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Veröffentlicht am 13.08.2025

Reisegefährten auf dem unendlichen Ozean der Verbrechen

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl
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Die Italien-Krimi-Serie "Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl" von Christian Homma und Elisabeth Frank geht in die nächste Runde und wartet an ihrem Schauplatz in der Toskana mit allerlei ...

Die Italien-Krimi-Serie "Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl" von Christian Homma und Elisabeth Frank geht in die nächste Runde und wartet an ihrem Schauplatz in der Toskana mit allerlei Spannung, Verwirrungen, Irrungen und Intrigen auf.

Die Halbitalienerin Anna sowie ihre Kollegen Flavia und Marco und deren Chef Vito bekommen eine Menge zu tun. Nach einer Brandstiftung kann die Leserschaft gleich beginnen, zu rätseln, wer dahintersteckt. Aber das ist nur der Beginn und im Laufe der Geschichte steigt der Spannungsbogen immer weiter an, da auch weitere Verbrechen auftreten, die gelöst werden sollen. Dabei gelingt es den Autoren hervorragend, falsche Fährten zu legen, interessante Wendungen einzubauen und die Ermittler auf Trab zu halten.

Das Ermittlerteam wird durchweg positiv charakterisiert und arbeitet sehr gut zusammen. Bei den Olivenölproduzenten, der Cooperativa Oro Verde di Toscana settentrionale und anderen Nebencharakteren ist es ebenso gelungen, die Protagonisten passend zu beschreiben, so dass die Leserschaft einen Eindruck gewinnt, der gewollt ist, jedoch manchmal auch im Sinne der Geschichte überraschen kann. Insgesamt gilt, dass ein Zusammenhalt besteht, der förderlich sein kann, jedoch nicht zwangsläufig sein muss. Gerade, wenn etwas klar zu sein scheint, gibt es eine neue Erkenntnis, oft eine Kleinigkeit und das Team steht wieder am Anfang.

Nebenbei ist Anna behilflich, bei den Vorbereitungen zur Verkostung, eines jährlichen Olivenöl-Wettbewerbs, der kurz bevorsteht, zu helfen. Es gilt herauszufinden, wie viele Produzenten es gibt, wer davon die besten sind und welche Unterschiede es zwischen den Ölen gibt. Denn auch hier gibt es Geheimnisse und Intrigen zwischen den Konkurrenten.

Innerhalb der Story erlebt der Leser Italien von seiner besten Seite. Die Atmosphäre des Landes, die Beschreibungen von Landschaften mit ihren zahlreichen Olivenbäumen und das Lebensgefühl werden gut vermittelt. Und auch kulinarisch gibt es nicht nur leckere Heiß- und Kaltgetränke, auch Gebäck, cornetto, Focaccia oder Spaghetti mit Olivenöl werden landestypisch gereicht.

Insgesamt ist die 7. Folge dieser lustigen und spannenden Serie eine sehr lebhafte, temperamentvolle Geschichte mit zahlreichen italienischen Sprichworten und Vokabeln, die zwar der Authentizität förderlich sind, jedoch den Lesefluss nicht unbedingt positiv beeinflussen. Meistens gibt es dann im nächsten Satz eine Übersetzung oder bei den geläufigeren Begriffen wird davon ausgegangen, dass die Leserschaft versteht, worum es geht.

So werden am Ende alle Verbrechen aufgeklärt, andere Handlungsstränge sind offengeblieben und werden vielleicht in einer der nächsten Geschichten aufgegriffen.

Fazit: Wer Italien und cozy-crime Serien liebt, findet hier amüsante Unterhaltung und begegnet einigen neuen Begrifflichkeiten der Landessprache.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Ein Moment für die Schneekugel

Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück
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Das Kinder- und Jugendbuch "Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück" von Sabrina Qunaj ist ein Pferde-Abenteuerroman, welcher ebenfalls Erwachsene begeistern kann.
Sabrina Qunaj greift mit ...

Das Kinder- und Jugendbuch "Hearts & Horses – Reiten, Rockstar und das große Glück" von Sabrina Qunaj ist ein Pferde-Abenteuerroman, welcher ebenfalls Erwachsene begeistern kann.
Sabrina Qunaj greift mit dem Thema Reiten und Pferde auf eigene Erfahrungen im Pferdesport zurück und beschreibt somit u.a. auch die unterschiedlichen Pferderassen, Eigenschaften und im Fachjargon einige Begrifflichkeiten rund um Pferde. Damit entsteht eine runde Geschichte, die sehr authentisch ist, verständlich und auch in der Schreibweise an die Zielgruppe angepasst wird.
Dabei bedient sie sich einer breiten Gefühlspalette, die auf der einen Seite Traurigkeit, Trauer, Ängste und Wut, sowie auf der anderen Seite das pure Glück, die Leichtigkeit, die Liebe zu Pferden, Freude und erste zarte Gefühle thematisch aufgreift.
Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, wobei der Spannungsbogen stets ansteigt und das Knistern in der Atmosphäre die Leserschaft zunächst rätseln lässt, wie es möglich sein kann, aus dieser verzwickten Situation einen Ausweg zu finden. Und die Autorin findet ihn und noch viel mehr. Denn oftmals ist die Ehrlichkeit das beste Mittel und löst die Probleme eher als sämtliche Umschweife. Vertrauen in sich selbst und in nahestehende Menschen ist ein großes Gut. Ebenso sind Mut und Stärke wichtig und auch das „Nein-Sagen“ ist ein Bestandteil auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Wünsche und Bedürfnisse müssen geäußert werden, um eine klare Positionierung deutlich zu machen.
Es geht u.a. auch um Teenagerthemen in diesem schönen Roman, wobei die Hauptprotagonisten die 13-jährige Mia sowie der 14-jährige Arvid sind. Diese beiden Charaktere füllen den Großteil der Geschichte, während auch die Freundinnen Hanna, Lena, Sophie sowie der Vater von Mia und ihre Oma eine Rolle spielen und erwähnt werden, insgesamt in ihrer Rolle jedoch blass bleiben, da der Fokus gezielt auf die beiden Hauptcharaktere gelenkt ist.
Arvid führt ein außergewöhnliches Leben, welches Mia sehr fremd ist. Sie zeigt jedoch die Bereitschaft, dieses Leben kennenzulernen, mit allen Vor- und Nachteilen. Und trotz aller Unterschiedlichkeit gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die aufzeigen, dass niemand allein ist mit seinen Sorgen und Nöten. Der Wert von Freundschaft und verstanden werden sowie die Herkunftsfamilie sind ebenso wichtig und Teil des kleinen privaten Glücks.
Fazit: Ein hervorragendes Buch für Pferdefans und sehr gut zum Gemeinsam lesen innerhalb der Familie geeignet!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Nettes Café und interessante Charaktere

Café Hannah - Teil 1
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Ann E. Hacker hat mit "Café Hannah - Teil 1" die Premiere zu einer Buchreihe geschaffen, die mittlerweile aus 7 Bänden besteht. In "Alles auf Anfang" werden die Charaktere, um die es im ersten Band geht, ...

Ann E. Hacker hat mit "Café Hannah - Teil 1" die Premiere zu einer Buchreihe geschaffen, die mittlerweile aus 7 Bänden besteht. In "Alles auf Anfang" werden die Charaktere, um die es im ersten Band geht, einzeln vorgestellt. Alle haben einen Bezug zur Inhaberin Hannah, welche mit viel Liebe ihr Café in der Blumengasse in München nach ihren Ideen und Vorstellungen eingerichtet und eröffnet hat.

Die Geschichten der einzelnen Charaktere, wie z.B. von Hannah, die sich ihren Lebenstraum mit dem Café erfüllt, ihrer Nichte Svenja, die Hamburg nach einer Familienfeier plötzlich verlässt, sowie deren geheimnisvollem Bekannten Ben, dem schrulligen Hausbewohner und Künstler Hubertus von Waldhausen bekommen Leben eingehaucht und werden interessant dargestellt. Das Buch lässt sich gut lesen, ist kurzweilig verfasst und als Leserin fühle ich mich, als wäre ich selbst in dem Café und würde die Geschichten hautnah miterleben.

Die Geschichten sind verständlich und realitätsnah dargestellt, einige werden im ersten Band glaubhaft aufgelöst. Andere bleiben zum Schluss hin offen, so dass die Leserschaft mit Spannung dem 2. Band der Serie rund um das Café entgegenfiebert, um zu erfahren, wie es mit den Protagonisten weitergeht.

Als ich begann das Buch zu lesen, hatte ich sofort die Assoziation zur langjährigen Fernsehserie "Lindenstraße", in welcher es um die unterschiedlichen Charaktere im Haus der Lindenstraße 3 geht. Die Geschichten um Hannah und ihr Café sind eigenständige Geschichten und keinesfalls ein Abklatsch der Serie. So ist es nicht verwunderlich, dass sich beim Lesen das wohlige und gewohnte Gefühl einstellt, welches beide gleichermaßen ausstrahlen.

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Biographie mit wertvollen Tipps und Expertenmeinungen

Freiheit beginnt jetzt!
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Das Buch "Freiheit beginnt jetzt!" von Ulrike von der Groeben mit Co-Autorin Anna Butterbrod ist eine Biographie der populären Sportmoderatorin, welche mit Tipps und Infos von Experten aus den jeweiligen ...

Das Buch "Freiheit beginnt jetzt!" von Ulrike von der Groeben mit Co-Autorin Anna Butterbrod ist eine Biographie der populären Sportmoderatorin, welche mit Tipps und Infos von Experten aus den jeweiligen Fachbereichen gut abgerundet und informativ dargestellt ist. Wer Ulrike von der Groeben kennt und ihren Weg verfolgt hat, wird großen Gefallen daran finden, wenn sie aus dem Nähkästchen plaudert und mit ihrer Fröhlichkeit, ihrem Charme und ihrer Begeisterungsfähigkeit aus ihrem Berufs- und Privatleben schreibt.
Am Ende jedes Kapitels führt sie Interviews mit Experten zu den jeweiligen Themenbereichen, die viele Fragen und Sorgen der Menschen, die kurz vor dem Ruhestand stehen, abdecken. Es geht dabei nicht nur um den Übergang in den Ruhestand, Tipps für mehr Gelassenheit und neue Perspektiven, die Chance auch im Alter fit und gesund zu bleiben sowie die Alternative, im Ausland den Lebensabend zu verbringen. Es geht auch um tiefgreifende Themen wie z.B. die Erfüllung durch ein Ehrenamt zu finden und darum, den Verlust der Lebenspartnerschaft durch Tod sowie den daraus resultierenden Neuanfang.
Ulrike von der Groeben bleibt dabei sehr authentisch und schreibt mit sehr viel Ehrlichkeit sowie Offenheit über ihre Leben. Wer die beliebte Sportmoderatorin kennt, wird dieses Buch lieben. Andere, die sich eher einen Ratgeber für die Rente wünschen und die Autorin nicht kennen, werden, wenn sie nicht gern Biographien lesen, lediglich die jeweiligen Interviews und Gespräche interessant finden, wobei in dem Fall das Preis-Leistungs-Verhältnis unausgewogen bleibt. Als langjährige sportinteressierte Zuschauerin wünsche ich mir eine Fortsetzung, die in ein paar Jahren davon handelt, wie die persönlichen Ziele, Wünsche und Hoffnungen an den Ruhestand erfüllt wurden.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Gesellschaftskritisch durch die Vorweihnachtszeit

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Der Roman „Zuhause ist vorübergehend geschlossen“ von Antje Huhs ist das Gegenteil von dem, was wir als gemeinhin als Weihnachtsroman bezeichnen. Jeder, der aufgrund des Covers mit einem älteren Herrn ...

Der Roman „Zuhause ist vorübergehend geschlossen“ von Antje Huhs ist das Gegenteil von dem, was wir als gemeinhin als Weihnachtsroman bezeichnen. Jeder, der aufgrund des Covers mit einem älteren Herrn in roter Jacke und Stehlampe sowie dunklem Hintergrund und dem schneebedeckten Boden vermutet, eine atmosphärische, weihnachtliche Geschichte im passenden Ambiente mit gut dargestellter Szenerie zu bekommen, wird enttäuscht. Es geht nicht um das Weihnachtsfest, auch wenn die letzten ca. 30 Seiten am Heiligabend spielen. Liebe, Glück und Seligkeit sind nicht der Hauptbestandteil dieses Romans.

Wir lernen die unterschiedlichen Charaktere im Laufe der Geschichte kennen, den einen tiefgründiger, den anderen eher oberflächlich. Insgesamt geht es um hauptsächlich vier Familien, bei denen das Weihnachtsfest bedroht scheint. Es gibt einen Erlass der Regierung, der aufgrund des Streiks der Pflegekräfte besagt, dass Privathaushalte unter gewissen Voraussetzungen einen älteren Menschen, der im Heim lebt, aufnehmen und versorgen müssen. Hierbei bietet sich der Zusammenhang zur Weihnachtsgeschichte an, denn damals war es der Stall, in welchem Jesus zur Welt gekommen ist, da Maria und Josef keine andere Unterkunft gefunden haben. In dieser Geschichte sind es die älteren Menschen, die aufgrund eines Streiks eine vorübergehende Unterkunft bei Bürgern der Gesellschaft finden sollen.
In gewisser Weise kommt die Geschichte lustig daher, sie ist spannend und mit guter Wortwahl verfasst, wobei wir über so einige witzige Sprüche lachen und auch schmunzeln können, aber gleichzeitig wird hier ein großes Maß an Sozialkritik an unserer Gesellschaft ausgeübt. Es wird deutlich aufgezeigt, wie wenig christlich die Menschen sich in der Vorweihnachtszeit verhalten, wenn es darum geht, bedürftigen Mitmenschen zu helfen. Dabei lassen sich einige diverse Tricks und Kniffe einfallen, damit nur sie selbst sich nicht um ältere Menschen kümmern müssen. Andere wiederum, die zuvor als heile Familie funktioniert haben, zeigen sich der Ehefrau gegenüber sehr egoistisch, indem sie diese die gesamten Aufgaben allein erfüllen lassen. So ist es die brave Hausfrau, die sich nicht wohl mit dieser Aufgabe fühlt und trotzdem alles in ihrem Ermessen macht, um dem älteren Herrn, der in ihrer Familie untergebracht ist, einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Dabei stößt sie regelmäßig auf Widerstände.

Fluchttendenzen, der Egoismus in unserer Gesellschaft und das Wegsehen der Menschheit vor den Bedürfnissen anderer, ist in diesem Buch zum Markenzeichen geworden. Daraus folgende Bedürfnisse so wie Verhaltensänderungen sind wünschenswert, und genau das wird hier aufgezeigt. Es ist eine Mahnung, denn wenn wir als Gesellschaft weiterkommen wollen, muss sich eine Änderung vollziehen.

Die Geschichte ist lesenswert, weil immer wieder der Gedanke kommt, dass wir als Gesellschaft an einem Punkt angekommen sind, an dem es schlimmer nicht werden kann - und doch besteht die Hoffnung und das Warten auf eine Wendung. Ein junger Pflegehelfer, der sich um die älteren Menschen sorgt, sich keinen anderen Beruf vorstellen kann und die Missstände anklagt, sieht sich ironisch als hochgenommener Influencer, der wegen Gefährdung der nationalen Sicherheitslage in Untersuchungshaft landen wird. Auch das ist ein Fakt, dass Menschen durch eine Stimmung und gesellschaftliche Strömung kämpfen müssen, was ebenso einen Bezug zur Realität hat, bezogen auf das Thema social media. In dem Zusammenhang müssen wir uns erlauben, die Frage zu beantworten, ob social media Fluch oder Segen ist.

Die Arbeit der Polizei und mancher Verwaltungskraft wird ironisch und überspitzt dargestellt. Hierbei geht es um das Thema Bürokratie sowie vorschriftsgemäßes Handeln, welches an manchen Stellen nicht nachzuvollziehen ist. Das Thema gleichgeschlechtliche Liebe sowie Atomkraft wird angerissen, so dass insgesamt einige Themen Beachtung finden, welche die Menschheit in dieser Zeit beschäftigt.

Fazit: Das Buch ist unterhaltsam und wertvoll in Hinsicht des Blicks auf unsere Gesellschaft und stellt die Frage in den Raum, ob wir wirklich so verkorkst sind. Anhand der Intension dies in einem weihnachtlichen Roman zu verpacken und Assoziationen zur Weihnachtsgeschichte hervorzurufen, ist eine Möglichkeit, wobei ein gewisser Metamorphismus angebracht ist.
Es ist ein zeitgemäßes Werk, welches aufzeigt, wie überlastet Pflegekräfte und -heime derzeit sind. Hat man damals während der Coronakrise noch geklatscht und die Menschen bewundert und als systemrelevant bezeichnet, welche dieser Aufgabe nachkommen, so ist es heute eher das Wegschauen, ein alleingelassen Werden, das Stiefkind der Politik zu sein, welches sich in unserer Gesellschaft abzeichnet.

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