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JuliaRiccarda

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2025

Unbedingt lesen!

Seele voll Zorn
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Cover und Titel:
Das Cover zeigt eine Landschaft aus Eisschollen mit einem tiefen Riss drin, ist einfach wunderschön und hat mich total angesprochen. Es passt gleich in mehrfacher Hinsicht super zu dem ...

Cover und Titel:
Das Cover zeigt eine Landschaft aus Eisschollen mit einem tiefen Riss drin, ist einfach wunderschön und hat mich total angesprochen. Es passt gleich in mehrfacher Hinsicht super zu dem Thriller: Zum einen handelt er in Finnland, wo es bekanntlich kalt ist, zum anderen spiegelt es den Titel wieder, finde ich. Eine Seele voll Zorn ist eiskalt und zerrissen. Zum dritten passt es wunderbar zu dem Ermittler, der auch irgendwie einen Riss in seinem Leben hatte. Der Titel passt auch gut.
Inhalt:
Ein Pärchen wird grausam ermordet. Und es scheint nicht bei dem einen zu bleiben. Hauptkommissar Mik Kohonen ermittelt. Der Thriller ist der erste in einer Reihe um den sympatischen Ermittler.
Meine Meinung:
Der Leser ist von der ersten Seite an gleich richtig drin. Denn der Prolog startet schon mit jede Menge Fragen und Hochspannung. Dabei geht es um ein zwanzig Jahre zurückliegendes Ereignis. Lange kann man nicht einordnen inwiefern dieses mit der aktuellen Handlung, die sich dann in den laufenden Kapiteln abspielt, zusammenhängt. Das und viele weitere Rätsel bringen den Leser zum zügigen Weiterlesen.
Es gibt es mehrere Handlungsstränge. Durch den Wechsel zwischen den einzelnen Strängen kommt es immer wieder zu Cliffhangern, die die Spannung noch zusätzlich steigern. Ich bin regelrecht durch das Buch geflogen.
Der Kommissar ist mit seinen Ecken und Kanten ist sehr sympatisch. Er hat nach einem traumatischen Erlebnis mit psychischen Problemen zu kämpfen, was ihn einfach menschlich erscheinen lässt. Gern habe ich mit ihm mitgefiebert.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen.
Fazit: Schön, dass es eine ganze Reihe um den Kommissar geben soll. Ich habe sicher nicht das letzte Mal von ihm gelesen.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Das Buch im Buch

Gestehe
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Es fängt schon mal mit einem wunderschönen, wirklich ganz besonderen Cover an: Edles Weiß-Grau mit Glitzern und einem erhabenen roten Geästel. Das Cover passt genau wir der Titel perfekt zum Buch und ist ...

Es fängt schon mal mit einem wunderschönen, wirklich ganz besonderen Cover an: Edles Weiß-Grau mit Glitzern und einem erhabenen roten Geästel. Das Cover passt genau wir der Titel perfekt zum Buch und ist allein schon fast ein Grund das Buch zu kaufen.
Aber dabei bleibt es natürlich nicht. Doch von vorn:
Der Ermittler Jacket kommt an einen Tatort, der ihm sehr bekannt vorkommt: Er weist deutliche Parallelen zu einem Tatort in seinem eigenen bisher unveröffentlichen Roman auf. Und eigentlich kennt das Manuskript noch niemand.
Ich habe das Buch vor einer Weile geschenkt bekommen, mich sehr darüber gefreut und es mir bisher immer noch „aufgehoben“. Der Klappentext liest sich bereits super rätselhaft und die Idee von dem „Buch im Buch“ hat mich hier schon total begeistert. Die Umsetzung der Idee ist konsequent, genial und kommt noch mit einigen pfiffigen Details daher, die ich jetzt aber nicht nennen kann ohne zu viel zu verraten.
Die Sprache ist etwas anders als man es von den gewöhnlichen Krimis kennt, ein bisschen bissig, was mir viel Spaß beim Lesen gemacht hat. Dies ist sicher dem Charakter des Protagonisten Jacket geschuldet. Wirkliche Sympathie konnte ich ihm gegenüber nicht aufbringen. Er ist schon ein komischer, ziemlich arroganter Kerl, was dem Leseerlebnis aber durchaus zuträglich ist. Seinen Kollege Mo mochte ich auch nicht besonders. Obwohl der von der Art her ganz anders ist wie Jacket, bleibt der ironische, fast schon sarkastische Stil derselbe. Dies finde ich, passt nicht ganz, ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau, und meckern will ich eigentlich gar nicht. Denn sowohl Jacket als auch Mo habe ich sehr gern bei ihren Erlebnissen begleitet, unterhaltsam sind die beiden auf jeden Fall.
Das Ganze ist super-spannend, kommt mit überraschenden Wendungen daher und hat mir mehr als einmal eine echte Gänsehaut beschert, wenn die Erkenntnis dann bei mir durchgesickert ist. Besonders mochte ich die raffinierten psychologischen Aspekte und Wendungen. Über die zum Teil doch recht brutalen Szenen habe ich wie ich das in solchen Büchern immer mache, schnell drüber hinweggelesen.
Ein zusätzliches Plus ist die Tatsache, dass der Thriller in Wien handelt, einer Stadt, die ich sehr gern mag.
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. Meine nächste Tat wird es sein, zu googeln, welche Bücher der Autor sonst noch geschrieben hat. Die werden dann hoffentlich auch bald mal den Weg in mein Bücherregal finden.

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Genial konstruierter Thriller

Signalrot
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Nach einer zweijährigen Auszeit im Kloster wird Tara Kronberg bekniet in den Polizeidienst zurückzukehren, da ihre Unterstützung bei der Suche nach einem besonders brutalen Serienkiller benötigt wird. ...

Nach einer zweijährigen Auszeit im Kloster wird Tara Kronberg bekniet in den Polizeidienst zurückzukehren, da ihre Unterstützung bei der Suche nach einem besonders brutalen Serienkiller benötigt wird. Er entführt und tötet Frauen und hackt ihnen die Füße ab. Doch der Täter scheint Tara persönlich ins Visier genommen zu haben. Oder warum sonst schickt er ihr Botschaften? Und als ob das nicht schon genug wäre, wird Tara an ihrer neuen Dienststelle nicht gerade mit offenen Armen empfangen. Auch sonst ist einiges anders als sie es sich vorgestellt hat.
Der Thriller ist der erste in einer neuen Reihe des Autors und für mich der erste überhaupt aus der Feder von Elias Haller, aber wahrscheinlich nicht der letzte.
Die meiste Zeit wird aus Taras Perspektive geschrieben. Es gibt aber auch immer wieder Kapitel aus der Sicht von verschiedenen Kollegen, Opfern und einem möglichen Täter. So erfährt der Leser nach und nach einiges über die Denkweise und Beweggründe der entsprechenden Personen, allerdings bleibt genügend Spielraum für Spekulationen und Fragezeichen. Besonders spannend fand ich die immer wieder eingeschobenen Kapitel, in denen ein Kind seinem Tagebuch von seiner Familie und zum Teil makaberen Ereignissen erzählt. Und dann gibt es noch das Kapitel ganz am Anfang um Taras Vater, den ehemaligen Kommissar, der Probleme mit einem Mitarbeiter hatte.
Und wie passt jetzt alles zusammen? Ich liebe solche Stories, bei denen es mehrere Stränge gibt, und man zunächst keine Ahnung hat, wie alles miteinander in Verbindung steht. Der Thriller ist absolut genial konstruiert. An ein paar Stellen muss man allerdings sehr konzentriert lesen, um nicht den Überblick zu verlieren. Am Ende passt aber alles perfekt. Bis dahin gibt es einige überraschende Wendungen. Und von der Auflösung war ich dann doch sehr überrascht.
Insgesamt fand ich den Krimi sehr spannend. Einzelne Passagen, in denen stupide aus dem Büro ermittelt wird, fand ich etwas zäh. Klar, so sieht der Polizeialltag wahrscheinlich aus. Mir ist schon klar, dass die nicht ständig irgendwelche Verfolgungsjagden machen und sich in Lebensgefahr begeben. Das wäre ja auch schlimm. Aber zum Lesen ist das eben spannender 😊 Vielleicht zeigt sich hier auch, dass der Autor selbst Kriminalkommissar ist.
Was die Figuren angeht, mochte ich sowohl Tara als auch ihren geheimnisvollen Mitarbeiter Gabriel recht gern. Sowohl Gabriel als auch der Hausmeister des Kommissariats geben viele Rätsel auf, was das Ganze neben dem Fall noch zusätzlich spannend macht.
Auch dass die Vergangenheit in den Fall hineinspielt, mochte ich sehr. Über ein paar nicht ganz logische Ungereimtheiten, die allerdings nicht den Fall selbst, sondern die Zusammenarbeit der einzelnen Personen betrifft, sehe ich zu Gunsten eines unterhaltsamen Thrillers sehr gern weg. Oder ist das am Ende gar nicht unlogisch, sondern allzu realistisch? Der Autor muss es schließlich wissen. Immerhin arbeitet er in dem Job. Ich hoffe für die deutsche Polizei, dass es sich um künstlerische Freiheit handelt.😊 Zartbesaitet sollte man nicht sein, wenn man den Thriller liest. Oder man macht es wie ich und überfliegt die grausigen Details einfach.
Der Autor lässt uns mit ein paar offenen Fragen, die aber nicht den Fall betreffen, zurück. Ich denke mal in den Folgebänden der Reihe werden wir hier mehr erfahren.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

der perfekte Thriller für Escape-Room-Fans

Die Burg
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Cover:
Das für dieses Genre relativ farbenfrohe Cover hat mich sofort angesprochen. Man sieht einen Gang im Escape-Room, oder besser gesagt in der Escape-Burg, die in diesem Thriller gespielt wird. Es ...

Cover:
Das für dieses Genre relativ farbenfrohe Cover hat mich sofort angesprochen. Man sieht einen Gang im Escape-Room, oder besser gesagt in der Escape-Burg, die in diesem Thriller gespielt wird. Es passt also ideal zum Inhalt und Titel.

Inhalt:
Maxim, der Besitzer einer Escape-Room-Kette, wird von dem Milliardär Nevio eingeladen, um zusammen mit einer kleinen Gruppe Auserwählter „die Burg“ vor ihrer Eröffnung zu testen. Bei der Burg handelt es sich um eine historische Festung, deren unterirdisches Höhlen- und Gänge-System Nevio zu einem risiegen Escape-Room hat umbauen lassen. Das besondere daran: Alles wird von einer künstlichen Intelligenz gesteuert und jedes Abenteuer ist genau auf die jeweilige Besuchergruppe abgestimmt. Doch bei dem Testlauf klappt nicht alles wie vorgesehen und bald schon wünscht sich Maxim nie auf die Burg gekommen zu sein.

Meine Meinung:
Zu dem Zeitpunkt, zu dem die Gruppe das unterirdische Labyrinth der Burg betritt, taucht der Leser in eine schillernde Welt mit den wildesten Effekten und Geschichten ein. Durch die künstliche Intelligenz sind der Fantasie quasi keine Grenzen gesetzt, alles ist möglich und trotzdem nicht unrealistisch. Denn KI und Technik machen es möglich. Der Leser kann wählen, ob er sich gemütlich zurücklehnt und sich von allem überraschen lässt oder ob er mit der Gruppe beim Lösen der Escape-Room-Rätsel mit rätselt. Ich habe natürlich mit Begeisterung letzteres getan.
Besonders gut gefallen hat mir auch die Abbildung der Burg und der Grundriss des unterirdischen Labyrinthsystems auf den ersten beiden Seiten. Dadurch kann der Leser während der Geschichte gut den Überblick behalten. Ich wusste so recht lange, wo sich die Gruppe in dem unübersichtlichen Gewirr aus Gängen und Tunneln befindet. Irgendwann habe ich jedoch den Überblick verloren. Allerdings war das ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, an dem auch Maxim keine Ahnung mehr hat, wo er ist. Der Autorin gelingt es also prima, Maxims Orientierungslosigkeit auf ihre Leser zu übertragen.
Überhaupt konnte ich mich gut mit dem Protagonisten identifizieren. Auch die anderen Charaktere fand ich sehr interessant. Den einen mehr und den anderen weniger sympathisch, aber alle unterhaltsam. Und irgendwie scheint jeder ein Geheimnis zu haben, das man als Leser natürlich ergründen will. Insgesamt beschränkt sich die Anzahl der Personen auf die fünf Teilnehmer und ein paar Burg-Mitarbeiter, was ich sehr angenehm fand. So läuft man nicht Gefahr durch zu viele Personen verwirrt zu werden.
Der Schreibstil ist wie ich es von der Autorin gewohnt bin flüssig und angenehm zu lesen.
Ich hatte während der Lektüre etwas Angst, dass mich der Schluss unzufrieden zurücklassen würde, was aber zum Glück nicht passiert ist. Wie ich mir das für einen guten Thriller wünsche, gibt es trotz aller KI und Fantasie eine schlüssige Auflösung.
Fazit: So einen Escape-Room würde ich gerne mal spielen, nur selbstverständlich ohne die echten Gefahren.

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Veröffentlicht am 10.04.2025

500 Seiten und keine zu viel!

Zornige Brandung
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Cover: Das wunderschöne Cover mit der stürmischen Küste hat mich als Meer-Fan sofort angesprochen. Es macht Lust auf einen Nordseekrimi und passt durch den dunklen Himmel gut zum Titel „Zornige Brandung“.

Inhalt:
Der ...

Cover: Das wunderschöne Cover mit der stürmischen Küste hat mich als Meer-Fan sofort angesprochen. Es macht Lust auf einen Nordseekrimi und passt durch den dunklen Himmel gut zum Titel „Zornige Brandung“.

Inhalt:
Der Thriller ist der elfte Band aus der Reihe der Nordsee-Krimis um John Benthien. Er kann zwar gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden, der Leser sei jedoch gewarnt, dass darin in Bezug auf einen älteren Band gespoilert wird. Deshalb würde ich empfehlen diesen zuerst zu lesen. In „Zornige Brandung“ hat Kommissar John Benthien seinen alten Job verloren, den neuen gekündigt und steht derzeit ohne Anstellung da. Er verbringt die Ferien mit seiner Patchworkfamilie auf Sylt und stolpert schon bald über die Leiche seines neuen Nachbarn. Dabei handelt es sich um einen bekannten Filmregisseur, der zu Dreharbeiten auf Sylt weilte. Natürlich ermittelt John mit seinen ehemaligen Kollegen eifrig mit, denn schließlich will er seinen alten Job wieder haben. Zeitgleich beschäftigt sich seine ehemalige Kollegin und Ex-Freundin Lilly mit einem sogenannten Cold Case, dem Fall um einen toten Jungen, dessen Identität bisher nicht festgestellt werden konnte. Mit Hilfe neuester Technologien soll dies nun hoffentlich gelingen.

Meine Meinung:
Das Buch hat 500 Seiten, aber keine einzige ist zu viel, nie wird es langweilig. Allerdings muss man meiner Meinung nach schon ein bisschen konzentriert lesen. Denn wird eine Frage beantwortet, tauchen drei neue auf. Aber so etwas liebe ich. Und das hält schließlich auch die Spannung hoch. Es gibt viele Handlungsstränge, bei denen man anfangs nicht weiß, wie und ob sie zusammenpassen. Aber letztlich hat alles eine Verbindung.
Ich kannte bereits den einen oder anderen Band aus der Reihe. Nun hat es mich gepackt und ich muss unbedingt nach und nach alle Bände lesen. Und das sind zum Glück viele! An die verschiedenen Personen aus Johns Patchworkfamilie habe ich mich nicht mehr so genau erinnert, hatte sie aber schnell wieder auf dem Schirm. Die ungewöhnliche Familienkonstellation finde ich sehr erfrischend. Vor allem über Johns kauzigen Vater Ben musste ich oft schmunzeln. Der Charakter seiner erwachsenen Tochter Celine gefällt mir zwar auch gut, war mir manchmal aber ein klein wenig zu altklug. Außerdem gehören zur Familie noch die beiden Kommissare Lilly und Juri, bei denen es sich um Johns Ex und ihren neuen Partner handelt. Somit hat der Leser das Privatleben von John und Co praktischerweise inklusive, was mir gut gefällt.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und immer mit einer Prise Humor versehen.
Sowohl das Setting Sylt als auch das der Dreharbeiten mit exzentrischen Schauspielern haben mir gut gefallen.

Fazit: Absolut lesenswert. Alles drin: Spannung, Humor, Gefühle. Was will man mehr?

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