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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2025

Mit einem Augenzwinkern in den Urlaub

Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen
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In „Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen“ nimmt Silke Neumayer uns mit auf eine humorvolle Reise durch die kleinen und großen Katastrophen des Urlaubsalltags. Ob es ums Packen geht, das Gewusel ...

In „Lieber im Meer schwimmen als in Arbeit untergehen“ nimmt Silke Neumayer uns mit auf eine humorvolle Reise durch die kleinen und großen Katastrophen des Urlaubsalltags. Ob es ums Packen geht, das Gewusel am Flughafen oder unerwartete Hotelüberraschungen – wer schon mal verreist ist, wird sich hier garantiert wiedererkennen. In kurzen, pointierten Kapiteln erzählt die Autorin von all den Dingen, die schiefgehen können – oder einfach nur absurd komisch sind.
Dabei besticht der Schreibstil durch Leichtigkeit und Witz, ohne ins Alberne abzurutschen. Besonders gefallen haben mir der hohe Wiedererkennungswert und die charmanten Beobachtungen, die oft genau ins Schwarze treffen. Die Geschichten eignen sich ideal zum Zwischendurchlesen – ob auf dem Balkon, im Zug oder direkt am Strand. Gerade die Kürze der Kapitel macht das Buch zu einem perfekten Reisebegleiter.
Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Manche Anekdoten sind sehr kurz geraten und erinnern eher an Kolumnen – das ist Geschmackssache. Außerdem wird mit bekannten Urlaubsklischees nicht gespart, was zwar oft für Lacher sorgt, aber manchmal auch etwas vorhersehbar wirkt.
Trotzdem: Wer Lust auf leichte, augenzwinkernde Unterhaltung hat und sich gern über die ganz normalen Urlaubspannen amüsiert, wird mit diesem Buch bestens bedient. Silke Neumayer schafft es, mit einem liebevollen Blick auf den Wahnsinn des Reisens zu schauen – ehrlich, unterhaltsam und wunderbar nah an der Realität.

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Veröffentlicht am 14.05.2025

Italienisch kochen leicht gemacht

Kochen wie ein echter Italiener
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Das Kochbuch „Kochen wie ein echter Italiener“ von Angelo Coassin (@cookingwithbello) bringt authentische italienische Küche alltagstauglich auf den Teller. In 70 Rezepten zeigt Angelo seine Lieblingsgerichte ...

Das Kochbuch „Kochen wie ein echter Italiener“ von Angelo Coassin (@cookingwithbello) bringt authentische italienische Küche alltagstauglich auf den Teller. In 70 Rezepten zeigt Angelo seine Lieblingsgerichte – von Pasta und Pizza bis zu Tiramisù – und setzt dabei auf gut erhältliche Zutaten und unkomplizierte Zubereitung. Viele Rezepte sind vegetarisch und eignen sich gut für Familien.

Besonders gefallen haben mir die abwechslungsreiche Auswahl, die schönen Fotos und das italienische Flair, das sich durch das ganze Buch zieht. Einige Gerichte sind allerdings aufwendiger, als sie auf den ersten Blick wirken – und das Buchcover ist definitiv Geschmackssache.

Insgesamt ein gelungenes Kochbuch, das Lust aufs Nachkochen macht. Nicht jedes Rezept wird bei uns zum Dauerbrenner, aber einige haben ihren festen Platz in der Familienküche gefunden. Wer einfache, aber authentische italienische Gerichte sucht, wird hier fündig.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Zwischen Humor und existenziellen Fragen

Horror-Date
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„Horror-Date“ ist bereits der dritte Keinthriller von Sebastian Fitzek, der Humor, Liebesgeschichte und die Auseinandersetzung mit Leben und Tod vereint. Die Geschichte folgt Raphael, einem unheilbar kranken ...

„Horror-Date“ ist bereits der dritte Keinthriller von Sebastian Fitzek, der Humor, Liebesgeschichte und die Auseinandersetzung mit Leben und Tod vereint. Die Geschichte folgt Raphael, einem unheilbar kranken Mann, der sich online in Nala verliebt. Doch als sein Zustand sich verschlechtert, schickt er seinen gesunden Freund Julius als Ersatz zum Blind Date – mit fatalen Folgen.
Fitzeks Schreibstil ist leicht und gut verständlich, angereichert mit schwarzem Humor und kurzen Kapiteln, die das Lesen angenehm machen. Die kleinen Illustrationen verleihen dem Roman eine charmante Note. Trotz der humorvollen Erzählweise bleibt der Roman durch seinen ernsten Hintergrund, der Themen wie Krankheit und Vergänglichkeit behandelt, tiefgründig.
Leider fand ich die vielen absurden Situationen etwas zu überladen. Die Geschichte hätte von weniger skurrilen Wendungen profitiert, um den ernsten Themen mehr Raum zu geben.
Insgesamt ist „Horror-Date“ eine unterhaltsame, humorvolle Lektüre, die auch zum Nachdenken anregt. Es liegt für mich zwischen den positiven Überraschungen von „Der erste letzte Tag“ und der Enttäuschung von „Elternabend“.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Fesselnder Fall

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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In „Die Nacht“ von Marc Raabe, dem dritten Band der Art Mayer-Serie, verschwinden ein kleiner Junge und später auch seine ältere Schwester Dana spurlos. BKA-Ermittler Art Mayer, dem Danas Tochter Milla ...

In „Die Nacht“ von Marc Raabe, dem dritten Band der Art Mayer-Serie, verschwinden ein kleiner Junge und später auch seine ältere Schwester Dana spurlos. BKA-Ermittler Art Mayer, dem Danas Tochter Milla ans Herz gewachsen ist, folgt einem anonymen Hinweis und stößt in einer verlassenen Waldsiedlung auf mehrere Tote und den brutalen Mord an einem Richter.
Der Thriller überzeugt mit einem temporeichen, bildhaften Schreibstil und starken, vielschichtigen Figuren. Die Handlung bleibt dank Perspektivwechseln und Wendungen spannend. Das Setting verstärkt die düstere Atmosphäre des Falls.
Trotzdem gab es einige Unglaubwürdigkeiten bei den Entscheidungen der Figuren, und das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen. Da ich die ersten beiden Bände nicht gelesen habe, war ich anfangs unsicher, aber die Handlung war für mich gut verständlich. Insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen und mich durch seine Spannung mitgerissen.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Mord auf Schienen

Die mörderischen Cunninghams. Jeder im Zug ist verdächtig (Die mörderischen Cunninghams 2)
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In „Jeder im Zug ist verdächtig“ von Benjamin Stevenson nimmt Autor Ernest Cunningham an einem ganz besonderen Literaturfestival teil: Es findet an Bord eines Langstreckenzugs statt, der mehrere Tage durch ...

In „Jeder im Zug ist verdächtig“ von Benjamin Stevenson nimmt Autor Ernest Cunningham an einem ganz besonderen Literaturfestival teil: Es findet an Bord eines Langstreckenzugs statt, der mehrere Tage durch das australische Outback fährt. Seit sein letzter Krimi zum Bestseller wurde, steht Ernest unter Erfolgsdruck – da kommt ihm die Einladung gerade recht. Doch die inspirierende Kulisse wird schnell zum Schauplatz eines echten Verbrechens: Erst stirbt ein Passagier, dann wird eine zweite Leiche entdeckt – mit einem Manuskript neben sich, das noch feucht von der Tinte ist. Gemeinsam mit den anderen Krimiautor:innen an Bord versucht Ernest, den Täter zu entlarven. Doch wem kann man trauen, wenn sich alle bestens mit dem perfekten Mord auskennen?

„Jeder im Zug ist verdächtig“ ist der zweite Band der Reihe „Die mörderischen Cunninghams“ und lebt vor allem von seiner besonderen Atmosphäre, dem skurrilen Erzähler und der originellen Idee. Der Krimi spielt mit bekannten Tropen des Genres, bricht sie auf humorvolle Weise und bietet unterhaltsame Lesestunden mit einem augenzwinkernden Ton. Zwar ist der Mittelteil mitunter etwas langatmig, und die Vielzahl an Figuren kann verwirren, doch die Auflösung ist clever und das Setting sorgt für eine dichte, charmant-theatralische Krimistimmung.

Wer klassische Whodunits liebt, gerne miträtselt und dabei auch den ein oder anderen Seitenhieb auf das Genre selbst zu schätzen weiß, wird bei diesem Buch bestens unterhalten. Fans nüchterner Ermittlungsarbeit oder hochspannender Thriller sollten hingegen besser zu einem anderen Titel greifen – hier geht es mehr um Atmosphäre, Stil und Witz als um realistische Polizeiarbeit. Alles in allem ein gelungener Cosy Crime mit einem etwas anderen Ton.

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