Platzhalter für Profilbild

la_sagne

Lesejury-Mitglied
offline

la_sagne ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit la_sagne über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2021

Wohlfühlbuch

Das geheime Leben des Albert Entwistle
0

Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein ...

Albert ist Postbote und lebt sehr zurückgezogen mit seiner Katze Gracie.
Kurz vor Weihnachten wird er benachrichtigt, dass mit Erreichen des 65. in drei Monaten Lebensjahres automatisch sein Renteneintritt folgt. Für Albert bricht eine Welt zusammen. Als auch noch seine Katze stirbt, beschließt er, endlich aktiv zu werden und seine tief verwurzelten Ängste zu überwinden.

Albert macht mit der Unterstützung anderer Personen, besonders der jungen Mutter Nicole, eine ziemlich schnelle Wandlung durch. Das wirkt nicht so richtig realistisch, aber man verzeiht es dem Buch gern, denn es werden ganz viele ernste Themen mit behandelt und Kitsch meist unschifft. Es geht vor allem daraum, dass es sich nicht lohnt seine Ansichten und seine Persönlichkeit jahrelang zu verstecken um nicht anzuecken, da das auf lange Sicht nur einen selbst unglücklich macht.
Oft ist das Buch berührend und ich fand besonders die Personenzeichnung sehr gelungen. Ein schöner, bestärkender Wohlfülroman für regnerische Herbsttage.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2021

filmreif

Hard Land
0

Missouri, 1985: Der 15jährige Sam erlebt einen magischen Sommer in dem er vom stillen Außenseiter zum jungen Erwachsenen wird. Mit allem was da so nach landläufiger Meinung dazugehört: schmerzhafte Ablösung ...

Missouri, 1985: Der 15jährige Sam erlebt einen magischen Sommer in dem er vom stillen Außenseiter zum jungen Erwachsenen wird. Mit allem was da so nach landläufiger Meinung dazugehört: schmerzhafte Ablösung von den Eltern (der Mutter hier), Freundschaft, Liebe, Schmerz, Trauer, Übermut usw.
Gerade am Anfang gibt es nicht so viel Handlung, eher die Beschreibung des Reifungsprozesses des Protagonisten und seines Umfeldes. Es werden viele sehr unterschiedliche Personen mit ihrer Lebenssituation beleuchtet, auch queere und people of color, das hat mir gut gefallen. Es geht dabei nicht nur um die Jugendlichen, sondern auch um die schwere Situation der Eltern, denn Sams Mutter ist schwer krank.
Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich noch einmal erinnern wollen, wie Erwachsenwerden so ist. Gefühlt schielt der Autor schon auf eine Verfilmung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2020

Fans im Fokus

Unter Ultras. Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt.
0

James Montague ist in die verschieden Länder gereist, um Einblick in die Ultra-Szene zu bekommen.
Da die Ultras Journalisten oft misstrauen, ist dies kein einfaches Unterfangen. Montague bemüht sich, ein ...

James Montague ist in die verschieden Länder gereist, um Einblick in die Ultra-Szene zu bekommen.
Da die Ultras Journalisten oft misstrauen, ist dies kein einfaches Unterfangen. Montague bemüht sich, ein ausgewogenes Bild zu zeichnen. Er will mir Vorurteilen aufräumen, ohne besorgniserregende Entwicklungen zu verschweigen.
Kroatien, Uruguay, Brasilien, Deutschland, Schweden, Türkei, USA... Die Bandbreite ist weit. Das macht Vergleiche interessant. Manchmal hat mir jedoch der tiefergehende Blick auf einen Ort/Verein und ein wirkliches Eintauchen in die Atmosphäre des Fußballspiels gefehlt. Der Autor breitet viele Fakten aus, was dazu führt, dass man ab und an mal mit der Lektüre pausieren muss, um von der Fülle an Informationen nicht erschlagen zu werden.
Aber gerade zu diesen Zeiten, in denen Fußball im Stadion ohne Fans ausgetragen wird, eine schöne Erinnerung daran, was die Fankultur ausmacht. Nicht nur Gewaltbereitschaft und Pöbelei, sondern auch das Hinweisen auf gesellschaftliche Missstände, Kreativität, ein Gefühl von Identität und Zusammengehörigkeit...
Es bleibt abzuwarten, wie sich das entwickelt.
Ein Trostpflaster für diejenigen, die sich danach sehnen endlich wieder ins Stadion gehen zu können und eine Erinnerung daran, was Fußball auch lebendig hält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.05.2025

Interessanter Einblick, langwierig erzählt

Himmlischer Frieden
0

In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers ...

In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers erwartet. Man bekommt aber erstmal viel Vorgeschichte und Informationen über das Familienleben und kindliche Freundschaften. Das zieht sich leider extrem und zumindest mir hat auch die Aufteilung in sehr lange Tracks das Hören erschwert. Meistens habe ich mich eher in kleinen Häppchen vorgekämpft und musste dann die genaue Stelle zum Weiterhören mühsam suchen.
Eine Schwierigkeit war sicherlich, dass es sich um eine veränderte, aber wahre Geschichte handelt. Dadurch sind der Autorin Dinge wichtig, die für Leser*innen nicht besonders von Interesse sind.
Etwas Raffung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.
An den besten Stellen erfährt man eindrucksvoll davon, wie das brutale politische Regime auch das Leben von Menschen (auch Kindern) beeinflusst, die nicht sehr politisch sind oder sein wollen. Für mich, die wenig über das China dieser Zeit weiß, war es auf jeden Fall wert sich durchzukämpfen, um Neues zu erfahren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2025

Perfekte Wohlfühllektüre zum Lesen vor dem Einschlafen

Note to myself: Liebe ist keine Option
0

Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich ...

Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich Lennon. Als Wiedergutmachung treffen sich die beiden auf einen Drink und verstehen sich sehr gut. Doch Alice möchte sich erst einmal auf sich selbst konzentrieren. Klappt nicht so ganz (eigentlich gar nicht) aber immerhin hat sie so Gesprächsstoff auf der Arbeit.
Alice Chefin und beste Freundin Zara versucht nämlich den schüchternen Fred zu einem Date zu überreden und ihr Kollege Tobey hadert damit, dass sein Freund zu viel Zuneigung in der Öffentlichkeit zeigt. Die Protas haben anscheinend kaum Hobbies, sie verbringen ihre Zeit zu 90% damit über Männer (entweder Ex oder love interests) zu sprechen, deren Verhalten zu analysieren oder Pläne für romantische Gesten zu schmieden. Wie gut, dass sie alle zusammen arbeiten, so können sie das in der Arbeitszeit erledigen und trotzdem ihren Lebensunterhalt sichern. Puh.
Lennon ist natürlich sympathisch, einfühlsam, geduldig, kinderlieb, gutaussehend, errät genau was die Protagonistin will, noch bevor sie es sich selbst eingestanden hat... Ich hätte gern mehr über ihn und seine Sichtweise erfahren und die ein oder andere Ecke oder Kante festgestellt. Aber nein. Der blöde Ex dagegen ist eine wandelnde red flag, absolut selbstbezogen und hat das Einfühlungsvermögen eines Betonklotzes, aber irgendwie hängt Alice an ihm. Und hat ihn auch mal geliebt. Warum auch immer. Auch hier hätte ich gern ein paar gute Seiten an ihm gesehen. So ein klein wenig Realismus und Grautöne hätte ich schon ausgehalten ohne gleich zu viel Verständnis zu haben. Na ja.
Immerhin fand ich es schön, wie die Wichtigkeit der Freundschaft zwischen Zara und Alice beschrieben wird. Dafür verschwindet die ach so tolle Freundin Mindy völlig in der Versenkung ohne auch nur einen Satz gesagt zu haben. In Erinnerung bleibt buchstäblich nur ihr Hintern. Kann man mir nicht erzählen, dass man NUR seinen Ex vermisst und nicht einmal die beste Freundin. Wäre ja auch mal spannend gewesen, wenn Alice sich damit hätte auseinandersetzen müssen, was der Betrug ihrer Freundin mit ihr macht.
Aber es ist halt eine klassische RomCom, was erwarte ich. :) Es gibt einen Hauch Erotik, ein wenig Drama und sehr viel Romantik mit Wohlfühlfaktor. Das Schlimmste, was zwischenzeitlich passiert, ist, dass ein Kind Bücher mit schmutzigen Fingern anfasst oder sich in die Hose macht. Erst am Ende kommt dann doch einen Dramamoment mit weitreichenden Folgen, den ich ziemlich drüber und unrealistisch fand (ich will nicht spoilern, aber sowohl die Frau als auch der Mann verhalten sich eher merkwürdig.). Man bekommt insgesamt das, was man sich vom Genre erhofft und wird gut unterhalten. Weder die Drama-, noch die Kitschkiste werden zu sehr hervorgezogen (Ende ausgeklammert, aber das ist Genrekonvention) und es wird meistens versucht vernünftig zu kommunizieren. Gefiel mir also schonmal viel besser als ein Großteil anderer RomComs.
Perfekte Wohlfühllektüre zum Lesen vor dem Einschlafen, die leider am Ende nochmal etwas zu viele unrealistische Wendungen nimmt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere