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Veröffentlicht am 19.07.2025

Guter Abschluss

Wisteria – Die Liebe des Todes (Belladonna 3)
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Seit Blythe im Mittelpunkt der Geschichte steht, habe ich sie ganz neu für mich entdeckt. In den vorherigen Bänden war sie für mich eher eine Nebenfigur – interessant, aber schwer greifbar. Doch jetzt ...

Seit Blythe im Mittelpunkt der Geschichte steht, habe ich sie ganz neu für mich entdeckt. In den vorherigen Bänden war sie für mich eher eine Nebenfigur – interessant, aber schwer greifbar. Doch jetzt zeigt sie endlich, wer sie wirklich ist: stark, verletzlich, widerspenstig und mutig zugleich.

Als frisch verheiratete Frau des Schicksals wird sie in ein Leben geworfen, das kälter und einsamer nicht sein könnte. Nichts ist so, wie sie es sich vielleicht ausgemalt hatte – und genau das macht ihre Entwicklung für mich so spannend. Statt sich in ihre Rolle zu fügen, stellt sie Fragen, sucht nach ihrem Platz und rüttelt damit nicht nur an den Mauern von Wisteria Gardens, sondern auch an Aris selbst.

Was mir gefallen hat, war dieser ständige Widerstand – das Reiben, Zweifeln, die Unsicherheit zwischen den beiden. Gleichzeitig hat sich das Hin und Her für mich manchmal etwas gezogen. Die emotionale Nähe kam recht spät, und lange fühlte sich ihre Verbindung eher wie ein vorsichtiges Abtasten als echte Gefühle an. Da hätte ich mir früher mehr Tiefe gewünscht.

Dafür punktet die Geschichte mit einer herrlich düsteren Atmosphäre, magischen Elementen und sehr bildhaften Beschreibungen, die mich direkt in die Welt hineingezogen haben. Besonders beeindruckt hat mich Blythes Entwicklung – wie sie sich Stück für Stück selbst findet. Und Aris? Der hat mich mit seiner geheimnisvollen, stillen Art fasziniert. Er ist kein typischer Romantiker, aber genau das macht ihn für mich so besonders.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Düster, spannend und voller Charakter – Kosara bleibt im Kopf

Tage einer Hexe
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Schon nach wenigen Seiten war ich voll drin in dieser eigenwilligen Welt zwischen Monsterhorror und Magie. Kosara ist eine erfrischend unkonventionelle Protagonistin – sarkastisch, kämpferisch, aber auch ...

Schon nach wenigen Seiten war ich voll drin in dieser eigenwilligen Welt zwischen Monsterhorror und Magie. Kosara ist eine erfrischend unkonventionelle Protagonistin – sarkastisch, kämpferisch, aber auch verletzlich. Gerade diese Mischung hat sie für mich so greifbar gemacht.

Die Geschichte spielt in einer düsteren Version eines slawisch inspirierten Settings, das mit eigenen Regeln, Mythen und Kreaturen punktet. Der Kontrast zwischen dem bedrohlichen Chernograd und dem glattgebügelten Belograd ist gelungen – man spürt in jedem Kapitel die Spannung zwischen Licht und Schatten.

Der Humor kam trotz ernster Themen nicht zu kurz, was für eine tolle Balance sorgte. Besonders schön: Das Buch verzichtet weitgehend auf klassische Romantik und setzt stattdessen auf zwischenmenschliche Dynamiken und persönliche Entwicklung.

Kleine Abzüge gibt’s für teils verwirrende Handlungsstränge und ein Magiesystem, das nicht in allen Punkten klar durchdacht wirkt. Dennoch bleibt die Geschichte durchgehend spannend, mit vielen überraschenden Momenten. Der Anhang mit dem Hexenhandbuch und den Monstern war ein gelungenes Extra, das mir beim Eintauchen in die Welt sehr geholfen hat.

Fazit: Ein ungewöhnlicher, vielschichtiger Fantasy-Roman mit starker Heldin, bissigem Humor und düsterer Atmosphäre – kleine Schwächen verzeihlich, Vorfreude auf Band zwei garantiert.

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Ein finster-schönes Märchen mit Gänsehautmomenten und kleinen Längen

Gilded – Die Versuchung des Goldes (Gilded 1)
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Marissa Meyer hat mich erneut überrascht – und tief beeindruckt. Schon bei ihren Luna-Chroniken war ich vom Ideenreichtum und dem atmosphärischen Stil begeistert, aber Gilded hat nochmal eine ganz andere, ...

Marissa Meyer hat mich erneut überrascht – und tief beeindruckt. Schon bei ihren Luna-Chroniken war ich vom Ideenreichtum und dem atmosphärischen Stil begeistert, aber Gilded hat nochmal eine ganz andere, düstere Tiefe. Ich habe das Buch mit wachsender Faszination gelesen und konnte mich kaum dem Sog dieser finsteren Märchenwelt entziehen.

Die Idee, das bekannte Rumpelstilzchen-Motiv mit der düsteren Gestalt des Erlkönigs zu verknüpfen, ist grandios umgesetzt. Es entsteht eine ganz eigene Mythologie – voller unheimlicher Wesen, Göttersagen und schauriger Nächte, durchzogen von alter Magie und unheilvoller Stimmung. Die Geschichte lebt von genau dieser düsteren Atmosphäre, die einen nicht loslässt.

Serilda ist keine typische Heldin. Mit ihrer blühenden Fantasie und ihrer Neigung zum freien Erzählen gerät sie schnell zwischen Wahrheit und Fiktion – was sie zur Zielscheibe macht. Und doch bewahrt sie sich Mut, Herz und eine erstaunliche Willensstärke. Ich mochte an ihr besonders, wie sie mit den Kindern umgeht – warmherzig, beschützend, voller Geschichten. Ihre Gabe (oder Bürde?) wird ihr zum Schicksal – und genau das macht sie so spannend.

Gild ist eine der charmantesten und gleichzeitig tragischsten Figuren, die ich seit Langem gelesen habe. Er bringt Humor und Leichtigkeit in die Geschichte, ohne je oberflächlich zu wirken. Seine Geheimnisse, seine Vergangenheit – all das gibt ihm Tiefe. Die Chemie zwischen ihm und Serilda entwickelt sich ruhig, aber glaubwürdig – nie zu dick aufgetragen, sondern mit feinem Gespür.

Der Schreibstil hat mich wirklich gepackt. Sprachlich kraftvoll, oft poetisch und mit vielen bildhaften Momenten – ich war mehrmals richtig ergriffen von der Art, wie Marissa Meyer Szenen beschreibt oder Emotionen in Worte fasst. Das war für mich mit das Highlight des Buches.

Aber: Die Handlung hat zwischendurch ein paar Längen. Gerade im Mittelteil zieht sich die Geschichte etwas, es wird viel erzählt, aber nicht immer etwas vorangetrieben. Ich hätte mir stellenweise ein strafferes Tempo gewünscht – oder zumindest mehr Dynamik. Zum Glück nimmt die Story gegen Ende wieder richtig Fahrt auf, und das Finale hat mich auf die Fortsetzung neugierig gemacht.

Fazit: Gilded ist ein faszinierendes, bildgewaltiges Märchen voller Dunkelheit, Magie und Emotion. Marissa Meyer verwebt gekonnt bekannte Motive mit originellen Ideen und lässt daraus eine neue, spannende Geschichte entstehen. Trotz kleiner Längen ein atmosphärisch starkes Fantasy-Erlebnis – besonders für Fans düsterer Märchenwelten.

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Veröffentlicht am 07.06.2025

Magisch, atmosphärisch und spannend – mit kleineren Schwächen

Hüterin der Schwäne
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Ich habe das Buch sehr gerne gelesen – vor allem, weil es mich mit seinem historischen Setting und den magischen Elementen direkt abgeholt hat. Die Geschichte spielt im frühmittelalterlichen Wales, einer ...

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen – vor allem, weil es mich mit seinem historischen Setting und den magischen Elementen direkt abgeholt hat. Die Geschichte spielt im frühmittelalterlichen Wales, einer Zeit voller Mythen, Glaube, Hexen und dunkler Geheimnisse. Diese Mischung fand ich unglaublich faszinierend, zumal die Autorin es schafft, historische Realität und Fantasy stimmig zu verbinden.

Adwen als Hauptfigur hat mir gut gefallen: Sie wirkt zunächst schutzbedürftig, entwickelt aber schnell Mut und Entschlossenheit. Auch die anderen Figuren – Kynan, Cadel oder sogar Madoc – haben Tiefe und bleiben nicht nur Nebenrollen. Besonders Kynan fand ich interessant, weil seine Vergangenheit eng mit Adwens Schicksal verknüpft ist und er nicht dem typischen Heldenklischee entspricht.

Die Handlung bietet einige spannende Wendungen und lüftet Stück für Stück dunkle Geheimnisse. Dass die Geschichte nicht sofort alles preisgibt, sondern sich langsam entfaltet, hat mir sehr gefallen. Auch die Atmosphäre ist dicht und teilweise sogar mystisch – unterstützt durch die immer wieder eingestreuten walisischen Begriffe, die dem Ganzen noch mehr Authentizität verleihen.

Was mich etwas gestört hat, war der Erzählstil. Er war stellenweise recht distanziert, sodass ich nicht durchgehend emotional mitfühlen konnte. Auch die Perspektivwechsel wirkten anfangs etwas unübersichtlich. Und wer nicht so vertraut mit walisischen Namen ist, braucht ein wenig Geduld, bis man sich zurechtfindet.

Fazit:
Ein gelungener Fantasyroman mit historischer Tiefe, glaubwürdigen Figuren und spannender Handlung. Trotz kleiner Schwächen im Stil hat mich die Geschichte überzeugt und bleibt mir in Erinnerung.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Damals

Vor hundert Sommern
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„Vor Hundert Sommern“ hat mich wirklich emotional mitgenommen und zum Nachdenken angeregt. Die Art, wie Katharina Fuchs die Geschichten von Lena, Anja und ihrer Großmutter Elisabeth miteinander verwebt, ...

„Vor Hundert Sommern“ hat mich wirklich emotional mitgenommen und zum Nachdenken angeregt. Die Art, wie Katharina Fuchs die Geschichten von Lena, Anja und ihrer Großmutter Elisabeth miteinander verwebt, ist so packend und gleichzeitig tiefgründig. Besonders berührt hat mich, wie Lena mit ihren Ängsten und dem Mobbing in ihrer Jugend kämpft, und ich konnte mich in ihrer inneren Zerrissenheit gut wiederfinden. Auch Anjas Dilemma, zwischen Familie und Karriere hin- und hergerissen zu sein, hat mir sehr nahegelegt, wie herausfordernd dieser Spagat sein kann.

Ich habe es sehr geschätzt, wie die Geschichte von Clara erzählt wurde – eine junge Frau, die in einer politisch turbulenten Zeit Entscheidungen treffen musste, die sie und ihre Familie für immer prägten. Ihre Geschichte war so gut beschrieben, dass ich förmlich mit ihr mitgefühlt habe, besonders als die politischen Ereignisse sich immer mehr zuspitzten. Das langsame Aufdecken der Familiengeheimnisse hat mich regelrecht gefesselt und mich immer weiter in den Bann gezogen. Besonders das Thema von Trauer und Schuld, das über den Generationen liegt, hat mich nachdenklich gestimmt. Es hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen, auch wenn diese manchmal schmerzhafte Wahrheiten bereithält. Dieses Buch hat mir nicht nur eine fesselnde Geschichte erzählt, sondern mir auch einen Blick auf die komplexen Verhältnisse von Familie, Geschichte und Trauma gewährt.

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