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Veröffentlicht am 31.07.2025

Atmosphärische Schreibweise und doch etwas langatmig

Bury Our Bones in the Midnight Soil
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Maria, geboren im Jahr 1511 in einem spanischen Dorf, hat sich schon immer gegen die Beschränkungen aufgelehnt, die in ihrer Zeit für Mädchen und Frauen gelten. Mehr Freiheit erhofft sie sich in der Ehe ...

Maria, geboren im Jahr 1511 in einem spanischen Dorf, hat sich schon immer gegen die Beschränkungen aufgelehnt, die in ihrer Zeit für Mädchen und Frauen gelten. Mehr Freiheit erhofft sie sich in der Ehe mit einem Edelmann, doch schon bald muss sie feststellen, dass sie lediglich in ein luxuriöseres Gefängnis gewechselt ist.

1827 soll Charlotte auf ihre erste Saison vorbereitet werden, denn lediglich das Leben als Ehefrau wird in ihren Kreisen als angemessen betrachtet. Doch als sie den ersten Antrag bekommt, zieht sie es vor, mit einer geheimnisvollen Adligen zu fliehen.

2019 erlebt die schüchterne Alice einen wilden One-Night-Stand, doch am nächsten Morgen fühlt sie sich krank und ausgehöhlt. Der plötzliche Heißhunger auf Blut zeigt, wonach ihr Körper verlangt und Alice begibt sich auf die Suche, denn sie will unbedingt heraus finden, warum ihr das angetan wurde.

"Bury Our Bones in the Midnight Soil" von V. E. Schwab hat mich anfangs zwar schnell in seinen Bann gezogen, allerdings nicht über die gesamte Dauer der Geschichte fesseln können. Der vielversprechende Anfang um die aufmüpfige Maria, die bereits in jungen Jahren danach strebt, die Grenzen zu sprengen, die ihr allein wegen ihres Geschlechts von der Gesellschaft und ihrer Familie auferlegt sind, ließ mich auf eine spannenden Geschichte mit feministischen Grundzügen hoffen. Leider verlor sich meine Begeisterung recht bald in der einen oder anderen Länge der Erzählung. Es dauerte nicht lange, bis aus der Protagonistin mit dem feurigen Charakter eine in meinen Augen recht eindimensionale Figur wurde, die sich lediglich durch ihre Kälte und Bosheit von anderen unterschied.

Auch Charlotte konnte ich nicht wirklich nahe kommen, beinahe ihr gesamtes Leben wurde in einer Rückblende von ihr selbst erzählt und ich neigte beim Lesen dazu, Alice zuzustimmen, die sie auffordert, endlich zum Punkt zu kommen. Dabei schreibt die Autorin hier genau so poetisch und atmosphärisch, wie ich es aus anderen ihrer Büchern bereits kenne, dennoch konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass die Handlung teilweise auf der Stelle tritt. Trotz der emotionalen Distanz fand ich die Figuren umfassend dargestellt, ich hatte sowohl von den Protagonistinnen als auch von einigen der Nebenfiguren deutliche Bilder vor Augen und ich denke, dass der Plot viel Potential hatte, das sich allerdings in der Länge des Geschehens etwas verlor.

Fazit: Trotz der atmosphärischen Schreibweise konnte mich dieses Buch nicht so ganz begeistern, ich hätte mir mehr emotionale Nähe zu den Hauptfiguren gewünscht (damit meine ich nicht zwingend Sympathie, auch boshafte Protagonisten können emotionale Spannung übermitteln) und es gab besonders im Mittelteil die eine oder andere Länge.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Fesselnder Schreibstil und dennoch konnte ich emotional nicht wirklich eintauchen

The North Wind – Reich aus Eis und Schatten (The Four Winds 1)
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Seit dem Tod der Eltern sieht Wren es als ihre Aufgabe an, für das Wohlbefinden ihrer Zwillingsschwester Elora zu sorgen, dafür nimmt sie alles auf sich, was nötig scheint. Als der Frostkönig Boreas, auch ...

Seit dem Tod der Eltern sieht Wren es als ihre Aufgabe an, für das Wohlbefinden ihrer Zwillingsschwester Elora zu sorgen, dafür nimmt sie alles auf sich, was nötig scheint. Als der Frostkönig Boreas, auch der Nordwind genannt, wieder einmal in das Dorf Edgewood kommt, um eine junge Frau als Tribut zu fordern, fällt seine Wahl auf Elora. Um ihrer Schwester vor dem vermeintlichen Tod zu retten, geht Wren selbst mit dem Frostkönig - zu ihrer Überraschung wird sie von dem unsterblichen Gott des Winters allerdings nicht ermordet, sondern soll als seine Ehefrau helfen, den magischen Schattenwall zu stärken, der das Reich der Toten von ihrer Heimat trennt.

"The North Wind – Reich aus Eis und Schatten (The Four Winds 1)" von Alexandria Warwick ist eine Fantasygeschichte, die es mir nicht leicht gemacht hat, eine in meinen Augen passende Bewertung zu finden. Der Plot an sich bietet viel Potential und es wäre auch gelogen zu behaupten, das Leseerlebnis hätte mich nicht gefesselt. Und dennoch bin ich des Öfteren über irgendwelche Kleinigkeiten in der Ausdrucksweise gestolpert, so dass ich emotional nicht wirklich in die Handlung eintauchen konnte, selten habe ich einen solchen Abstand zu einem Buch empfunden, obwohl mir die Hauptfiguren durchaus sympathisch waren.

Wren ist eine recht außergewöhnliche Protagonistin, weder ein zartes Blümchen, noch eine unfehlbare Heldin, sie hat einige Fehler und Schwächen. Es scheint, dass die Opfer, die sie für das Glück ihrer Schwester gebracht hat, sie innerlich mehr gebrochen haben, als sie wahr haben möchte - nur selten gesteht sie sich selbst ein, dass sie Wein benötigt, um weiter machen zu können. Ich feiere die Autorin dafür, dass sie Wrens Alkoholismus thematisiert, anstatt eine perfekte Figur in den Mittelpunkt ihres Buches zu stellen. Allerdings - und das ist kein allzu kleiner Kritikpunkt - schreibt sie ausnahmslos in der ersten Person aus Wrens Perspektive, ich hätte mir ab und an einen Einblick in Boreas´ Gedanken gewünscht.

Denn Wren leugnet in typischer Suchtmanier lange Zeit ihre Abhängigkeit, wodurch sie stellenweise recht unreif und unfreundlich wirkt, so dass ich mich trotz ihres erkennbar guten Herzens gefragt habe, weshalb Boreas überhaupt eine gewisse Zuneigung für sie entwickeln konnte. Und obwohl sie sich bemüht, allen Personen in ihrem Umfeld gerecht zu werden - außer dem Frostkönig, gegen den sie ihren Groll sorgsam hegt und pflegt - überwiegt für mich die etwas holprige Darstellung, ich wäre Wren emotional so gern näher gekommen und konnte dennoch den Abstand nicht überwinden. Möglicherweise hätte es geholfen, wenn Boreas zwischenzeitlich kurz zu Wort gekommen wäre, so fiel es mir schwer, die Oberfläche zu durchdringen, die Folgebände werde ich wohl nicht mehr lesen.

Fazit: Sowohl die Geschichte, als auch die Protagonistin haben meiner Meinung nach jede Menge Potential, das für mich leider nicht ausreichend zur Geltung kam.

Veröffentlicht am 06.06.2025

Surreal anmutende Geschichte über Liebe und Trauer

Shark Heart
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Lewis und Wren verbindet eine besondere Liebe, trotz oder möglicherweise auch wegen ihrer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten harmonieren sie miteinander und sind sich sicher, dass sie ihr gesamtes ...

Lewis und Wren verbindet eine besondere Liebe, trotz oder möglicherweise auch wegen ihrer sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten harmonieren sie miteinander und sind sich sicher, dass sie ihr gesamtes Leben gemeinsam verbringen werden. Doch kurz nach der Eheschließung erhält Lewis eine schockierende Diagnose - innerhalb weniger Monate wird er zum weißen Hai mutieren. In der kurzen Zeit, die ihm noch bleibt, versucht er, seinen Alltag so normal wie immer weiter zu führen, doch schon bald muss er sich damit auseinander setzen, dass sich seine Triebe mehr und mehr dem aggressiven Tier anpassen, in das er sich verwandelt. Auch der pragmatischen Wren bleibt es nicht erspart, sich ihren Gefühlen zu stellen, während sie alles tut, um Lewis die Umstellung zu erleichtern. Dabei treten längst verdrängte Erinnerungen an Wrens Kindheit und Jugend zutage, für sie ist es nicht der erste traumatische Verlust eines nahe stehenden Menschen durch Tiermutation.

"Shark Heart" von Emily Habeck ist ein Buch, das mich zwiegespalten zurück gelassen hat, allerdings auch Tage nach Beendigung noch immer in meinen Gedanken kreist. Bereits der Klappentext deutete an, dass es sich bei dieser Geschichte nicht nur um die surreale Verwandlung dreht, die Lewis bevorsteht, sondern der Focus ganz besonders auf den Emotionen der Protagonisten liegt. Lewis, der sein Leben lang den verlorenen Träumen von der eigenen Schauspielkarriere nachgehangen hat und Wren, die sich für ihr Leben nichts mehr gewünscht hatte, als Beständigkeit müssen sich mit dem Gedanken auseinander setzen, dass ihre Paarbeziehung sich trotz der intensiv empfundenen Liebe auf ein unausweichliches Ende zu bewegt. Dabei hatte ich den Eindruck, ihnen trotz aller Einblicke sowohl in den Alltag als auch in ihre Gedankenwelten emotional nicht wirklich nahe zu kommen.

Auch den Schreibstil habe ich als recht ungewöhnlich empfunden - durchaus fesselnd, ich habe das Buch in wenigen Tagen durch gelesen - die stellenweise sehr poetische Erzählung wechselt sich mit stichpunktartiger Aufzählung der handelnden Figuren und ihrer Eigenschaften ab. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an ein Theaterstück, ich kann mir gut vorstellen, dass Emily Habeck ihr Werk gern auf einer Bühne aufgeführt sehen möchte. Und dennoch bin ich weder mit den Figuren, noch mit der Handlung so richtig warm geworden, zwar war ich durchaus bereit, mich auf die abstrakte Geschichte einzulassen, aber für meinen Geschmack hat das gewisse Etwas gefehlt, ich konnte ein wenig erahnen, was die Autorin ihren Lesenden vermitteln wollte - empfunden habe ich es leider nicht.

Fazit: Wer sich nicht sicher ist, ob er sich auf dieses Buch einlassen möchte, dem empfehle ich eine Leseprobe - der Eindruck, den ich selbst dabei hatte (liest sich fesselnd und dennoch fühlt es sich sperrig und fremdartig an), ist mir bis zur letzten Seite erhalten geblieben, emotional ist die Geschichte daher an mir vorbei gegangen.

Veröffentlicht am 03.06.2025

Zauberhafte Atmosphäre, dennoch fehlte für mich das gewisse Etwas

A Dark and Drowning Tide
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Lorelei Kaskel und Sylvia von Wolff verbindet nichts, außer dass sie an der Universität zu Ruhigburg um die Gunst von Professorin Ziegler konkurrieren. Als sie mit Ziegler und einigen Mitstudenten auf ...

Lorelei Kaskel und Sylvia von Wolff verbindet nichts, außer dass sie an der Universität zu Ruhigburg um die Gunst von Professorin Ziegler konkurrieren. Als sie mit Ziegler und einigen Mitstudenten auf Expedition gehen, um den Ursprung, eine sagenhafte Quelle der Magie, zu finden, ändert sich plötzlich alles. Eines nachts wird die Professorin ermordet aufgefunden, um ihre Unschuld zu beweisen müssen Lorelei und Sylvia zusammen arbeiten und entdecken dabei ganz ungeahnte Gefühle füreinander.

"A Dark and Drowning Tide" von Allison Saft ist eine atmosphärisch erzählte Geschichte, doch trotz des poetischen Schreibstils vermochte mich das Leseerlebnis nicht wirklich zu packen. Obwohl die Handlung zum Großteil aus Loreleis Perspektive (in der dritten Person) geschrieben ist, hatte ich den Eindruck, ihr emotional nicht nahe zu kommen. Dazu trägt sicherlich ihre abweisende, oft regelrecht ruppige Art bei, aber auch wenn von einem Schicksalsschlag während ihrer Kindheit berichtet wird, hat mich das kaum berühren können, abgesehen von der allgemeinen Tragik, wie grausam und achtlos hier mit einem Kind umgegangen wird. Sylvia von Wolff hätte meiner Meinung nach das Potential für eine emotional nahbare Figur gehabt, da sie aber immer nur durch Loreleis Augen betrachtet wurde, blieb auch sie für mich blass und unscheinbar.

Der poetische Schreibstil hat mich durchaus gefesselt, die nahezu verzaubert wirkende Atmosphäre während der Expedition mochte ich sehr - und dennoch fehlte der Geschichte aus meiner Sicht das gewisse Etwas. In der Gedankenwelt der Folkloristikstudentin Lorelei tauchen immer wieder kleine Sagen und Erzählungen auf, die zwar einen Bezug zum aktuellen Geschehen haben, meinen Fokus auf den roten Faden aber immer wieder unterbrachen. Das Ende fand ich etwas knapp abgehandelt und auch die politische Situation, die doch erst der Grund für die gefährliche Expedition war, wurde für meinen Geschmack zu belanglos geklärt.

Fazit: Trotz des spannenden Schreibstils und der märchenhaften Atmosphäre konnte mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen, der politische Hintergrund und auch der Handlungsfaden an sich wirkte auf mich etwas zusammen gestückelt, ich habe keinen emotionalen Zugang zu diesem Roman gefunden.

Veröffentlicht am 19.05.2025

Die tragische Geschichte des Käpt´n James Hook

Hooked – Dunkles Nimmerland
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Unzählige Male musste Käpt´n Hook durch die Hand von Peter Pan sterben, immer wieder hat ihn der Zauber von Nimmerland ins Leben zurück geholt, bis ihm eines Tages die Flucht nach London gelang. 22 Jahre ...

Unzählige Male musste Käpt´n Hook durch die Hand von Peter Pan sterben, immer wieder hat ihn der Zauber von Nimmerland ins Leben zurück geholt, bis ihm eines Tages die Flucht nach London gelang. 22 Jahre später öffnet er versehentlich eine Tür in Pans Reich und eine schreckliche Bestie entkommt, der bald schon Menschenleben zum Opfer fallen. Bei einer zufälligen Begegnung mit Wendy Darling lädt sie ihn über Weihnachten zu ihrer Familie ein, als die Bestie ihnen folgt und sowohl Hook als auch Wendys Tochter und Bruder angreift, reist der Piratenkapitän für einen letzten Kampf nach Nimmerland zurück, wo er sich nicht nur dem Monster, sondern auch seiner eigenen Vergangenheit stellen muss.

"Hooked – Dunkles Nimmerland" von A. C. Wise ist der zweite Band der düsteren Reihe, der die Geschichte von Nimmerland weit entfernt vom Original neu interpretiert. Nachdem mich der Vorgänger "Wendy, Darling" nur mäßig begeistern konnte, habe ich lange überlegt, ob ich den zweiten Band lesen möchte, leider reicht es auch hier nur für eine mittelprächtige Bewertung. Das lag vor allem daran, dass ich den Eindruck hatte, das Geschehen aus großem emotionalen Abstand zu betrachten. Dabei war mir Hook in all seiner menschlichen Schwäche zunächst durchaus sympathisch - schlussendlich zeichnet die Autorin hier das Bild eines zutiefst traumatisierten Menschen, der seinen Alltag nur mit Hilfe von Opiaten bewältigt.

Auch Wendy und ihre Tochter Jane konnte ich nicht wirklich nahe kommen, obwohl ich sie doch bereits aus dem ersten Band kannte. Die Handlung springt zeitlich zwischen Hooks Leben in Nimmerland, den Ereignissen nach erfolgter Flucht und dem aktuellen Geschehen, wodurch ich den Eindruck hatte, immer wieder aus dem Lesefluss gerissen zu werden, noch bevor ich im gerade gelesenen Kapitel wirklich angekommen bin. Dadurch zog sich der Roman stellenweise etwas in die Länge, erst gegen Ende nahm die Spannung etwas zu. Für meinen Geschmack blieb zu Vieles, was im Hintergrund geschehen ist, einfach unkommentiert stehen, so dass ich trotz des versöhnlichen Ausklangs nicht ganz zufrieden zurück geblieben bin.

Fazit: Den Ansatz, den im Original so bösen Piratenkapitän einmal ganz anders darzustellen, fand ich grundsätzlich spannend. Allerdings hatte ich mir umfassendere Erklärungen zum Hintergrundverlauf (besonders in Nimmerland) erhofft, die leider ausblieben, so dass ich trotz des abgeschlossenen Handlungsstrangs nicht rundum glücklich mit dem Ende bin.