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Veröffentlicht am 28.05.2025

Ein Roman mit Nachwirkung!

Der Honigmann
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Das Cover mit einer Wespe unter einem übergestülpten Weinglas ist schwer zu entschlüsseln.
Die Szenerie spielt in einem idyllischen Vorstadtort mit einem Freundschaftskreis von drei Familien mit Kindern. ...

Das Cover mit einer Wespe unter einem übergestülpten Weinglas ist schwer zu entschlüsseln.
Die Szenerie spielt in einem idyllischen Vorstadtort mit einem Freundschaftskreis von drei Familien mit Kindern. In Gärten ist Platz zum Grillen, Kinder spielen am bzw. im Bach und naher Forst vermittelt Ruhe, gesunde Natur und Sicherheit. Während das Hauptaugenmerk auf der langsamen, sich verselbständigenden Entwicklung von Fine und ihren nachbarlichen Freunden liegt, kommt die Perspektive des Honigmanns nur an Anfang und Ende des Romans zum Tragen. Anfangs durch das Auftauchen eines Briefes mit einem Geheimnis hinsichtlich Pädophilie aus der Vergangenheit des Honigmanns gerät eine WhatsApp-Gruppe außer Kontrolle. Familien und Freundschaften werden zerstört durch Mistrauen, Neid und kriminelle Handlungen. Involviert sind auch Lehrkörper, Polizei und ein Gastronom, deren koordiniertes Agieren reflektiert wird. Was ein Gerücht mit schnellen Vorverurteilungen auf sozialen Medien anrichten kann, steht hier zur tiefer gehenden Diskussion.
Brisante, aktuelle Themen: Aufdeckung von Pädophilie und unreflektierte Gerüchtepolitik über Medien.

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Veröffentlicht am 17.05.2025

Geheimnisse rund um die grüne Kapelle

Perlen
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Das Cover lässt bei genauerem Hinsehen ein Schwarz-Weiß-Foto erkennen, hinterlegt in Schlangenlinie angeordneten, kreisrunden Ausschnitten, wie Perlen an unsichtbarer Schnur angeordnet. Der Titel PERLEN ...

Das Cover lässt bei genauerem Hinsehen ein Schwarz-Weiß-Foto erkennen, hinterlegt in Schlangenlinie angeordneten, kreisrunden Ausschnitten, wie Perlen an unsichtbarer Schnur angeordnet. Der Titel PERLEN geht auf ein Lieblingsgedicht der geliebten, vermissten Mutter zurück, deren Bedeutung sich nach und nach auch dem Leser erst voll erschließt. Jedes Kapitel beginnt mit englischen Reimen, Gedichten, im Text selbst gibt es auch erinnerte Lieder und Märchen im Original aus Gute-Nacht-Geschichten der Mutter, deren plötzliches, rätselhaftes Verschwinden erst in den letzten zwei Kapiteln mit einem tröstlichen Ort des Gedenkens aufgedeckt wird. Insgesamt wirkt der Schreibstil sehr poetisch. Die Szenerie spielt in Wolverhampton und Birmingham in zwei voll eingerichteten, renovierungsbedürftigen Häusern von Senioren als übernommenes Zuhause. Die mysteriöse Hauptfigur Marianne, immer in einer anstrengenden Außenseiterrolle, quält sich ab acht Jahren mit Fragen, Erinnerungen und Schuld rund um ihre sie prägende Mutter. In nicht ganz chronologisch angeordneten Rückblenden erhellt sich ihr sehr problematisches Erwachsenwerden. Themen wie Trauer, psychische Erkrankungen der Tochter, die postpartale Depression der Mutter, deren Suche nach Trost werden einfühlsam behandelt. Jedoch findet sich auch das ein oder andere Kapitel ohne Sinnzusammenhang zum großen Rest mit rotem Faden.
Insgesamt ein einfühlsamer Roman über tiefe Traurigkeit, britische Folklore und Poesie, Einrichtungen wie Age UK, Bräuche wie Besenhochzeit und die WAKES.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Spannende, fiktive Enthüllungen mit politischem Touch

Keine Reue
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Eine nicht ungefährliche Vergangenheit im Zusammenhang mit der RAF in den 60,- Studentenjahren in Stuttgart zieht sich weiter in die 80-Jahre Idylle in einer alten Mühle in der Eifel bis schließlich in ...

Eine nicht ungefährliche Vergangenheit im Zusammenhang mit der RAF in den 60,- Studentenjahren in Stuttgart zieht sich weiter in die 80-Jahre Idylle in einer alten Mühle in der Eifel bis schließlich in die Gegenwart des Ehepaars Maienfeld. Während ihre drei stark vernachlässigten Kinder in dieser dörflichen Umgebung groß werden, verstecken sich deren Eltern scheinbar erfolgreich vor dem Verfassungsschutz. Inspiration hat sich die Autorin aus tatsächlichen Ereignissen rund um die Baader-Meinhof-Gruppe geholt. Das Szenarium rund um diese fiktive Familie ist kreativ und spannend mit politischen Ereignissen unserer deutschen Vergangenheit verwoben.
Ein gelungener Roman!

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Nachkriegsjahre in der Schweiz aus kindlicher Perspektive

Wegen Wersai
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Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden ...

Das Cover zeigt ein Seilchen-springendes Mädchen von 12 Jahren, das als Ich-Erzählerin namens Katharina durch ihre Sechzigerjahre-Jugend in der Schweiz um Wollishofen berichtet. Historische Fakten werden angeschnitten. Teils geht es um die Zeit nach dem 1. Weltkrieg mit dem Versailler Vertrag ( siehe Buchtitel), teils um Fremdenfeindlichkeit gegenüber Italienern, teils um kritische Gedanken zum Gebaren der katholischen Kirche, der Bibel, ihrer Verlogenheit. Die Judenfrage und Internierungslager in der Schweiz werden ebenfalls in Gesprächen innerhalb der Familie angesprochen.
Mit dem Tot der schwer kranken Mutter verändert sich die familiäre Situation der Ich-Erzählerin sehr stark zum Negativen. Sie verliert ihren Halt und ihr Vertrauen zu bisherigen Bezugspersonen, ebenso wie ihr älterer Bruder Tommy. Das Leben in einem von Nonnen geführten Internat wird äußerst kritisch beschrieben. Die kindlich gehaltenen Gedankengänge und Gespräche berühren durch ihre Direktheit in Form von Kritik, Ehrlichkeit, Offenheit, ohne Vorurteile. Der Schreibstil ist gut daran angepasst. Das offene, schnelle Ende überrascht.
Ein Buch zum Nachdenken!

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Veröffentlicht am 28.04.2025

Trauerbewältigung und Neuanfang – einfühlsam beschrieben.

Die Frau und der Fjord
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Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit ...

Neben der Bewältigung von Trauer, Selbstmitleid und Schuldgefühlen durch den überraschten Verlust des geliebten Ehepartners geht es in fünf Jahreszeiten um ein Leben in bewusst gesuchter Einsamkeit in einem Fjord in den Lofoten. Nicht nur Fauna und Flora der Arktis neben geologischen Besonderheiten werden beschrieben, sondern auch die besondere Wirkung der umgebenden Naturereignisse gefällt. Das Cover fängt dieses Ambiente mit dem tatsächlich existenten einsamen Haus im Djupfjord nördlich von Sørvågen auf der Insel Moskenesøya gut ein. Mit der Protestbewegung gegen Erdölbohrungen in den Lofoten greift dieser Roman geschickt ein wichtiges, aktuelles Umweltthema auf und macht gleichzeitig gute Werbung für diesen Landstrich Norwegens. Der Weg der Geologin Gro als Hauptperson zurück ins Leben mag ähnlich Betroffenen eine mentale Stütze sein. Die Informationen zum genauen Vorgang der Erdölförderung und das monatelange bescheidene Zusammenleben auf einer Ölplattform sind interessant.
Sehr informativ und voller Emotionen!

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