Lustig, schräg und nicht nur für Gartenfreunde ein Highlight
Der Feind in meinem BeetMit dem Roman Der Feind in meinem Beet hat Käthe Lachmann einen erfrischenden und lesenswerten Roman geschrieben. Das Cover, welches in bunten Farben eine Frau und einen Mann bei der Ernte mit Obst und ...
Mit dem Roman Der Feind in meinem Beet hat Käthe Lachmann einen erfrischenden und lesenswerten Roman geschrieben. Das Cover, welches in bunten Farben eine Frau und einen Mann bei der Ernte mit Obst und Gemüse sowie eine weiße Katze neben einer Gießkanne und Blumen zeigt, macht einen fröhlichen, geerdeten und unbeschwerten Eindruck. Die Tatsache, dass Käthe Lachmann von Berufswegen Komikerin und Autorin ist, lässt die Leserschaft auf kurzweilige und spaßige Unterhaltung hoffen.
Die Hauptprotagonistin Maren versucht nach zweijähriger Trennungszeit immer noch, ihren zukünftigen Ex-Mann Lars dazu zu bringen, dass er endlich die Scheidungspapiere unterschreibt. Ganz so einfach gestaltet sich dies jedoch nicht, denn Lars findet immer wieder Wege und Möglichkeiten, Maren an den Rand der Verzweiflung zu treiben. Das geschieht für den unvoreingenommenen Leser teils in komödiantischer Form, während den Protagonisten selbst manchmal das Lachen vergeht und insbesondere die Hauptfigur nicht nur ihre Lebensentscheidungen hinterfragt und in Frage stellt, sondern auch vor zukünftigen Entscheidungen großen Respekt hat. Ist es irgendwann zu spät, wenn wir uns allzu viel Zeit lassen? In dieser netten und fröhlichen Gemeinschaft eines Hamburger Kleingartenvereins kommt es zum Kennenlernen der unterschiedlichen Charaktere, die alle sehr authentisch dargestellt und für die Aufrechterhaltung der Spannung notwendig sind, so dass die Leserschaft sich gut in die Protagonisten hineinversetzen und mitfiebern kann, und noch dazu das ganz große Kribbeln und die Funken einer ehrlichen und wahren Liebe erlebt. Auch geht es um die lesbische Liebe der Tochter Emilie zu ihrer Freundin Xenia, was besonders in der heutigen Zeit ein wichtiges und erwähnungswertes Thema ist, welches Aufmerksamkeit sowie Akzeptanz erfordert. Der Wert einer besten Freundin wird in der Geschichte sicht- und erlebbar gemacht. Die Ängste und Entscheidungen, die teilweise im Weg stehen, sind nachvollziehbar sowie auch der Anteil ihrer beruflichen Erfahrungen, die die Hauptfigur als Psychologin macht und den Menschen nicht nur hilft, besser mit ihren Sorgen und Nöten umzugehen, sondern auch die Dämonen zu bekämpfen.
Nicht nur die Haupt-Protagonistin, die ihr Leben und besonders die erlebten Gefühle reflektiert, steht dabei im Mittelpunkt. Dieses Buch regt auch gleichzeitig dazu an, sich über eigene Lebensentscheidungen und elementare Fragen, wo die persönlichen Grenzen gesteckt sind und ob diese sich im Laufe der Zeit verschoben haben, nachzudenken. Was ist anders als vor 20 Jahren und wie weit darf man der Liebe wegen gehen? Ist es Liebe oder ggf. lediglich ein Kampf, um etwas, was so lange selbstverständlich war, festzuhalten? Und wie lange braucht es nach einer gescheiterten Beziehung, bis man sich neu verlieben kann/darf? Wie viel Zeit brauchen wir selbst für unser eigenes Leben? Wären wir bereit, für die Liebe unseres Lebens Deutschland zu verlassen und in Paris neu anzufangen? Viele spannende Fragen stellen sich beim Lesen dieser Geschichte mit ihren meist liebenswerten Charakteren und dem Hoffen, dass am Ende alles gut wird...
Fazit: Eine lockere, unterhaltsame, kurzweilige Unterhaltung, welche mit viel Spannung die Leserschaft dazu bringt, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen. Es ist nicht nur für die langen Sommerabende geeignet, sondern kann jederzeit und überall für Abwechslung sorgen und erhält meine absolute Lese-Empfehlung.