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Veröffentlicht am 09.06.2025

Eine depressive Frau gerät in eine Hochzeitsgesellschaft – tiefgründig, anspruchsvoll, aber auch mutmachend

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Dieses Buch war eine echte Überraschung. Hatte ich doch nach dem Klappentext etwas absurd Komisches erwartet. Dann bin ich aber in eine zunächst bitter-melancholische Erzählung hineingeraten, die erst ...

Dieses Buch war eine echte Überraschung. Hatte ich doch nach dem Klappentext etwas absurd Komisches erwartet. Dann bin ich aber in eine zunächst bitter-melancholische Erzählung hineingeraten, die erst später und auch nur in vereinzelten Szenen durch ein paar unterhaltsame Dialoge im Gilmore Girls-Stil eine humorvolle Seite bekommen hat. Ansonsten fand ich das Buch eher nicht so komisch, sondern eher erkenntnisreich und intensiv.

Die Geschichte wird im Personalen Erzähler aus Sicht von Phoebe erzählt, die sich, wie der Klappentext schon verrät, in ein wunderschönes Hotel begibt, um sich dort umzubringen und dabei in eine Hochzeitsgesellschaft gerät.

Es gibt im Prinzip zwei Geschichten, die sich miteinander verschlingen: Die Geschichte von Phoebe, ihrem Selbstmordversuch und ihrer anschließenden Entwicklung auf der einen Seite. Auf der anderen Seite die des Hochzeitspaars.

So begleiten wir Phoebe, die in einer tiefen Depression steckt. Schon immer scheint sie eher der Typ gewesen zu sein, der sich an andere hängt, hofft, dass diese für sie die Entscheidungen treffen oder ihre Probleme lösen. Anstatt ihre eigenen Wünsche und Talente zu erkunden, bleibt sie lieber in der Sicherheit, anderen bei der Erfüllung ihres Lebenswegs zu helfen. Insbesondere den ihres Mannes. Ihr einziger Lebenstraum scheint es gewesen zu sein, Kinder zu bekommen und das hat nicht geklappt. Und dann hat sie bei ihrem fünften und letzten Versuch einen Abgang in der zehnten Woche. Ihr Mann verliebt sich derweil in ihre beste Freundin und ihre gemeinsame Arbeitskollegin und verlässt sie. Und sie sitzt in der Isolation während Corona allein zu hause. Die Bitterkeit und Melancholie dringen bis zum Selbstmordversuch nach etwa einem Fünftel des Buches aus jeder Zeile. Man leidet mit ihr mit. Reflektiert mit ihr über die Ungerechtigkeit, begleitet sie, bei ihren Erinnerungen an die gute Zeit mit ihrem Ex-Mann, Matt, und wie es dann irgendwann auch nicht mehr so gut lief, die Versuche Schwanger zu werden und wie ihr Mann sie sang- und klanglos von einem Moment zum nächsten verlassen hat.
Es werden einem massenhaft Erkenntnisse in dem Buch serviert.

Phoebe ist hervorragend charakterisiert und wird zu einer lebensechten, komplexen Person. Auch faszinierend ist, ihrem inneren Monolog zu folgen, in den auch viele literarische Assoziationen einfließen, denn sie ist Literaturprofessorin mit dem Schwerpunkt viktorianische Literatur und auch an sich sehr gebildet. Nun bin ich selbst keine Expertin, auch wenn ich viele der erwähnten Bücher gelesen und Kunststile betrachtet habe, aber es klang zumindest alles sehr kenntnisreich und wissenschaftlich. Man nimmt ihr, ihre Professur locker ab und ich ziehe meinen Hut vor der Bildung der Autorin.

Es war wahnsinnig schön, sie auf ihrer Reise zu begleiten, mit ihrem Schmerz fertig zu werden, anzufangen die eigenen Wünsche zu erkunden und endlich anzufangen, sich selbst authentisch einzubringen, anstatt immer nur die Erwartungen anderer zu erfüllen.
Dabei hilft ihr unwissentlich „die Braut“, aka Lila. Ihr gegenüber traut Phoebe sich, sie selbst zu sein, kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen und komischerweise ist es genau das, was Lila gerade zu brauchen scheint. So zieht sie sie immer mehr ins Hochzeitsgeschehen und das ganze Drama hinein und damit entern auch wir Leser:innen die Geschichte des Hochzeitspaars, ihre Backstories und die familiären Verwicklungen. Und auch hier gibt es einen Entwicklungspfad, dem wir folgen und mit Phoebe begleiten und gegebenenfalls sogar katalysieren.

Die vielen Reflexionen über das Leben, die eigene Geschichte, die aktuellen Ereignisse und Charaktere auf der Hochzeitswoche waren sehr tiefgründig. Psychologisch hervorragend inszeniert und durch die Protagonist:innen sehr treffend analysiert. Und bei allem so realistisch. Aber darüber hinausgehend auch wie eine Kritik am Zustand der Gesellschaft, die sich über Konsum und überdrehte Events versucht, echte, nachhaltige Gefühle zu verschaffen. Die Frage ist nur, halten wir an der Lüge fest oder erkennen wir irgendwann ihre Nutzlosigkeit und finden zu uns selbst, dem was uns wirklich antreibt und glücklich macht. Und diese Frage muss sich auch das Brautpaar stellen.

Und nicht nur psychologisch eine hervorragend konstruierte Geschichte. Auch gibt es viele literarisch wertvolle Passagen. Wie Phoebe anfangs die Menschen innerlich mit ihrer Rolle oder Merkmal bezeichnet, wodurch die Autorin das musterhaft-konventionelle an der ganzen Veranstaltung verdeutlicht. Denn so sehr es auf die Spitze getrieben wird bei dieser Hochzeit, dem Drang alles dagewesen zu übertreffen, ist es dennoch nur ein Klischee. Solche kleinen und größeren Kniffe gibt es zuhauf in dem Buch. Man kann darüber hinweglesen, wenn es einen nicht interessiert. Es stört nicht, macht den Text nicht kompliziert oder unleserlich. Aber wer Lust hat, kann auch noch viel Subtext und literarische Verstärkung herausfiltern. Auch wenn man nicht drauf achtet, überträgt sich wunderbar die jeweilige Stimmung, so dass man sich sehr gut in die Situationen und die Charaktere einfühlen kann.

Nachdem Phoebe ihren Selbstmord hat scheitern lassen, hatte ich spannungstechnisch eine kleine Durststrecke mit den langen Rückblenden zu ihrer gescheiterten Ehe. Es lohnt sich aber, durchzuhalten, denn sobald sie näher in das Hochzeitsgeschehen einsteigt, wird`s wieder spannend: Wer ist der Mann im Whirlpool gewesen, mit dem sie sofort auf einer Wellenlänge war? Wird sie ihn wiedertreffen? Wird sie noch weiter in die Hochzeit reingezogen oder bleibt sie Zaungast? Wie geht sie mit den Verwicklungen auf der Hochzeit um?

Obwohl Phoebe dabei ist, sich besser abzugrenzen, mehr sie selbst zu werden und zu lernen sich zu nehmen, was sie will, überzeichnet sie dies nicht, wie man es häufig bei Menschen in der Realität miterleben kann, die das gerade lernen. Es ist toll, mit anzusehen, wie sensibel sie durch die kleinen Fallen hindurchnavigiert und es trotzdem schafft, mehr sie selbst zu werden.

Es gibt kein Gut oder Böse in der Geschichte nur Menschen in ihrer ganzen Komplexität, die mit sich kämpfen, ihre Ansichten haben, ihre Bedürfnisse und Schrullen. Ihre Verletzungen, ihre Bewältigungsversuche, ihre Persönlichkeit, ihr eigenes Leben.
Und ja, es ist neben dem ganzen Anspruch auch eine ziemlich gute Romance, auch wenn es am Ende noch nicht alles besiegelt ist. Aber es gibt auch die typischen emotionalen Verwirrungen und Unsicherheiten, auch wenn sie hier sehr reflektiert und tiefgründig in Szene gesetzt werden.

Achtung: Die folgende Kategorisierung enthält Spoiler!
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Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Ü 40
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Emotional scars, Forbidden love, Single parent, Widower
🌎 Setting-Trope: Upper class
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: -
🔪 Spannung: Packend
💓 Emotionalität: Hoch
🧠 Psychologische Tiefe: Tiefgehend
🧐 Glaubwürdigkeit: Glaubwürdig
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Teils teils
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 0
🔗 Spielart Spicy Szenen: -
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: -
🎨 Originalität der Erzählweise: Individuelle Sprache und Szenen
👀 Erzählperspektive: 3. Person

Veröffentlicht am 28.05.2025

Eine sehr komplexe Geschichte über eine Frau zwischen zwei Männern, einen Schicksalsschlag und die Suche nach sich selbst – sehr packend und emotional, Taschentücher bereithalten

Weil ich dich immer lieben werde
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Wie der Klappentext schon sagt, geht es um eine Geschichte zwischen zwei Männern, Rick und Caleb, und einer Frau, Jess. Diese thematisiert aber nicht die Reverse-Harem-, sondern in die Eifersuchtsvariante. ...

Wie der Klappentext schon sagt, geht es um eine Geschichte zwischen zwei Männern, Rick und Caleb, und einer Frau, Jess. Diese thematisiert aber nicht die Reverse-Harem-, sondern in die Eifersuchtsvariante. Dazu gibt es auch eine Backstory, die so nach und nach in dem Buch transparent wird, so dass man immer besser das aktuelle Verhalten der Charaktere nachvollziehen kann. Die häppchenweise und sehr gelungen natürliche Enthüllung sowie die Frage, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden, macht das Buch sehr spannend.

Ein weiterer Spannungsbringer sind die Dinge, die nach dem Schicksalsschlag ebenfalls ganz zufällig und natürlich ans Tageslicht kommen (ließ NICHT meine Kategorisierung unten, wenn du dich überraschen lassen möchtest). Dabei gibt es auch noch eine, zugegebenermaßen etwas erwartete, Wendung, die es aber dennoch in sich hat. Denn sie hat gewisse Konsequenzen für die moralische Beurteilung des bisherigen Verhaltens der Protagonist:innen. Dazu führt sie Jess erneut vor Augen, dass sie sich zu sehr an den Erwartungen von anderen ausrichtet und nicht das Leben lebt, das sie leben möchte.

Und auch das stellt einen eigenen Spannungsbogen dar: Wir dürfen Jess auf ihrer schwierigen Reise in der Überwindung des Schicksalsschlags und zurück zu sich selbst begleiten. Wie sie nach und nach den Mut entwickelt, ihre eigenen Lebenswünsche zu verwirklichen. Dabei sind die unterschiedlichen Handlungsstränge geschickt miteinander verwoben, was der Geschichte eine große Komplexität verleiht.

Was ich nicht so gerne lese, sind Situationen, in denen man eine:n Protagonist:in anschreien möchte: „Tu`s niiiiiiicht!“ und man machtlos „mit ansehen muss“, wie eine katastrophale Fehlentscheidung getroffen wird. Ich hätte gerne noch besser verstanden, wie Jess es hinbekommt, immer wieder zu verzeihen. Das hätte ich mir gerne von ihr abgeguckt.

Es zieht sich durch, dass es sich um eine Frau im Ausnahmezustand handelt, die nicht immer rational handelt, sondern gerade sehr stark von ihren Emotionen getrieben wird. A. D. WiLK lässt uns daran sehr intensiv teilhaben, so dass man sich sehr gut vor allem in Jess hineinversetzen kann.

Die Geschichte ist sehr traurig und auch sehr rührend, man sollte unbedingt Taschentücher bereithalten.
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Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Afraid to commit, Emotional scars, Forbidden love, Second chance, Single parent, Ugly cry, Widow
🌎 Setting-Trope: Literature
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Packend
💓 Emotionalität: Hoch
🧠 Psychologische Tiefe: Oberflächlich
🧐 Glaubwürdigkeit: Glaubwürdig
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Ernst
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 3
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Oberflächlich
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 20.05.2025

Aus Sandkastenliebe wird Erwachsenenliebe, aber sie finden nicht so einfach zueinander – Sehnsucht, Melancholie und unglaubliches Leid

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Lucas und Laney lernen sich mit elf Jahren kennen und es ist Liebe auf den ersten Blick. Anfänglich noch Kinderliebe, die jedoch heranreift. Sie teilen alles miteinander und kennen sich in- und auswendig. ...

Lucas und Laney lernen sich mit elf Jahren kennen und es ist Liebe auf den ersten Blick. Anfänglich noch Kinderliebe, die jedoch heranreift. Sie teilen alles miteinander und kennen sich in- und auswendig. Allerdings sind sie schon so lange befreundet, ohne über ihre Gefühle füreinander zu reden, dass sich tragischerweise beide sehr unsicher ob des anderen sind. Das zu lesen ist allein schon so schmerzhaft, wie sie sich ungewollt gegenseitig zurückstoßen und verletzen, um sich nichts anmerken zu lassen. Und das, obwohl beide ganz zauberhafte, selbstlose, empathische Menschen sind. Dann stirbt auch noch die zauberhafte Mutter von Lucas, die für Laney fast ein Mutterersatz geworden ist, nachdem ihre eigene sich nicht um sie schert und ihr im Gegenteil das Leben zerstört. Und das ganze Buch bekommt von da an auch noch eine sehr melancholische Note.

Die inneren Kämpfe und Emotionen der beiden sind unglaublich plastisch beschrieben und man kann sich zu 100 Prozent sie einfühlen, so dass man gar nicht Partei ergreifen kann für die Sicht der einen oder der anderen Seite. Und dabei ist es alles so realistisch, was sie empfinden, wie sie damit umgehen und sich verhalten. So wie es für das Alter eben typisch ist. Ich fühlte mich zumindest an meine Sandkastenliebe erinnert, wie sich meine Gefühle mit der Zeit entwickelt haben und wie ich mit der gleichen Unsicherheit zu kämpfen hatte.

Irgendwann ist es so weit, dass sie sich aufgrund der Missverständnisse und unreflektierten Verhaltensweisen so entzweien, dass Laney sich in die Arme eines anderen stürzt, und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Nach etwa 60% des Buches glaubt man endlich, dass man es hinter sich hat und es jetzt schön wird, und dann wird es noch mal richtig, richtig schlimm, bevor alles gut wird – so gut, wie es dann eben nur noch werden kann. Einiges kommt ans Tageslicht, was man schon geahnt hat und es ist einfach nur schrecklich. Die Autorin hat diese Ereignisse über einen Großteil der Geschichte verschleiert, wodurch sie hervorragend veranschaulicht, wie es in der Realität häufig abläuft. Hoffentlich sensibilisiert das Leser:innen für die Muster, um selbst in der Realität rechtzeitig eingreifen zu können.

Man kann in der Geschichte gut mitverfolgen, wie Menschen zu dem werden, was sie sind. Es gibt kaum ein schematisches Gut und Böse, nur Menschen, die mit sich kämpfen und besser oder weniger gut in der Lage sind, ihren Herausforderungen zu begegnen. Dennoch ist es schrecklich, was alles passiert.

Am Ende bleibt eine etwas erschöpfte und wehmütige Stimmung zurück. Es ist nicht so, dass ich wie ein Schlosshund geheulten hätte. Sicherlich sind mir das ein oder andere Mal Tränen in die Augen gestiegen, aber es ist eher so eine sehnsüchtige und später melancholische Grundstimmung, die das Buch prägt.

Eingebettet ist die Geschichte in eine liebenswert chaotische Großfamilie. So wie sie sich gegenseitig unterstützen, aber auch miteinander raufen, jeder seine eigenen kleinen Besonderheiten und sein eigenes kleines Päckchen zu tragen hat wirkt diese Familie zu idyllisch, um wahr zu sein. Und wie sie Laney, ganz untypisch für Jungs in dem Alter, als Mädchen unter sich wie eine Schwester aufnehmen und lieben, an sich heranlassen und für sie Partei ergreifen. Und wie sie sich im Gegenzug in die Familie einbringt und um alle kümmert, lässt einem das Herz aufgehen.

Die Geschichte bekommt eine unglaubliche Tiefe und Lebensechtheit durch die vielen kleinen Insider der Familie und Freunde, deren kleine Entstehungsgeschichten so normal und mühelos eingebunden werden. Warum der beste Freund von Lucas Dumm-Dumm genannt wird oder was die „eine Minute“ bedeutet.

Die Männer in dieser Geschichte, nehmen hier immer eher die Rolle der Beschützer und Retter ein oder haben in der nicht so guten Ausprägung die Oberhand. Auf jeden Fall wird hier durchweg das eher klassische Rollenmodell zelebriert.

Ich war in dem Buch absolut gefangen und konnte es kaum aus der Hand legen. Und es ist auf jeden Fall eines der Bücher, die man erstmal verdauen muss, bevor man zum nächsten greifen kann. Und gleichzeitig zuckt die Hand doch schon zum nächsten Band, um zu erfahren, wie es mit den anderen Brüdern weitergegangen ist!
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Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Young Adult, New Adult
➿ Plot-Trope: Childhood friends, Emotional Scars, Found family, Friends to lovers, Golden Retriever, Second chance, Sleeps with everyone but you, Ugly cry, Virgin heroine,
🌎 Setting-Trope: Academy, Small town, Sports
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Packend
💓 Emotionalität: Hoch
🧠 Psychologische Tiefe: Tiefgehend
🧐 Glaubwürdigkeit: Glaubwürdig
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Ernst
👫 Klassisches Rollenmodell: Ja
💋 Anzahl Spicy Szenen: 2
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Oberflächlich
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 26.04.2025

Abschiede aber auch Neuanfänge – weiterhin hochemotional, spannend und brutal

Romeos Payne 3
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Ich möchte nichts über die Handlung spoilern. Nur so viel: Es geht neben dem jenseitigen Krieg weiterhin um die Liebesgeschichte von Elijah und Arianna mit all ihren Hindernissen.

Auch in diesem letzten ...

Ich möchte nichts über die Handlung spoilern. Nur so viel: Es geht neben dem jenseitigen Krieg weiterhin um die Liebesgeschichte von Elijah und Arianna mit all ihren Hindernissen.

Auch in diesem letzten Band gilt alles, was ich zu Band 2 gesagt habe. Zusammengefasst:
• Die emotionalen Zustände der Charaktere werden weiterhin sehr plastisch geschildert, so dass man sie gut mitfühlen kann. Das nimmt auch in diesem Band wieder viel Raum ein, so dass handlungsorientierte Leser:innen hier wahrscheinlich nicht so gut auf ihre Kosten kommen.
• Taschentuchalarm: Wir werden uns auch von dem ein oder anderen Charakter trennen müssen.
• Auch dieser Band ist wieder sehr spannend und es gibt noch eine unerwartete Enthüllung und einige unerwartete Wendungen.
• Die Protagonist:innen durchleben nicht nur Seelenqualen, sondern werden auch körperlich schlimm zugerichtet. Bei ihrem Kampf habe ich auch in diesem Band ein strategischeres Vorgehen vermisst.
• Manche Szenen werden wieder eher nebulös beschrieben.
• Auch hier erhalten wir die Gelegenheit, neben den Ich-Perspektiven von Arianna und Elijah in andere Köpfe hineinzuschauen.

Auf jeden Fall können wir uns über ein interessantes, aber auch schönes Ende freuen nach all dem Leid.
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Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary, Paranormal
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: New Adult
➿ Plot-Trope: Amnesia, Bad boy, Damsel in distress, Dude in distress, Golden Retriever, Second chance, Stranded, Tortured heroes
🌎 Setting-Trope: Christian / Inspirational, Tattoo
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Packend
🧠 Psychologische Tiefe: Tiefgehend
🧐 Glaubwürdigkeit: Glaubwürdig
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Wenig
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 5
🔗 Spielart Spicy Szenen: Vanilla
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: Oberflächlich
🎨 Originalität der Erzählweise: Teils teils
👀 Erzählperspektive: Wechselnde Ich-Erzähler:innen

Veröffentlicht am 25.04.2025

Ernstes Thema sehr empathisch aufbereitet, aber Achtung: Taschentücher bereithalten

Sommerschneeflocke
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Eine sehr ergreifende Geschichte über eine Frau, die ein zum Tode verurteiltes Kind in sich trägt und eine Entscheidung treffen muss, wie sie damit umgehen will. Eine Geschichte über zwei Menschen die ...

Eine sehr ergreifende Geschichte über eine Frau, die ein zum Tode verurteiltes Kind in sich trägt und eine Entscheidung treffen muss, wie sie damit umgehen will. Eine Geschichte über zwei Menschen die aufgrund dieser Umstände zusammenfinden. Eine Geschichte über unsere Kultur und unser Unvermögen mit dem Tod umzugehen.

Es gibt eine emotionale und eine intellektuelle Ebene in dieser Geschichte:

Auf der emotionalen Ebene, lässt einen Lotte R. Wöss eintauchen in die Situation der Eltern. Man kann die Reise, die die drei durchmachen bis zur Geburt und dem unvermeidlichen Tod der kleinen Schneeflocke miterleben, als wenn sie einem selbst passieren würde. Die Aufs und Abs, wie sich die Gefühle von Theo, dem Vater, dem Kind gegenüber entwickeln, wie sie versuchen, mit dem Unvermeidlichen klarzukommen, wie sie mit dem Unverständnis des Umfelds umgehen müssen. Wie sie die Geburt und den Tod ihres Kindes erleben und versuchen, es zu verarbeiten. Nicht nur, dass einen die Geschichte zu Tränen rührt. Die Reise wirkt sehr authentisch und man kann sich deutlich besser in Eltern und vor allem die Mütter hineinversetzen, die so etwas durchmachen und die unmögliche Entscheidung zwischen Abtreiben oder Austragen treffen müssen. Und das hilft hoffentlich, anders auf sie zu reagieren, als es das Umfeld es typischerweise zu tun pflegt.

Und damit wären wir bei der intellektuellen Ebene angekommen und wie wir in unserer Kultur zwischen lebenswert und nicht lebenswert unterscheiden, wie wir mit Leid und nahendem Tod umgehen und welche Anforderungen wir vor allem an Frauen in diesem Zusammenhang haben. Die Autorin zeigt dabei auch die gesellschaftliche Entwicklung seit Mitte des letzten Jahrhunderts auf. Wie Frauen vor allem als Gebärmaschinen und billige Arbeitskräfte gesehen wurden. Und wie früher mit ihnen umgegangen wurde, wenn es mit ersterem und/oder letzterem nicht so geklappt hat: Verachtung, Ignoranz und Erfolgsdruck. Hier sind wir heute medizinisch schon ein Stück weiter, aber emotional? Lotte R. Wöss hält unserer Gesellschaft ganz ohne erhobenen Zeigefinger den Spiegel vor: Zwar sehen wir Frauen nicht mehr als Gebärmaschinen und billige Arbeitskräfte. Aber nach wie vor können wir nicht umgehen mit von der Norm abweichendem Leben, Leid und Tod. Neben der enormen emotionalen Belastung der Eltern in einer Situation, wie der im Buch beschriebenen, kommt dadurch noch zusätzlich die Belastung durch die Abwehr und regelrechte Abwertung der Gesellschaft hinzu. Diese verlangt von Frauen, sich schnell des Unwerten zu entledigen und damit schnell abzuschließen, denn so muss auch das Umfeld nicht länger die Angst, Trauer und Hilflosigkeit aushalten.

Ich hielt es erst für reine Dramaturgie, dass Wöss das Umfeld von Marlen (Arbeit, Medizin, Freundeskreis) so durchweg hat mit Unverständnis, Ungeduld und Abwertung reagieren lassen. Die Interviews, die sie jedoch für die Recherchen zu diesem Buch mit den vielen Frauen, denen ähnliches passiert ist, geführt hat, zeigen offenbar genau dieses sehr einhellige und gleichzeitig traurige Bild.

Das Buch ist jedoch kein reines Buch über die Schwangerschaft mit einem Kind, das bei der Geburt sterben wird. Es geht auch um die Geschichte der Hauptfiguren, die sonstigen Päckchen, die sie zu tragen haben und auf welche Weise sie in dieser Situation zueinander finden. Das bringt Tiefe und Abwechslung in das Buch. Dabei versteht es die Autorin, es spannend zu machen, indem sie die Hintergründe nur nach und nach aufdeckt und weitere Hindernisse für die Beziehung zwischen Marlen und Theo einflicht. In vielen Fällen funktioniert das gut, in einigen wenigen Fällen wirkt es etwas gewollt, übertrieben oder die Andeutungen halten nicht, was sie versprechen. Das ist jedoch alles nebensächlich, denn das Buch ist aus meiner Sicht ein wichtiger Beitrag, um zum Umdenken und mehr Empathie einzuladen.

An manchen Stellen merkt man übrigens sprachlich, dass die Autorin nicht aus Norddeutschland kommt, wo die Handlung spielt. Das wirkt manchmal für eine Einheimische, wie mich, etwas merkwürdig.

Vielen Dank an den Empire-Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar und Lovely Books für die Vermittlung. Mein Urteil wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst.
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Kategorisierung
📚 Romance-Sub-Genre: Contemporary
👥 Altersgruppe der Hauptfiguren: Adult
➿ Plot-Trope: Dark secret, Emotional scars, Golden Retriever, He falls first, One-night-stand, Pregnancy, Roommates to lovers, Strong female main character, Sworn off a relationship, Ugly cry
🌎 Setting-Trope: Office
⚤ Geschlechterkonstellation: Hetero
💞 Beziehungsstruktur: Monogam
🔪 Spannung: Packend
🧠 Psychologische Tiefe: Tiefgehend
🧐 Glaubwürdigkeit: Teils teils
❤️ Sympathiefaktor der Hauptfiguren: Sympathisch
😆 Humor: Ernst
👫 Klassisches Rollenmodell: Teils teils
💋 Anzahl Spicy Szenen: 0
🔗 Spielart Spicy Szenen: -
🔥 Explizitheit Spicy Szenen: -
🎨 Originalität der Erzählweise: Individuelle Sprache und Szenen
👀 Erzählperspektive: 3. Person