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Veröffentlicht am 06.09.2025

Erste Hälfte langatmig, das Ende zu dramatisch konstruiert

Honeybridge. All Mine
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Ich bin ziemlich schwer in die Geschichte reingekommen. Aus der 3. Person wird aus der Sicht von Isabella und Etienne erzählt. Glücklicherweise wird mit dem weiteren Verlauf besser. Das erste Drittel des ...

Ich bin ziemlich schwer in die Geschichte reingekommen. Aus der 3. Person wird aus der Sicht von Isabella und Etienne erzählt. Glücklicherweise wird mit dem weiteren Verlauf besser. Das erste Drittel des Buches konnte mich insgesamt nicht überzeugen. Während Isabella in Monologen quasi ihr gesamtes Leben ausbreitet, dreht es sich bei Etienne nur um das Eine. Nachdem gefühlt die kompletten weiblichen Einwohner von Honeybridge mit ihm eine Affäre hatten, giert er förmlich nach Isabellas Aufmerksamkeit. Das macht ihn so unsympathisch. Auch Isabella denkt in seiner Anwesenheit nur an das Eine. Das ist schlichtweg zu viel! Die beiden hatten zwar ihre süßen kleinen Momente, aber gefunkt hat es für mich als Leser nicht wirklich. Gerade Etiennes Geschichte wurde zu wenig beleuchtet und er wirkt stellenweise eher oberflächlich. Auch am Ende agiert er viel zu überhastet. Erst ab der Hälfte des Buches kommt Spannung rein und das Gemeinschaftswesen der Kleinstadt wird in den Vordergrund gerügt. Die Nebencharaktere sind ehe ein liebenswürdiger Haufen, bei denen ich Freude hatte in ihre Situationen einzutauchen. Die Ereignisse überschlagen sich zum Ende hin, dass man nicht mehr aufhören mag zu lesen. Letztlich finde ich die Dramatik schlüssig aufgeklärt und doch wirkt es eine Spur zu konstruiert. Einen Teil davon hätte man durchaus schon zu Beginn mit einfließen lassen können, um am Ende nicht erschlagen zu werden. Es gibt zwar einen zarten Hinweis auf einen Folgeband, der aber anscheinend nicht direkt weiterverfolgt wird, was unlogisch ist.

Honeybridge – All Mine ist eine stürmische Liebesgeschichte, die auf viel Anziehung beruht. Die Hauptprotagonisten wirken oft oberflächlich, agieren aber sehr engagiert gegenüber Freunden und Familie. Der Kleinstadtcharme wird hier groß geschrieben und die Fülle an Ereignissen am Ende hätten sich besser auf das ganze Buch verteilen sollen.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Lässt bei mir kaum 2000er Vibes aufkommen

Deep Cuts
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Die Geschichte ist flüssig und zügig zu lesen. Man spürt schon auf den ersten Seiten das tiefe Band zwischen Percy und Joey - die Musik, die beide miteinander verbindet. Leider wirkt Percy die meiste Zeit ...

Die Geschichte ist flüssig und zügig zu lesen. Man spürt schon auf den ersten Seiten das tiefe Band zwischen Percy und Joey - die Musik, die beide miteinander verbindet. Leider wirkt Percy die meiste Zeit der Handlung auf mich eher depressiv. Sie versprüht oft negative Stimmung, während Joey recht blass bleibt. Ich hatte ständig das Gefühl, diese Art von Roman schon x-mal gelesen zu haben (nur mit anderen Themen). Irgendwie lieben sich die Protagonisten, können aber nicht mit- oder ohneeinander. Percy macht eine harte Zeit durch, macht ihren Eltern Vorwürfe, ihr Leben verschwendet zu haben. Es werden stets die gleichen Klischees bedient. Joey ist Musiker und ich finde, seine Auftritte wurden sehr gefühlvoll beschrieben (auch wenn ich mit Begriffen wie Bridge und Hook wenig anfangen kann). Von der Musikauswahl bin ich auch nicht begeistert. 2000er Vibes kommen so gut wie nie zum Tragen (außer bei Hey Ya!). Die Songs sind oft alt, unbekannt und Lieder, mit denen sich eher Amerikaner identifizieren können oder aufgewachsen sind. Die Songs kann man begleitend über Spotify nachhören, nette Idee, wenn man denn Spotify hat. Andernfalls müsste man sich jeden einzelnen Song mühevoll auf YouTube raussuchen, um eine Vorstellung zu bekommen. Das Ende der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen und überzeugt. Gerade nach dem Nachwort von Holly Brickley konnte ich zwar die Intension des Buches nachvollziehen, aber leider nicht nachempfinden.

Deep Cuts handelt viel von Musik und wie sie uns jeden Tag unseres Lebens begleitet und berührt. Ich mag die stillen Momente zwischen Percy und Joey, aber konnte der Gesamtheit der Geschichte nicht viel Emotionen abgewinnen, da sie zu tief in die Stereotype abgerutscht ist und eher mit unbekannten Songs aufwartet.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Packende Wrestlingstory kann den Gesamteindruck nicht retten

Wild Side
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Die Geschichte um Tabitha und Rhys ist sehr emotional. Die Trauerphase ist sehr gut beschrieben und man kann sich gut in ihre jeweiligen Handlungen hineinversetzen. Besonders Rhys wirkt auf mich sehr reif ...

Die Geschichte um Tabitha und Rhys ist sehr emotional. Die Trauerphase ist sehr gut beschrieben und man kann sich gut in ihre jeweiligen Handlungen hineinversetzen. Besonders Rhys wirkt auf mich sehr reif und agiert besonnen. Ich finde seine Figur sympathisch und seine Vergangenheit hat ihn geprägt. Tabby wirkt auf mich dagegen ein bisschen nervig und rechthaberisch. Generell erfährt man wenig von ihr und ihrer Tätigkeit als Restaurantchefin. Sie arbeitet zwar sehr hart, nur kommt das so gut wie nie zum Tragen. Ihre Monologe drehen sich oft im Kreis und sie fühlt und denkt ständig das Gleiche, nur in anderer Wortform. Bei Rhys gibt es dagegen interessante Einblicke in sein Leben als Wrestler. Den Handlungsstrang fand ich wirklich packend und mal was anderes, zumal ich Wrestling noch nie geschaut habe. Insgesamt fehlt es der Geschichte an Spannung. Es passiert nichts Überraschendes, sondern nur Vorhersehbares. Als sich zum Ende hin die Stimmung dreht, werden die Geschehnisse dann in drei Kapiteln kurz abgehandelt. Hier fehlt es letztlich an Emotionen und die Tiefe, die für den Rest der Geschichte komischerweise kein Problem waren. Die behandelten Themen sind nicht leicht und doch habe ich eine gewisse Leichtigkeit und Humor vermisst. Die witzigen Situationen sind zu offensichtlich und schon x-mal gelesen.

Wild Side ist eine hochemotionale Liebesgeschichte, bei der die Gefühle der Protagonisten im Vordergrund stehen. Das Thema Wrestling finde ich fesselnd eingebaut, doch leider sind die Monologe eintönig und sich wiederholend. D

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Märchenhafte Liebesgeschichte, die sich in unwichtigen Details verliert

The Darlington - Henry & Kate
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Die Geschichte wird aus der Perspektive von Kate und Henry erzählt. Gerade Kates‘ Schicksal ist berührend und einfühlsam beschrieben. Ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen. Allerdings agierte ...

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Kate und Henry erzählt. Gerade Kates‘ Schicksal ist berührend und einfühlsam beschrieben. Ich konnte mich gut in ihre Lage hineinversetzen. Allerdings agierte sie manchmal auch widersprüchlich, was mich irritiert hat. Henry bleibt für mich das ganze Buch über blass. Außer dass es gut aussieht und ab und zu mal klettert, erfährt man nichts über ihn. Er arbeitet und arbeitet, verabscheut seine Eltern oder träumt nur von Kate. Ihm fehlt es an Persönlichkeit, allerdings finde ich seine Beziehung zu Olivia niedlich. Aufgrund der Länge des Buches haben sich die Gedanken und Gefühle allerdings irgendwann wiederholt. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen. Die Beschreibungen sind zwar realistisch und authentisch, aber einfach viel zu viel. Ich muss nicht jeden einzelnen Handgriff beschrieben bekommen. Das ist anstrengend, langatmig und trägt nichts zur eigentlichen Handlung bei. Kurzum, das Buch wäre deutlich kürzer und es würde trotzdem an nichts fehlen. Das Drama am Ende ist zu inszeniert und übertrieben dargestellt und soll noch mal Spannung bringen, dabei ist der Part mit Randall völlig ausreichend. Insgesamt bleiben dafür noch viele Fragen offen. Allerdings finde ich den Cliffhanger packend und würde dem zweiten Band durchaus noch eine Chance einräumen.

The Darlington – Kate & Henry ist eine besonders märchenhafte Liebesgeschichte. Laura Kneidl verliert sich leider in unwichtigen Details, die das Buch unnötig strecken. Es gibt kaum überraschende Wendungen und die Konflikte der beiden sind nicht wirklich zu Ende erzählt.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Beeindruckende Erzählung über die Hummerfischerei, inhaltlich leider mit Schwächen

Die Hummerfrauen
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Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen 2000 und 1982. Ich finde, die Beschreibungen von Maine sehr gelungen. Die harte Arbeit der Hummerfischer wird nicht nur gewürdigt, sondern auch der oft triste Alltag ...

Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen 2000 und 1982. Ich finde, die Beschreibungen von Maine sehr gelungen. Die harte Arbeit der Hummerfischer wird nicht nur gewürdigt, sondern auch der oft triste Alltag dargestellt. Die drei Frauen Ann, Julie und Mina ergänzen sich in allen Lebenslagen. Es ist bewundernswert, wie sie trotz ihres Altersunterschieds noch viel voneinander lernen können. Es gibt traurige, freudige, aber auch humorige Momente, die sie miteinander teilen. Trotzdem hat mir irgendwas gefehlt. Die Geschichte plätschert so dahin und wenn mal was Ereignisreiches passiert, verläuft dies oft im Sande. Ich hatte das Gefühl, die Autorin hat ihre realen Erlebnisse aufgeschrieben und krampfhaft versucht, eine Geschichte drumrum zu basteln. Prolog und Epilog passen überhaupt nicht zum Rest des Buches. Würde man nur diese beiden Kapitel lesen, wüsste man alles Relevante, was passiert ist. Gerade der Epilog ist lang und temporeich, wobei trotzdem wichtige Fragen unbeantwortet bleiben. Ich habe den Eindruck, das Buch musste einfach zu einem Ende kommen und das ist leider nicht gelungen.

Die Hummerfrauen ist die beeindruckende Lebensgeschichte von drei Frauen unterschiedlicher Generationen, die sich gemeinsam den Problemen des Alltags stellen. Der Schreibstil ist nahbar, die Beschreibungen lebendig und manchmal auch schwermütig. Leider passt die Handlung an vielen Stellen nicht richtig zusammen.

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