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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2025

Bewegend, bildgewaltig und durch und durch besonders

Roter Stern - Nebel und Asche
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Ein Roman, der leise beginnt und dann wie ein Sturm in Herz und Kopf einschlägt.

Avery Parker hat mit Roter Stern: Nebel und Asche einen Roman geschaffen, der nicht nur durch seine dichte Atmosphäre überzeugt, ...

Ein Roman, der leise beginnt und dann wie ein Sturm in Herz und Kopf einschlägt.

Avery Parker hat mit Roter Stern: Nebel und Asche einen Roman geschaffen, der nicht nur durch seine dichte Atmosphäre überzeugt, sondern vor allem durch seine starken, authentischen Figuren. Die Geschichte von Rey und Will entwickelt sich von einer anfänglichen Neugier auf das Geheimnis eines alten Hauses hin zu einer epischen Erzählung über Freundschaft, Widerstand und das Erwachsenwerden unter extremen Bedingungen.

Die Sprache ist feinfühlig und gleichzeitig kraftvoll. Besonders gelungen fand ich, wie die Handlung sich langsam entfaltet, dabei aber nie an Spannung verliert. Der Alltag in Bingen, das Verhältnis zu Tante Em, die unterschwellige Bedrohung durch das Jarl-Regime – all das wird so lebendig und real geschildert, dass man als Leser völlig in die Welt abtaucht.

Rey als Protagonistin ist grandios. Eigensinnig, mutig, aber auch verletzlich. Ihre Entwicklung ist glaubwürdig und nachvollziehbar. Will ergänzt sie perfekt, mit seiner vorsichtigen, oft innerlich zerrissenen Art. Die Dynamik zwischen den beiden ist ehrlich und niemals kitschig.

Wer gerne tief in Charaktere eintaucht, emotionale Reifeprozesse miterleben will und eine Geschichte sucht, die weit über schwarz-weißes Heldentum hinausgeht, sollte diesen Roman unbedingt lesen. Absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Düster, atmosphärisch und ungewöhnlich – ein Krimi mit Schockmomenten

Super Acht
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„Super Acht“ entführt in eine Welt, die man nicht mal im Traum betreten möchte. Der Roman spielt in einem düsteren London, wo Vergangenheit, Schuld und Macht vereinigen Zentraler Mittelpunkt ist ein grausamer ...

„Super Acht“ entführt in eine Welt, die man nicht mal im Traum betreten möchte. Der Roman spielt in einem düsteren London, wo Vergangenheit, Schuld und Macht vereinigen Zentraler Mittelpunkt ist ein grausamer Super-8-Film. Die Idee, diesen Film als zentrales Element der Handlung zu nutzen, fand ich sehr stark – originell und hervorragend inszeniert. Die Geschichte ist atmosphärisch unglaublich dicht: Ob regennasse Straßen, flackerndes Licht oder die beklemmende Villa der Chamberlains – man sieht, riecht und hört quasi jede Szene. Christian Blake als Hauptfigur ist eine gebrochene, von Schuld und Verlust gezeichnete Person. Er ist der typische Verlierertyp und sehr nahbar – auch wenn ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Entwicklung und Tiefe gewünscht hätte, statt weiterem Plot-Tempo. Manchmal überschlagen sich die inneren und äußeren Konflikte etwas, da hätte ich gerne mehr erfahren. Sprachlich ist das Buch stark. Bildreich, teils beklemmend. Die düstere Grundstimmung wird konsequent durchgezogen, auch wenn manche Formulierungen fast schon zu ausformuliert wirken – das ist Geschmackssache. Fazit: Eine gute Krimiunterhaltung mit psychologischer Spannung, stilistische Sorgfalt und eine ungewöhnliche Geschichte.

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Düster, vielschichtig und voller Geheimnisse

Dairi
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„Dairi – Das Erwachen“ erzählt Miyus Geschichte – ein Mädchen, das in einem kalten Waisenhaus aufwächst, in dem Kinder verschwinden, tot wieder auftauchen. Nach einem tödlichen Übergriff wacht sie in der ...

„Dairi – Das Erwachen“ erzählt Miyus Geschichte – ein Mädchen, das in einem kalten Waisenhaus aufwächst, in dem Kinder verschwinden, tot wieder auftauchen. Nach einem tödlichen Übergriff wacht sie in der Welt der Gedanken auf – einer Zwischenwelt, in der sie ihrer eigenen Vergangenheit begegnet und auf die sogenannten Ämter trifft.
Nagato, das zweite Amt, rettet sie – ein Junge ohne Emotionen, der seinen Körper mit einem Dämon teilt. Juro verkörpert den Tod, Toya ist mit dem Geist eines Drachenkönigs verbunden. Und Miyu selbst trägt das dritte Amt in sich – eine Fähigkeit, mit Geistern zu sprechen.
Die Handlung entfaltet sich langsam, mit vielen Perspektiven, vielen inneren Bildern und Symbolen. Besonders berührend ist die stille Annäherung zwischen Miyu und Nagato – zwei gebrochene Figuren, die trotzdem nicht aufgeben.
Was ich sehr mochte: der Stil ist poetisch, dicht, emotional. Was mich gestört hat: Man erfährt zu wenig über die eigentliche Prophezeiung. Das Ende ist ein Cut – mittendrin, ohne richtigen Abschluss.

Insgesamt aber ein starker Reihenauftakt für alle, die dunkle, leise Fantasy mögen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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