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Veröffentlicht am 14.07.2025

Witzige Idee - mal was anderes!

Ehemänner
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Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich oft gut in die Protagonistin Lauren hineinversetzen.
Sie kommt eines Nachts vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin zurück - ...

Die Idee des Buches hat mir sehr gut gefallen und ich konnte mich oft gut in die Protagonistin Lauren hineinversetzen.
Sie kommt eines Nachts vom Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin zurück - und stellt fest, dass sie plötzlich mit einem Ehemann zusammenwohnt, den sie noch nie zuvor gesehen hat. Mit dem Mann hat sich auch ihre Vergangenheit verändert, sie findet auf ihrem Handy bspw. Fotos von der Hochzeit, mit Freunden, die sie noch nie gesehen hat, etc.

Schnell findet Lauren heraus, dass sie die den Ehemann gegen einen neuen tauschen kann, wenn er auf den Dachboden geht. Und so hat sie im Laufe der Monate hunderte Ehemänner und mit jedem ein anderes Leben. Während die Wohnung und ein paar Konstanten (wie beste Freundin, Schwester oder Nachbarn) bleiben, ändert sich von der Einrichtung der Wohnung, über den Job bis zu ihren Hobbys mal mehr, mal weniger. Und auch die Männer sind mal netter, mal weniger, nett mal mehr, mal weniger attraktiv, witzig oder langweilig.

Lauren hat sozusagen eine Arte "Real Life Tinder"; mit jedem neuen Mann bekommt sie einen Einblick in ein Leben, das sie hätte haben können (oder in einem anderen Universum vielleicht führt). Damit werden einige "Probleme" angesprochen, die wahrscheinlich jede:r kennt, der oder die schon mal Dating-Apps genutzt hat. Man durchläuft so viele potenzielle Partner und mit jedem Match könnte ein anderes Leben anfangen. Und damit geht auch die ständige Frage einher, ob nicht noch jemand kommt, der/die besser passt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und es war wirklich interessant zu sehen, wie viele verschiedene Männer Lauren potenziell hätte heiraten können und wie anders ihr Leben jeweils ausgesehen hätte. Es gab einige witzige Momente, an ein paar Stellen fand ich es aber etwas zu langgezogen und so ein richtiger Spannungsmoment/Wendepunkt hat gefehlt. Das Ende war auch nicht so ganz meins, mich hätten die beiden alternativen Enden interessiert.

Insgesamt aber ein kurzweiliges Buch, das sich leicht lesen lässt und auch Stoff zum Nachdenken bietet.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Solider Thriller

Schönes Mädchen - Alle Lügen führen zu dir
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Was geht in dem Haus der reichen Dame Elspeth McKenzie vor sich?

Also Una ihre Stelle als Gesellschafterin für die alte Dame antritt, kommt ihr ziemlich schnell ziemlich viel seltsam vor. Warum gibt Elspeth ...

Was geht in dem Haus der reichen Dame Elspeth McKenzie vor sich?

Also Una ihre Stelle als Gesellschafterin für die alte Dame antritt, kommt ihr ziemlich schnell ziemlich viel seltsam vor. Warum gibt Elspeth sich viel gebrechlicher als sie eigentlich ist? Warum ist ihre Tochter Kathryn so biestig zu ihr? Warum gibt es in dem gesamten riesigen Haus kein einziges Familienbild?

Das Buch war gewohnt kurzweilig geschrieben, wenn auch der Schreibstil mir manchmal etwas "altbacken" vorkam. Verschiedene Formulierungen oder "Jugendsprache", die niemand in den letzten 30 Jahren benutzt hat, haben mich manchmal irritiert, das kann aber natürlich an der Übersetzung liegen.

Die Story an sich entwickelt sich langsam, wird aber nie langweilig. Es gibt einige Protagonist:innen, die sich irgendwie verdächtig verhalten und es werden geschickt verschiedene Fährten gelegt, die aber nie unglaubwürdig erscheinen. Vor allem der "Cut" (will nichts spoilern) kam für mich unerwartet und hat Spannung hineingebracht. Die Auflösung hat mir auch gefallen.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Viele spannende Lebensfragen

Im Leben nebenan
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Was wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre? Wenn man, statt nach dem Abi in die Großstadt zu ziehen und Karriere zu machen, mit seiner Jugendliebe zusammen im Dorf geblieben und ein Kind bekommen hätte?

Toni ...

Was wäre, wenn das Leben anders verlaufen wäre? Wenn man, statt nach dem Abi in die Großstadt zu ziehen und Karriere zu machen, mit seiner Jugendliebe zusammen im Dorf geblieben und ein Kind bekommen hätte?

Toni passiert genau das - eigentlich lebt sie mit Jakob zusammen in der Großstadt und die beiden versuchen seit einiger Zeit erfolglos, schwanger zu werden. Bis sie sich irgendwann fragt, ob sie das eigentlich noch will - dieses Leben, den Partner, überhaupt ein Kind?

Plötzlich wacht sie in einem ganz anderen Leben auf, verheiratet mit ihrer Jugendliebe Adam und gerade Mutter einer Tochter geworden, lebt sie mit ihm im Heimatdorf.

Erzählt wird abwechselnd aus beiden Perspektiven, das hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein Buch über viele Themen, die die meisten (Frauen) irgendwann beschäftigen: Möchte ich Mutter werden? Kann ich mir ein Leben ohne Kind(er) vorstellen? Mit wem möchte ich zusammen sein, passen unsere Zukunftsvorstellungen und was, wenn das Leben, das man sich früher ausgemalt hat, nicht passiert?

Wie oft malt man sich aus, wie das Leben wäre, wenn man diese oder jene Entscheidung getroffen hätte - oder eben nicht? Wäre das Leben besser, schlechter, oder einfach anders?

Das Buch ist eher als Gedankenexperiment zu verstehen, ich denke, darum gibt es am Ende auch keine "Auflösung", eher eine Annäheerung an die Frage: Wie schließt man mit dem Verlauf des eigenen Lebens Frieden? - Denn beeinflussen oder planen kann man es eben nur bedingt.

Einen Punkt Abzug gebe ich, weil das Buch zwar nie langweilig war, aber eher so dahinplätscherte und auch keine wirklichen Spannungs- oder "Aha"-Momente hatte. Ich würde es aber (vor allem) Frauen empfehlen, die vielleicht manchmal mit ihren Entscheidungen hadern oder sich fragen, ob ein anderes Leben "besser" wäre.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein toller Thriller!

Der Buchhändler
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So sollte ein Thriller sein, spannend und mit unerwarteten Wendungen!
Ein Mann zieht neu in eine Kleinstadt und übernimmt die örtliche Buchhandlung. Schnell kommt er mit den anderen Bewohner:innen in Kontakt, ...

So sollte ein Thriller sein, spannend und mit unerwarteten Wendungen!
Ein Mann zieht neu in eine Kleinstadt und übernimmt die örtliche Buchhandlung. Schnell kommt er mit den anderen Bewohner:innen in Kontakt, erste Freundschaften entstehen. Doch er hat ein Gehemnis, das niemals ans Licht kommen sollte. Dann verschwindet plötzlich die Tochter eines Freundes ...

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Eindringlicher Roman über Hoffnung, Verzweiflung und gesellschaftliche Hürden

Achtzehnter Stock
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Mit "Achtzehnter Stock" ist der Autorin ein eindringlicher Roman gelungen, der mit einem starken Einstieg fesselt und bis zum Schluss nachhallt. Die Geschichte zieht die Leser:innen sofort in ihren Bann, ...

Mit "Achtzehnter Stock" ist der Autorin ein eindringlicher Roman gelungen, der mit einem starken Einstieg fesselt und bis zum Schluss nachhallt. Die Geschichte zieht die Leser:innen sofort in ihren Bann, nicht zuletzt durch den eindrucksvollen Schreibstil, der mit wenigen Worten lebendige Bilder erschafft.

Die Protagonistin steht im Zentrum eines Lebens zwischen prekären Verhältnissen und der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Besonders eindrücklich wird ihr Kampf für ihr krankes Kind dargestellt – ein Gefühl der Hilflosigkeit und Verzweiflung, das sich wohl viele Eltern (oder auch Nicht-Eltern) gut vorstellen können. Das gesellschaftliche Problem, dass Frauen oft nicht ernst genommen werden, wenn sie auf Missstände hinweisen, schwingt hier ebenso mit wie die Ungerechtigkeit der Care-Arbeit, die allein an ihnen hängenbleibt, während die Männer sich ihrer Verantwortung entziehen.

Auch die Frauen im Hochhaus sind stark gezeichnete Figuren, deren Lebensrealität sich zwischen Resignation und der Sehnsucht nach Veränderung bewegt. Der Wunsch der Protagonistin, diesem Milieu zu entfliehen, ist mehr als nachvollziehbar – ebenso wie ihre Zweifel daran, ob es ihr wirklich gelingt. Der Roman schildert eindrucksvoll, wie soziale Herkunft und Chancen miteinander verknüpft sind, und wie schwer es ist, sich aus bestimmten Lebensumständen zu befreien.

Parallel dazu wird die Welt der Filmbranche beleuchtet – eine Welt, die von Beziehungen, Opportunismus und wenig Rücksichtnahme geprägt ist. Dass sich die Protagonistin in ihr behaupten muss, während sie gleichzeitig für ihr Kind da sein will, stellt einen weiteren inneren Konflikt dar. Die Entwicklung der Figur ist spannend, wenn auch nicht immer sympathisch. Im Laufe der Handlung verliert sie zunehmend ihre anfängliche Bodenständigkeit und rutscht in eine Art Antiheldinnen-Rolle, was das Buch umso realistischer macht.

Das Ende lässt ambivalente Gefühle zurück. Der Roman beginnt mit voller Kraft, verliert dann vielleicht ein wenig an Fokus, bleibt aber dennoch durchweg fesselnd. Die Mischung aus Sozialkritik, persönlichem Drama und stilistischer Feinfühligkeit macht "Achtzehnter Stock" zu einem intensiven Leseerlebnis, das nachdenklich stimmt und im besten Sinne unbequem bleibt.

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