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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2025

Sehr spannend und nicht vorhersehbar

Krankes Spiel
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Was ist los mit Lila Baker? Hat sie sich in ihren Entführer verliebt? In den Mann, der sie fünf Tage lang gefangen hielt? Der fünf Jahre im Gefängnis saß? Der sie in einem Café ansprach und sie trotzdem ...

Was ist los mit Lila Baker? Hat sie sich in ihren Entführer verliebt? In den Mann, der sie fünf Tage lang gefangen hielt? Der fünf Jahre im Gefängnis saß? Der sie in einem Café ansprach und sie trotzdem über Tage gefangen hielt?

Als Steve aus dem Gefängnis entlassen wird und sofort in ihrer Dienststelle auftaucht, ist Lila verwirrt. Sie bekommt noch immer weiche Knie, wenn sie ihn sieht. Der Fund einer Frauenleiche, drapiert wie für ein fröhliches Foto, schockiert die Ermittlerin. Kann es sein, dass Steve ein Mörder ist?

"Krankes Spiel" führt die Leser in die Abgründe der menschlichen Psyche. Spannend und immer wieder nicht vorhersehbare Wendungen, machen das Buch zu einem Thriller der Extraklasse. Die Sprecherin Manu Rose trägt ebenfalls dazu bei, dass das Hören des Krimis zu einem Genuss wird.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

Ein schonungsloser Blick in die Vergangenheit

Europäische Erziehung
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Janek war erst wenige Wochen ein Teenager, als er gemeinsam mit seinem Vater in den Wald ging. Dort gruben sie einen Unterschlupf, der ihn vor den Gefahren des Krieges schützen sollte. Nachdem das Werk ...

Janek war erst wenige Wochen ein Teenager, als er gemeinsam mit seinem Vater in den Wald ging. Dort gruben sie einen Unterschlupf, der ihn vor den Gefahren des Krieges schützen sollte. Nachdem das Werk vollbracht war, verabschiedete sich der Vater. Beide glaubten daran, dass sie sich bald wiedersehen. In den ersten Wochen kam der Vater auch regelmäßig und sorgte dafür, dass Janek immer genug zu Essen hatte.

Roman Gary schrieb "Europäische Erziehung" während des Zweiten Weltkrieges. Er war Sohn einer jüdischen Familie und erfuhr die unfassbaren Gräueltaten gegen Juden am eigenen Leib. Es ist also nicht überraschend, dass dieses Buch lebensecht und ohne zwanghafte Unter- oder Übertreibungen geschrieben wurde. Janek lernt Patrioten kennen, die bald zu Freunden werden. Er unterstützt diese Männer und trägt so dazu bei, dass die Deutschen ihre Ziele im Umkreis der Gruppe nicht erreichen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit der ungewöhnlichen Ausdrucksweise des Autors. Immerhin liegt das Schreiben des Buches fast 100 Jahre zurück und der Sprachstil hat sich verändert. Nach wenigen Seiten fand ich in die Geschichte und sie gefiel mir sehr gut. Die Charaktere sind so lebendig dargestellt, dass ich mich mitten unter ihnen fühlte. Meine Leseempfehlung gilt ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Ein berührendes Hörbuch

Die Liebe sucht ein Zimmer
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Wie kann das sein? Dass in einem Ghetto gelacht und vor Begeisterung geklatscht wird? Ganz einfach, es wird ein Stück aufgeführt, das alle Zuschauer und Akteure begeistert. Es heißt "Die Liebe sucht ein ...

Wie kann das sein? Dass in einem Ghetto gelacht und vor Begeisterung geklatscht wird? Ganz einfach, es wird ein Stück aufgeführt, das alle Zuschauer und Akteure begeistert. Es heißt "Die Liebe sucht ein Zimmer". Sara steht hinter einem Vorhang und freut sich über die Begeisterung des Publikums. Gleichzeitig wartet sie auf ihren Einsatz. Plötzlich steht Michal vor ihr und bietet ihr die Flucht aus diesem Ghetto an. Sie ist völlig durcheinander und kann sich kaum auf die einstudierten Worte konzentrieren. Soll sie das Wagnis eingehen und diesem Schrecken entfliehen?

Wer es nicht selbst erlebte kann sich nicht vorstellen, wie sich das Leben im Warschauer Ghetto abspielte. Die Schikanen der Aufseher, der Hunger und diese unsäglichen hygienischen Bedingungen. Kein warmes Wasser, keine Seife und schon gar keine Abtrennung, wenn jemand seine Notdurft verrichten wollte. Und es ist auch kaum nachzuvollziehen, dass die Menschen wortlos ihr Schicksal annahmen. Sie hatten Angst vor den Schlägen der Deutschen oder jenen, die sich als Aufpasser der „Herrenmenschen“ anboten.

Nicht nur das Thema rührte mich zu Tränen. Auch das Lesen von Katharina Thalbach war so ergreifend, das es mich lange beschäftigte. Der Autor war mir bisher nur als Verfasser humoriger Romane bekannt. Dass er ein so wichtiges Werk verfasste, das hätte ich ihm kaum zugetraut. Von meiner Seite gibt es einen Sternenregen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Was geschah in jenem "dunklen Sommer"?

Der dunkle Sommer
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Es ist das letzte Haus einer Sackgasse und höher als die anderen Gebäude. Weil es zwei Stockwerke hat. Es steht in einem verlassenen Dorf auf Sardinien. Wobei verlassen dann doch nicht stimmt. Aber das ...

Es ist das letzte Haus einer Sackgasse und höher als die anderen Gebäude. Weil es zwei Stockwerke hat. Es steht in einem verlassenen Dorf auf Sardinien. Wobei verlassen dann doch nicht stimmt. Aber das wird Tilda erst nach einigen Tagen erkennen. Tilda, das ist eine erfolgreiche Architektin, die sich einen Traum erfüllt hat. Endlich weit weg von der Zivilisation und ohne Telefonverbindung. Ruhe und Vergessen, das war ihr Vorhaben als sie das Angebot der italienischen Gemeinde annahm und das Haus für einen Euro kaufte. Dass die Idylle sehr rasch zu einem Alptraum wird, das erkennt sie leider viel zu spät.

Anfangs verwirrte mich dieses Hin und Her zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Jedoch gewöhnte ich mich bald daran und konnte dem Geschehen problemlos folgen. Neben Tilda gibt es eine weitere Hauptperson. Es handelt sich um einen Journalisten und der kennt die Geschichte dieses Dorfes bestens. Dass er eine sehr persönliche Beziehung zu dieser Einöde hat, wird erst deutlich, als die Wahrheit ans Licht kommt. #DerdunkleSommer birgt Geheimnisse, die erst allmählich enthüllt werden.

Spannend und keineswegs vorhersehbar, so lässt sich der Inhalt des Buches in Worte fassen. Grausam zwar, aber dennoch realistisch. Ich konnte mich mühelos in die Situation der Protagonisten hineinversetzen. Die unvorhersehbaren Wendungen tragen ebenfalls dazu bei, dass ich dieses Buch sehr gerne empfehle.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Sachbuch, das gewissenhaft recherchiert wurde

Der Partisan und der SS-Mann
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Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. ...

Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. Hitler besetzte Italien und das Unheil nahm seinen Lauf. Der Autor von
„Der Partisan und der SS-Mann“ beleuchtet den Lebenslauf zweier Männer, die zwar das Land Italien liebten, diese ihre Zuneigung allerdings nicht jederzeit erkennbar war. Während der deutsche Student Heinz Riedt überzeugter Antifaschist und später dann auch als Partisan für die Italiener kämpfte, konnte sich der Historiker Eugen Dollmann nicht den Überzeugungen Hitlers entgegenstellen.

Andreas Wassermann wollte wissen, wie sich der Lebenslauf der beiden Männer zeigte. Zu diesem Zweck sprach er mit Zeitzeugen und wälzte Bücher in den unterschiedlichsten Archiven. Das Resultat seiner Recherchen kann sich durchaus sehen lassen. Zwei Namen fielen mir beim Lesen auf: Helmut Schmidt und Willy Brandt. Beide waren später Kanzler in Deutschland. Was sie mit Heinz Riedt und Dollmann zu tun hatten, das erfahren Sie, wenn sie das Buch lesen.

Es ist ein Sachbuch und lässt sich nicht mal eben nebenbei lesen. Es verdient vom Leser volle Konzentration und nur dann wird es eine abwechslungsreiche Reise in die Vergangenheit. Mir gefiel das Buch und meine Leseempfehlung gilt für alle Geschichtsinteressierten. Was mir aber äußerst negativ im Gedächtnis bleiben wird, das ist der Umgang mit den aktiven Nationalsozialisten im Nachkriegsdeutschland. Für mich waren es zu viele, die nach dem Krieg ihre Hände in Unschuld wuschen. Leider bekamen selbst die schlimmsten Verbrecher Unterstützung von Staat und Kirchen. Nein, das verstehe ich nicht.

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