Historischer Roman mit mehreren ernsten Themen
Wer aus dem Schatten trittDie Szenerie spielt im Hamburg von 1958, 13 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dessen Nachwehen nicht nur in Rückbesinnungen auf feindliche Luftangriffe spürbar sind. Mit der Hauptfigur Renate Schwarz, ...
Die Szenerie spielt im Hamburg von 1958, 13 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs, dessen Nachwehen nicht nur in Rückbesinnungen auf feindliche Luftangriffe spürbar sind. Mit der Hauptfigur Renate Schwarz, 26, promovierte Ärztin in Erstanstellung am Allgemeinen Krankenhaus Ochsenzoll, Außenstelle der Irrenanstalt Friedrichsberg, mit ihrer Figur sind die sie bedrohenden Nachwirkungen der NS-Zeit verbunden, denkt man an die hier realistisch beschriebenen Widerstände im eigenen Kollegium. Thematisiert wird aber auch die Gleichberechtigung der Frau im beruflichen wie im privaten Bereich nach Eheschließung. Verschiedene Krankheitsbilder wie z.B. der Schizophrenie, entsprechende Medikation und besonders der Umgang mit solchen Patienten werden lebendig erläutert, könnten solche teils verspäteten psychischen Erkrankungen eventuell auch auf erlittene Traumata des letzten Krieges zurück zu führen sein. Diesem bedrückenden Ambiente werden eine Liebelei, die Begeisterung für den Fußball und kriminalistische Einschübe ausgleichend entgegen gesetzt. Die sachliche, ruhige Argumentation der Hauptfigur Renate besonders in den beruflich orientierten Dialogen gefällt und lässt sie als sympathische, rational und moralisch starke Frau hervortreten.
Insgesamt ein interessantes, auch informatives Gesellschaftsbild unserer Nachkriegszeit, wenn auch in manchen Punkten fiktiv.