Profilbild von LeosUniversum

LeosUniversum

Lesejury Star
offline

LeosUniversum ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LeosUniversum über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2025

Der Rundum-Guide für die Darmgesundheit

Was ist los mit meinem Darm?
0

Inhalt:
Dieses Buch liefert Antworten auf nahezu 200 der häufigsten Fragen rund um den Darm und seine Gesundheit. Es deckt Themen wie das Mikrobiom, die Darm-Hirn-Achse, Blähungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten ...

Inhalt:
Dieses Buch liefert Antworten auf nahezu 200 der häufigsten Fragen rund um den Darm und seine Gesundheit. Es deckt Themen wie das Mikrobiom, die Darm-Hirn-Achse, Blähungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder auch die Notwendigkeit von Darmspiegelungen ab. Dabei stehen nicht nur medizinische Erklärungen im Mittelpunkt, sondern vor allem praktische Tipps, wie man die Darmgesundheit im Alltag fördern kann – durch Ernährung, Bewegung und ein besseres Körpergefühl. Ziel ist es, Verdauungsprobleme zu verstehen und eigenverantwortlich anzugehen, ohne gleich zu Medikamenten greifen zu müssen.

Meinung:
Selten habe ich ein Sachbuch gelesen, das so umfassend, dabei aber dermaßen zugänglich ist. Was sofort auffällt: Die Sprache ist klar, alltagsnah und angenehm unakademisch – und das trotz des fundierten medizinischen Hintergrunds. Das macht es nicht nur für Fachfremde lesbar, sondern geradezu einladend. Die Struktur in Fragen und Antworten wirkt dabei keineswegs sprunghaft, sondern hilft enorm, schnell zu bestimmten Themen zu finden – ein echtes Plus für alle, die gezielt nach Lösungen für ihre Beschwerden suchen.
Besonders gut gefällt mir, dass das Buch nicht auf Schockeffekte setzt, wie es viele Gesundheitsratgeber gerne tun. Stattdessen vermittelt es Sachverhalte ruhig, sachlich und mit einem positiven Grundton. Die Autorinnen wollen nicht belehren, sondern befähigen – und das gelingt ihnen hervorragend. Man merkt, dass hinter den Kapiteln nicht nur wissenschaftliche Kompetenz, sondern auch Erfahrung in der praktischen Gesundheitsförderung steht. Ich persönlich habe einige Aha-Momente erlebt – gerade beim Thema Mikrobiom und wie stark es auf Psyche, Gewicht und sogar Haut wirken kann.
Was das Buch zusätzlich sympathisch macht, ist der ständige Bezug auf den Alltag: Wie setze ich das jetzt um? Was kann ich konkret essen, verändern, meiden? Kein theoretisches „Wünsch dir was“, sondern wirklich umsetzbare Hinweise, ohne dogmatische Ernährungstipps oder Diätversprechen. Das Buch ermutigt dazu, sich mit dem eigenen Körper zu versöhnen – gerade auch dann, wenn man lange unter unspezifischen Beschwerden litt.

Fazit:
„Was ist los mit meinem Darm?“ von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann und Barbara Klein ist ein hervorragend strukturierter und praxisnaher Gesundheitsratgeber, der Fachwissen verständlich aufbereitet und mit vielen alltagstauglichen Tipps verbindet. Wer seinen Darm besser verstehen, Beschwerden lindern oder einfach gesünder leben möchte, findet hier einen wertvollen Begleiter – auch ganz ohne medizinische Vorkenntnisse. Von mir gibt es 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 06.08.2025

Zwischen Sehnsucht, Zweifel und Adrenalin

Downhill Dreams
0

Inhalt:
Josie ist jung, wild und ehrgeizig – sie kennt die Berge rund um Garmisch wie ihre Westentasche und träumt davon, in den USA an einem der härtesten Downhill-Rennen teilzunehmen. Als Tochter eines ...

Inhalt:
Josie ist jung, wild und ehrgeizig – sie kennt die Berge rund um Garmisch wie ihre Westentasche und träumt davon, in den USA an einem der härtesten Downhill-Rennen teilzunehmen. Als Tochter eines ehemaligen Radsportprofis trainiert sie hart, doch ihre Vergangenheit mit einer abwesenden Mutter lässt sie Nähe und echte Gefühle meiden. Dann begegnet sie Levi – einem gefeierten Star der Mountainbike-Szene, der sich weder von Risiken noch von Beziehungen aufhalten lässt. Nach einem intensiven, aber abrupt endenden Aufeinandertreffen kreuzen sich ihre Wege Monate später wieder: am Sportcollege in Kalifornien, wo Levi ausgerechnet Josies Trainer wird. Und obwohl zwischen ihnen nichts sein darf, ist da diese unausweichliche Anziehung…

Meinung:
Dieser Roman hat mich nicht wegen der großen Gesten oder dramatischen Wendungen gepackt – sondern wegen der Zwischentöne. Es ist diese Mischung aus jugendlichem Übermut, emotionalen Wunden und dem langsamen, zarten Prozess des Vertrauens, der mich berührt hat. Josie und Levi sind zwei Figuren, die auf den ersten Blick kaum verletzlicher sein könnten – sie brettern mit Höchstgeschwindigkeit Berge hinunter, aber vor ihren Gefühlen drücken sie die Bremse. Und genau das macht die Geschichte so nachvollziehbar. Besonders gelungen fand ich, wie Nadine Schojer es schafft, die Extremsport-Welt so spürbar und greifbar zu machen, ohne die Charakterentwicklung aus dem Blick zu verlieren. Die Beschreibung des Downhill-Fahrens ist nicht nur Action-Kulisse, sondern eine Metapher für das emotionale Auf und Ab der Protagonisten. Die Angst zu stürzen – körperlich wie seelisch – durchzieht das ganze Buch. Das sorgt für eine ungewöhnliche Tiefe im Genre der Sports Romance. Nicht jede Szene war ein Volltreffer für mich. Manche Gespräche wirkten leicht konstruiert und Josies impulsive Art hat mich zwischenzeitlich etwas erschöpft. Aber genau darin liegt auch ihre Stärke: Sie ist keine perfekte Heldin, sondern echt. Levi wiederum bleibt lange distanziert, doch seine Entwicklung hin zum greifbaren, fühlenden Menschen passiert still und glaubwürdig. Diese Geschichte ist keine lineare Lovestory, sondern eher eine emotionale Berg- und Talfahrt – und das meine ich im besten Sinne.

Fazit:
In „Downhill Dreams“ von Nadine Schojer rasen nicht nur Bikes steile Trails hinunter, sondern auch Herzen durch emotionale Schluchten. Zwischen Sehnsucht, Zweifel und Adrenalin erzählt die Autorin eine intensive Forbidden-Love-Story, die spürbar unter die Haut geht. Die Protagonisten sind roh, echt und voller Widersprüche – genau das macht ihre Reise so lesenswert. Von mir gibt es deshalb 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 22.06.2025

Wenn aus einem Fluch Liebe wird – eine Sommerromanze mit Tiefgang

Just for the Summer
0

Inhalt:
Ein viraler Reddit-Post bringt zwei Fremde zusammen: Justin und Emma. Beide glauben an einen eigenartigen Fluch – jedes Mal, wenn sie eine Beziehung beenden, finden ihre Ex-Partner sofort ihre ...

Inhalt:
Ein viraler Reddit-Post bringt zwei Fremde zusammen: Justin und Emma. Beide glauben an einen eigenartigen Fluch – jedes Mal, wenn sie eine Beziehung beenden, finden ihre Ex-Partner sofort ihre große Liebe. Um diesen Fluch zu brechen, beschließen sie, sich gegenseitig zu daten – mit der klaren Absicht, sich wieder zu trennen. Emma, die als reisende Krankenschwester durchs Land zieht, nimmt einen Sommerjob in Minnesota an, wo Justin lebt. Doch was als kalkuliertes Spiel beginnt, entwickelt sich zu etwas viel Tieferem – trotz traumatischer Vergangenheit, familiärer Verpflichtungen und der Erkenntnis, dass der Sommer vielleicht zu kurz ist für eine Zukunft.

Meinung:
Der Roman hat mich mehr berührt, als ich erwartet hatte. Der Einstieg mit dem augenzwinkernden „Dating-Fluch“-Konzept war herrlich originell und versprach eine leichte RomCom – aber was ich bekommen habe, war ein Roman mit erstaunlicher Tiefe, sensibel erzählten Schicksalen und emotionaler Wucht. Besonders beeindruckt hat mich, wie Abby Jimenez komplexe Themen wie Kindheitstrauma, Bindungsängste, mentale Gesundheit und familiäre Verantwortung mit Leichtigkeit und Respekt integriert. Emma und Justin sind keine klassischen Hochglanz-RomCom-Charaktere, sondern verletzliche, vielschichtige Menschen, die sich in ihrer Zerrissenheit begegnen. Während Emma als rastlose Krankenschwester mit tief verwurzelten Ängsten kämpft, steht Justin kurz davor, Verantwortung für seine drei jüngeren Geschwister zu übernehmen – ein Gegensatz zu Emmas Ungebundenheit, der für echte Spannung sorgt. Die Chemie zwischen ihnen? Knisternd. Die Dialoge? Mal süß, mal frech, oft tiefgründig. Besonders Justin hat mein Herz im Sturm erobert – mit seiner Geduld, seinem Humor und seiner Offenheit. Er ist kein Klischeeheld, sondern jemand, der sich nicht zu schade ist, Verantwortung zu übernehmen, Liebe zu zeigen, und sich verletzlich zu machen. Seine Geduld mit Emma, sein Umgang mit seinen Geschwistern und selbst mit seinem Hund Chad (!) – das alles machte ihn zu einem der charmantesten männlichen Hauptfiguren, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Emma hingegen war für mich zwiespältiger. Ihre emotionale Mauer und ihre Fluchtreflexe waren zwar nachvollziehbar, haben mich aber zwischendurch frustriert – gerade, weil sie gleichzeitig so klug und einfühlsam ist. Aber gerade das macht sie glaubwürdig: Sie ist nicht perfekt, sie ist menschlich. Was das Buch für mich so besonders gemacht hat, war diese seltene Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Ich habe laut gelacht, geschmunzelt, aber auch mit einem Kloß im Hals gelesen. Abby Jimenez hat eine Art zu schreiben, bei der man sich mitten im Geschehen fühlt – so nah an den Charakteren, dass man glaubt, sie persönlich zu kennen. Es war, als würde ich nicht einfach ein Buch lesen, sondern einen Sommer lang Teil von Justins und Emmas Leben sein. Das Wiedersehen mit Figuren aus den ersten beiden Bänden war ein besonderes Highlight – nicht zwingend notwendig, aber für Fans der Reihe definitiv ein Wohlfühlmoment.

Fazit:
Mit „Just for the Summer“ beweist Abby Jimenez einmal mehr, wie klug, witzig und emotional tief Liebesromane sein können. Die Geschichte von Emma und Justin beginnt mit einem humorvollen Ausgangspunkt und entwickelt sich zu einer berührenden Reise über Heilung, Vertrauen und die Frage, ob man ankommen kann, selbst wenn man gelernt hat, ständig weiterzuziehen. Die Autorin trifft den perfekten Ton zwischen Romantik, Humor und echtem Leben. Von mir gibt es deshalb 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 01.06.2025

Als ihre Welt auseinanderfällt, ist er der Einzige, der sie hält.

Braver Than Ever (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
0

Inhalt:
Alice hat das Gefühl, in ihrem Leben immer nur hinterherzulaufen – sei es im Job bei der Redaktion des London Lens Magazins, in ihrer chaotischen WG oder im Umgang mit sich selbst. Der Druck wird ...

Inhalt:
Alice hat das Gefühl, in ihrem Leben immer nur hinterherzulaufen – sei es im Job bei der Redaktion des London Lens Magazins, in ihrer chaotischen WG oder im Umgang mit sich selbst. Der Druck wird immer größer, und ihre Unsicherheiten wachsen. Während sie verzweifelt versucht, die Kontrolle zu behalten, begegnet sie Josh, einem einfühlsamen Fotografen, der es schafft, ihr ein echtes Lächeln zu entlocken. Doch je näher er ihr kommt, desto lauter werden ihre Selbstzweifel. Als schließlich der Verdacht aufkommt, dass Alice ADHS haben könnte, gerät alles ins Wanken. Doch mit Joshs Unterstützung beginnt sie, sich selbst in einem neuen Licht zu sehen.

Meinung:
„Braver than ever“ hat mich – ähnlich wie der erste Band – tief berührt und mich durch eine authentische und emotionale Erzählweise sofort mitgerissen. Alice als Hauptfigur ist unglaublich greifbar, ihre Gedankenwelt wurde so feinfühlig und realistisch dargestellt, dass ich oft das Gefühl hatte, ihr direkt gegenüberzusitzen. Besonders ihre Selbstzweifel, das Gefühl, nie mithalten zu können, und die ständige Überforderung wirkten auf mich nicht überzogen, sondern ehrlich und lebensnah. Ich habe Alice sofort ins Herz geschlossen und ihre Reise mit großer Empathie verfolgt. Josh, der bereits auf dem Klappentext als „Good Guy“ angekündigt wird, hat diese Bezeichnung absolut verdient. Er ist sensibel, aufmerksam und bringt genau die Ruhe mit, die Alice in ihrem inneren Sturm braucht. Ihre Verbindung entwickelt sich leise, aber intensiv – ganz ohne übertriebenes Drama, dafür mit umso mehr Echtheit. Ich mochte es sehr, dass sich ihre Beziehung nicht über Nacht verändert, sondern behutsam wächst, mit kleinen Rückschlägen und umso schöneren Momenten des Vertrauens. Wie bereits im ersten Band, greift Larissa Schira erneut ein wichtiges Thema auf: psychische Gesundheit. Der Verdacht auf ADHS wird mit einer beeindruckenden Sensibilität thematisiert – ohne zu stigmatisieren oder zu verharmlosen. Es geht nicht darum, schnelle Lösungen zu finden, sondern darum, die Unsicherheit und das Suchen nach Antworten nachvollziehbar darzustellen. Dieses Element hebt das Buch für mich deutlich von vielen anderen im Genre ab. Ein kleiner Wermutstropfen war für mich das abrupte Ende. Die Geschichte hat mich so sehr gepackt, dass ich fest davon ausging, es gäbe noch ein paar Kapitel – nur um festzustellen, dass die letzten zwanzig Seiten lediglich eine Leseprobe für ein anderes Buch enthielten. Das hat mir ein wenig das Gefühl gegeben, dass Alices und Joshs Geschichte ein zu plötzliches Ende fand. Hier hätte ich mir noch einen kleinen Ausklang oder Epilog gewünscht.

Fazit:
„Braver than ever“ von Larissa Schira ist eine bewegende, feinfühlige Geschichte über Selbstzweifel, mentale Gesundheit und die Kraft ehrlicher Beziehungen. Alice und Josh sind zwei Charaktere, die man gerne begleitet, weil sie nicht perfekt sind – sondern echt. Die Autorin schafft es erneut, große Themen mit Leichtigkeit und Tiefe zu erzählen. Trotz des etwas abrupten Endes bleibt für mich ein sehr positives Leseerlebnis zurück. Von mir gibt es sehr gute 4,5 von 5 Sternchen.

Veröffentlicht am 01.06.2025

Eine märchenhaft-düstere Romantasy mit einem faszinierenden Setting, starken Emotionen und einer Heldin, die durch ihre Sanftheit beeindruckt

Play of Hearts
0

Inhalt:
Evie wächst in einer Familie auf, die dem Tod näher steht als dem Leben – wortwörtlich. Als Kind trifft sie im Spiegelkabinett ihrer Großmutter eine folgenschwere Entscheidung: Sie tauscht ihr ...

Inhalt:
Evie wächst in einer Familie auf, die dem Tod näher steht als dem Leben – wortwörtlich. Als Kind trifft sie im Spiegelkabinett ihrer Großmutter eine folgenschwere Entscheidung: Sie tauscht ihr Herz gegen die Hoffnung auf Liebe. Doch der Preis ist hoch, denn ihre Berührung wird tödlich. Jahre später trifft sie auf Arthur, der ihre Sehnsucht stillt, aber nicht ohne Konsequenzen. Als Arthur unter dem Gewicht von Evies Fluch zusammenbricht, führt Evies Weg sie in den geheimnisvollen Cirque du Cœur, einen Ort voller Illusionen, Magie und neuer Gefahren. Zwischen Wahrheit und Trug scheint nur einer helfen zu können: der rätselhafte Rémi. Doch auch er hat eigene Pläne…

Meinung:
Schon nach wenigen Seiten hat mich die Stimmung dieses Buches komplett in ihren Bann gezogen. Es beginnt leise, traurig, mit einem einsamen Mädchen in einem düsteren Schloss und entwickelt sich zu einer Welt, die märchenhaft, bizarr und voller Geheimnisse ist. Evies Verzweiflung, ihre Sehnsucht nach Nähe, ihr Wunsch nach Liebe – all das wirkt nicht nur greifbar, sondern schneidet tief ins eigene Herz. Ich habe mit ihr gelitten, gehofft, gezweifelt. Dass sie sich trotz allem eine so große Sanftheit bewahrt, macht sie zu einer Figur, die ich selten so intensiv gefühlt habe. Ihre Naivität ist zwar nicht immer glaubwürdig, aber im Kontext eines Lebens in Isolation, mit der ständigen Angst, jemanden zu verletzen, irgendwie nachvollziehbar. Ihre Zartheit ist kein Klischee, sondern eine Form von Stärke, die sich still behauptet. Was mir besonders gefallen hat, ist die magische Atmosphäre. Der Cirque du Cœur mit seinen purpurnen Zelten, dem Regencafé und den gefährlich schönen Illusionen ist ein echtes Highlight. Das Worldbuilding ist durchdacht, kunstvoll und voller versteckter Türen, die man mit jeder Seite weiter aufstoßen möchte. Arthur hingegen war für mich der blasseste Punkt im Buch. Seine Beziehung zu Evie wirkt anfangs berührend, doch mit der Zeit fast zu idealisiert, zu glatt. Ich konnte ihre extreme Fixierung auf ihn nur schwer nachvollziehen, was schade ist, denn er spielt in der Handlung eine zentrale Rolle. Ganz anders Rémi: geheimnisvoll, emotional vielschichtiger, mit dunklen Ecken, in die man gerne blicken würde, auch wenn man weiß, dass man sich dabei verletzen könnte. Zwischen Evie und Rémi entwickelt sich eine Dynamik, die mir sehr viel greifbarer erschien – komplexer, vorsichtiger, aber umso elektrisierender. Auch wenn die Handlung manchmal gemächlich voranschreitet, hat mich das keineswegs gestört. Die ruhigen Phasen erlauben es, Atmosphäre aufzubauen und den Charakteren Tiefe zu geben. Besonders gegen Ende nimmt die Geschichte wieder richtig Fahrt auf und lässt viele Fragen offen, die neugierig auf Band 2 machen.

Fazit:
„Play of Hearts“ von Juli Dorne ist eine märchenhaft-düstere Romantasy mit einem faszinierenden Setting, starken Emotionen und einer Heldin, die durch ihre Sanftheit beeindruckt. Wer sich auf langsames Worldbuilding, geheimnisvolle Figuren und bittersüße Gefühle einlassen kann, wird hier eine ganz besondere Geschichte entdecken. Kleinere Schwächen in der Figurenzeichnung von Arthur werden durch Atmosphäre, Sprache und Originalität mehr als ausgeglichen. Von mir gibt es verdiente 4,5 von 5 Sternchen.