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Veröffentlicht am 20.01.2018

Verschenktes Potential

Das Auge von Licentia
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Seit nun mehr fast zehn Jahren begeistert Licentia die Zuschauer vor dem Fernsehen zu hause. Denn mit Licentia schufen die Macher eine Mittelaltersiedlung irgendwo im Herzen tiefer Wälder. Die Zuschauer ...

Seit nun mehr fast zehn Jahren begeistert Licentia die Zuschauer vor dem Fernsehen zu hause. Denn mit Licentia schufen die Macher eine Mittelaltersiedlung irgendwo im Herzen tiefer Wälder. Die Zuschauer erhalten Einblicke in das Leben der dort wohnenden Menschen.
Denn vor zehn Jahren haben sich etliche Personen entschlossen, dem Leben in der realen Welt zu entsagen, dem Projekt beizuwohnen und wie im Mittelalter zu leben. Oft auch mit kleinen Kindern. Eines dieser Kinder, die fernab unserer Realität aufwachsen, ist Jonata.Die inzwischen Fünfzehnjährige liebt ihre Familie, fühlt sich sicher im Dorf, erledigt täglich ihre Pflichten und ist glücklich mit ihrem Leben.
Bis sie auf Tristan trifft. Der ausgerechnet zu den Wolfsbannern gehört. Jenem verrufenen Dorf, das sich schon vor Jahren von Licentia abspaltete. Und plötzlich ist alles anders.

Jonata ist ein nettes, junges Mädchen. Mehr leider auch nicht. Sie würde nirgendwo herausstechen, was natürlich auch mal sehr angenehm sein könnte, in diesem Fall jedoch leider eher langweilig ist.
Dies liegt meiner Meinung nach jedoch einfach daran, dass ich nicht zur Zielgruppe dieses Buches gehöre, liegen doch fast zehn Jahre zwischen Jonata und mir. Ein Ausschlusskriterium dieses Buch zu lesen ,sollte dies demnach nicht sein.
Mir blieb Jonata bis zum Schluss leider zu flach. Sie hatte kaum Tiefe, wirkte oftmals naiv und in Szenen, in denen sie mutig sein sollte, war sie mir leider zu gewollt mutig. Sie wurde manches Mal in Charakterzüge gezwängt, die nicht zu ihrem Gesamterscheinen passten.
Die Nebencharaktere waren größtenteils irrelevant und blieben vollkommen auf der Strecke. Es wurden für die Länge des Buches auch zu viele Nebencharaktere vorgestellt, die nur einen Zweck hatten. War dieser Zweck erfüllt, wurden sie mehr oder weniger nie wieder erwähnt. Schade, das hätte man vielleicht auch anders lösen können.
Einzig Tristan fand ich erfrischend mit seinem Wolfsrudel. Wenn auch phasenweise sehr blauäugig, war er wirklich mutig, entschlossen und vor allem sehr loyal. Die Szenen mit seinem Rudel fand ich allesamt interessant und hätte mir wirklich mehr von diesen gewünscht.
Die Liebesgeschichte war mir zu schnell, nicht authentisch, zu unrealistisch. Ich mag Geschichten mit einer Insta-Lovestory überhaupt nicht und wenn ich dann doch einmal über eine stolpere, so möchte ich, dass in mir Emotionen hervorgerufen werden, damit ich die Liebesgeschichte glauben kann.
Der Schreibstil war relativ einfach, was es mir ermöglichte, das Buch in einem rasanten Tempo zu lesen. Dies wurde nur durch die sehr vielen kurzen Sätze unterstützt.
Der Perspektivwechsel gefiel mir sehr, auch die eingeschobenen Kapitel in Form von Mails oder kurzen Dialogen der Fernsehleute gaben Einblicke in und um Licentia, die der Leser sonst nicht gehabt hätte. Das fand ich wirklich toll und erfrischend.
Das Setting wurde in meinen Augen überhaupt nicht genutzt und die in der Danksagung der Autorin mehrmals betonte Recherche war kaum bis überhaupt nicht zu spüren. Ich hätte mir hier definitiv mehr gewünscht, denn der Kontrast reale Welt gegen Mittelalter hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Die Handlung hätte genau so gut in jedem x-beliebigen Setting ohne moderne Technik stattfinden können.
Ein Spannungsbogen war kaum vorhanden, der Plot wahrhaft vorhersehbar. Ich hätte mich sehr gerne einmal von der Autorin überraschen lassen.
Beinahe hätte ich das Buch abgebrochen, langweilte ich mich einfach zu sehr beim Lesen. Nun bin ich froh, dass ich es nicht getan habe, denn die letzten Kapitel konnten mich doch noch ein bisschen positiv überraschen.
Es gibt noch andere Dinge, weshalb mir das Buch nicht gefällt, doch die würden die gesamte Handlung spoilern. Von daher klammere ich diese aus dieser Rezension aus.


Ich vergebe 1.5 Sterne. Mir hat das Buch schlicht und ergreifend einfach nicht gefallen, zu viel Potential wurde an dieser Stelle verschenkt.

Veröffentlicht am 27.05.2025

Rapider Downfall nach eigentlich gutem Start

The Wind Weaver (The Wind Weaver 1)
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Ich fand das Buch leider unglaublich enttäuschend.
Dabei waren die ersten drei Kapitel wirklich gut, haben mich sehr mitgerissen und hatten mir echt einen guten Vorgeschmack gegeben. Doch mit jedem weiteren ...

Ich fand das Buch leider unglaublich enttäuschend.
Dabei waren die ersten drei Kapitel wirklich gut, haben mich sehr mitgerissen und hatten mir echt einen guten Vorgeschmack gegeben. Doch mit jedem weiteren Kapitel sank meine anfängliche Begeisterung. Das Buch hat 592 Seiten und es passiert eigentlich nichts an relevanter Handlung. Ich brauche keinen actiongeladenen Pageturner, ich mag durchaus sehr langsame Geschichten, bei denen auch ein starker Fokus auf Worldbuilding oder Nebencharaktere gelegt werden. Aber nach Beenden des Hörbuchs, das immerhin fast 17 Stunden geht, gibt es eigentlich nur zwei relevante Plots. Der gesamte Inhalt des Buches kann auf wenigen Seiten abgehandelt werden, alles andere ist Füllmaterial. Und dieses dient dabei nicht mal fürs Worldbuilding, das blieb nämlich einfach total auf der Strecke, Auch das Magiesystem wird nicht vernünftig erklärt, macht nicht den Anschein, als wäre es irgendwie ausgearbeitet. Das ist ja ok, schließlich entdecken wir als Leser:innen dieses mit Rhya zusammen. Aber ich kann mir echt nicht erklären, warum das Buch so viele Seiten hat.
Den Inhalt fand ich also enttäuschend, doch die Charaktere leider auch.
Die Art und Weise von Rhya mit anderen umzugehen wirkte auf mich leider nicht tough, erwachsen und stark, sondern einfach nur wahnsinnig zickig und schnippisch. Ich fand sie so unglaublich unsympathisch und naiv und war irgendwann einfach nur noch genervt von ihr. Ein "flotter" Spruch auf den Lippen macht einen Charakter nicht automatisch zu einer Kämpfernatur, vor allem, wenn das restliche Verhalten dermaßen kindisch ist. Bei dem Start in die Geschichte und der Prämisse ihres Charakters hätte es eigentlich ein leichtes sein sollen, starke Verbindungen zu Rhya als Protagonistin zu knüpfen. Das ist bei mir nur leider aufgrund der genannten Dinge nie passiert.
Die männlichen Hauptcharaktere sind Abziehbilder jedes beliebigen Romantasy-Buches und ich habe echt keinen Bock auf die Rückkehr von Liebesdreiecken, weil ich das starke Gefühl habe, dass sich die Geschichte in diese Richtung entwickeln könnte. Oder aber es wird so ein Tamlin-Rhysand-Ding. Das wäre zumindest nicht die einzige Sache in der dieses Buch ACOTAR nacheifern möchte.
Found Family ist nämlich ein echt großer Faktor in diesem Buch und das hätte toll sein können, leider ging aber alles viel zu schnell um wirklich glaubhaft zu sein. Rhya ist natürlich toll, kann alles und wird automatisch von fast allen Männern geliebt. Und ja, an der Stelle geht es eigentlich nur um Männer weil Entschuldigung aber wo waren in diesem Buch bitte mal die Frauen? Eigentlich gibt es neben Rhya nur zwei weibliche Charaktere, denen so etwas wie ein eigener Charakter zugeschrieben wird. Das eine ist eine gemeine Furie, weil ja irgendwie Rhyas Charakterschwächen ausgeglichen werden müssen und das funktioniert scheinbar nur, wenn es eine wirklich intrigante Zicke gibt. Das andere ist eine Frau, die etwas als Bezugsperson mit mütterlichen Aspekten aufgebaut wurde. Ansonsten gibt es eine Fülle an männlichen Nebencharakteren mit Namen und eigenen Geschichten, die alle um Rhya herumflattern. Die weiblichen Nebencharaktere haben eigentlich keinen großen Einfluss auf die Geschichte.
Das Buch las sich einfach wie eine Fanfiction von ACOTAR eines Mädchen, das sich mehr Aufmerksamkeit von Männern wünscht. Und ich bin echt kein großer Anhänger der ACOTAR-Fangemeinde, aber Found Family kann Sarah J. Maas halt wirklich gut schreiben und ist kein Vergleich zu diesem Werk.

Veröffentlicht am 03.08.2023

Nicht überzeugend

Hard Rules - Dein Verlangen
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Ich habe leider mehrere Anläufe gebraucht, um dieses Buch zu beenden. Immer wieder habe ich es angefangen, aber nach kurzer Zeit auch wieder abgebrochen. Nicht, weil ich es grottenschlecht fand (Spoiler: ...

Ich habe leider mehrere Anläufe gebraucht, um dieses Buch zu beenden. Immer wieder habe ich es angefangen, aber nach kurzer Zeit auch wieder abgebrochen. Nicht, weil ich es grottenschlecht fand (Spoiler: Finde ich nach Beenden jetzt schon), sondern weil irgendwie immer andere Bücher deutlich spannender und attraktiver waren. Ich bin aber echt froh, dass ich vor ein paar Tagen erneut über das Buch auf meinem Kindle gestolpert bin und es nochmals begonnen habe. Denn ich hasse es, Bücher nicht zu beenden und nun kann ich das Buch wenigstens ganz zu den Akten legen.

Das Buch funktioniert nur durch absolut künstlich erzeugte Spannung. Denn die Charaktere sind allesamt furchtbar flach und eindimensional, die Interaktionen untereinander furchtbar gestellt und sympathisch sind sie eigentlich auch alle nicht. So blieb für mich nur die Neugier, die mich durchhalten ließ, denn ich wollte unbedingt wissen, was es mit Emily und ihren Geheimnissen auf sich hat, die schon zu Beginn des Buches angedeutet wurden.
Leider wird nicht eins dieser Geheimnisse aufgeklärt. Ich habe auf meinem Kindle immer die Prozentzahl im Auge gehabt und nach 80% des Buches wurde ich dann doch mal etwas hibbeliger, wann ich denn nun mal Antworten bekommen würde. Pustekuchen, die letzten 5 Sätze des Buches waren vielleicht noch interessant, aber Fragen beantwortet wurden keine und ich möchte diese Reihe auch auf keinen Fall fortsetzen.
Spannung zwischendurch wurde dann auch nur durch konstruierte Dramatik versucht zu erzeugen, die entweder auf Misskommunikation zurückzuführen war oder auf fadenscheinige Drohungen, die die Charaktere irgendwie mächtig, gefährlich oder knallhart rüberkommen lassen sollten. Ich fand es einfach nur anstrengend.

Vielleicht ist dies der Entwicklung auf dem Buchmarkt zuschulden kommen zu lassen, aber ich verstehe nicht ganz, weshalb dieser Roman als Erotik kategorisiert wird. Ja, es gibt ein paar spicy Szenen, aber in fast jedem LYX Buch ist davon mehr zu finden und die laufen größtenteils als Liebesroman oder NA. Aber wie gesagt, da das Buch 2017 rauskam und sich auf dem Buchmarkt doch gerade in den letzten ein, zwei Jahren in der Richtung viel getan hat, kann es auch einfach an dieser Entwicklung liegen.

Ich bin leider überhaupt nicht überzeugt von der Geschichte und werde die Reihe nicht weiterverfolgen. Auch wenn ich gerne die Antworten zu den vielen offenen Fragen hätte, aber da die Geschichte ohnehin sehr platt und voraussehbar war, kann ich mir diese sogar schon fast denken.

Veröffentlicht am 23.05.2019

Lieber vorher die Warnung des englischen Klappentextes lesen!

Suddenly Forbidden (Gray Springs University 1)
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Daisy und Quinn waren schon immer eine Einheit und irgendwann wurde aus diesen beiden besten Freunden ganz selbstverständlich mehr. Doch dann zieht Daisy mit ihrer Familie weg und alles beginnt zu bröckeln. ...

Daisy und Quinn waren schon immer eine Einheit und irgendwann wurde aus diesen beiden besten Freunden ganz selbstverständlich mehr. Doch dann zieht Daisy mit ihrer Familie weg und alles beginnt zu bröckeln. Zwei Jahre sind seitdem vergangen und Daisy kommt nervös an ihrem neuen College an. Denn immer wieder haben sich die beiden geschworen, gemeinsam auf eben dieses College zu gehen. Und tatsächlich ist Quinn da, aber im Gegensatz zu ihr hat er nicht gewartete, sondern sein Leben weitergelebt. Ohne sie, aber mit ihrer ehemaligen besten Freundin Alexis an seiner Seite.

[Ich werde in dieser Rezension leider spoilern müssen, da ich vermehrt auf inhaltliche Dinge Bezug nehmen muss, um meine Standpunkte zu verdeutlichen. Anders war es mir leider nicht möglich.]

Leider konnte mich dieser Auftakt einer neuen College-Reihe nicht überzeugen.
Die Charaktere mochte ich an sich ganz gerne, doch in diesem Rahmen gefielen sie mir leider weniger gut.
Daisy ist an sich eine wirklich tolle Protagonistin, eine, von der ich ansonsten gerne mehr lesen würde. Und auch Quinn gefiel mir wirklich gut.
Doch das Konstrukt der Autorin zerfiel leider Seite um Seite mehr. Einige der Handlungen fand ich dermaßen unauthentisch, merkwürdig und komisch, dass ich das Buch passagenweise echt grausig fand.
Ganz schlimm finde ich das vermittelte Bild der verzehrenden, naiven jungen Frau, die der großen Liebe wegen sich ein College aussucht. Und nicht ein College, das sie wegen des Programms, der Kurse oder passend zu ihren Stärken und Fähigkeiten aussucht. Vielleicht wird es erwähnt und ich habe es überlesen, doch wird an einigen Stellen darauf eingegangen, dass Daisy nur deshalb an dieses College ging, weil Quinn und sie sich das als Kinder mal geschworen haben.
Außerdem hat Daisy erwartet, dass Quinn auf sie wartet, obwohl die beiden Schluss gemacht haben und Daisy sich zwei Jahre lang nicht bei ihm gemeldet hat? Das ist nicht mehr naiv-süß, dass ist verblendet und fernab der Realität.
Publiziert wurde das Buch 2018 und auch wenn nie ein exaktes Datum genannt wird, ordnete ich gedanklich die Geschichte auch in dem Dreh handelnd ein. Und da will mir die Autorin weiß machen, dass Daisy erst mit 16 ein Handy geschenkt bekommt und es ihr dennoch nicht möglich ist, Kontakt zu ihren alten Freunden zu halten? Dass man sich auseinanderlebt und eine Fernbeziehung eben nicht immer klappt, kann ich absolut verstehen und nachvollziehen. Dennoch stellt die Autorin es so dar, als würde Daisy am Nordpol ohne Empfang - geschweige denn Technik - sitzen und kehrt erst am College zurück in die Zivilisation.
Was mich wirklich entsetzte war, dass Quinn scheinbar ein ziemliches Alkoholproblem hatte, Alexis ihm daraus half und dann immer und immer wieder als „die Böse“ dargestellt wurde. Es wird nie wieder darauf eingegangen, wie schlecht es Quinn ging, wie schlimm es ist, in ein solches Loch zu fallen und wie stark Alexis gewesen sein muss, um ihm zu helfen. Nein, sie ist ja diejenige, die Daisys „Besitzanspruch“ in Frage stellte und es wagte, mit dem EX(!)-Freund ihrer besten Freundin zusammenzukommen. Während sich Daisy selber auch immer weiter von Alexis entfernte und sich auch nicht mehr bei ihr meldete. Tolle Freundschaft zwischen den dreien.
Ich war nicht vorbereitet auf das Buch. Und hier tatsächlich einmal im negativen Sinne. Der deutsche Klappentext lässt eine sehr wichtige Zeile einfach aus – eigentlich mehr eine Warnung. Hätte ich diese Warnung vorher gelesen, hätte ich niemals zu diesem Buch gegriffen und ich bin doch etwas sauer darüber, dass sich der Verlag dafür entschied, diese nicht mit abzudrucken.
Die Originalwarnung lautete: „warning: this book contains cheating.“. Hätte ich eben diese Warnung vorher gelesen, hätte ich das Buch niemals begonnen. Ich lese grundsätzlich keine Geschichten, in denen jemand betrogen wird. Ich rechnete schlicht nicht damit, dass tatsächlich jemand betrogen wird, sondern ging auf Grund des Klappentextes eher davon aus, dass sich ein riesen Drama ergeben würde, bis letztendlich Quinn mit Alexis Schluss macht und mit Daisy wieder zusammenkommt.
Gut gefallen haben mir hingegen die Perspektivwechsel von Quinn und Daisy und die Rückblenden in ihre Kindheit. Ja, mein Herz schmerzte schon an vielen Stellen. Vor allem zu Beginn der Geschichte. Leider konnte die Autorin diese Gefühle nicht bis zum Ende hin vermitteln.
Der Schreibstil war ok. Sehr umgangssprachlich, doch auch passend. Schwer getan habe ich mich mit den Sexszenen, da der doch sehr blumige Stil dann wieder vollkommen unpassend in für meine Augen und Ohren sehr schmutzigen „Dirtytalk“ umschlug. Diese beiden Stile passten für mich einfach nicht zusammen, waren super unpassend kombiniert und ich überlegte wirklich an zwei Stellen, mir die Augen mit Wasser und Seife zu reinigen, um diese Formulierungen von meiner Netzhaut zu löschen. Vielleicht bin ich aber auch einfach sehr verklemmt.
Das Ende fand ich unglaublich kitschig und furchtbar geschrieben. Das gesamte letzte Kapitel hätte man wirklich getrost streichen können.
An sich habe ich nach diesem Erlebnis genug von der Autorin, doch macht mich Band 2 doch neugierig. Die beiden Figuren wurden bereits in diesem Band vorgestellt und gefielen mir wirklich gut. Vor allem Pippa ist einer der Lichtblicke dieser Geschichte gewesen. Die beiden nächsten Bände beinhalten im Deutschen auch wieder keine Warnung im Klappentext, im Englischen jedoch schon. Ich kann es nun aus Erfahrung nur empfehlen, sich die Warnungen einmal durchzulesen.

Veröffentlicht am 03.04.2017

Enttäuschend

Die Seelenfischer
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Inhalt:
Nürnberg: Renovierungsarbeiten in einer alten Villa fördern einen sensationellen Fund zutage. Er ruft den Bischof von Bamberg auf den Plan. Kurz darauf reist der Bischof nach Rom. Einen Tag nach ...

Inhalt:
Nürnberg: Renovierungsarbeiten in einer alten Villa fördern einen sensationellen Fund zutage. Er ruft den Bischof von Bamberg auf den Plan. Kurz darauf reist der Bischof nach Rom. Einen Tag nach seiner Rückkehr wird er bestialisch ermordet aufgefunden.
Rom, drei Monate später: Der junge Jesuit Lukas wird zum Generaloberen des Ordens zitiert. Der erteilt ihm einen geheimen Auftrag. Noch bevor Lukas diesen ausführen kann, geschieht ein weiterer Mord, und er findet sich unvermittelt als Tatverdächtiger wieder.

Verlag: Piper Taschenbuch
Medium: Taschenbuch
Seitenzahl: 448
Preis: 9,99 €

Meinung:
Ich bin mit sehr viel Unwissen an dieses Buch herangetreten. Über den Jesuitenorden wusste ich vor Beginn dieses Buches so gut wie gar nichts und auch von Hanni Münzer habe ich vorher kein Buch gelesen. Dementsprechend hatte ich auch keine sonderlich hohen Erwartungen.
Man muss der Autorin zu Gute halten, dass sie es wirklich alleine durch den vorhandenen Spannungsbogens geschafft hat, dass ich dieses Buch nicht abgebrochen habe. Dies muss gewürdigt werden und das tue ich aus vollem Herzen!
Auch die immer wieder informativen Einschübe über die Jesuiten, die Kirche, den Glauben und kirchliche Geschichte fand ich sehr gut.
Da ein Buch jedoch hauptsächlich aus seiner Handlung und seinem Inhalt besteht, muss mich vorrangig dieser überzeugen. Und das konnte er leider nicht.
Die Charaktere sind in keinster Weise authentisch und wurden mir im Verlauf der Geschichte immer unsympathischer. Die drei Charaktere, die im Zentrum der Handlung stehen können alles, wissen alles, befreien sich auf kühnste Art und Weise aus jeder Situation und wenn sie doch ein Mal in der Klemme stecken, kennen oder treffen sie genau die richtige Person. Das alles zusammengenommen zeichnet ein Bild fernab jeglicher Realität.
Die Handlung springt immer wieder von Phasen voller Action zu absolutem Nichtstun.
Eine Abänderung eines bestehenden Werkes ist an sich nicht empfehlenswert, doch der Umschwung von eBook über Amazon Media auf Printausgabe durch einen Verlag hätte an dieser Stelle eventuell zu einer größeren Überarbeitung führen können. Denn viel An fahrt wurde durch diese Passagen genommen.
Außerdem folgen dieser Szenen keiner wirklich logischen Reihenfolge, sondern fühlen sich für mich als bunt durcheinander gewürfelt an. Der Hauptstrang bleibt dabei zwar bestehen, doch hüpft man als Leser munter über diesen hinweg, um an irgendeiner Stelle dann doch wieder zu folgen.
Auch wenn ich mich eigentlich nicht groß am Aufbau eines Buches störe, muss ich hierzu noch ein paar Worte schreiben.
Wenn ein Kapitel mehr als 60 Seiten lang ist, so brauche ich als Leser genügend Absätze, um eine Lesepause einlegen zu können. Jedoch mangelt es hier gewaltig an Absätzen, so dass ich immer öfter das Buch einfach so zuschlug. Das förderte nicht wirklich meine Motivation. Außerdem täuscht die Dicke des Buches gewaltig. Sehr kleine Schrift auf sehr dünnem Papier verdoppeln die "berechnete" Lesezeit.
Immens gestört hat mich außerdem die Parallele zu "Illuminati" von Dan Brown. Damit meine ich weder sich gleichende Charaktere, sondern die generelle Idee. Ein kleiner Kreis in Rom weiß von geheimen Dokumenten, die die gesamte Kirche ändern könnten und diese Dokumente werden nun entdeckt oder stehen kurz vor der Entdeckung. Zugegeben, es ist wahrscheinlich ein ganz schönes Stück Arbeit, ein solches Thema - genauer gesagt eine solche Idee - genau so zu schrieben, dass der Leser nicht an ein anderes Werk erinnert wird. Doch ab und an hatte ich das Gefühl, dass sich gerade diese Popularität zu Nutze gemacht werden wollte.

Insgesamt vergebe ich einen Stern für dieses Buch. Diese Reaktion mag sehr hart sein, ist in meinen Augen jedoch nur gerecht. Ich konnte nicht viel mit der Idee anfangen und bin mit der Umsetzung nicht zufrieden.