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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2023

Anders als der Film

Shining
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„Shining“ ist den meisten wohl als Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle bekannt. Allerdings weicht der Inhalt des Films an einigen Stellen von denen des Buches ab, was ich persönlich schade finde. ...

„Shining“ ist den meisten wohl als Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle bekannt. Allerdings weicht der Inhalt des Films an einigen Stellen von denen des Buches ab, was ich persönlich schade finde. Stephen King war nach eigener Aussage von Stanley Kubricks Film, enttäuscht. Liest man das Buch, kann man seine durchaus Enttäuschung nachvollziehen, da die Verwirrtheit und Manie von Jack Torrance im Film weniger gut herausgearbeitet wurde. Im Buch werden die abstrusen und „verrückten“ Gedanken von Jack dagegen großartig dargestellt. Der Leser kann so viel besser nachvollziehen, wie das Hotel mehr und mehr die Kontrolle übernimmt, bis Jack schlussendlich nur noch eine menschliche Hülle ist.
Der Erzählstil ist, wie man es von King gewohnt ist, einfach meisterhaft! Spielerisch und mit viel Wortwitz führt er den Leser durch die Handlung. Leider fällt seine Brillanz im Umgang mit Mehrdeutigkeiten (vor allem im Bereich der Idiome) dabei wieder einmal der Übersetzung zum Opfer. - Schade, dass es den Übersetzern immer wieder misslingt, die englischen Idiome zu erkennen und richtig wiederzugeben! - Das Buch wurde im personalen Erzählstil verfasst, wobei abwechseln Einblicke in die Gedanken und das Verhalten der vier Hauptfiguren (Jack, Wendy und Danny Torrence, sowie Dick Hallorann) gegeben werden.
Das Buch wurde laut King durch den Song „Instand Karma“ von John Lennon inspiriert, in dem es heißt „And we all shine on“. Zudem nimmt der Autor Bezug auf Carrolls „Alice im Wunderland“ und sein eigenes Werk „Es“ (Dick Hallorann erinnert sich an einen verehrendes Feuer, dass er als junger Mann in Derry überlebt hat). Darüber hinaus spielt „Die Maske des Roten Todes“ von Edgar Allen Poe eine Schlüsselrolle in „Shining“. Daher würde ich empfehlen, diese Kurzgeschichte vor Kings Roman zu lesen.
Wie in vielen seiner Werke, ist auch „Shining“ in Zügen autobiographisch. So waren Jack Torrance und Stephen King beispielsweise beide Englischlehrer, die nebenbei als Schriftsteller tätig waren und dem Alkohol verfielen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen (auch wenn ich die Übersetzungsleistung nur als ausreichend empfinde). Es beweist wieder, was für ein großartiger Schriftsteller Stephen King ist.

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Veröffentlicht am 07.03.2026

Überzeugt nicht ganz

Dire Bound
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Ich bin ehrlich gesagt hin und hergerissen: Auf der einen Seite habe ich den flüssigen und mitreissenden Schreibstil sehr genossen, der es mir wirklich leicht gemacht hat, durch die recht langen Kapitel ...

Ich bin ehrlich gesagt hin und hergerissen: Auf der einen Seite habe ich den flüssigen und mitreissenden Schreibstil sehr genossen, der es mir wirklich leicht gemacht hat, durch die recht langen Kapitel zu kommen. Außerdem  mochte ich die Dynamik zwischen Meryn und ihrer Schattenwölfin Anessa sehr. Ihre Beziehung durchlebte eine tolle Entwicklung, die gut ausgearbeitet wurde, und die Dickköpfigkeit der beiden brachte mich oft zum Schmunzeln.
Doch auf der anderen Seite ist „Dire Bound“ voller Klischees, absolut vorhersehbar und wirkte auf mich zu konstruiert. Man merkt deutlich, dass die Geschichte von der „Fourth Wing“ -Reihe inspiriert wurde, ohne jedoch deren Tiefe und Originalität auch nur ansatzweise zu erreichen. So verliert sich die Protagonistin Meryn in den immer gleichen Gedankengängen, fasst die Ereignisse der letzten Kapitel (unnötigerweise) zusammen und trifft Entscheidungen, die nicht nachvollziehbar waren. Am meisten hat mich jedoch der immense Spice-Anteil gestört, der nichts für die Handlung getan hat und einfach deplatziert wirkte…

Mein Fazit:
„Dire Bound“ war mir persönlich zu vorhersehbar, hatte einige Längen und war insgesamt recht oberflächlich.  Die Autorin  hätte sicher mehr daraus machen und eigene Ideen entwickeln können, denn ihr Schreibstil ist wirklich klasse.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Tolles Setting

The Nightmare Before Kissmas
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„Nightmare Before Kissmas“ ist eine süße Rom-Com mit einem Setting, dass mich total verzaubert hat: Ich liebe die atmosphärischen, idyllischen Schilderungen von North Pole City – die volle Dröhnung Weihnachtskitsch ...

„Nightmare Before Kissmas“ ist eine süße Rom-Com mit einem Setting, dass mich total verzaubert hat: Ich liebe die atmosphärischen, idyllischen Schilderungen von North Pole City – die volle Dröhnung Weihnachtskitsch in seiner schönsten Form. Begeistert hat mich auch das unglaublich kreative Worldbuilding, mit seinen Feiertags-Königshäusern, der Feiertags-Klatschpresse und der Freuden-Magie.
Ich war überrascht, dass das Buch auch ernstere Themen, wie mentale Gesundheit, Konsumkritik und Machtmissbrauch thematisiert. So ist Coal beispielsweise desillusioniert was die sogenannte „Magie der Weihnacht“ angeht. Er möchte den Status Quo verändern und gewinnt während dieses Prozesses zunehmend an Reife.
Und die hat er meiner Meinung nach auch dringend nötig, denn während seine naive, chaotische Art mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat, war ich schnell genervt von der - fast schon notgeilen - Schwärmerei für Hex. Zudem geht er in Gedanken immer wieder die gleichen Fragen durch, was die Handlung leider nicht voran bringt. Die Tropes Enemies-To-Lovers und Slow-Burn sehe ich nicht wirklich erfüllt, denn zwischen Coal und Hex geht es ziemlich schnell heiß her – war dann auch einen Großteil von Coals Gedankengängen in Anspruch nimmt…

Mein Fazit:
Das Drumherum (Setting, Stimmung, Grundidee) hat mir sehr gut gefallen, allerdings hatte die Handlung für mich einige Längen und die Charaktere wirkten teils sehr unreif.
Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten, verzaubert und zum Schmunzeln gebracht.

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Veröffentlicht am 27.06.2025

Nur eingeschränkt zu empfehlen

Women
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Chloé Caldwells Roman „Women“ gilt als Kultbuch der queeren / sapphic Literatur. Dementsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen. Und obwohl das Buch sehr beeindruckt hat,  kann ich den Hype ...

Chloé Caldwells Roman „Women“ gilt als Kultbuch der queeren / sapphic Literatur. Dementsprechend hoch waren natürlich auch meine Erwartungen. Und obwohl das Buch sehr beeindruckt hat,  kann ich den Hype nicht so ganz nachvollziehen.
In „Women“ schildert die Autorin, wie sich zum ersten Mal in eine Frau verliebte. Daraufhin hinterfragt sie ihre eigene Sexualität und entdeckt diese mit Finn ganz neu. Während dieser Zeit sind Chloés Gedanken und Verhalten von Selbstzweifeln, Depressionen und Maßlosigkeit geprägt. Immer wieder erkannte ich mich selbst in ihren Gedankengängen wieder, wurde zum Innehalten und Nachdenken angeregt.
Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine toxische Beziehung, die bei mir als Leser*in ein Gefühl der Beklemmung auslöste. Der Autorin gelingt es wirklich eindrucksvoll, den Teufelskreis von einer „unausweichlichen“, „unrettbaren“ Verliebtheit und gegenseitigen Verletzungen zu schildern. Bedenklich finde ich jedoch, dass es Roman immer wieder impliziert wird, dass Beziehungen zwischen Frauen generell toxisch seien: „So ist das eben zwischen Frauen.“ Aus diesem Grund kann ich das Buch leider nur eingeschränkt weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Unterhaltsam

Von Blut und Furcht
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Mit „Von Blut und Furcht – Die Spiegel-Chroniken 1“ ist Laura Misellie ein guter Reihenauftakt gelungen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist flüssig und mitreißend, auch wenn sich hin und wieder ...

Mit „Von Blut und Furcht – Die Spiegel-Chroniken 1“ ist Laura Misellie ein guter Reihenauftakt gelungen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist flüssig und mitreißend, auch wenn sich hin und wieder ein paar kleine Fehler eingeschlichen haben.
Jo war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine willensstarke Protagonistin, teils morally grey aber mit dem Herzen am rechten Fleck.
Leider konnte mich die Handlung nicht so ganz überzeugen. Die Storyline hat man gefühlt schon tausendmal gelesen, wodurch das Buch für mich nach dem ersten Drittel an Spannung verlor. Die Geschichte einer jungen Protagonistin, die plötzlich erfährt, dass sie über seltene magische Fähigkeiten verfügt und nun an einer Academy den Umgang damit lernen soll, während sie sich eigentlich nur in ihr altes Leben zurücksehnt, wird hier leider nicht neu erzählt, sondern folgt eher dem berühmten Schema F. Wen dies jedoch nicht stört, wird von der kurzweiligen Geschichte gut unterhalten.

Fazit:
Ein gutes Buch für zwischendurch mit bewährter Storyline und einer sympathischen Protagonistin.

P.S.: Spoiler vermeiden:
Bitte lest euch die „Produktbeschreibung des Verlages“ (auf Amazon) erst durch, nachdem ihr das Buch gelesen habt, da diese einen Großteil des Worldbuildings und der Handlung vorwegnimmt.

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