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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2018

Alle fit und munter!?

Neanderthal
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Blick in die Zukunft in drei Abschnitten.
Die Welt in ca. 30 Jahren ist eine Andere, besonders in Deutschland. Alles soll perfekt, kontrolliert und gesund sein! Alles Abnorme, Ungesunde und Unschöne wird ...

Blick in die Zukunft in drei Abschnitten.
Die Welt in ca. 30 Jahren ist eine Andere, besonders in Deutschland. Alles soll perfekt, kontrolliert und gesund sein! Alles Abnorme, Ungesunde und Unschöne wird verteufelt und ausgemerzt. Ein Ministerium für Glück und Gesundheit regelt und überwacht das alles. Das Leben der Menschen könnte so toll und perfekt sein, wenn jeder sich an die Regeln halten würde! Doch gibt es immer noch unmotivierte und unverbesserliche Normalos, die keine Bonus-Gesundheitspunkte sammeln und einfach Aufzug fahren! Dazu gehört auch Kommissar Nix und der wir zu einem interessanten Fall gerufen, ein Selbstmord oder auch Ehrenmord gibt Rätsel auf und führt zu einem Massengrab mit rätselhaften Knochen direkt in das bekannte Neanderthal….

„Neanderthal, die Jagd ist eröffnet“, ist ein spannender Sci-Fi-Roman, in dem Autor Jens Lubbadeh eine recht dystopische Zukunftsversion unserer Welt erschafft, die auch erschreckend realistisch anmutet!
Es dreht sich alles um den perfekten Menschen. Dank Genmanipulation ist inzwischen anscheinend alles möglich, doch gibt es anscheinend auch Nebenwirkungen der ganzen Genoptimierung. „Gute Gene, schlechte Gene“, gerade mal wieder ist Deutschland auf dem Vormarsch;) mit optimierten Gesundheitswahn kontrolliert und gängelt die deutsche Regierung ihre Bevölkerung. Die Nebenwirkungen des Genwahnsinns bewirken, immer mehr Menschen gerade Kinder und Jugendliche leiden an Depressionen.
Auf die Jagd nach Antworten begeben sich, ein recht normaler Kommissar, ein paar Wissenschaftler und deren Nachkommen, denn die Handlung bewegt sich über mehrere Zeitebenen. Es gibt sogar noch eine vorzeitliche Handlungsebene aus Sicht einiger Neandertaler die sich auch recht gut in die Story einfügt.
Die Figuren sind allesamt sehr gut beschrieben und auch spannend dargestellt, Gute sowie Böse!
Auch wenn insgesamt ein wenig viel wissenschaftlicher Kram abgehandelt wird, störte mich das eigentlich nicht so enorm, da die Handlung immer interessant bleibt. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen und die Story bleibt bis zuletzt spannend. Man merkt, der Autor kennt sich in der Materie aus und es ist für einen Laien wirklich schwer zu sagen, welche Techniken heutzutage wirklich schon möglich sind, daher ist die Vorstellung an sich schon gruselig;)

Die Erschaffung einer fiktionalen Utopie hat mich schon immer begeistern können und auch diese "Idee von Morgen", konnte mich durchweg fesseln und hat mich dazu auch noch enorm gut unterhalten! Das Thema „Gentechnik“ und „Gesundheit“ regt zum Nachdenken an, über das immer wieder aktuelle Thema: „Wie weit darf der Mensch gehen!? Welche Risiken bewirken Manipulation der Natur und Eingriffe in die persönlichen Belange der Menschen!?
Das Cover finde ich auch sehr gut gemacht, der fast schon leuchtende Schädel sieht cool aus und passt super zum Inhalt!

Veröffentlicht am 11.01.2018

Ein Buch über die Liebe

Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand
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Ein kanadischer Englischlehrer Glenn Dixon und seine Liebe zu Shakespeares Drama „Romeo & Julia". Jedes Jahr nimmt er das bekannte Drama mit seiner Highschool-Abschlussklasse durch und ist so eine Art ...

Ein kanadischer Englischlehrer Glenn Dixon und seine Liebe zu Shakespeares Drama „Romeo & Julia". Jedes Jahr nimmt er das bekannte Drama mit seiner Highschool-Abschlussklasse durch und ist so eine Art Experte dieser Story. Als eine Art Liebestherapie hat Glenn sogar die Idee seinen Sommer in Verona, zu verbringen, der Stadt, in der die Geschichte um die Liebe der beiden berühmten Liebenden ihren dramatischen Verlauf nimmt! Glenn schließt sich dort dem Club Julia an und versucht zu helfen einige der unzähligen Brief an Julia zu beantworten. Ein nicht ganz leichte Aufgabe, denn hat er doch selbst so viele Fragen zur Liebe! Da beschließt auch er einen Brief an Julia zu formulieren….

Wer kennt es nicht, dieses berühmte Shakespeare Drama um die zwei wohl berühmtesten Liebenden der Welt!? Unzählige Stücke, Filme und Anekdoten gibt es dazu, und in seinem autobiografischen Roman "Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand" schreibt Autor Glenn Dixon viel über seine Arbeit, Erfahrungen und Erkenntnisse zum Stück. Zusätzlich lässt er uns aber auch an seinem eigenen Liebeskummer, seinen Gedanken, und Seelenleben teilhaben. Eine spannende und herzerwärmende Sache. Die Reise nach Verona und die Spurensuche nach den Wurzeln der wahren Liebesgeschichte ist ein wahrhaftes Erlebnis. Das Buch gibt auch Einblicke in das Gefühlsleben Suchender aus aller Welt, die Julia ihr Herz zu Füßen legen und um die wahre Liebe anfragen. Das alles hat der Autor auch noch in flüssige Sprache gepackt. Für sein Liebesleben selbst, fehlt es mir ab und an ein wenig die Emotion. Man hat den Eindruck er steht etwas neben sich, es fehlt wohl ein wenig die Italienische Art der Begeisterung, ein wenig mehr AMORE.

Ein ergreifendes und sehr ehrliches Buch über das großes Thema Liebe. Besonders die Schulszenen und Gedanken der jugendlichen Leser des Dramas haben mich sehr beeindruckt. Auch die Suche nach der Herkunft der wahren Geschichte und die Parallelen zu Dante und den Plätzen in Verona fand ich wunderbar beschrieben. Ein wirklich gutes Buch, am liebsten würde ich gleich aufbrechen, nach Verona, natürlich mit meinem Liebsten es ist schon so lange her das ich dort stand, vor dem hübschen Haus der Julia.

Veröffentlicht am 04.01.2018

Einmal durch die Hölle gehen....

Tod im Höllental
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Freiburg in Jahre 1416
Die Begine Sarafina steht kurz vor ihrer Heirat mit dem Stadtmedicuns Adalbert Achaz und ist schwer mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Doch leider wird der Frieden ihrer ...

Freiburg in Jahre 1416
Die Begine Sarafina steht kurz vor ihrer Heirat mit dem Stadtmedicuns Adalbert Achaz und ist schwer mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Doch leider wird der Frieden ihrer heimeligen Welt gestört, den ein übler Baseler Wanderprediger hetzt in der Stadt gegen die Sammlungen der freien Schwestern, bezeichnet sie als Ketzerinnen und will die Frauen aus Freiburg vertreiben. Es kommt zu bösen Wandschmierereien und sogar zu einem Mord an einer jungen Begine der Lämmleinschwestern. Diese Geschehnisse trüben natürlich Sarafinas Vorfreude gewaltig und sie unterstützt natürlich die Bestellungen ihre Mitschwestern um Maßnahmen gegen eine Vertreibung anzugehen. Dafür ist auch Sarafinas Meisterin Catharina kein Weg zu weit, auch wenn sie dabei durch das Höllental gehen muss…..

„Tod im Höllental“ ist der vierte Teile einer Serie um die Begine Sarafina Stadlerin, geschrieben von Autorin Astrid Fritz. Die kurzweilige Geschichte, mit ihrer lebhaften und mutigen Protagonisten Sarafina ist ein spannender und interessanter historischer Kriminalroman. Die Erzählweise ist flüssig und unterhaltsam, die historischen Gegebenheiten gekonnt und anschaulich beschrieben.
Auch ohne die Vorgängerbände zu kennen ist man sofort in der Erzählung gefangen und kann dem Roman ohne Probleme folgen. Dazu gehört auch einen übersichtliche Personenbeschreibung der Hauptakteure zu Beginn des Buches und eine gut gestaltete Ortsübersicht. Damit ist es ein Leichtes, die Wanderung und Schritte der Personen zu verfolgen.
Ein gelungener historischer Kriminalroman, der mir gut gefallen hat und Lust auf mehr Storys zur Person Sarafina macht. Den Namen der Autorin werde ich mir auf alle Fälle merken, er steht für wirklich lesenswerte historische Lesekost

Veröffentlicht am 02.01.2018

Verflucht

Der Fluchsammler
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Stell dir vor dich trifft ein Fluch, der dich daran hindert dein Leben weiterzuleben, der dich zwingt deinen Job, deine Ideale und deine Familie aufzugeben. Der es unmöglich macht mit Menschen in Verbindung ...

Stell dir vor dich trifft ein Fluch, der dich daran hindert dein Leben weiterzuleben, der dich zwingt deinen Job, deine Ideale und deine Familie aufzugeben. Der es unmöglich macht mit Menschen in Verbindung zu treten, denn wenn du sie berührst müssen sie sterben!!
Genau das ist Elisabeth passiert, einer hilfsbereiten und engagierten jungen Sozialarbeiterin, die ihren Traumjob als Streetworkerin lebte, denn ihre Berufung und Erfüllung war es Menschen zu helfen. Durch den Fluch aber, wird sie zu einem panischen und verschüchterten Mäuschen, die ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann und will! Wie gut das es Vinzenz gibt, einen Fluchsammler und die Hexe Magda, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat Menschen von bösen Flüchen zu befreien.

Mit ihrem Roman „ Der Fluchsammler“ ist es der jungen Autorin Ann-Kathrin Karschnick eine wirklich spannende und ergreifende Fantasy-Love-Story geglückt! Sehr gekonnt vermischt sie das wirkliche Leben mit einer sagenhaften Zauberwelt, in der Flüche und Hexerei zur Realität werden können. Elisabeth, eine ganz normale junge Frau, muss erleben in welch schockierende Lage sie ein hundsgemeiner Fluch bringt, den sie wohl niemals für real empfunden hätte, würde ihr die Realität nicht das Gegenteil beweisen! Die Geschichte ist wirklich sehr klug eingefädelt! Als dann der geheimnisvolle Vinzenz auftaucht um Elisabeth zu helfen, entwickelt sich die Story in eine Richtung, die man nie vermutet hätte. Auch der Schreibstil ist flüssig angenehm, aber besonderen Spaß machte mir die modern anmutende Fantasy-Idee, sie fand ich wirklich sehr gelungen! Das Ende ist zwar ein wenig chaotisch und lässt Fragen offen, doch im großen und ganzen fand ich die Story mal erfrischend neu und wirklich unterhaltsam!

Mit Sicherheit ein vergnügliches und unterhaltsames Buch für Fantasyfans, auch mir hat es recht gut gefallen

Veröffentlicht am 17.08.2025

Unterhaltsamer Erlebnis-Cocktail über ein russisches Studentenleben in Moskau

Moscow Mule
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Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt ...

Karina und ihre Busenfreundin Tonya studieren Journalismus in Moskau und versuchen trotz ständiger Geldnot sich über Wasser zu halten, ohne den Spaß am Leben zu verlieren. Was das Nachtleben oder die Männerwelt betrifft, sind ihre Erlebnisse abenteuerlich und unerschrocken. Da sie keine Privilegien wie andere Altersgenossen genießen, versuchen sie das Beste aus ihrer Lage herauszuholen und machen aus ihrer Not eine Tugend. Eigentlich hilft hier kein großer Plan, jedoch teilen sie beide den Traum von einem freien Leben in Westeuropa.

Obwohl ich ehr selten zeitgenössische Romane lese, hat mich bei dem Buch „Moscow Mule“ von Autorin Maya Rosa, sowohl das außergewöhnlich ansprechende Cover, der coole Titel, als auch die Leseprobe in ihren Bann gezogen.
Interessant fand ich den intensiven persönlichen Schreibstil mit vielen eindrucksvollen Szenen einer Jugend/Studentenzeit Anfang der 2000er in Moskau und Umgebung. Es folgt eine Erzählung von russischen Sitten und Gebräuchen, aber auch von Sehnsucht nach Liebe, Anerkennung, Freiheit sowie Selbstbestimmung. Der Wunsch nach einem freien, lebenswerten Leben wird bei Karina immer übermächtiger, gekrönt mit der Sehnsucht, diese Privilegien in Berlin zu finden. Im Buch findet man eine russische Seele die nach Befreiung strebt, auch wenn man Vertrautes zurücklassen muss.
Die Protagonistin Karina selbst ist herrlich chaotisch, verpeilt und lebensfroh! Sie wurschtelt sich mit einer Lässig und Leichtigkeit durch die eisigen Straßen und Regionalbahnen Russlands, man bekommt beinahe Gänsehaut beim Lesen.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Roman, der leider nur dezent die politische Entwicklung der russischen Bevölkerung aufzeigt. Die Spaltung zwischen Armut und Reichtum spielt dabei sicherlich eine einschneidende Rolle. Gefallen hat mir der erfrischende unkomplizierte Ton der Autorin, der wirklich sympathisch und lesenswert ist.

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