raffiniert und echt unterhaltsam
WackelkontaktWas für eine raffinierte Geschichte!
Wolf Haas „Wackelkontakt“: ein komplettes Buch als Droste-Effekt, aufgebaut in einer gefühlten Endlosschleifen-Spiegelung. Sensationell!
Franz Escher, großer Puzzlefan ...
Was für eine raffinierte Geschichte!
Wolf Haas „Wackelkontakt“: ein komplettes Buch als Droste-Effekt, aufgebaut in einer gefühlten Endlosschleifen-Spiegelung. Sensationell!
Franz Escher, großer Puzzlefan und Namensvetter des bekannten Meisters der orphischen Täuschung, Maurits Cornelis Escher, wartet auf den Elektriker und liest dabei ein Buch über einen Mafioso, der als Kronzeuge aussagt und in einem Zeugenschutzprogramm eine neue Identität annimmt. Dieser Kronzeuge, Marko Steiner (alias Elio Russo) liest wiederum ein Buch, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Dieses Buch handelt von einem Mann, der Franz Escher heisst und zuhause auf den Elektriker wartet.
Diese beiden Geschichten verweben sich nun miteinander und gehen in der Erzählung nahtlos ineinander über.
Mehr möchte ich auch gar nicht verraten, weil die Story einfach so genial verwoben und verzwirbelt ist, dass Lesen ohne Spoiler hier den besten Überraschungseffekt hat.
Ich mochte dieses Gefühl, zwischen und in den Erzählsträngen zu schweben und mich immer wieder für einen kurzen Moment zu fragen, welche Geschichte nun die „echte“ Geschichte und welche die erzählte ist.
Und dann immer wieder diese klugen Sätze und Gedanken, die ich mir direkt notiert habe, weil sie mich so überzeugt haben (S.99: die Betrachtung von „O mein Gott“ zum Beispiel!)
„Wackelkontakt“ ist definitiv eines der Bücher, das mich bisher am meisten überrascht haben und mir mit seiner Struktur zwei großartige Lesenachmittage bereitet hat. Danke dafür!
"Wahrscheinlich war es einfach so wie bei jedem Streit. Man redet über alles, außer über das, worum es eigentlich geht."