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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2025

3 ⭐

Fallen Courts 1: Conquer
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„Fallen Courts“ von Tine Bätcke entführt den Leser in eine düstere, von grausamen Fae beherrschte Welt, in der die Menschen unterdrückt werden. Die Hauptprotagonistin, Key, ist als Wächterin dafür zuständig, ...

„Fallen Courts“ von Tine Bätcke entführt den Leser in eine düstere, von grausamen Fae beherrschte Welt, in der die Menschen unterdrückt werden. Die Hauptprotagonistin, Key, ist als Wächterin dafür zuständig, den Rebellen Einhalt zu gebieten, doch als sie in einen gefährlichen Konflikt mit dem Statthalter Tarmo Rook verwickelt wird, entwickelt sich eine unerwartete und komplizierte Beziehung zwischen den beiden. Die Geschichte ist von Anfang an spannend und bietet ein interessantes Worldbuilding.

Key ist eine interessante Protagonistin mit einer Mischung aus Schlagfertigkeit und einer gewissen Oberflächlichkeit, die mich sowohl amüsiert als auch manchmal gestört hat. Ihre Sprüche sind oft humorvoll, aber im Laufe der Geschichte wurde mir dieser Humor zu viel, vor allem in ernsten Momenten. Die Beziehung zwischen Key und Tarmo konnte ich leider nicht wirklich nachvollziehen. Obwohl es eine deutliche Anziehung zwischen den beiden gibt, blieb mir unklar, warum gerade Tarmo so vernarrt in Key war.

Das Buch bietet viele überraschende Wendungen und hat definitiv Potenzial, besonders durch das spannende Setting und die interessanten Nebencharaktere. Es gibt jedoch einige Elemente, die mich stören, besonders das ständige Unterbrechen von ernsten Szenen durch Humor und die nicht ganz nachvollziehbare Dynamik zwischen den Hauptcharakteren. Trotzdem ist die Grundidee faszinierend, und das Ende hat mich neugierig auf den nächsten Band gemacht.

Insgesamt ein solides Buch, das mich trotz einiger Schwächen gut unterhalten hat. Ich gebe dem Buch 3 ⭐.

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 19.05.2025

3 ⭐

Der Jasmin-Thron (Die brennenden Reiche 1): Eine World-Fantasy-Award-Gewinner sapphische Romantasy und Booktok-Sensation!
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Dieses Buch bietet eine interessante und atmosphärische High-Fantasy-Erzählung, die sich durch ihr indisch inspiriertes Setting positiv von vielen anderen Titeln des Genres abhebt. Besonders die farbenreiche ...

Dieses Buch bietet eine interessante und atmosphärische High-Fantasy-Erzählung, die sich durch ihr indisch inspiriertes Setting positiv von vielen anderen Titeln des Genres abhebt. Besonders die farbenreiche und bildhafte Beschreibung der Welt sowie die magischen Elemente – darunter ein mysteriöser Tempel, gefährliche Rituale und eine außergewöhnliche Krankheit – schaffen eine eindrucksvolle Atmosphäre.

Auch thematisch bewegt sich der Roman auf spannenden Ebenen: Machtstrukturen, Unterdrückung, religiöser Fanatismus und politische Intrigen bilden den Kern der Handlung. Die Dynamik zwischen der gefangenen Prinzessin Malini und der Priesterin Priya bringt starke weibliche Perspektiven in den Vordergrund, ohne dabei gängigen Klischees zu verfallen. Dennoch bleibt die emotionale Tiefe der Charaktere stellenweise hinter den Erwartungen zurück. Einige Figuren blieben trotz ihres Potenzials recht blass oder wirkten in ihren Handlungen nur bedingt nachvollziehbar.

Stilistisch überzeugt der Roman durch einen flüssigen und gut lesbaren Erzählstil. Gelegentlich hätte eine differenziertere Sprache oder ausgefeiltere Metaphorik dem Text jedoch mehr Ausdruckskraft verliehen. Das Worldbuilding ist solide, wenn auch nicht voll ausgeschöpft – insbesondere die Schauplätze hätten von detaillierteren Beschreibungen profitiert.

Die Handlung entwickelt sich anfangs sehr packend, verliert aber zum Ende hin etwas an Spannung. Bestimmte Perspektiven wirken bremsend, und einige Wendungen sind absehbar. Die als Romantasy beworbene Liebesgeschichte spielt eine untergeordnete Rolle – Leserinnen und Leser sollten hier keine klassische Romance erwarten, sondern vielmehr eine politische Geschichte mit einem Beziehungsaspekt im Hintergrund. Insgesamt eine dezente Lektüre. Ich vergebe 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 16.05.2025

3 ⭐

Before the Sun Shatters (Scandalous Secrets, Band 1)
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Der Auftakt des Romans überzeugt mit einem spannenden Setting: Die gefeierte Schauspielerin Lori lebt in einer Welt voller öffentlichem Druck, permanenter Beobachtung und beruflicher Verpflichtungen. Hinzu ...

Der Auftakt des Romans überzeugt mit einem spannenden Setting: Die gefeierte Schauspielerin Lori lebt in einer Welt voller öffentlichem Druck, permanenter Beobachtung und beruflicher Verpflichtungen. Hinzu kommt ein persönliches Geheimnis, das sie zunehmend belastet. Besonders gelungen fand ich die Darstellung der Schattenseiten des Ruhms – die ständige Erwartungshaltung der Öffentlichkeit, der Druck durch Management und Medien sowie der zunehmende Kontrollverlust über das eigene Leben. Diese Aspekte haben mich nachdenklich gestimmt und mein eigenes Konsumverhalten im Hinblick auf Stars hinterfragt.

Trotz dieser gelungenen Themen bleibt Lori als Protagonistin für mich über weite Strecken distanziert. Ich konnte zwar nachvollziehen, warum sie sich von anderen abschottet, dennoch fiel es mir schwer, eine echte Verbindung zu ihr aufzubauen. Ihre Hintergrundgeschichte – wie sie zur Schauspielerei kam, wie ihre Karriere begann oder wie sie in das aktuelle Umfeld geraten ist – wird nur angedeutet. Dadurch wirkt ihre Figur stellenweise blass, obwohl das Potenzial für mehr Tiefe zweifellos vorhanden gewesen wäre.

Ein großer Teil des Romans spielt an einem neuen Schauplatz, der nach einem Ortswechsel eingeführt wird. Leider verlor die Geschichte dort spürbar an Dynamik. Was zunächst wie eine vielversprechende Wendung erschien, entwickelte sich schnell zu einem eher trägen Handlungsverlauf. Auch die Liebesgeschichte zwischen Lori und ihrem Bodyguard Wyatt konnte mich nicht wirklich überzeugen. Dass die beiden ihre beruflichen Rollen und das Machtgefälle zwischen ihnen kaum reflektieren, hat mich irritiert. Statt Spannung durch Zurückhaltung oder innere Konflikte aufkommen zu lassen, entwickelt sich ihre Beziehung recht unreflektiert und wirkt dadurch wenig glaubwürdig.

Wyatt selbst blieb als Figur ebenfalls hinter meinen Erwartungen zurück. Zwar waren seine Gedanken nachvollziehbar, doch seine Handlungen – besonders im Rahmen seiner Rolle als Bodyguard – wirkten oft unprofessionell und naiv. Teilweise fragte ich mich, wie er überhaupt für diesen Job qualifiziert sein konnte.

Der Spannungsbogen leidet ebenfalls unter mangelnder Tiefe. Der zentrale Plottwist war leider sehr vorhersehbar, und das Ende ließ für mich einige entscheidende Fragen unbeantwortet. Vor allem hätte ich gern erfahren, wie Lori sich nach all den Geschehnissen positioniert: Beendet sie ihre Karriere? Findet sie einen neuen Lebensweg abseits der Öffentlichkeit? Stattdessen liegt der Fokus auf Wyatts Berufsentscheidung und der Beziehung, was ich angesichts der Ausgangslage schade fand.

Sprachlich empfand ich den Roman als angenehm zu lesen. Besonders positiv fiel auf, dass Lori und Wyatt jeweils eigene Kapitel erhielten, was Einblicke in beide Perspektiven erlaubte. Die eingestreuten Nachrichten, Social-Media-Beiträge und Interview-Ausschnitte haben der Geschichte Abwechslung verliehen. Etwas gestört haben mich allerdings die häufigen Kraftausdrücke, die in ihrer Häufung irgendwann ihren Effekt verloren. Somit vergebe ich nur 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.05.2025

3 ⭐

Purple Clouds - Honeymoon
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"Purple Clouds" bietet einen vielversprechenden Auftakt und verbindet eine ungewöhnliche Prämisse mit aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen, ...

"Purple Clouds" bietet einen vielversprechenden Auftakt und verbindet eine ungewöhnliche Prämisse mit aktuellen, gesellschaftlichen Fragestellungen. Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen, da es inhaltlich oftmals überladen wirkt und seine zahlreichen Themen nicht immer mit der nötigen Tiefe behandelt.

Die Grundidee ist originell: Deb, ambitioniert und feministisch geprägt, beginnt ihren Traumjob bei einem renommierten Magazin – und soll prompt einen Artikel über frühe Ehen verfassen. Der Haken: Ihre eigene Hochzeit mit Emory liegt zwar vier Jahre zurück, der Kontakt jedoch brach unmittelbar danach ab. Das erneute Aufeinandertreffen der beiden entfacht nicht nur alte Gefühle, sondern führt zu einem inszenierten Zusammenspiel als Ehepaar, das für beide existenzielle Bedeutung gewinnt. Dieser Ausgangspunkt bringt frischen Wind in das Genre und verspricht interessante Konflikte.

Deb als Protagonistin überzeugt durch Entschlossenheit und eine klare Haltung. Ihre Perspektive auf die Ehe, insbesondere im Spannungsfeld zwischen persönlicher Überzeugung und gesellschaftlichen Zwängen, ist durchaus reflektiert. Allerdings verliert sich ihre Geschichte zunehmend in einer Vielzahl an Problemlagen – beruflicher Druck, familiäre Konflikte, die Beziehung zu Emory sowie die Thematisierung ihrer ADHS-Diagnose. Diese Fülle wirkt mitunter überfordernd und erschwert eine konzentrierte Charakterentwicklung.

Emory hingegen wird als ausgesprochen empathischer und achtsamer Gegenpart gezeichnet. Seine emotionale Reife, insbesondere im Umgang mit psychischen Belastungen, verleiht der Geschichte glaubwürdige und berührende Momente. Die Darstellung seiner Entwicklung – hin zur Offenheit für professionelle Hilfe – ist ein gelungenes Element des Romans.

Besonders hervorzuheben ist der feministische Diskurs, der sich durch die Handlung zieht. Zwar bietet er relevante Denkanstöße und kritische Reflexionen über traditionelle Rollenbilder, doch wirkt die Umsetzung stellenweise forciert und zu eindimensional. Die Themenvielfalt – von Gleichstellung über Gesundheitsfragen bis hin zu sozialen Erwartungen – hätte von einer klareren Fokussierung profitiert.

Sprachlich bewegt sich der Roman auf solidem Niveau, die Dialoge sind lebendig, und auch humorvolle Szenen lockern das Geschehen auf. Die Nebenfiguren und die Verknüpfung mit anderen Büchern der Autorin runden das Leseerlebnis ab, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Insgesamt ein zeitgemäßer Liebesroman mit ambitionierten inhaltlichen Ansätzen, der jedoch an seiner thematischen Überfrachtung krankt. Trotz spannender Figuren und einer originellen Ausgangslage bleibt das Potenzial des Buches insgesamt unausgeschöpft. Ich vergebe 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 06.05.2025

3 ⭐

Shattered Palace
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Mit "Shattered Palace" gelingt Kim Nina Ocker ein stärkerer zweiter Band, der sich spürbar gefestigter präsentiert als der Reihenauftakt. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem Anschlag auf Charlotte ...

Mit "Shattered Palace" gelingt Kim Nina Ocker ein stärkerer zweiter Band, der sich spürbar gefestigter präsentiert als der Reihenauftakt. Die Geschichte setzt unmittelbar nach dem Anschlag auf Charlotte an und begleitet sie auf dem schwierigen Weg zurück in ihren Alltag – geprägt von offenen Fragen, Misstrauen und zwischenmenschlichen Spannungen.

Charlotte entwickelt sich zur tragenden Figur des Romans. Ihre Entschlossenheit, sich nicht unterkriegen zu lassen, sowie ihre Fähigkeit, berufliche Professionalität trotz innerer Zerrissenheit zu wahren, machen sie zu einer glaubwürdigen und sympathischen Protagonistin. Ihre Charaktertiefe wird in diesem Band deutlicher als zuvor.

Gideon hingegen bleibt rätselhaft. Sein Verhalten ist unberechenbar, sein Stimmungswechsel schwer nachvollziehbar – eine Entwicklung, die viele Fragen aufwirft und nicht vollständig erklärt wird. Roméo überzeugt dagegen mit einer angenehmen Wandlung: Er wirkt zugänglicher, reifer und überraschend empathisch. Seine Perspektive bringt wertvolle Einblicke und ergänzt die Geschichte gut.

Inhaltlich gelingt es der Autorin, die emotionale Komplexität der Figuren herauszuarbeiten. Auch wenn die ganz großen Spannungsmomente bis zum Finale auf sich warten lassen, ist der Erzählfluss insgesamt stimmiger als im ersten Teil. Die Handlung bleibt unterhaltsam, auch wenn sie zwischenzeitlich eher ruhig verläuft und vereinzelt an Tempo verliert.

Sprachlich ist der Roman gewohnt souverän geschrieben. Kim Nina Ocker überzeugt mit einem flüssigen Stil und einer dichten Atmosphäre, die das Geschehen in Kingston Bay greifbar macht. Der Cliffhanger am Ende ist weniger dramatisch als im ersten Band, macht aber dennoch neugierig auf die Fortsetzung.

"Shattered Palace" ist für mich ein gelungener Mittelband, der sich trotz kleinerer Schwächen stärker präsentiert als der Auftakt. Ich vergebe somit dezente 3 ⭐.

Danke an NetGalley für das Rezensionsexemplar!