sind die farbenreichen, hochwertig gedruckte Gemälde, Zeichnungen, Kirchenpläne der damaligen Zeit ergänzt um aktuelle Fotos. Ein rundum gelungenes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2025

Unsterblichkeit, Segen oder Fluch

Für immer
0

Für immer leben, nicht sterben und keine Schmerzen zu spüren, ist das Ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit? Mit diesem Thema setzt sich Maja Lunde in diesem Roman auseinander.
An einem Tag im Juni ...

Für immer leben, nicht sterben und keine Schmerzen zu spüren, ist das Ein Segen oder ein Fluch für die Menschheit? Mit diesem Thema setzt sich Maja Lunde in diesem Roman auseinander.
An einem Tag im Juni steht für die Menschen alles still während die Pflanzen und Tiere sich weiter entwickeln, der Lauf der Natur für sie bleibt. Die Fotografin Jenny hat Krebs im Endstadium, jetzt könnte sie die gewonnene Zeit nutzen um für ihren Mann und ihre beiden Söhne da zu sein. Doch sie flüchtet sich hinter ihre Kamera. Das alte Ehepaar Margo und Otto haben ganz andere Vorstellungen von einem gelungenen Lebensabend. Da keiner mehr stirbt hat die Extremsportlerin und Adrenalinjunkie Ellen bei ihrem Job im Beerdigungsinstitut nichts mehr zu tun. Geburten gibt es auch keine mehr, Ungeborene bleiben unverändert im Mutterleib, es sei denn, man entschließt sich, sie mit einem Kaiserschnitt zu holen. Doch was passiert mit den Frühchen und mit deren Eltern?
Anhand dieser Protagonisten erleben wir was die Unsterblichkeit mit den Menschen macht und das gewonnene Zeit nicht immer gut ist. Sehr emotional und hervorragend geschrieben kann man sich selbst mit dieser Frage auseinandersetzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2025

die Brüder Opgard

Der König
0

Im kleinen norwegischen Ort Os hat Carl Opgard das sagen. Ihm gehört das neu entstandene Wellnesshotel und er baut gerade an seinem eigenen kleinen Palast. Seinen älteren Bruder Roy gehört die Tankstelle ...

Im kleinen norwegischen Ort Os hat Carl Opgard das sagen. Ihm gehört das neu entstandene Wellnesshotel und er baut gerade an seinem eigenen kleinen Palast. Seinen älteren Bruder Roy gehört die Tankstelle und ein Lokal und er träumt von einem Freizeitpark mit einer besonderen Achterbahn. Gerade jetzt werden Pläne vorgelegt, dass ein Tunnel gebaut werden soll und der Ort abgeschnitten wird. Das können die Brüder nicht zulassen, ihr Einfluss und ihr Vermögen steht auf dem Spiel. Bereits in der Vorgängergeschichte haben die beiden ihre kriminelle Energie unter Beweis gestellt, so schrecken sie auch dieses Mal nicht vor drastischen Maßnahmen zurück. Sie versuchen es mit Bestechungen. Kurt, der nach seinem verstorbenen Vater der neue Ortspolizist ist, versucht nach wie vor die Brüder für den Tot seinen Vaters zur Rechenschaft zu ziehen. Auch ihm ist dabei jedes Mittel recht.
Aus der Sicht von Roy wird die Handlung sehr spannend erzählt und auch wenn man weiß dass Roy Menschen manipuliert und auch tötet, hat man Sympathie für ihn.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2024

Getränkevorlieben mit Rezepten

Trinken wie ein Dichter
0

Gleich zu Beginn begeistert mich die sehr schöne Aufmachung des Sachbuches. Das Cover in rot ist, ganz besonders für ein Sachbuch, künstlerisch geschmackvoll gestaltet, der Leineneinband sorgt für eine ...

Gleich zu Beginn begeistert mich die sehr schöne Aufmachung des Sachbuches. Das Cover in rot ist, ganz besonders für ein Sachbuch, künstlerisch geschmackvoll gestaltet, der Leineneinband sorgt für eine griffige Haptik.
99 Autoren, alle bebildert, verraten uns ihre Lieblingsgetränke, angefangen mit dem Ältesten, William Shakespeare, der einen selbst angesetzten Gewürzmet, Metheglin, bevorzugte bis zu der jüngsten Autorin, R. O. Kwons, die gerne Vodka Soda trinkt. Dass Johann Wolfgang von Goethe Weinliebhaber war, war mir bekannt, jedoch nicht, dass er den fränkischen bevorzugte.
Die Rezepte, die einfach umzusetzen sind sind liebevoll mit Zeichnungen versehen. Besonders angetan hat mir der Obstsalat mit Champagner, den ich bestimmt bald probieren werde.
Es ist ein Sachbuch, das auf fundierte Anekdoten oder sogar von den Autoren selbst verfasste Anmerkungen beruht warum sie diese Wahl getroffen haben, teilweise auch, wie und warum gerade dieses Getränk ihre Vorliebe ist.
Ein rund rum gelungenes Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 17.11.2024

was ist Glück

Reise nach Laredo
0

Im Jahr 1558 verweilt der zurückgetretene Kaiser Karl der fünfte bereits seit 1 1/2 Jahren im Kloster im spanischen Yuste. Er siecht dahin und seine Bediensteten, sein Arzt, sein Sekretär, alle um ihn ...

Im Jahr 1558 verweilt der zurückgetretene Kaiser Karl der fünfte bereits seit 1 1/2 Jahren im Kloster im spanischen Yuste. Er siecht dahin und seine Bediensteten, sein Arzt, sein Sekretär, alle um ihn herum warten auf seinen Tod um wieder frei zu sein. Für Karl selbst ist seine einzige Freude, im Garten zu sitzen. Von dort sieht er den elfjährigen Geronimo, seinen Sohn, der nicht weiß, dass der ehemalige Kaiser sein Vater ist. Beiden ist langweilig. Karl möchte ausbrechen aus seiner klösterlichen Enge und den Vorschriften. Er bittet Geronimo um Hilfe um sein Ziel, Laredo im Norden Spaniens, zu erreichen. Mit seiner Armbrust, einem Pferd und einem Maulesel machen sie sich auf den beschwerlichen Weg. Hilfe bekommen sie von dem Geschwisterpaar Honza und Angelita, die der geächteten Gruppe der Cagots angehörten. Im Laufe ihrer gemeinsamen Reise sind sie Gefahren ausgesetzt, die für Karl völlig fremd sind. Während seines abgeschirmten Lebens hat er das Leben der einfachen Bevölkerung nicht kennengelernt.
Auf der Reise erfährt Karl was Liebe und Zuneigung bedeutet, wie man ums Überleben kämpfen muss und was Glück ist und er erinnert sich an sein privilegiertes Leben, an seine Lehrer, seine geliebte und früh verstorbene Frau, seinen Umgang mit seinen Kindern. Der Roman ist phantasievoll, poetisch und mit viel Lebensweisheit geschrieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere