Etwas langatmig
Die AssistentinVon Caroline Wahl habe ich bereits „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ gelesen, die mir beide gut gefallen haben. Von ihrem neuesten Werk bin ich allerdings enttäuscht. Vielleicht lag es zum Teil mit daran, ...
Von Caroline Wahl habe ich bereits „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ gelesen, die mir beide gut gefallen haben. Von ihrem neuesten Werk bin ich allerdings enttäuscht. Vielleicht lag es zum Teil mit daran, dass ich es in der Hörbuch-Version angehört habe. Die Autorin selbst zum Einlesen zu gewinnen, erscheint mir nicht die beste Wahl. Ihre Stimme empfand ich als zu monoton. Aufgefallen sind mir immer wieder ein Lispeln und die Aussprache von „sch“ als „ch“ (z.B. realistich statt realistisch), was in meinen Ohren wie ein Sprachfehler klingt. Von diesen Formalien abgesehen, war die Geschichte als solche recht fesselnd. Die junge Charlotte tritt nach Abschluss ihres Studiums ihre erste Stelle als Assistentin in einem großen Münchner Verlag an, eher auf Drängen ihrer Eltern, die sie nicht mehr finanziell unterstützen wollen, denn eigentlich hätte sie lieber Musik gemacht. In ihrem neuen Umfeld ist Charlotte total unglücklich. Das fängt bereits mit ihrer Wohnung an und setzt sich fort in fehlenden Freunden/Beziehungen und der räumlichen Trennung von ihren Eltern. Das Schlimmste aber ist ihr Chef, ein exzentrischer, despotischer Verleger, der mit Zuckerbrot und Peitsche arbeitet. Charlotte erlebt auf der Arbeit in nur wenigen Monaten viele Facetten von Psychoterror, was sie krank macht. Unterstützung findet sie von kaum jemandem. Die Eltern spielen gar alles herunter und drängen sie zum Durchhalten, solange sie keine andere Stelle hat. Eigentlich alles aktuelle Themen, die im heutigen Arbeitsleben vielleicht gar nicht so selten sind und in denen sich mancher wiederfinden kann. Das Zuhören wurde mit der Zeit allerdings zunehmend mühevoller, weil immer wieder die gleiche Art von Drangsalierungen geschildert wurde. Gestoßen habe ich mich ferner an den vielen stichwortartigen Einblendungen auf zukünftige Ereignisse. Das sollte wohl die Spannung erhöhen, hatte aber den Beigeschmack, schlicht den Umfang der Geschichte zu strecken.