Profilbild von Winniehex

Winniehex

Lesejury Star
offline

Winniehex ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Winniehex über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Tief im Schwarzwald

Schattengrünes Tal
0

Das Hotel »Zum alten Forsthaus« im Schwarzwald ist ein Ort des Verfalls – und zugleich ein Spiegelbild der Familie, die daran festhält. Lisa, die Tochter des Besitzers, trägt die Verantwortung, wird jedoch ...

Das Hotel »Zum alten Forsthaus« im Schwarzwald ist ein Ort des Verfalls – und zugleich ein Spiegelbild der Familie, die daran festhält. Lisa, die Tochter des Besitzers, trägt die Verantwortung, wird jedoch weder vom Vater Carl noch von ihrem Ehemann Simon wirklich wahrgenommen. In dieses fragile Gefüge tritt plötzlich Daniela, eine Fremde, die zunächst schutzbedürftig wirkt, dann jedoch Stück für Stück das Leben aller ins Wanken bringt.

Kristina Hauff versteht es meisterhaft, psychologische Spannung mit einer dichten, atmosphärischen Erzählweise zu verbinden. Der Schwarzwald ist dabei weit mehr als bloße Kulisse: Bedrohlich, geheimnisvoll und gleichzeitig vertraut, spiegelt er die innere Zerrissenheit der Figuren wider. Besonders eindrucksvoll sind die Perspektivwechsel, die den Lesenden verschiedene Blickwinkel eröffnen und gleichzeitig vieles im Unklaren lassen, was die Spannung zusätzlich verstärkt.

Für mich war Schattengrün ein absolut fesselndes Leseerlebnis. Die Figuren sind lebendig und vielschichtig gezeichnet, die Handlung packend konstruiert, und die dichte Atmosphäre hat mich vollständig in die Geschichte hineingezogen. Der Roman wirkt über das Lesen hinaus nach, weil er nicht nur von einem familiären Drama erzählt, sondern auch gesellschaftliche und ökologische Fragen aufgreift. Genau diese Mischung aus Spannung, Atmosphäre und Tiefgang hat mich überzeugt – und deshalb vergebe ich fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.08.2025

Ein guter Einstieg in eine große Geschichte

Die Truhe der Schamanin
0

Schon der Klappentext versprach eine atmosphärische und spannende Geschichte – und genau das hat das Buch gehalten. Der Beginn mit Rana und dem geheimnisvollen, schwer verletzten Fremden hat mich sofort ...

Schon der Klappentext versprach eine atmosphärische und spannende Geschichte – und genau das hat das Buch gehalten. Der Beginn mit Rana und dem geheimnisvollen, schwer verletzten Fremden hat mich sofort gepackt. Durch die vielen Figuren musste ich mich manchmal kurz orientieren, um die Handlungsstränge richtig zuzuordnen. Das war aber mein einziger Kritikpunkt.
Die Handlung spielt in der Wüste Gobi zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Geheimnisse, Traditionen und persönliche Schicksale sind hier geschickt miteinander verwoben. Besonders berührt hat mich die Geschichte um Rana, ihre Tochter, die geheimnisvolle Asena und die treue Schneeleopardin. Auch die Kapitel über Lewellyn haben mir sehr gefallen, da sie der Geschichte zusätzliche Spannung und Tiefe geben.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Gestaltung. Unterschiedliche Schriftgrößen und -arten machen den Text lebendig und sorgen dafür, dass das Lesen angenehm bleibt.
Besonders schön fand ich, wie traditionelle Weisheiten und spirituelle Elemente eingebunden wurden. Alte Bräuche, unsichtbare Verbindungen zwischen Mensch und Tier und eine fast mythische Heilkunst verleihen der Geschichte einen besonderen Zauber. Sehr hilfreich ist auch der Anhang mit einer Karte, die die Schauplätze zeigt, sowie einem Glossar, das Figuren, Heilmethoden und Begriffe erklärt. So bleibt man immer im Geschehen und verliert nicht den Überblick.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.07.2025

Düster, magisch, einfach mitreißend!

Cursed – Der Fluch des Mondes (Gilded 2)
0

Von der ersten bis zur letzten Seite hat Cursed mich nicht mehr losgelassen. Serilda steckt in der absoluten Albtraumlage: eingesperrt beim Erlkönig, gezwungen zur Hochzeit – und das alles nur, um ein ...

Von der ersten bis zur letzten Seite hat Cursed mich nicht mehr losgelassen. Serilda steckt in der absoluten Albtraumlage: eingesperrt beim Erlkönig, gezwungen zur Hochzeit – und das alles nur, um ein paar Kinderseelen zu retten. Romantisch? Nicht wirklich. Aber Serilda wäre nicht Serilda, wenn sie nicht trotzdem kämpfen würde – mit Köpfchen, Herz und einer ordentlichen Portion Trotz.

Und dann ist da noch Gild. Charmant, verspielt, ein bisschen chaotisch – und für mich der frische Wind in all dem düsteren Wahnsinn. Er hat zwar nicht die meisten Szenen, aber wenn er auftaucht, bringt er Gefühl, Witz und Tiefe rein. Die Chemie zwischen ihm und Serilda? Absolut spürbar.

Marissa Meyer mixt wieder gekonnt Märchen-Vibes mit neuen Ideen – ein Hauch Rumpelstilzchen, ganz viel düstere Magie und dazu eine Story, die richtig Fahrt aufnimmt. Teil 1 war gut, aber Teil 2? Der haut richtig rein.

Fazit:
Ein märchenhaft finsteres Abenteuer mit Power, Plot-Twists und Charakteren, die einem ans Herz gehen. Großes (Fantasy-)Kino!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.06.2025

Ein Sommer voller Fragen – und ein Buch, das nachhallt

Wenn die Tage länger werden
0

Anne Stern hat mich wieder einmal tief bewegt. Es ist faszinierend, wie sie es schafft, mit leisen Tönen so viel auszulösen. „Wenn die Tage länger werden“ ist kein lautes Buch – aber eines, das lange in ...

Anne Stern hat mich wieder einmal tief bewegt. Es ist faszinierend, wie sie es schafft, mit leisen Tönen so viel auszulösen. „Wenn die Tage länger werden“ ist kein lautes Buch – aber eines, das lange in einem nachklingt.

Im Zentrum steht Lisa, eine Frau Anfang vierzig, allein mit sich – und plötzlich ganz ohne Kind. Zum ersten Mal seit Jahren hat sie drei Wochen für sich. Was zunächst wie ein Versprechen klingt, fühlt sich an wie ein Schock. Wer ist sie eigentlich, wenn niemand etwas von ihr braucht? Wenn keine To-do-Listen den Tag strukturieren?

Ich mochte besonders, wie ungeschönt Anne Stern diese Zeit der Neuorientierung beschreibt. Lisa ist keine Heldin, sie ist müde, voller Zweifel, verletzlich. Und gerade deshalb wirkt sie so echt. Ihre Gedanken kreisen um das Muttersein, um all das, was verloren gegangen ist – und vielleicht wiedergefunden werden kann.

Durch Zufall landet sie mit ihrer kaputten Geige auf einem Obsthof, begegnet dort Ute, einer Frau mit schroffen Kanten, einer eigenen Geschichte – und einer begrenzten Zukunft. Zwischen beiden Frauen entsteht ein ganz eigener, stiller Kontakt. Keine großen Gesten, keine dramatischen Geständnisse – aber ein echtes Miteinander, das beide verändert.

Mich hat diese zarte Annäherung sehr berührt. Zwei Frauen, die einander nichts schuldig sind, sich aber trotzdem Raum geben – das ist selten, in der Literatur wie im Leben.

Dass dabei auch noch eine verschüttete Familiengeschichte aufbricht, macht den Roman vielschichtig, ohne ihn zu überfrachten. Die alten Fotos, die Geige, die Rolle von Lisas Großvater im Zweiten Weltkrieg – all das flicht sich ganz natürlich in die Handlung ein. Nichts wirkt konstruiert, alles ergibt sich aus den Figuren heraus.

Was ich an Anne Stern so schätze: Sie schreibt klug, aber nicht verkopft. Warm, aber nicht süßlich. Ihre Sprache ist fein und klar, oft poetisch, aber nie kitschig. Und sie beobachtet sehr genau, vor allem die leisen Konflikte – zwischen Müttern und Töchtern, zwischen Erwartung und Wirklichkeit, zwischen Pflicht und Selbstfürsorge.

Für mich war dieses Buch eine Erinnerung daran, wie schwer es sein kann, sich selbst wiederzufinden – und wie viel Mut es kostet, dem eigenen Leben eine neue Richtung zu geben.

Anne Stern erzählt davon mit so viel Empathie, Tiefe und Zartheit, dass ich wieder einmal dankbar bin, ihre Geschichten lesen zu dürfen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2025

Absolut gelungener Auftakt

All the Hidden Monsters 1: All The Hidden Monsters
1

Die Geschichte beginnt mit einer mysteriösen Mordserie an Werwölfen, die die übernatürliche Gemeinschaft in Aufruhr versetzt. Als Sages alte Freundin Lucy tot aufgefunden wird, beschließt sie, den Mörder ...

Die Geschichte beginnt mit einer mysteriösen Mordserie an Werwölfen, die die übernatürliche Gemeinschaft in Aufruhr versetzt. Als Sages alte Freundin Lucy tot aufgefunden wird, beschließt sie, den Mörder zu finden. Dabei trifft sie auf Oren, einen verschlossenen Hexenmeister, der zunächst wenig Interesse an ihrer Einmischung zeigt. Trotz seiner abweisenden Art entwickelt sich zwischen ihnen eine vorsichtige Zusammenarbeit. Während ihrer Ermittlungen wird schnell klar, dass hinter den Morden mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Besonders gefallen hat mir Sages Charakter, da sie mutig und entschlossen handelt. Auch ihre Geisterfreundin P sorgt mit ihrer schlagfertigen Art für frischen Wind in der Geschichte. Ich fand die Story super und habe total gespannt mitgefiebert! Jetzt bin ich umso neugieriger, wie es weitergeht, und freue mich riesig, dass der Autorin so eine tolle Geschichte gelungen ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere