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Veröffentlicht am 28.07.2025

Packender und atmosphärisch dichter Mystery-Thriller aus Frankfurt

Alex Brandt
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In diesem atmosphärisch dichten Mystery-Thriller schickt der Autor Ralph Llewellyn seinen Ermittler Alexander „Alex“ Brandt und sein gut aufeinander abgestimmtes Team in ihren ersten Fall. Dabei konnte ...

In diesem atmosphärisch dichten Mystery-Thriller schickt der Autor Ralph Llewellyn seinen Ermittler Alexander „Alex“ Brandt und sein gut aufeinander abgestimmtes Team in ihren ersten Fall. Dabei konnte er mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Als in einem Frankfurter Restaurant fünf Leichen aufgefunden werden, übernehmen Alex und sein Team die Ermittlungen und stehen dabei von Beginn an unter einem großen öffentlichen Druck. Obwohl allen Leichen fachmännisch das Herz entnommen wurde, tragen sie dennoch ein seliges Lächeln auf den Lippen und scheinen sich auch nicht gegen ihren Tod gewehrt zu haben. Da die Spurenlage am Tatort äußerst dünn ist und unter den Angehörigen weder Motiv noch Verdachtsmomente auszumachen sind, suchen die Ermittler nach ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit und werden schnell fündig. Doch die Fälle gehen bis in das Jahr 1792 zurück und scheinen sich in einem Rhythmus zu wiederholen, die in Verbindung zur Zahl 12 steht. Wie sollen die Ermittler nun einen Fall lösen, bei dem die Regeln der Logik, an denen sie sich sonst orientieren, außer Kraft gesetzt scheinen ?

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und baut auch schnell Spannung auf. Dabei bedient er sich einer sehr bildhaften Sprache, die das Kopfkino ordentlich ankurbelt, trägt allerdings zuweilen doch etwas dick auf, so dass die Bilderflut die eigentliche Geschichte immer wieder etwas zu sehr in den Hintergrund rückt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir das Geschehen aus den immer wieder wechselnden Perspektiven der Ermittler, wobei der Fokus schon eindeutig auf Alex gerichtet ist. Und gerade der macht es einem mit seinem bisweilen ziemlich eigenwilligen Auftreten nicht immer leicht, ihn zu mögen. Im Laufe der Geschichte lässt er uns aber immer mehr hinter seine Fassade blicken und konnte so doch noch ein paar Sympathiepunkte bei mir sammeln. Am Ende liefert der Autor einen spannenden Showdown, in dem die Mordserie aufgeklärt wird, lässt die Geschichte und vor allem seine Hauptfigur aber dennoch mit einem offenen Ende zurück, dass die Neugierde auf die Fortsetzung, die noch in diesem Jahr erscheinen soll, noch einmal deutlich steigert.

Wer Gefallen an düsteren Mystery-Thrillern findet, wird hier gut bedient und spannend unterhalten. Für den nächsten Band bleibt aber durchaus noch etwas Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Spannender Kriminalroman aus Nürnberg

Dunkle Rache
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Mit diesem Buch legt die Autorin Billie Rubin die überarbeitete Neuausgabe eines bereits 2011 unter dem Titel „Dunkle Rache“ erschienenen Kriminalromans vor. Zugleich handelt es sich dabei um den zweiten ...

Mit diesem Buch legt die Autorin Billie Rubin die überarbeitete Neuausgabe eines bereits 2011 unter dem Titel „Dunkle Rache“ erschienenen Kriminalromans vor. Zugleich handelt es sich dabei um den zweiten Band ihrer Reihe rund um die ehemalige Polizistin und jetzige Personenschützerin Charlotte „Charlie“ Braun und Kommissar Andreas Wallner von der Kriminalpolizei Nürnberg.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen

Als der iranische Autor Farid Nazimi von der internationalen Schriftstellervereinigung PEN nach Nürnberg eingeladen wird, soll Charlie seinen Personenschutz übernehmen, da zuvor bereits in London ein Anschlag auf ihn verübt wurde, bei dem seine Ehefrau ums Leben gekommen ist. Das Verhältnis zwischen den beiden gestaltet sich zunächst schwierig, da sich Farid sehr schwer damit tut, eine Frau als Personenschützerin zu akzeptieren. Doch Charlies Hilfe hat er bitter nötig, denn die Gefahr befindet sich längst in seiner unmittelbaren Nähe.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, die, abgesehen von einigen Rückblenden in die Vergangenheit von Farid, im Zeitraum von Juni 2010 bis Juli 2011 spielt. Zwischendurch gab es nach meinem Geschmack ein paar Längen zu viel, zum Ende bekommt die Autorin aber noch rechtzeitig die Kurve und liefert einen packenden Showdown mit einer absolut schlüssigen Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Besonders das Zusammenspiel zwischen Charlie und ihrem Schützling ist sehr gelungen und macht deutlich, welch unterschiedliche Weltanschauungen hier aufeinanderprallen. Farid macht dabei im Laufe der Geschichte eine erstaunliche Entwicklung durch und konnte dabei durchaus noch einige Sympathiepunkte bei mir sammeln, nachdem ich ihn anfangs noch ganz anders eingeschätzt hatte.

Wer auf spannende Krimis mit ordentlich Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die nachfolgenden Bände der Reihe bleibt aber weiterhin noch ein wenig Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

Bewährte Mischung von abwechslungsreichen Kurzgeschichten aus dem weiten Feld der phantastischen Literatur

Zwielicht 20
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In der inzwischen bereits 20. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den ...

In der inzwischen bereits 20. Ausgabe der Reihe Zwielicht haben die beiden Herausgeber Achim Hildebrand und Michael Schmidt erneut eine abwechslungsreiche Sammlung an Kurzgeschichten und Artikeln aus den Bereichen Horror und phantastische Literatur zusammengestellt.

In insgesamt 18 Kurzgeschichten wird ein gelungener Querschnitt der Möglichkeiten, den dieses Genre bietet, abgebildet, so dass jeder Liebhaber hier die eine oder andere Geschichte ganz nach seinem Geschmack finden sollte. Darunter befinden sich nicht nur neue Geschichten, sondern auch ein paar ältere Beiträge, die aber kein bisschen bzw. nur wenig angestaubt rüberkommen.

Meine persönlichen Favoriten waren die Geschichten von Nikolaus Schwarz, Maximilian Wust, Karin Reddemann und Sascha Dinse. Aber auch die übrigen Geschichten konnten mich gut unterhalten, echte Ausreißer nach unter gab es hier für mich nicht.

Neben den Geschichten befinden sich in dem Buch noch ein sehr gelungener Artikel von Karin Reddemann, der sich mit der weiten Welt der Schutzpatrone und Märtyrer beschäftigt. Zudem blickt Michael Schmidt auf die Kurzgeschichten beim Vincent Preis zurück und liefert dabei durchaus den einen oder anderen Lesetipp.

Weitere Informationen zu allen an diesem Buch Beteiligten dürfen am Ende des Buches natürlich nicht fehlen.

Das Coverbild von Björn Ian Craig ist auch diesmal wieder ein echter Blickfang. Und auch die Innenillustrationen von Frank G. Gerigk sind sehr gelungen und werten das Buch optisch noch einmal deutlich auf.

Auch mein inzwischen sechstes Buch aus der Zwielicht-Reihe konnte mich wieder gut unterhalten und wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Venedig-Krimi mit spannender Geschichte und viel italienischem Flair

Venezianische Verwicklungen (Ein Luca-Brassoni-Krimi 1)
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Nach zwei Bochum-Krimis legt die Autorin Daniela Gesing hier ihren ersten Venedig-Krimi vor, der zugleich den Beginn einer Serie darstellt und mit einer spannenden Geschichte und viel italienischem Flair ...

Nach zwei Bochum-Krimis legt die Autorin Daniela Gesing hier ihren ersten Venedig-Krimi vor, der zugleich den Beginn einer Serie darstellt und mit einer spannenden Geschichte und viel italienischem Flair zu überzeugen weiß.

Commissario Luca Brassoni und Partner Maurizio Goldini werden zum Fundort einer Leiche gerufen. Das Opfer ist Professor Konstantin Becker, ein Kunstexperte aus München, der in Venedig die Echtheit eines neuentdeckten Picasso-Bildes überprüfen sollte. Die Suche nach den Mördern führen die Polizisten in die Kunstszene der Stadt und schnell auch auf die Spur eines Kunsthändlerringes.

Symphatische Charaktere, eine spannende Geschichte und anschauliche Beschreibungen, die den Flair von Venedig gut wiedergeben, aus diesen Zutaten mixt die Autorin einen spannenden Krimi, der zudem noch Einblicke in die italienische Kunstszene bietet.

Ein wenig weniger Privatleben des Commissario hätte dem Buch sicherlich gut getan und auch auf das eine oder andere typische Klischee, das über Italien und seine Bewohner im Umlauf ist, hätte man durchaus verzichten können. Dennoch bleibt unter dem Strich ein überzeugender und sehr unterhaltsamer Krimi, der zudem noch Lust auf den nächsten Venedigurlaub macht.

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Veröffentlicht am 08.04.2025

Gelungener Auftakt einer spannenden Trilogie, der aber noch ein wenig Luft nach oben lässt

Die Hauptverdächtige
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Mit diesem Thriller legt der Autor Dominik Fischer den Auftaktband einer Trilogie vor, die in New York City angesiedelt ist und mich gut und spannend unterhalten konnte. Für die nachfolgenden Bände bleibt ...

Mit diesem Thriller legt der Autor Dominik Fischer den Auftaktband einer Trilogie vor, die in New York City angesiedelt ist und mich gut und spannend unterhalten konnte. Für die nachfolgenden Bände bleibt aber durchaus noch ein wenig Luft nach oben.

Die Polizistin Emma Wayne ist Mitglied der Special Victims Division beim NYPD und bekommt es zusammen mit ihrem Partner Greg vor allem mit häuslicher Gewalt und Missbrauch zu tun. Seit einiger Zeit leidet sie immer wieder unter mysteriösen Aussetzern, schiebt dies aber zunächst auf die hohe Belastung durch die Fälle, die sie bearbeitet, und versucht ihren Zustand vor Greg und ihrem Freund Marc geheim zu halten. Doch als ein brutaler Mörder sein Unwesen treibt und Emma durch die besonderen Umstände der Taten plötzlich zur Hauptverdächtigen wird, beginnt sie schon bald selbst an ihrer Unschuld zu zweifeln.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und schlägt dabei ein ziemlich hohes Tempo an, das einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Geschickt wird dabei mit der Möglichkeit gespielt, dass Emma tatsächlich die Täterin sein könnte. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. Am Ende entlädt sich die Spannung in einem krachenden Showdown, der die Geschichte allerdings nur zu einem vorläufigen Ende bringt. Es bleiben noch einige Fragen offen, die in den nachfolgenden Bänden beantwortet werden müssen.

Wer auf spannende und rasante Thriller mit vielen überraschenden Wendungen steht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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