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Veröffentlicht am 02.06.2025

Eine Anthologie mit viel Lokalkolorit

Die gruseligsten Orte in Köln
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„Die gruseligsten Orte in Köln“, herausgegeben von Lutz Kreutzer und Uwe Gardein, ist eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, die in Köln spielen. Die meisten Geschichten besitzen einen schaurigen Zug: ...

„Die gruseligsten Orte in Köln“, herausgegeben von Lutz Kreutzer und Uwe Gardein, ist eine Sammlung von zwölf Kurzgeschichten, die in Köln spielen. Die meisten Geschichten besitzen einen schaurigen Zug: Die Protagonisten werden mit dem Tod konfrontiert, treffen auf Geister oder finden sich in zwischenweltlichen Orten wieder. Teilweise werden historische resp. legendenhafte Stoffen aufgegriffen, die in die Gegenwart projiziert werden (z. B. Ursula von Köln in „Spinne und Kreuz“ (von Isabella Archan), die Schlacht von Worringen in „Die Toten vom Bruch“ (von Michael Schreckenberg) oder Katharina Henot in „Geh Sterben“ (von Regina Schleheck)). Die Handlungsorte, die dabei aufgesucht werden, besitzen meist einen düsteren Charakter: So begeben wir uns u.a. ins ruinöse Haus Fühlingen, in den nächtlichen Kölner Dom oder unter die Hohlräume der Deutzer Brücke. Alle Handlungsorte werden anschaulich beschrieben – man merkt, dass die Autor*innen vor Ort waren –, sodass ein schönes Kopfkino entsteht. Abschließend möchte ich noch zwei meiner Highlights kurz vorstellen: „Die Blüte der Erinnerung“ von Lutz Kreutzer ist nicht direkt eine Schauergeschichte, dafür aber erinnerungskulturell umso wichtiger: Sie erzählt von der Geschichte der Edelweißpiraten in Köln-Ehrenfeld. Die zweite Geschichte, die ich sehr mochte, ist „Der Friedhof der schönen Dinge“ von Angela Eßer. Hier begleiten wir einen einsamen Mann durch Köln, der alltägliche Gegenstände sammelt. Die Geschichte hat – gerade zum Ende hin – eine besondere Tragik, wodurch eine Einmaligkeit entsteht. Insgesamt ist „Die gruseligsten Orte in Köln“ eine Sammlung abwechslungsreicher Kurzgeschichten mit viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Ein anschaulich geschriebener Krimi mit lebendig gestalteten Protagonisten

Der Wolf im dunklen Wald
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Inhalt: Nach einem Jagdausflug unter alten Freunden wird ein Teilnehmer ermordet aufgefunden. Als Kommissarin Carla Seidel sich die Hintergründe des Opfers anschaut, wird schnell klar: Der Mann war kein ...

Inhalt: Nach einem Jagdausflug unter alten Freunden wird ein Teilnehmer ermordet aufgefunden. Als Kommissarin Carla Seidel sich die Hintergründe des Opfers anschaut, wird schnell klar: Der Mann war kein angenehmer Zeitgenosse; potentielle Täter – auch im engen Freundeskreis – gibt es eine Menge. Doch ehe Carla das Beziehungsgeflecht des Opfers tiefer unter die Lupe nehmen kann, geschieht ein weiterer Mord…

Persönliche Meinung: „Der Wolf im dunklen Wald“ ist ein Kriminalroman von Sia Piontek. Nach „Die Sehenden und die Toten“ handelt es sich um den zweiten Krimi, der sich mit der im Wendland ermittelnden Kommissarin Carla Seidel beschäftigt. Die Handlung des Romans ist in sich abgeschlossen, sodass er auch ohne Kenntnis des Vorgängers gelesen werden kann. Allerdings spielt auch das Privatleben von Carla (und ihrer Tochter Lana) eine große Rolle im Roman. Dieses entwickelt sich über die Reihe hinweg, sodass ein chronologisches Lesen sinnvoll ist. Erzählt wird die Handlung wechselweise aus den personalen Perspektiven von Lana und Carla: Während bei Carla eher die Ermittlungen im Fokus stehen, steht bei Lana deren Coming of Age (erste Liebe, Probleme mit ihrer Mutter, Umgang mit ihrer Hochsensibilität) im Mittelpunkt. Zum eigentlichen Plot: Der Fall des Mordes innerhalb der Jagdgesellschaft lässt mich insgesamt zwiegespalten zurück: Obwohl viele potentielle Täter existieren und immer Neues über das Opfer herauskommt, lies mich der Fall über weite Strecken kalt – vielleicht, weil er mir zu wenig rätselhaft erschien. Am Ende konnte er mich aber dennoch packen: Der Fall ist komplexer, als man zunächst vermutet, was in einem überraschenden Twist offenbart wird. Das Privatleben von Carla und ihrer Tochter hingegen konnte mich voll überzeugen: Der Wunsch Lanas nach Selbstständigkeit wird ebenso greifbar wie die Sorgen Carlas vor Kontaktaufnahmen ihres gewalttätigen Ex-Mannes. Der Schreibstil von Sia Piontek lässt sich sehr flüssig lesen; die Handlungsorte im Wendland werden atmosphärisch beschrieben. Insgesamt ist „Der Wolf im dunklen Wald“ ein anschaulich geschriebener Krimi mit lebendig gestalteten Protagonisten.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Eine stimmungsvolle Lektüre

Ein Weihnachtsabend mit Theodor Fontane
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„Ein Weihnachtsabend mit Theodor Fontane“ ist eine Anthologie weihnachtlicher Fontane-Texte. Das Büchlein setzt sich aus fünf Kapiteln zusammen. Nach einer kurzen Einführung in das Leben Fontanes folgt ...

„Ein Weihnachtsabend mit Theodor Fontane“ ist eine Anthologie weihnachtlicher Fontane-Texte. Das Büchlein setzt sich aus fünf Kapiteln zusammen. Nach einer kurzen Einführung in das Leben Fontanes folgt das Kapitel „Eisig ist der Winter“, in dem Gedichte Fontanes, die meist die winterliche Landschaft beschreiben, aufgeführt werden („Verse zum Advent“, „Der Winter“, „Alles still!“, „Der erste Schnee“, „Wintermorgen“ und „Winterabend“). Hier hat mir insbesondere „Winterabend“ gefallen, da dort stimmungsvoll ein feierlicher Abend im Warmen beschrieben wird. Das nächste Kapitel „Weihachtsgrüße aus tiefstem Herzen“ beinhaltet einen Brief sowie private Gedichte, die Fontane an Weihnachten für seine Frau Emilie schrieb. Sowohl in Brief als auch Gedichten verarbeitet er sein (schriftstellerisches) Wirken. Es folgt das Kapitel „Das Weihnachtsfest ist endlich da“, das das umfangreichste und vielfältigste ist. Hier finden sich das festliche Gedicht „Christnacht“, das melancholische „Am heiligen Abend“, das kurze „Heiligabend“ sowie an Weihnachten spielende Auszüge aus Prosawerken Fontanes („Mathilde Möhring“, „Grete Minde“, „Effi Briest“, „Des armen Mannes Weihnachtsbaum“, „Ellernklipp“ und „Der Stechlin“). Das letzte Kapitel „Festliche Erinnerung“ widmet sich Spättexten Fontanes (u.a. „Allerlei Gewölk“ und „Meine Kinderjahre“), in denen der späte Fontane auf die Weihnachtsfeste seiner Kindheit zurückblickt. Insgesamt ist „Ein Weihnachtsabend mit Theodor Fontane“ eine stimmungsvolle Lektüre sowie ein kleiner Galoppritt durch das weihnachtliche Oeuvre Fontanes – perfekt zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Eine stimmungsvollen Lektüre

Ein Weihnachtsabend mit Theodor Storm
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„Ein Weihnachtsabend mit Theodor Storm“ ist eine Anthologie mit Weihnachtstexten von Storm. Gesammelt sind hier stimmungsvolle Gedichte (wie „Weihnachtslied“ oder „Weihnachtsabend“), weihnachtliche Erzählungen ...

„Ein Weihnachtsabend mit Theodor Storm“ ist eine Anthologie mit Weihnachtstexten von Storm. Gesammelt sind hier stimmungsvolle Gedichte (wie „Weihnachtslied“ oder „Weihnachtsabend“), weihnachtliche Erzählungen (z. B. „Unter dem Tannenbaum“ oder „Marthe und die Uhr“) sowie private Briefe. In den Briefen erzählt Storm, wie das Weihnachtsfest bei ihm gefeiert wurde, welches Essen geschmaust wurde, welche Geschenke die Kinder bekamen. Viele Briefe (u. a. einer an Gottfried Keller) besitzen einen wehmütigen Ton: Hier berichtet Storm von den Weihnachtsfesten der vergangenen Jahre, wobei auch eine Sehnsucht nach denjenigen aufkommt, die nicht mehr mitfeiern können. Die Briefe sind insgesamt auch aus historischer Sicht eine interessante Quelle für die Geschichte des Weihnachtsfestes. Von den Erzählungen möchte ich insbesondere „Marthe und die Uhr“ hervorheben. Melancholisch blickt hier eine Greisin auf frühere Weihnachtsfeste zurück, feiert in der Erinnerung diese Feste nach. Insgesamt ist „Ein Weihnachtsabend mit Theodor Storm“ eine abwechslungsreiche Anthologie, schön geeignet, um sich auf das Weihnachtsfest einzustimmen.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Eine kurze Geschichte mit philosophischer Tiefe

Der alte Mann und der Bär
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„Der alte Mann und der Bär“ ist eine weihnachtliche Kurzgeschichte von Janosch. Sie handelt – wie der Titel schon ankündigt – von einem Mann und einem Bären, zwei gutherzigen Figuren, die abseits der Gesellschaft ...

„Der alte Mann und der Bär“ ist eine weihnachtliche Kurzgeschichte von Janosch. Sie handelt – wie der Titel schon ankündigt – von einem Mann und einem Bären, zwei gutherzigen Figuren, die abseits der Gesellschaft leben, aber auf ihre Art für Andere da sind – was ihnen nicht unbedingt gedankt wird. Dementsprechend werden in der Geschichte unterschiedliche Themen angeschnitten: Rücksicht und Rücksichtslosigkeit, Leben und Tod, Geborgenheit und Einsamkeit. Illustriert ist die Kurzgeschichte mit großformatigen Aquarellen im Janosch-Stil. Die Ausgabe des Reclam Verlags wird durch ein Nachwort von Sabine Rückert abgerundet, in dem eine kurze Einführung in das Leben Janoschs erfolgt sowie ein Interpretationsansatz zu „Der alte Mann und der Bär“ vorgestellt wird. Insgesamt ist „Der alte Mann und der Bär“ eine zeitlose Weihnachtsgeschichte, die trotz ihrer Kürze philosophische Tiefe besitzt.

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