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la_sagne

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2025

Interessanter Einblick, langwierig erzählt

Himmlischer Frieden
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In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers ...

In diesem Roman erzählt Lai von ihrem Aufwachsen in China der 70er/80er Jahre. Aufgrund des Titels und ein bisschen auch des Klappentextes hatte ich etwas mehr Konzentration auf die Ereignisse Tian’anmen-Massakers erwartet. Man bekommt aber erstmal viel Vorgeschichte und Informationen über das Familienleben und kindliche Freundschaften. Das zieht sich leider extrem und zumindest mir hat auch die Aufteilung in sehr lange Tracks das Hören erschwert. Meistens habe ich mich eher in kleinen Häppchen vorgekämpft und musste dann die genaue Stelle zum Weiterhören mühsam suchen.
Eine Schwierigkeit war sicherlich, dass es sich um eine veränderte, aber wahre Geschichte handelt. Dadurch sind der Autorin Dinge wichtig, die für Leser*innen nicht besonders von Interesse sind.
Etwas Raffung hätte der Geschichte auf jeden Fall gut getan.
An den besten Stellen erfährt man eindrucksvoll davon, wie das brutale politische Regime auch das Leben von Menschen (auch Kindern) beeinflusst, die nicht sehr politisch sind oder sein wollen. Für mich, die wenig über das China dieser Zeit weiß, war es auf jeden Fall wert sich durchzukämpfen, um Neues zu erfahren.

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Veröffentlicht am 25.03.2025

Perfekte Wohlfühllektüre zum Lesen vor dem Einschlafen

Note to myself: Liebe ist keine Option
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Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich ...

Alice erwischt ihren Partner Bennett inflagranti mit ihrer Freundin und das auch noch in ihrem eigenen Bett. Aus Verzweiflung wirft sie ihre Matratze aus dem Fenster, die einen Passanten trifft, nämlich Lennon. Als Wiedergutmachung treffen sich die beiden auf einen Drink und verstehen sich sehr gut. Doch Alice möchte sich erst einmal auf sich selbst konzentrieren. Klappt nicht so ganz (eigentlich gar nicht) aber immerhin hat sie so Gesprächsstoff auf der Arbeit.
Alice Chefin und beste Freundin Zara versucht nämlich den schüchternen Fred zu einem Date zu überreden und ihr Kollege Tobey hadert damit, dass sein Freund zu viel Zuneigung in der Öffentlichkeit zeigt. Die Protas haben anscheinend kaum Hobbies, sie verbringen ihre Zeit zu 90% damit über Männer (entweder Ex oder love interests) zu sprechen, deren Verhalten zu analysieren oder Pläne für romantische Gesten zu schmieden. Wie gut, dass sie alle zusammen arbeiten, so können sie das in der Arbeitszeit erledigen und trotzdem ihren Lebensunterhalt sichern. Puh.
Lennon ist natürlich sympathisch, einfühlsam, geduldig, kinderlieb, gutaussehend, errät genau was die Protagonistin will, noch bevor sie es sich selbst eingestanden hat... Ich hätte gern mehr über ihn und seine Sichtweise erfahren und die ein oder andere Ecke oder Kante festgestellt. Aber nein. Der blöde Ex dagegen ist eine wandelnde red flag, absolut selbstbezogen und hat das Einfühlungsvermögen eines Betonklotzes, aber irgendwie hängt Alice an ihm. Und hat ihn auch mal geliebt. Warum auch immer. Auch hier hätte ich gern ein paar gute Seiten an ihm gesehen. So ein klein wenig Realismus und Grautöne hätte ich schon ausgehalten ohne gleich zu viel Verständnis zu haben. Na ja.
Immerhin fand ich es schön, wie die Wichtigkeit der Freundschaft zwischen Zara und Alice beschrieben wird. Dafür verschwindet die ach so tolle Freundin Mindy völlig in der Versenkung ohne auch nur einen Satz gesagt zu haben. In Erinnerung bleibt buchstäblich nur ihr Hintern. Kann man mir nicht erzählen, dass man NUR seinen Ex vermisst und nicht einmal die beste Freundin. Wäre ja auch mal spannend gewesen, wenn Alice sich damit hätte auseinandersetzen müssen, was der Betrug ihrer Freundin mit ihr macht.
Aber es ist halt eine klassische RomCom, was erwarte ich. :) Es gibt einen Hauch Erotik, ein wenig Drama und sehr viel Romantik mit Wohlfühlfaktor. Das Schlimmste, was zwischenzeitlich passiert, ist, dass ein Kind Bücher mit schmutzigen Fingern anfasst oder sich in die Hose macht. Erst am Ende kommt dann doch einen Dramamoment mit weitreichenden Folgen, den ich ziemlich drüber und unrealistisch fand (ich will nicht spoilern, aber sowohl die Frau als auch der Mann verhalten sich eher merkwürdig.). Man bekommt insgesamt das, was man sich vom Genre erhofft und wird gut unterhalten. Weder die Drama-, noch die Kitschkiste werden zu sehr hervorgezogen (Ende ausgeklammert, aber das ist Genrekonvention) und es wird meistens versucht vernünftig zu kommunizieren. Gefiel mir also schonmal viel besser als ein Großteil anderer RomComs.
Perfekte Wohlfühllektüre zum Lesen vor dem Einschlafen, die leider am Ende nochmal etwas zu viele unrealistische Wendungen nimmt.

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Persönliche Familiengeschichte

Barfuß in Tetas Garten
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Die Tagesthemen-Moderatorin Aline Abboud erzählt von ihrer Kindheit als „Halblibanesin mit mit ostdeutschem Migrationshintergrund“. Sie ist die Tochter eines in die DDR ausgewanderten Vaters ...

Die Tagesthemen-Moderatorin Aline Abboud erzählt von ihrer Kindheit als „Halblibanesin mit mit ostdeutschem Migrationshintergrund“. Sie ist die Tochter eines in die DDR ausgewanderten Vaters und einer deutschen Mutter. Sie ist im Jahr 1988 geboren und kennt die DDR nur aus Erzählungen. Den Libanon kennt sie vor allem von sommerlichen Besuchen bei der Verwandtschaft.
Dies ist eine sehr persönliche Geschichte und keine politische oder geschichtliches Informationsbuch über den Libanon, darauf muss man sich einstellen. Man erfährt einiges darüber, wie es ist in zwei Kulturen zu leben, ohne dass es übermäßig tiefschürfend wird.
Gut gefallen haben mir die Fotografien, sie machen es noch persönlicher. Es ist ganz nett einen Einblick in die Familie zu bekommen und von vielen kleinen Anekdoten zu erfahren, aber es hat mir als Außenstehender der rote Faden gefehlt und ich hätte gern noch mehr über den Libanon erfahren.
Vielleicht spannender für Menschen, die selbst eine Migrationsgeschichte haben.

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Veröffentlicht am 04.11.2022

Drei Frauen im Krieg

Elektra, die hell Leuchtende
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Die griechische Mythologie aus weiblicher Sicht zu erzählen, scheint in etzter Zeit en vogue zu sein. Jennifer Saint nimmt sich nach Ariadne nun Elektra vor. Bzw. deren Umfeld, denn die titelgebende Person ...

Die griechische Mythologie aus weiblicher Sicht zu erzählen, scheint in etzter Zeit en vogue zu sein. Jennifer Saint nimmt sich nach Ariadne nun Elektra vor. Bzw. deren Umfeld, denn die titelgebende Person kommt erstaunlich wenig vor. Ebenso Kassandra und Klytämnestra kommen zu Wort und sie stehlen Elektra recht schnell die Show. Kassandra als Seherin, der niemand glaubt, ist ja hinlänglich bekannt. Klytämnestra wiederum ist Elektras Mutter und die Frau des Kriegshelden Agamemnons und den meisten dürfte sie eher weniger ein Begriff sein, als die beiden anderen Frauen.

Es geht um den trojanischen Krieg, um vermeintliche Helden, Mord und Verrat, Schicksal und Verderben. Es wird sich recht eng an die literarische Vorlage gehalten, hier hätte ich mir mehr neue Wege und überraschende Einblicke gewünscht. Durchaus nett für Fans der griechischen Mythologie und auch ganz ansprechend geschrieben, zu dem Thema gibt es aber auch bessere Bücher.

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Veröffentlicht am 21.08.2022

Hochzeit

Freundin bleibst du immer
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da man selten einmal Bücher über Nigeria findet. Das Cover ist auch gut gestaltet, auffällig und passend. Es geht um eine Frauenfreundschaft und die unterschiedlichen ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da man selten einmal Bücher über Nigeria findet. Das Cover ist auch gut gestaltet, auffällig und passend. Es geht um eine Frauenfreundschaft und die unterschiedlichen Lebenswege der Freundinnen, die sich nach Jahren erst anlässlich der Hochzeit der Tochter einer der Frauen wiedersehen. Funmi lebt ein Luxusleben mit einem Geschäftsmann, Zainab pflegt ihren kranken Mann und Enitan ist alleinerziehende Mutter.
Schön sind die verschiedenen Perspektiven und der Vergleich wie sich die Frauen im Laufe der Jahre entwickelt haben und es liest sich auch flüssig, wenn man sich erstmal eingelesen hat. Die Handlung kam mir nicht ganz so gut ausgearbeitet vor, vielleicht liegt das daran, dass es sich um einen Debütroman handelt. Die Hochzeit wurde mir etwas zu ermüdend detailreich beschrieben, während bei politischen/gesellschaftlichen Themen eher weggeblendet wird. Die Frauen bleiben in ihrem familiären und eher begrenztem Umfeld. Das ist ein bisschen schade für den Einblick in die Kultur, aber sicherlich eher realistisch als philosophische Gespräche.
Insgesamt ein interessantes Buch, das aber nicht unbedingt für politisch und historisch Interessierte taugt.

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