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Veröffentlicht am 30.05.2025

Eindringlich und bewegend – Reys Weg berührt

Roter Stern - Nebel und Asche
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Wenn Freundschaft, Widerstand und Identität ineinander greifen, entsteht etwas Größeres.
Roter Stern 2 – Nebel und Asche hat mich durch seine Wucht überrascht. Die Geschichte geht spürbar tiefer als im ...

Wenn Freundschaft, Widerstand und Identität ineinander greifen, entsteht etwas Größeres.
Roter Stern 2 – Nebel und Asche hat mich durch seine Wucht überrascht. Die Geschichte geht spürbar tiefer als im ersten Band. Reys Entwicklung steht im Fokus – und sie ist alles andere als glatt. Ihre Gedanken, Zweifel, Verletzlichkeit – all das macht sie greifbar und menschlich. Sie sucht ihren Platz in einer Welt voller Kontrolle, Angst und Ungewissheit erst ertasten muss. Will ist weiterhin eine wichtige Komponente in Reys Leben. Und wir erfahren auch Reys Vater, dem ein eigener Handlungstang gewidmet ist, wie perfide Jarls System ist

Besonders stark fand ich den Wechsel zwischen den Perspektiven. Mal ist man nah bei Rey, dann wieder bei Will oder anderen Figuren – und jede Perspektive fühlt sich authentisch an. Es entsteht ein sehr lebendiges Bild dieser Welt, weil man sie durch unterschiedliche Augen sieht. Und gerade das verleiht der Geschichte Tiefe.

Auch wenn das Buch viel Raum für Gedanken, Figuren und Atmosphäre lässt, folgt die Handlung einer klaren, durchdachten Linie. Jede Entscheidung der Figuren hat spürbare Konsequenzen, und es gibt eine sichtbare Entwicklung – nicht nur bei Rey, sondern auch im größeren politischen Gefüge. Dabei bleibt die Spannung konstant. Und der Handlung gibt es eine gute Abwechslung zwischen Action und ruhigere Szenen um innere und äußere Entscheidungen, die die Handlung vorantreiben. Das gibt dem Buch einen echten Sog.

Die Sprache ist ruhig, klar, aber oft bildlich. Es wird nicht alles erklärt, manches bleibt bewusst offen. Das ist sicher einer Fortsetzung geschuldet.

Themen wie Wahrheit, Zugehörigkeit, Moral und Macht werden nicht platt durchdekliniert, sondern durch das Verhalten der Figuren greifbar gemacht. Auch das politische System wird greifbarer. Für mich ist das Buch nicht nur spannend, sondern auch bewegend – und das auf mehreren Ebenen.

Fazit:
Ein eindringliches Buch über Widerstand, Identität und das Ringen um Nähe und Wahrheit, Freundschaft und Liebe.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Gutes Buch

Der Spiegel im Käfig
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Ein stiller Aufschrei in einer lauten Welt
„Der Spiegel im Käfig“ ist ein Roman mit einem eindringlichen, fast klinisch präzisen Blick auf einen Menschen, der langsam aus der Welt fällt, weil sie ihm nichts ...

Ein stiller Aufschrei in einer lauten Welt
„Der Spiegel im Käfig“ ist ein Roman mit einem eindringlichen, fast klinisch präzisen Blick auf einen Menschen, der langsam aus der Welt fällt, weil sie ihm nichts mehr gibt.

Jo, der Protagonist, lebt in einer Gesellschaft voller Komfort, Technologie und sozialer Netze – und fühlt sich leer. Die Parallele zum bekannten „Universum 25“-Experiment mit Ratten, die trotz perfekter Bedingungen in Apathie verfallen, bildet das thematische Rückgrat des Buches. Die Welt ist satt, aber bedeutungslos.

Die Erzählform ist aus der Ich-Perspektive. Die Sprache ist bewusst nüchtern, manchmal repetitiv, oft sezierend. Es gibt keinen klassischen Spannungsbogen, keine Dialoge im herkömmlichen Sinn. Stattdessen folgen wir einem Strom von Beobachtungen, Notizen und Gedanken.

Das Buch bringt gesellschaftliche Kälte, digitale Entfremdung und die Sehnsucht nach echtem Leben in beklemmende Klarheit. Es stellt unangenehme Fragen – und verweigert einfache Antworten.

Ein literarisches Gedankenexperiment über Isolation, Selbstverlust und den Preis eines vermeintlich perfekten Systems. Wer bereit ist, sich auf den Stil und das Thema einzulassen, wird mit einem starken Debüt belohnt.

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