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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2025

Zu viele Namen

1177 v. Chr. – Eine Graphic Novel
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Ich habe mich sehr auf die Graphic Novel "1177 v. Chr. - Der erste Untergang der Zivilisation" von Eric H. Cline und Glynnis Fawkes gefreut, denn der Band verbindet natürlich Wissen mit einer Graphic Novel. ...

Ich habe mich sehr auf die Graphic Novel "1177 v. Chr. - Der erste Untergang der Zivilisation" von Eric H. Cline und Glynnis Fawkes gefreut, denn der Band verbindet natürlich Wissen mit einer Graphic Novel. Diese ist auch toll gezeichnet und dargestellt, nur deswegen kann ich überhaupt noch 3 Sterne vergeben. Das ist wirklich schade, weil diese Graphic Novel wirklich viel Potenzial hätte.

Dabei wird quasi auf 3 Ebenen gearbeitet: Pel, ein Mitglied der Seevölker und Schescha aus Ägypten begeben sich auf die Reise, um herauszufinden, warum die Zivilisation 1177 v.Chr. und um dieses Datum herum zugrunde ging oder ausgelöscht wurde oder wie immer man es nennen möchte. Immer wieder mischen sich hier auch der Autor selbst sowie die Zeichnerin ein, d.h., sie sind Teil des Buches, ebenso wie viele andere Archäologen selbst. Soweit ist das Setup gut durchdacht und spannend, doch es hapert an der Umsetzung.

Dabei wird der Leser/die Leserin bombardiert mit Daten, mit Völkern, mit Namen von Städten, von Inseln, von Reichen, von Herrschern. Es geht soweit, dass in fast in jeder Sprechblase ein neuer Name fällt, oder eben ein Datum, ein Ort, etc. Es ist kaum auszuhalten, zumal der Laie nur wenige dieser Namen kennt. Es gibt hinten einen Zeitstrahl und eine Liste der Dramatis Personae; dennoch kommt man kaum mit. Es ist einfach zuviel, nicht zuviel der Informationen, aber der Namen, Daten, Orte. Das muss doch dem Autor auch aufgefallen sein! (?)

Es bleiben die schönen, auch oft humorvollen Zeichnungen, die mit Witz und Sinn zum Hinsehen das Gesprochene dokumentieren. Es macht wirklich Spaß, diese anzusehen. Die letzten beiden Kapitel sind dann auch wirklich interessant und gut zu lesen, geht es doch hier nur noch um die Ursache des Untergangs der Zivilisation. Dies liest sich dann wirklich gut.

Alles in allem ist dieses Buch entweder nur für Historiker mit diesem Schwerpunkt geschrieben, oder es übersieht einfach, dass der normale Leser aus Ramses und einigen anderen die Figuren und auch die Zeit und Orte kaum kennt. Für mich war es eher eine Qual, diese Graphic Novel zu lesen. Oft habe ich besonders geachtet auf jede einzelne Sprechblase und konnte es kaum glauben, dass hier nur Zahlen und Namen aneinandergereiht sind!

So kann ich dieses Buch leider nur Experten empfehlen und den Autorein den Tipp geben: Ja, bitte gebt Geschichte in so populärer Form wider, aber dann für alle, nicht nur für Experten!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Frei auf Bewährung

Sing mir vom Tod
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Zwei Frauen, ein Schicksal, eine gemeinsame Zeit in einer Zelle im Frauengefängnis. Dios und Florida mussten viel teilen, sind sich aber nicht näher gekommen, "Sing mir vom Tod" von Ivy Pochoda entspannt ...

Zwei Frauen, ein Schicksal, eine gemeinsame Zeit in einer Zelle im Frauengefängnis. Dios und Florida mussten viel teilen, sind sich aber nicht näher gekommen, "Sing mir vom Tod" von Ivy Pochoda entspannt seine Handlung um die beiden Frauen, entlassen auf Bewährung. Doch Dios verfolgt Florida nun quasi, denn sie glaubt nicht an Floridas Unschuld und möchte die Wahrheit ans Licht bringen.

Das Buch lebt vom Perspektivwechsel zwischen den drei weiblichen Charakteren Dios, Florida und Kace, einer dritten Insassin des Frauenknastes. Auch die Perspektive von Detective Lobos kommt noch dazu. Dies klingt erst einmal gut konstruiert, bringt aber eher Verwirrung ins Geschehen. Auch als Thrillerl würde ich den Roman nicht unbedingt bezeichnen.

Gewalt spielt in Ivy Pochodas Roman für meinen Geschmack eine zu große Rolle. Morde dürfen gern passieren, aber die Art der Darstellung ist für mich entscheidend. Neben der Gewalt war vieles einfach emotionslos und auch nicht gerade spannend.

Als Fazit muss ich sagen, dass hier ein guter Romanstoff leider nicht so gut umgesetzt wurde. Ob ich die Autorin noch einmal lesen würde, weiß ich nicht genau, ebenso bin ich nicht sicher, wem ich "Sing mir vom Tod" empfehlen würde. So ganz mein Fall war es leider nicht.

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Veröffentlicht am 25.07.2022

Ein Glücksroman?

Schlaflos auf Sylt
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Der Sommerroman "Schlaflos auf Sylt" von Claudia Thesenfitz soll sicher Sylt-Urlauberinnen ansprechen, Urlauberinnen, die gern regionale Romane mit ins Reisegepäck wandern lassen. Der Roman könnte aber ...

Der Sommerroman "Schlaflos auf Sylt" von Claudia Thesenfitz soll sicher Sylt-Urlauberinnen ansprechen, Urlauberinnen, die gern regionale Romane mit ins Reisegepäck wandern lassen. Der Roman könnte aber überall spielen, das Lokalkolorit spielt eine untergeordnete Rolle. Macht nichts, denkt man sich als Leserin, wenn ich gut unterhalten werde. Dies war leider nicht der Fall bei "Schlaflos auf Sylt". Der "Glücksroman" hat auch mit Glück wenig zu tun. Sollte er beim Lesen entspannen und die Leserin glücklich machen? Leider hält das Buch nicht, was es verspricht. Die Handlung ist leider anders als erwartet.

Die Ausgangssituation ist für mich gut nachvollziehbar: Die 50jährige Merle möchte lieber bei dem hohen Alter (!) den Kopf in den Sand stecken und nicht feiern. Sie beschließt daher, eine sehr kleine Familienfeier auf Sylt zu machen. Dass die Familie alle möglichen Menschen aus dem Leben der Fünfzigjährigen eingeladen hat, weiß Merle nicht.

Jetzt erwartet man ganz witzige Zusammenkünfte, aber die Situation ist eher skurril. Wer möchte schon seinen Geburtstag mit Bankberater, Ex-Freunde oder Lehrern verbringen? Und ja, das wiederum würde auch mich schlaflos machen.

Das Buch umfasst auf seinen knapp 300 Seiten vor allem eine peinliche Party, bei der man schon als Leserin lieber nicht anwesend sein möchte. Ich fragte mich oft, an wen sich dieses Buch wendet? Frauen im Alter von Merle werden hier nicht so viel Freude finden, Jüngere vielleicht?

Insgesamt lässt sich "Schlaflos auf Sylt" einfach so weglesen, wenn man eine sehr leichte Lektüre möchte. Man muss dieses Buch aber nicht unbedingt gelesen haben.

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Veröffentlicht am 22.04.2022

Vollzeitjob: Selbstversorgerin

Selbstversorgung
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Marie Diederich ist Selbstversorgerin und kann auch davon leben - dank Social Media, Büchern und Selbstversorger-Workshops. Dabei wollte sie schon als Kind gern Selbstversorgerin sein und lebt nun ihren ...

Marie Diederich ist Selbstversorgerin und kann auch davon leben - dank Social Media, Büchern und Selbstversorger-Workshops. Dabei wollte sie schon als Kind gern Selbstversorgerin sein und lebt nun ihren Traum. In "Selbstversorgung" stellt Diederich ihr Lebenskonzept und ihren Traum vor, sodass man es ihr nach Möglichkeit gleichtun kann. Entstanden ist ein recht dicker Band zur Selbstversorgung mit Pappeinband und einem besonderen Büchergeruch, den ich sehr liebe. Viele schöne Fotos gibt es natürlich auch.

Schaut man auf den Inhalt, so wirkt einiges wie ein Lexikon, das man sich hätte sparen können. So gibt es zu den wichtigsten Pflanzen so etwas wie einen Lexikoneintrag. Dann wieder gibt es interessante Ideen, z.B. das Haltbarmachen von Eiern. Überhaupt finde ich das Kapitel zum Haltbarmachen von Lebensmitteln sehr wertvoll.

Es gibt auch Rezepte, aber eher wenige. Weitere interessante Aspekte findet man verteilt überall im Buch, je nachdem, was man so braucht. Ich nehme an, dass die meisten Leserinnen und Leser weder so viel Platz noch so viel Zeit noch so viel Energie haben, sowohl Obst und Gemüsen anzubauen als auch Tiere zu halten. Daher wird jeder nur einen Teil des Buches nutzen können.

"Selbstversorgung" ist ein umfassender Ratgeber, der schon gute Ideen gibt, einen aber auch "erschlagen" kann. Weil die meisten Leserinnen und Leser vermutlich nicht ihren Job aufgeben wollen, um Selbstversorger zu werden, muss sich jeder hier seine Interessengebiete heraussuchen. Ich meine nur, manches hätte man weglassen können, weil es zu speziell ist oder auch das Gegenteil - vieles kann man einfach nachlesen.

Abschließend kann ich sagen, dass ich sicher nie die Vollzeit-Selbstversorgerin werde, aber dass ich einige Anregungen hier mitgenommen habe. Auch im Kleinen kann sicher jeder und jede etwas tun!

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Veröffentlicht am 20.03.2022

Als Hörbuch nicht zu empfehlen (Hörbuchrezension)

Ein Grab für zwei
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Durch das Hörbuch "Ein Grab für zwei" von Anne Holt musste ich mich wirklich durchkämpfen. Das Hörbuch ist erschienen im USM Audio Verlag, hat eine Länge von 806 Minuten und wird gelesen von Katja Bürkle. ...

Durch das Hörbuch "Ein Grab für zwei" von Anne Holt musste ich mich wirklich durchkämpfen. Das Hörbuch ist erschienen im USM Audio Verlag, hat eine Länge von 806 Minuten und wird gelesen von Katja Bürkle. Ich habe das Hörbuch als digitalen Download gehört, was die Sache sehr erschwert hat, denn weil man hier die einzelnen Tracks hat (237 an der Zahl), wäre es doch schön, wenn die zahlreichen Kapitel am Ende eines Tracks enden würden. Oft war man so völlig aus dem Zusammenhang und konnte kaum folgen.

Zum Inhalt: Dieser ist lange recht verwoben und verworren. Es gibt zwei vermutliche Dopingfälle im Skisport, einen damit zusammenhängenden Todesfall, einen Eingesperrten in einem Kellerverlies, eine spielsüchtige Ermittlerin, die früher Anwältin war, nun aber hier ermittelt, einen Obdachlosen, viele Angehörige der Sportler und viele mehr. Langsam finden alle Handlungsstränge zusammen, aber die Geschichte bleibt zäh...

Gelesen wird das Hörbuch eher eintönig von Katja Bürkle. Schnell macht sich da Langeweile breit, ich musste mich wirklich bemühen, dran zu bleiben. Dies ist ein Hörbuch, das ich gern einfach abgebrochen hätte, aber dann habe ich doch den Ehrgeiz, es zu beenden. Es gibt kurze Kapitel, viele Handlungsstränge, viele Namen, aber die Handlung selbst scheint nicht so recht voran zu kommen. Ab Track 200 (aus 237) hat es dann ein wenig Fahrt aufgenommen, und nur so kommt das Hörbuch dann überhaupt noch auf seine drei Sterne.

Am Ende sind alle Fragen gelöst, aber ein guter Twist fehlt dennoch. Ich würde die Autorin für ein Hörbuch kein weiteres Mal wählen. Ich kann mir vorstellen, dass man im Buch besser den Überblick behalten kann und dass die Kapitel dort wirklich hilfreich sind; im Hörbuch waren sie es aber nicht. Daher habe ich leider nur drei Sterne vergeben können.

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