Profilbild von Elchi130

Elchi130

Lesejury Star
offline

Elchi130 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Elchi130 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2025

Temporeich

Die Geminiden - Spektrum (#2)
0

Band 2 der Spektrum-Reihe, Die Geminiden, von Nana Foss wird aus der Sicht von Pi erzählt. Nachdem wir in Band 1, Die Leoniden, alles aus der Sicht von Emilie erzählt bekommen haben, brauchte ich nun ein ...

Band 2 der Spektrum-Reihe, Die Geminiden, von Nana Foss wird aus der Sicht von Pi erzählt. Nachdem wir in Band 1, Die Leoniden, alles aus der Sicht von Emilie erzählt bekommen haben, brauchte ich nun ein paar Kapitel, um mich in Band 2 zurecht zu finden. Allerdings wurde mir schnell klar, dass Pi die viel interessantere Figur ist.
Vielen Szenen aus Band 1 begegnen wir hier als Lesenden noch einmal wieder. Dabei werden ganz nebenbei viele unserer Fragen aus Band 1 beantwortet. Doch freut euch nicht zu früh. Denn mit jedem gelüfteten Geheimnis, tauchen mindestens zwei neue auf.
Besonders beeindruckt hat mich, dass mir nicht einen Moment langweilig wurde. Es passiert ständig etwas. Ein Abenteuer jagt das nächste. Ist die Gruppe der Zeitreisenden gerade einer Gefahr entkommen, taucht auch schon das nächste Problem auf. Ich finde, die Autorin kann das Niveau und das Tempo bis zum Schluss halten. Selbstverständlich endet Band 2 auch wieder mit jede Menge Geheimnissen und Fragen. Ich bin nun so gespannt auf Teil 3 und was da noch alles passieren wird.
Mir hat zudem die Liebesgeschichte sehr gut gefallen. Ich hoffe, sie spielt auch in den weiteren Bänden noch eine Rolle. Denn natürlich wechselt im dritten Band wieder die Erzählperspektive. Aber das macht die Spektrum-Reihe nur umso besser für mich.
Wie Band 1, habe ich auch Band 2 wieder als Hörbuch gehört. Zu Beginn hatte ich ein wenig Probleme mit der Sprecherin Ann-Kathrin Hinz. Sie wirkte auf mich ein wenig gelangweilt und die Betonung kam mir unnatürlich vor. Doch das änderte sich schnell, als die Geschichte mich mitgerissen hatte und Ann-Kathrin Hinz für mich Pi verkörperte. Ab da hätte ich mir niemanden vorstellen können, der mir das Geschehen lebendiger und spannender hätte erzählen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.05.2025

Das Martyrium der kinderlosen Frauen

Hello Baby
0

„Hello Baby“ heißt die Gruppe, in der sich sechs kinderlose Frauen austauschen, die sich in einer Kinderwunschklinik in Südkorea kennengelernt haben. Alle Frauen sind auf natürlichem Weg nicht schwanger ...

„Hello Baby“ heißt die Gruppe, in der sich sechs kinderlose Frauen austauschen, die sich in einer Kinderwunschklinik in Südkorea kennengelernt haben. Alle Frauen sind auf natürlichem Weg nicht schwanger geworden und versuchen es nun mit allen Möglichkeiten, die eine Kinderwunschklinik bietet.
In jedem Kapitel erfahren wir etwas über das Leben einer dieser Frauen. Dabei geht es um die Verfahren, die in der Klinik angewandt werden. Es geht um die körperlichen und seelischen Schmerzen, die dieser Schritt bedeutet. Die Frauen stecken voller Gefühle der Angst, der Hoffnung, der Scham, der Freude und des Leids, wenn es wieder nicht geklappt hat. Sie erleben Fehlgeburten, Ausschabungen, Einnistungen.
Der Druck auf die Frauen durch ihre Familien und die Familien der Ehemänner ist unbeschreiblich groß. Denn Mutterschaft wird den Frauen immer noch als der natürliche Weg zugeordnet. Werden die Frauen nicht schwanger, ist es stets ihr Versagen und nicht das ihrer Partner bzw. Ehemänner. Selbst dann nicht, wenn sich nach einer Untersuchung herausstellt, dass der Mann auf dem natürlichen Weg keine Kinder zeugen kann. Häufig ist dies dann ein Tabuthema, über welches in der Familie nicht geredet wird.
Und so sind die Frauen bereit, jegliches Leid zu ertragen, um schwanger zu werden. Der Weg dahin ist in der Klinik steinig, langwierig und mit Schmerz verbunden. Sind die Frauen zu Beginn noch voller Hoffnung, so sind sie nach ein paar Jahren oft gebrochen. Denn der Druck von außen wird nicht geringer, sondern stärker. Auf Verständnis können sie nicht hoffen. Die Männer dagegen führen ihr Leben wie vorher auch einfach weiter. Für sie ändert sich kaum etwas. Oft ziehen sie sich schnell aus den Prozessen zurück, sofern sie nicht unbedingt gebraucht werden.
Doch das alles reicht noch nicht aus an Schuld, Scham und Schmerz, der auf die kinderlosen Frauen abgeladen wird. Sind sie berufstätig, so verschweigen sie ihre Behandlungen, ihren Wunsch nach Schwangerschaft und Kindern. Denn trotz Gesetzen, die sie unterstützen sollten, sieht die berufliche Wirklichkeit anders aus. Eine Frau, die sich für Termine in der Kinderwunschklinik, für die Schwangerschaft oder später aufgrund der Kinder frei nimmt bzw. nicht mehr allzeit für ihre Arbeit zur Verfügung steht, ist mit einem Makel behaftet. Dies lässt sie der Vorgesetzte spüren, indem er ihr regelmäßig ein schlechtes Gewissen macht, wenn sie frei benötigt. Die Kollegen werfen den Frauen vor, das Team verraten zu haben, sich für etwas Besseres zu halten und ihre Arbeit zu vernachlässigen. Denn Arbeit bedeutet Aufopferung, steter Fleiß, Einsatz weit über die täglichen Arbeitszeiten hinaus.
Mich hat das Buch von Kim Eui-kyung tief beeindruckt. Sie schafft es auf 220 Seiten, mir einen komplexen Einblick zu vermitteln, in das Leben der Frauen, in ihre Psyche, ihre Gefühlswelt, in die gesellschaftlichen Strukturen, in denen die Frauen leben und auch in das körperliche Martyrium, das sie erleiden. Dieses Buch kann und will ich mindestens allen Frauen empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2025

Mein erstes Highlight in diesem Jahr

Middletide – Was die Gezeiten verbergen
0

Als Teenager erleben Nakita und Elijah die erste Liebe miteinander. Doch Elijah erhofft sich vom Leben mehr als ein Dasein in der kleinen Küstenstadt Point Orchards. Mit 18 Jahren verlässt er seinen Geburtsort, ...

Als Teenager erleben Nakita und Elijah die erste Liebe miteinander. Doch Elijah erhofft sich vom Leben mehr als ein Dasein in der kleinen Küstenstadt Point Orchards. Mit 18 Jahren verlässt er seinen Geburtsort, um in einer großen Stadt ein berühmter Schriftsteller zu werden. Als ihm dies nicht gelingt, kehrt er nach Jahren zurück nach Point Orchards, um hier ein kleines, bescheidenes Leben zu führen.

Die Handlung von Sarah Crouchs Debüt „Middletide – Was die Gezeiten verbergen“ fesselte mich sofort. Ihr detaillierter, bildhafter Schreibstil hatte es mir von Anfang an angetan und ich habe mich mit Genuss und Freude in die Erzählung gestürzt.

Im Mittelpunkt des Romans steht Elijah. Wir erleben im Buch seine Geschichte. Diese beginnt im Jahr 1973 und endet im Jahr 1995. Erzählt wird das Geschehen auf zwei Zeitebenen. Da ist zum einen Elijahs Vergangenheit. Hier erfahren wir, wie es zu den Ereignissen im Jahr 1994 gekommen ist. Dieser Erzählstrang verläuft linear bis ins Jahr 1994. Im zweiten Strang schildert uns die Autorin, was sich bis zum Höhepunkt und der Vereinigung der beiden Erzählebenen im Jahr 1994 zugetragen hat.

Dieses Buch ist Lebensgeschichte, Liebesroman und Krimi/Thriller zugleich. Mich hat das Konzept begeistert. Denn meine Lieblingsgenres sind Krimi/Thriller und Liebesgeschichten. Über weite Teile hat mich der Roman an einen guten Nicholas-Sparks-Film erinnert. Das lag an der Atmosphäre des Buches und an den beiden Hauptfiguren Nakita und Elijah.

Obwohl die Autorin tolle Figuren erschaffen hat, fehlte es den Personen jedoch leider an Tiefe. Dies hätte meine Verbundenheit mit Nakita, Elijah und allen anderen Personen erhöht. Da es sich bei „Middletide“ um das Romandebüt der Autorin handelt, gehe ich davon aus, dass sie im Laufe ihres Autorinnenlebens ihr erzählerisches Geschick weiter ausbauen wird. Ebenso wird Sarah Crouch bestimmt auch ihre Finesse steigern, um die entscheidenden Handlungsmotive besser auszubauen.

Das Ende des Buches verweist sehr deutlich auf eine amerikanische Herkunft. Da ich Verwandtschaft in den USA habe, weiß ich um die kulturellen Unterschiede und kann diese daher akzeptieren. Gebraucht hätte ich dieses Ende so jedoch nicht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2024

Die Autorinnen haben wieder einen Treffer gelandet

Villa Obscura
0

„Villa Obscura“ ist der dritte Jugendthriller, den die Autorinnen Melissa C. Hill und Anja Stapor gemeinsam geschrieben haben. Wie die beiden Vorgänger, hat auch dieser mich wieder begeistert.

Die Fotografin ...

„Villa Obscura“ ist der dritte Jugendthriller, den die Autorinnen Melissa C. Hill und Anja Stapor gemeinsam geschrieben haben. Wie die beiden Vorgänger, hat auch dieser mich wieder begeistert.

Die Fotografin Constanze Eschede hat zu einer Halloweenparty in die Villa Obscura geladen. Zu Beginn ist die Party, wie alle es erwarten. Alle sind kostümiert, es wird getanzt, getrunken, geredet. Doch zum Ende werden sechs Jugendliche von zwei maskierten Fremden in der Villa gegen ihren Willen festgehalten…

Das Buch beginnt mit der Halloweenparty unaufgeregt und langsam. Erst nach und nach entwickelt sich die Spannung. Denn wie die sechs Jugendlichen, wissen auch wir Lesenden nicht, was die beiden Fremden wollen und warum sie ausgerechnet diese Sechs festhalten. Wir lernen die Gefangenen immer besser kennen, die Dynamik der Gruppe entwickelt sich und irgendwann konnte ich das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen.

Die Geschichte ist spannend, überraschend und zum Miträtseln geeignet. Teilweise war ich beim Lesen auf der richtigen Fährte, aber genauso konnten die beiden Autorinnen mich aufs Glatteis führen. Das hat mir einfach jede Menge Spaß gemacht. Ich mag die Figurenzeichnung, die tollen Ideen und die atmosphärische Erzählweise des Autorinnenteams sehr.

Mein Fazit: gerne mehr davon.

Veröffentlicht am 14.11.2024

Toller Liebesroman und so viel mehr

Love Me Like It's Yesterday
0

Juno ist von Beruf Restauratorin antiker Möbel in eigener Werkstatt in Leipzig. Ihr Beruf ist für sie gleichzeitig Berufung. Taro ist ausgebildeter Psychologe und betreibt seit einigen Jahren einen You-Tube-Kanal, ...

Juno ist von Beruf Restauratorin antiker Möbel in eigener Werkstatt in Leipzig. Ihr Beruf ist für sie gleichzeitig Berufung. Taro ist ausgebildeter Psychologe und betreibt seit einigen Jahren einen You-Tube-Kanal, in dem er Männern Flirttipps gibt. Als ein Konkurrent von ihm einen Beweis dafür verlangt, dass seine Tipps funktionieren, lässt Taro sich auf eine Challenge ein. Er soll beweisen, dass sich Juno aufgrund seiner Tipps auf ihn einlässt. Doch schnell stellt Taro fest, dass Juno so viel mehr für ihn ist.

Von Juno war ich sofort begeistert. Sie ist stark, selbstbewusst, authentisch. Einfach eine tolle Buchfigur. Sehr gerne würde ich mir eine Scheibe von ihrer Persönlichkeit abschneiden. Obwohl sie sich selbst genügt, hat sie eine starke beste Freundin an ihrer Seite sowie einen tollen Exfreund, mit dem sie zusammenarbeitet. Beide unterstützen sie, geben ihr aufrichtiges Feedback und sind da, wenn sie Freunde braucht.

An die männliche Hauptfigur bin ich erst einmal mit Misstrauen herangegangen. Ein erfolgreicher Influencer und Yuppie. Aufgrund der Wette musste er sich meine Sympathien erarbeiten. Das ist ihm jedoch gut gelungen. Denn Taro ist ein emphatischer, aufmerksamer Mann, dem Respekt und Integrität sehr wichtig sind.

Der Autorin Juliane Käppler ist mit „Love me like it´s yesterday“ ein wunderschöner Liebesroman gelungen. Sie beschreibt die langsame Annäherung der beiden Hauptfiguren sehr echt und realitätsnah. Die einzelnen Szenen sind voller Tiefe, die Emotionen sind gut bei mir angekommen, sodass ich den beiden mit all meinem Gefühl gefolgt bin.

Das Buch beschäftigt sich mit mehreren ernsten Themen, die ebenfalls über Tiefe bei der Aufarbeitung verfügen. Was bedeutet es, ein Influencer zu sein? Wie kommt die Dynamik in den sozialen Medien zustande? Wie kann dich eine Selbsthilfegruppe bei der Bewältigung deiner Probleme unterstützen? Wie sieht eine Welt aus, wenn man sich bewusst der digitalen Welt verweigert? Welche Probleme treten dann auf?

Dieses Buch war mein erster Roman der Autorin Juliane Käppler. Er ist nach meiner Ansicht in jeglicher Hinsicht perfekt gelungen. Daher spreche ich für dieses Buch ich eine uneingeschränkte Empfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere