Profilbild von blackbeard

blackbeard

Lesejury Profi
offline

blackbeard ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit blackbeard über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Smalltown-Romance mit Wohlfühlatmosphäre

Die kleine Inselbibliothek
0

Der Klappentext des Romans “Die kleine Inselbibliothek” ist überschrieben mit “Ein Sommer voller Bücher und eine Liebe, die zwischen den Zeilen beginnt”. Das charakterisiert die Stimmung im Buch sehr zutreffend. ...

Der Klappentext des Romans “Die kleine Inselbibliothek” ist überschrieben mit “Ein Sommer voller Bücher und eine Liebe, die zwischen den Zeilen beginnt”. Das charakterisiert die Stimmung im Buch sehr zutreffend.

Die Autorin ist bekennender Fan der Hallmark-Filme und das findet sich auch im Roman wieder. Zumindest was das langsame Voranschreiten der Liebesgeschichte angeht.
Die Kleinstadt und ihre Menschen stehen eindeutig im Vordergrund. Wer sich auf der Suche nach prickelnden Szenen und großem Drama befindet, ist hier eindeutig fehl am Platz. Die - natürlich notwendigen - Konflikte zwischen Lucy und ihrem vermeintlichen Gegner Logan, beruhen eher auf Missverständnissen und falschen Vorstellungen als auf Geldgier oder Intrigen. Das mag ich persönlich sehr, weil auch diejenigen, die unpopuläre Entscheidungen treffen, nachvollziehbare Motivationen haben und nicht einfach nur gefühlskalt oder profitorientiert agieren.
Der malerische Küstenort Heron Isle punktet mit Charme und authentischen und liebenswerten Bewohnern und ihren alltäglichen Problemchen. Das schafft für mich beim Lesen eine Wohlfühlatmosphäre, die genauso gut zum Herbst passt wie zur sommerlich heißen Atmosphäre im Buch.
Die Idee, zwei Bücherliebhaber durch kleine Anmerkungen und Briefe in ihren Lieblingsbüchern miteinander kommunizieren zu lassen, finde ich irgendwie süß. (Auch wenn ich mir nicht so sicher bin, ob ich mich im echten Leben nicht doch über die vollgeschriebenen Bücher ärgern würde…).

Fazit:
“Die kleine Inselbibliothek” ist eine perfekte Smalltown-Romance, die alles bietet, was man sich von einer Story im Stil der Hallmark-Filme wünscht: eine charmante Kulisse, einen Konflikt mit Herz, und eine Lovestory, die sich Zeit nimmt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.10.2025

Gelungene Rom-Com mit ernsten Tönen

One On One
1

“One on one” ist Jamie Harrows Debütroman und spielt am Rande des Basketballfelds, dort wo auch die Autorin (laut Klappentext) aufgewachsen ist.

Annie kehrt nach acht Jahren zu ihrer alten Universität ...

“One on one” ist Jamie Harrows Debütroman und spielt am Rande des Basketballfelds, dort wo auch die Autorin (laut Klappentext) aufgewachsen ist.

Annie kehrt nach acht Jahren zu ihrer alten Universität zurück, um beim Basketball-Team als Social-Media-Managerin zu arbeiten und vor allem Videos rund um das Team zu drehen. Als Studentin hatte sie schon für das Team gearbeitet, dann aber aufgrund eines Vorfalls alles hingeschmissen. Ihr ehemaliger Kollege Ben arbeitet heute noch für das Team, er ist mittlerweile zum Datenanalyst aufgestiegen. Früher waren Ben und Annie ein gutes Team und bei der Arbeit kaum voneinander zu trennen. Privat hatten sie allerdings nie viel miteinander zu tun. Heute scheint nicht mehr viel davon übrig geblieben zu sein, Annie hat jedenfalls das Gefühl, dass Ben sie möglichst schnell wieder loswerden will und möchte sich auf gar keinen Fall näher mit ihm beschäftigen.
Nur doof, dass alle anderen Ben absolut toll finden und die Saison lang ist.

Ich hatte von Anfang an viel Spaß beim Lesen und habe den kleinen Ausflug ans College genossen. Das Buch liest sich leicht und flüssig und ist immer mal wieder mit einer Prise Humor gespickt. Annie ist zum Glück sehr selbstbewusst und liefert sich einige wirklich nette Dialoge mit Ben, bei denen das Lesen Spaß macht. Generell sind die Charaktere gut beschrieben und handeln mehr oder weniger nachvollziehbar. Besonders letzteres finde ich wichtig, da mir sonst oft zu viel unnötiges Drama entsteht.

An Stelle des Beziehungsdramas tritt hier ein ernstes Thema, das sich allerdings erstaunlich gut in die locker-flockige Rom-Com einfügt. Ich will hier gar nicht zu viel dazu schreiben, lest das Buch am besten einfach selbst!

Ach ja, und zum Thema Sports-Romance: ich finde die Autorin schafft es uns Leser:innen eine realistische Darstellung der Welt rund um ein College Basketball Team zu geben. Ich bin zwar keine Expertin, aber immerhin kam mir das alles plausibel vor und sehr viel realistischer als in vielen anderen Romanen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 24.09.2025

Einfach ein guter Krimi

Die Farbe des Schattens
0

“Die Farbe des Schattens” ist der zweite Band von Susanne Tägders Krimireihe mit dem Ermittler Arno Groth, der als “Aufbauhelfer Ost” Anfang der 90er Jahre im Nordosten Deutschlands zugange ist. Ich kenne ...

“Die Farbe des Schattens” ist der zweite Band von Susanne Tägders Krimireihe mit dem Ermittler Arno Groth, der als “Aufbauhelfer Ost” Anfang der 90er Jahre im Nordosten Deutschlands zugange ist. Ich kenne Band eins noch nicht, habe davon aber beim Lesen absolut nichts gemerkt.
Wenn ich dieses Buch mit ein paar Worten beschreiben müsste, dann wäre das: Nüchtern, sachliche, aber spannende Ermittlungsarbeit - rundum gelungen.
Das Cover erzeugt schon eine etwas mulmig, düstere Atmosphäre, die sich dann in der Beschreibung der Szenen in der fiktiven Kleinstadt Wechtershagen fortsetzt. Kurz nach der Wende hat sich im Nordosten Deutschland alles verändert, Viele sind in den Westen abgehauen und eine gewisse Trostlosigkeit liegt über der Stadt.
Ein 11-jähriger Junge kommt eines Abends nicht nach Hause und die Suche beginnt. Schnell geht die Polizei von einem Verbrechen aus und versucht den Tathergang zu ermitteln.

Man muss gar nicht so viel zur Handlung erzählen - lest das Buch einfach .
Susanne Tägder beschreibt die Ermittlungen passend zur schon erwähnten Gesamtstimmung: nüchtern, sachlich und irgendwie auch ein bisschen trostlos. Als Leser ist man den Ermittlern um Kommissar Arno Groth stets auf den Fersen, erfährt also nicht allzu viel mehr, als der Polizei bekannt ist. Nur bei kleineren Nebenhandlungen, wie die der im Klappentext erwähnten Taxifahrerin, haben wir Leser einen kleinen Vorsprung. Das verstärkt den Drang mitzuermitteln aber eher noch, als dass es Dinge vorweg nimmt.

Fazit: Wie schon gesagt, ein rundum gelungenes Gesamtpaket und einfach ein guter Krimi ohne viel Schnickschnack.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2025

Spannend wie eh und je

Ostseedämmerung
0

“Ostseedämmerung” ist bereits der zwanzigste Fall von Pia Korritki vom Lübecker K1, es geht auch noch um einen Cold Case und trotzdem liefert Eva Almstädt Spannung wie eh und je.
Wie immer passiert das ...

“Ostseedämmerung” ist bereits der zwanzigste Fall von Pia Korritki vom Lübecker K1, es geht auch noch um einen Cold Case und trotzdem liefert Eva Almstädt Spannung wie eh und je.
Wie immer passiert das Verbrechen in einem kleinen Dorf an der Ostsee, in dem “man zusammenhält” und “es auf jeden Fall keiner aus der Dorfgemeinschaft war”.
Aber genau dieses “wie immer” (und doch anders) ist es, was mir an den Ostsee-Krimis gefällt. Eva Almstädt schreibt einfach gute Geschichten, die sich schön lesen lassen.

Normalerweise lebt die Reihe für mich vor allem auch von dem Ermittlerteam und dem ganzen Umfeld, aber in diesem Buch stehen die Ermittlungen im Vordergrund und sind so spannend, dass ich das Buch am Ende kaum aus der Hand legen konnte.

Wenn ihr noch nichts von der Reihe kennt, dann ist es immer noch ein spannender Kriminalfall, allerdings kann ich nicht so genau abschätzen wie “störend” das ganze Drumherum ist, das man als Einsteiger natürlich nicht zuordnen kann.
Für alle Fans der Reihe: unbedingt lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.05.2025

Einfach nur schön

Just for the Summer
0

Liebe Abby Jimenez, ich glaube, Sie haben einen neuen Fan gewonnen…

“Just for the Summer", eigentlich der dritte Teil der Royaume-Northwestern-Reihe, ist das erste Buch, das ich von Abby Jimenez gelesen ...

Liebe Abby Jimenez, ich glaube, Sie haben einen neuen Fan gewonnen…

“Just for the Summer", eigentlich der dritte Teil der Royaume-Northwestern-Reihe, ist das erste Buch, das ich von Abby Jimenez gelesen habe. Es wird definitiv nicht das einzige bleiben. Beim Lesen des Interviews mit der Autorin, das in meinem Exemplar abgedruckt ist, habe ich mich ein kleines bisschen geärgert, die beiden ersten Teile nicht bereits gelesen zu haben. Falls ihr also die Möglichkeit habt, mit “Part of your World” anzufangen: dann wäre das ein guter Plan (unter der Voraussetzung, dass die beiden anderen Teile genauso gut sind wie dieser).

Justin und Emma stellen fest, dass sie anscheinend beide unter einer Art “Glücksbringer-Fluch” leiden: Jede Person, mit der sie sich verabreden, findet im Anschluss daran ihre große Liebe und ist innerhalb kürzester Zeit verheiratet. Sie beschließen, sich miteinander zu verabreden, um dem ein für alle mal ein Ende zu setzen. Emma arbeitet als Krankenschwester und nimmt für den Sommer eine Stelle im Royaume-Northwestern Krankenhaus in Minnesota an. Der Plan ist, dass sie sich in den sechs Wochen ein paar Mal verabreden und sich dann trennen, um jeweils bereit für die große Liebe zu sein. Problem 1: Emma und Justin verstehen sich von der ersten Sekunde an viel zu gut; Problem 2: Emma hat zum ersten Mal das Gefühl, sie könnte sich an die aktuelle Situation gewöhnen und nicht nach ein paar Wochen wieder an den nächsten Ort abhauen.

Das Buch hatte mich bereits auf Seite eins, als Justin sein “Problem” in einem Reddit-Post beschreibt und ab da wurde es nur noch besser. Vor allem Justin ist einfach ein herzensguter Mensch, der sich vor allem darum sorgt, dass es seinem Umfeld gut geht. Ich fand es wirklich schön, mal ein Buch mit so einer lieben Hauptfigur zu lesen, die sich kein bisschen um ihr Ego sorgt. Aber auch Emma und Maddy waren mir von Anfang an sympathisch und besonders die humorvolle Art ihrer Unterhaltungen macht wirklich Spaß beim Lesen. Dieser Roman ist eine dieser Geschichten, bei der ich mich wirklich zusammenreißen musste, nicht die komplette Nacht durchzulesen, sondern das Buch noch zu einer halbwegs vernünftigen Zeit aus der Hand zu legen.

Abby Jimenez ist wirklich eine humorvolle und wunderschöne Liebesgeschichte gelungen, die mit angenehm wenig Drama auskommt. Die Figuren verhalten sich in den meisten Fällen verständnisvoll und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Zugegebenermaßen würde sich die eine oder andere Situation leichter lösen, wenn Menschen nur miteinander sprechen… Aber das ist im wirklichen Leben ja auch nicht anders.
Ich hab’s geliebt und werde mich jetzt auf den Rest der Reihe stürzen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere