Profilbild von Rebecca1120

Rebecca1120

Lesejury Star
offline

Rebecca1120 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Rebecca1120 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2025

gefühlvoll, nachdenklich stimmend, einfach lesenswert

Die Rettung
0

Shearwater Island, eine Insel im Südpolarmeer. Hier lebt Dominic, Dom, mit seinen drei Kindern. Bis vor Kurzem hielten sich hier verschiedene Forschungsgruppen auf, um die Auswirkungen des Klimawandels ...

Shearwater Island, eine Insel im Südpolarmeer. Hier lebt Dominic, Dom, mit seinen drei Kindern. Bis vor Kurzem hielten sich hier verschiedene Forschungsgruppen auf, um die Auswirkungen des Klimawandels zu erforschen, aber auch um den Saatgutbunker im Frostkeller zu überwachen und zu erweitern. Es ist ein karges Leben, das Dom hier mit seinen Kindern führt. Abgeschieden von jeglicher Zivilisation, die Versorgung erfolgt alle paar Monate per Schiff, was genaue Vorratsplanung und -haltung erfordert und stets sind sie den Urgewalten der Natur ausgeliefert. Kein einfaches Leben, aber nach dem Tod der Ehefrau und Mutter sind sie nun bereits seit acht Jahren auf der Insel und jeder von ihnen geht mit der Einsamkeit inmitten der schroffen Natur anders um. Dom redet mit seiner Frau, als wäre sie mit auf der Insel, Raff, der Älteste, versucht seine Wut und seine Emotionen am Sandsack rauszulassen, während Tochter Fen die Nähe der Tiere sucht, sogar die Nächte mit ihnen verbringt. Nachzügler Orly, erst neun Jahre, kam mir wie ein wandelndes Naturlexikon vor. Ganze Seiten vom Pflanzenlexikon zitiert er auswendig. Wen wunderts, dass er auch mit den Pflanzen auf der Insel spricht. Doch im Prinzip lebt jeder der Vier für sich. Denn dem Vater gelingt es nicht sich gegenüber seinen Kindern zu öffnen, Gefühle zuzulassen, geschweige denn über seine eigenen Gefühle zu reden. Ja, es hat mich traurig gestimmt, wie isoliert bei aller Nähe und Abgeschiedenheit hier jeder lebt. Doch dann wird in einer Sturmnacht eine Frau an den felsigen Strand gespült. Sie ist es, die auf die Kinder zugeht, mit ihnen spricht und ihre Sicht über das Leben auf der Insel hinterfragt, ihre Pläne für die Zukunft wissen will. All das was ihr Vater noch nie gemacht hat, weil er den Verlust seiner Frau bis heute nicht verarbeitet hat.
Sehr eindringlich schildert die Autorin im Buch, wie jeder Inselbewohner eine Entwicklung des Geistes und der Pläne für das weitere Leben durchmacht. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne und eine 100%ige Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.06.2025

spannend, absolute Leseempfehlung

Der unbekannte Künstler
0

Auch der neue Fall die der OPE-Zentrale in Berlin übertragen wird, hat mich wieder spannend unterhalten und ans Buch gefesselt. Es geht wieder sehr blutig zu, was mich aber nicht abschreckt. Die 18jährige ...

Auch der neue Fall die der OPE-Zentrale in Berlin übertragen wird, hat mich wieder spannend unterhalten und ans Buch gefesselt. Es geht wieder sehr blutig zu, was mich aber nicht abschreckt. Die 18jährige Louise wird im Jenaer Wald abseits der Wege von einem Wanderer entdeckt. Der Anblick ist grausam und der Leichnam wirkt mit seinen vielen Verletzungen wie zur Schau gestellt. Schnell wird den Ermittlern klar, dass es nicht der letzte Mord des Täters sein wird…
Mir hat es gefallen, wie der Autor hier Stück für Stück die Ermittlungsergebnisse und die Schlussfolgerungen der Ermittler um Jan Theurer und Lisa Seifert beschreibt. Dabei wirken die Personen, die mit ihren eigenen familiären Problemen und ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben so lebendig und lebensecht.
Eines ist allen klar: der unbekannte Künstler, denn hinter diesem Namen verbirgt sich der Täter, will mit den bestialischen Morden die Angst seiner Opfer mit der Kamera festhalten. Mehr noch, er will mit jedem weiteren Mord die Qual der Opfer und damit deren Angstausdruck im Gesicht, insbesondere in den Augen weiter steigern. Keiner ahnt anfangs, dass auch Jans Vergangenheit hier eine Rolle spielen wird. Insofern fand ich die Handlung unwahrscheinlich spannend und gut entwickelt. Ich kann den Thriller uneingeschränkt weiterempfehlen und gebe 5 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2025

die Fälle werden immer spannender

Die Toten auf Föhr
0

Mit der Begründung erweiterter Suizid wird nach dem Tod von Mutter und ihrer zwei kleinen Kinder von der Flensburger Polizei recht schnell geschlossen. Doch der politisch sehr einflussreiche Vater der ...

Mit der Begründung erweiterter Suizid wird nach dem Tod von Mutter und ihrer zwei kleinen Kinder von der Flensburger Polizei recht schnell geschlossen. Doch der politisch sehr einflussreiche Vater der Toten gibt sich damit nicht zufrieden. Er glaubt nicht, dass seine Tochter sich und ihre Kinder umgebracht hat. Darum soll Lena Lorenzen und ihr Team in den Fall noch einmal Ermittlungen aufnehmen.
Also gleich zu Anfang, ich bin bei der Autorin Wiederholungstäter. Soll heißen, dass ich bisher alle Fälle von Lena Lorenzen gelesen habe. Dabei habe ich festgestellt, dass die Bücher dieser Reihe immer spannender werden. Im aktuellen Fall hat Lena ihre altbewährten Teammitglieder an ihrer Seite. Naya hat ihr Sabbatical Jahr abgebrochen und auch Johann wechselt vom Innendient wieder in den aktiven Ermittlerdienst. Man merkt, dass sie wunderbar zusammenarbeiten und doch ist diesmal etwas anders.
Ich bewundere jedes Mal, wie selbstbeherrscht Lena bei hartnäckigen Zeugen oder Verdächtigen reagiert und ihr Ziel verfolgt. Durch die Einschaltung des LKA ist sie diesmal besonders gefordert. Die Flensburger Kollegen sehen sich mit der Einschaltung des LKA auf den Schlips getreten, insbesondere dessen Einsatzleiter Enno Moormann. Aber auch andere Abteilungen des LKA versuchen Informationen zurückzuhalten. Ich fand es sehr gut, wie Lena den leitenden Ermittler der OK-Abteilung in Hamburg in die Zange genommen hat, um schlussendlich doch noch an Informationen zu kommen. Sie versteht einfach ihren Job.
Jedoch steht Lena auch privat immer mehr unter Druck. Der Spagat zwischen Mann, Kind und Job ist nicht einfach. Ich finde, dass gerade wenn auch private Probleme in die Handlung mit einfließen, wirken die Akteure nicht nur menschlicher, die Geschichte wird dadurch erst richtig rund. Ich fand diesen Band absolut gelungen und gebe daher 5 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2025

Autor zeigt, dass Krimis auch unblutig spannend sein können

Morden auf Friesisch
0

Michi Greve ist noch nicht lange bei der Husumer Kripo und doch hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass sie dort in ihrer Dienststelle angekommen ist. Es passt einfach im Team. Das ist auch zwingend notwendig, ...

Michi Greve ist noch nicht lange bei der Husumer Kripo und doch hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass sie dort in ihrer Dienststelle angekommen ist. Es passt einfach im Team. Das ist auch zwingend notwendig, denn die Aufklärung des Mordes an Fischer Hinnerk Beehnk ist recht verzwickt. Zum einen hat Hinnerk nie mit seiner Meinung hinterm Berg gehalten. Er ist keinem Streit aus dem Weg gegangen und hat gern auch schlagende Argumente sprechen lassen. Liegt hier die Ursache für seine brutale Ermordung? Oder hat es jemand auf seinem Millionen-Lottogewinn abgesehen?
Ich habe die Geschichte, die so voller Spannung ist, regelrecht verschlungen. Ich finde es gut, wie der Autor ohne viel blutige Beschreibungen den Krimi mit spannenden Wendungen erzählt. Besonders hervorheben möchte ich auch das Gespann der drei Ermittler. Der Chef, Werner Kruse, ist so schräg und doch so brillant dabei. Schroff gegenüber seinen beiden Mitarbeitern, zeigt er doch immer wieder, dass er hinter ihnen steht und vollstes Vertrauen in ihre Ermittlerfähigkeiten hat. Und eines muss man ihm lassen: seine Beziehungen sind Gold wert. An manchen Stellen haben mich die Dialoge der drei heftig zum Schmunzeln gebracht. Ich hoffe, es gibt noch mehr Fälle in denen die drei zusammen ermitteln. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.05.2025

gelungener Auftakt, neugierig auf Fortsetzung

Vergessen
0

Verena Irlenbach und Leonie Ritte, genannt Leo, sind ein tolles Team bei der Kripo. Wann immer sie kann deckt Leo Verenas Besuche bei ihrer dementen Oma Ruth und auch bei der Aufklärung ihrer Fälle passt ...

Verena Irlenbach und Leonie Ritte, genannt Leo, sind ein tolles Team bei der Kripo. Wann immer sie kann deckt Leo Verenas Besuche bei ihrer dementen Oma Ruth und auch bei der Aufklärung ihrer Fälle passt es einfach zwischen ihnen. Doch nun hatte Leo einen schweren Unfall und Verena wird der Kollege Christoph Todt als Partner zugewiesen. Ein zwar fähiger Mann, aber eine Zusammenarbeit mit ihm, der so mürrisch und dominant auftritt, ist schwierig für Verena. Dabei haben sie es mit einem rachsüchtigen Täter, der bereits 2 Opfer in den Tod getrieben hat, zu tun.
Ich habe mich anfangs köstlich amüsiert wie beider Ermittler, Verena und Christoph, versuchen die Eckpfeiler ihrer Zusammenarbeit abzustecken, denn leicht ist das nicht. Verena muss den Spagat zwischen Ermittlung und Versorgung von Ruth managen, während Todt mit den Selbstvorwürfen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen hat.
Während ich am Anfang dachte, dass die Entwicklung der Geschichte ja bereits recht früh klar ist, hat mich die Autorin eines Besseren belehrt. Denn was anfangs als logisch erscheint, stellt sich beim zweiten Blick darauf ganz anders dar. Damit hat Elke Pistor mich nicht nur wunderbar kurzweilig unterhalten, ich habe auch wieder einmal mehr etwas über Krankheitsbilder gelernt. Vor allem sie hat mich aber neugierig auf weitere Fälle mit Verena, Christoph und Leo gemacht. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere