"Immer wenn die Wellen flüstern" von Hanna Holmgren ist der 4. sehr gelungene Band ihrer Zeit für Rügen-Reihe. Der Leser wird auf eine romantische Reise auf die Insel Rügen mitgenommen und dank des guten ...
"Immer wenn die Wellen flüstern" von Hanna Holmgren ist der 4. sehr gelungene Band ihrer Zeit für Rügen-Reihe. Der Leser wird auf eine romantische Reise auf die Insel Rügen mitgenommen und dank des guten Schreibstils besteht die Möglichkeit, so zu fühlen, als wäre man selbst vor Ort. Die Autorin hat dabei eine gute Geschichte zu einer Sommerlektüre zwischen Meer, Strand, Wellen und Wind verfasst, die in atemberaubender Manier den Alltag vergessen lässt und der Leserschaft das Gefühl von Urlaub nahebringt.
Die Liebesszenen sind romantisch und realtätsnah geschildert, auch die Protagonisten sind charakterlich gut dargestellt und die Geschichte wird in ihrer Ambivalenz, mit Vernunft auf der einen Seite und einem Job auf der anderen prägnant erzählt. Der Leser begibt sich in eine Welt, in der vieles so einfach sein könnte, es aber nicht ist. Trotz aller Romantik gibt es Probleme, die drohen, das Glück der beiden Haupt-Protagonisten zu zerstören. Wird es eine Lösung zum Schluss geben? Wie kann diese Lösung aussehen und spielt vielleicht der Zufall eine große Rolle? Diese Fragen sind durchaus berechtigt und sorgen dafür, dass es schwer ist, das Buch auch nur kurz aus der Hand zu legen.
Nebenbei regt "Immer wenn die Wellen flüstern" dazu an, sich über die eigene Weltanschauung, das tägliche Leben und sich selbst Gedanken zu machen und kann somit dazu beitragen, dass jeder eigene Lebensentscheidungen hinterfragt. Was ist wichtiger? Erfolg im Beruf mit wenig Freizeit oder mehr Zeit für Freunde, Freizeit und den einen Menschen, der das Herz erwärmt. Diese sommerliche Lektüre möchte ich nicht nur jedem Rügen-Fan ans Herz legen, sondern jedem, der kurzweilige Unterhaltung liebt und sich gern in andere Umgebungen entführen lässt und dabei gute Erzählung schätzt.
Das Versprechen eines Sommertags von der Autorin Elena Sonnberg erscheint passend zur bevorstehenden Sommerzeit und ist ein Feel-Good Roman, welcher sehr unterhaltsam und kurzweilig erzählt wird.
Bereits ...
Das Versprechen eines Sommertags von der Autorin Elena Sonnberg erscheint passend zur bevorstehenden Sommerzeit und ist ein Feel-Good Roman, welcher sehr unterhaltsam und kurzweilig erzählt wird.
Bereits das Cover strahlt in bunten Farben Vorfreude auf unbeschwerte Sommertage, Palmen und Strand aus und trifft genau die Idee des Buches, welches sich sehr gut liest und Authentizität vermittelt.
Isabelle und Stefan sind Eltern von Stella und Tobi. Ihre Ehe steckt in der Krise und trotzdem nehmen sie die Einladung von Isabells Eltern an, und fliegen gemeinsam zu deren Feier der goldenen Hochzeit nach Mallorca. Ihre Eltern Paul und Marianne haben eine große Finca und deshalb sind neben Isabelle und ihrer Familie auch ihr Bruder Daniel sowie dessen bester Freund Ben eingeladen, dort die Woche zu verbringen. Als Isabelle dann Ben nach ca. 15 Jahren das erste Mal wiederseht, wird sie von ihren Erinnerungen und Gefühlen übermannt, denkt über Lebensentscheidungen nach. Dabei erinnert sie sich auch an das Versprechen, welches sie eines Sommertags gegeben hat. Es beginnt eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, die auch durch ihre bevorstehende Trennung von Stefan sowie den Ereignissen innerhalb der Familie hervorgerufen wird, die jeden Einzelnen betrifft.
In einer lockeren und sommerlichen Atmosphäre wird eine romantische, emotionale und zum Teil auch nachdenkliche Geschichte erzählt, welche der Leserschaft mit einem guten Gespür für Emotionen und einer eindrucksvollen Erzählweise dargestellt ist. Gefühle und Eindrücke sind so lebensnah geschildert, dass beim Lesen alle Sinne angesprochen werden.
Sei es die Landschaft, das Meer, die bewaldeten Hänge, Weinterrassen sowie Häuser und Wege, bei denen die Feinheiten so nahegebracht werden, dass die Illusion entsteht, selbst dort spazieren zu gehen, das Meer rauschen und die Vögel zwitschern zu hören, sowie die Wärme und Atmosphäre in sich aufzunehmen. Auch die Oleanderbüschen, Hibiskus, Olivenbäumchen, die Orangen- und Zitronenhaine, werden in einer Klarheit beschrieben, und vermitteln beim Lesen den Eindruck, den Duft tatsächlich riechen zu können.
Der frische Wind während der Autofahrt, die Musik, welche von der Kassette gehört wird, lässt nicht nur unbeschwerte Gefühle entstehen, sondern kann auch im Kopf zu einem Ohrwurm werden.
Selbst beim Kaffee- und Weintrinken oder auch beim Genuss eines kalten Wassers der Protagonisten auf einer Restaurantterrasse, ist die Kühle, Atmosphäre und der Geschmack auf der Zunge zu spüren.
Die emotionalen Anteile, von Zwischenmenschlichkeit werden so gefühlvoll und mit Bedacht erzählt, dass die erotische Anziehung, das Prickeln und Knistern durch die Worte spür- u. tastbar erscheinen. Aber es ist nicht nur Freude und Frieden, denn auch innerhalb der Familie gibt es unterschiedliche Probleme. Selbst der entstandene Eindruck, dass jeder der Erwachsenen ein Geheimnis mit sich führt, welches so lange wie möglich nicht an die Oberfläche geraten darf, hat seine verständlichen Gründe. Auch traurige Lebensentscheidungen werden mit einer Einvernehmlichkeit getroffen, die keine Wut oder Ärger aufkommen lassen, sondern Mitgefühl. Da alle eng zusammenstehen, Eltern und Kinder sich aufeinander verlassen können, und stets lösungsorientiert denken und handeln, gibt es Vereinbarungen, die allen Mut machen.
Zum Ende des Buches können aufgrund der Nähe zu den Protagonisten ein paar Tränen fließen, da die Charaktere auf ihre Art alle sehr sympathisch und authentisch rüberkommen und ihren Teil dazu beigetragen haben, dass ich gut in der Geschichte angekommen bin und mit den Charakteren gelacht und gelitten habe. Diese besondere Art und Erzählweise, der eingängige Schreibstil, welcher dafür gesorgt hat, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, ist sehr beeindruckend und ich komme zu dem Ergebnis, dass ich mich als Teil der Geschichte fühle. Dieses ist stets der Fall, wenn ein Buch mich überzeugt hat und deshalb kann ich es mit voller Überzeugung weiterempfehlen, denn für mich ist Das Versprechen eines Sommertags der Sommerroman, der dieses Jahr sicherlich eine große Beliebtheit und Fangemeinde erreichen wird!
Das Buch "Fanpost" von Roman Just ist in unterschiedliche Kategorien einzuordnen. Es handelt sich nicht nur um einen simplen Krimi, in welchem eine Gruppe von mehreren Personen einen Geldtransporter überfällt. ...
Das Buch "Fanpost" von Roman Just ist in unterschiedliche Kategorien einzuordnen. Es handelt sich nicht nur um einen simplen Krimi, in welchem eine Gruppe von mehreren Personen einen Geldtransporter überfällt. Vielmehr kann man ihn als spannenden Verschwörungskrimi, Justizthriller, aber auch als Drama einordnen.
Der Hauptprotagonist Achim W. sitzt eine lange Haftstrafe ab, vermeintliche Begründung: Er ist der Kopf der Bande, welche beim Überfall 1,2 Millionen Dollar gestohlen hat. Nur: So einfach ist es nicht...
Als er um Freigang bittet, wird ihm auferlegt, dass er bereits jetzt Kontakt zur Außenwelt aufnimmt, indem er beispielsweise eine Frau durch eine Brieffreundschaft kennenlernt. Den Umständen entsprechend, tut er wie ihm geheißen und lernt dabei Inge kennen. Beide verlieben sich ineinander, aber ist es wirklich Liebe - oder steckt etwas anderes dahinter? Ist Inge die Frau, für die sie sich ausgibt und vertraut Achim ihr wirklich? Ist ihre "Beziehung" das Mittel zum Zweck oder leben sie glücklich und zufrieden bis dass der Tod sie scheidet? Diese Fragen stellen sich berechtigterweise der Leserschaft.
Die Geschichte ist sachlich erzählt, teilweise in protokolarischer Form, verständlich und unaufgeregt, wobei dies nicht gleichbedeutend mit langweilig ist - ganz im Gegenteil! Das Buch liest sich sehr gut, ist an jeder Stelle verständlich und es entsteht stets das Gefühl, mehr erfahren zu wollen, denn oftmals sind die Dinge nicht, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Obwohl Achim W. ein Verurteilter Verbrecher ist, erzählt Roman Just die Geschichte unter Einbindung der Vergangenheit und Gegenwart. Dabei lässt er an den passenden Stellen Raum für Spekulationen über die Zukunft. So geschieht es auch, dass der Ex-Häftling insgesamt zum Sympathieträger der Geschichte wird und die Leserschaft mitfiebern lässt, dass er die richtigen Menschen findet, die ihn unterstützen, den Überfall und die daraus gewonnennen Erkenntnisse richtig einzuordnen.
In einem Wettlauf mit der Zeit wird am Ende keine Frage offen gelassen.
Der 10. Krimi der Reihe um die Kriminalfälle von Jussi Linnrös - "Mittsommernachtsmord" von Timo Nieminen brinnt die Spannung bis zum Siedepunkt. Die Brüder Ismo und Osmo Tähtinen haben sich ein Immobilienimperium ...
Der 10. Krimi der Reihe um die Kriminalfälle von Jussi Linnrös - "Mittsommernachtsmord" von Timo Nieminen brinnt die Spannung bis zum Siedepunkt. Die Brüder Ismo und Osmo Tähtinen haben sich ein Immobilienimperium aufgebaut, welches in Finnland einmalig ist. Osmo steht auf der Sonnenseite des Lebens, er hat alles, was Ismo sich wünscht. Hinzu kommt, dass Ismo blind und einsam lebt. Nur sein Blindenhund Pluto so wie die Musik sorgen dafür, dass Ismo ein wenig Glück in seiner düsteren Welt empfindet.
Es kommt zu einem Mord, der so raffiniert und ausgeklügelt zu sein scheint, dass er annähernd perfekt ist. Timo Nieminen hat einen sehr modernen Krimi geschrieben, welcher die technischen Möglichkeiten einbezieht, die in der Jetzt-Zeit aktuell sind. Besonders Finnland ist ein Land, welches viel Wert auf die Inklusion legt. U.a. beschreibt der Autor, was derzeit in Finnland möglich ist.
Wie auch in seinen vorherigen Romanen ist spürbar, dass Timo Nieminen das Land, in welchem seine Wurzeln liegen, liebt und der Leserschaft einiges über das Land, die Menschen sowie die kulturellen Besonderheiten vermitteln möchten, in dem er diese geschickt in seine Geschichten einfügt. In zahlreichen Wendungen, und einem raffinierten stets ansteigenden Spannungsbogen gelingt es ihm, seine Leser glauben zu machen, dass alles geklärt ist - bis eine weitere Überraschung auf die Leserschaft wartet.
Insgesamt ist sein Krimi "Mittsommernachtsmord" ein sehr gelungenes Werk, welches auch für den Kriminalkommissar Jussi Linnrös eine amouröse Überraschung bereithält und von mir eine absolute Leseempfehlung erhält!
Ganz anders als „Miss Merkel“ – aber herrlich verrückt! Ich muss zugeben, ich hatte mir von David Safiers neuem Roman über Armin Laschet, „00-Laschet“, etwas Ähnliches erhofft wie von seiner „Miss Merkel“-Reihe. ...
Ganz anders als „Miss Merkel“ – aber herrlich verrückt! Ich muss zugeben, ich hatte mir von David Safiers neuem Roman über Armin Laschet, „00-Laschet“, etwas Ähnliches erhofft wie von seiner „Miss Merkel“-Reihe. Aber ich habe mich geirrt, denn genau das ist hier absolut nicht der Fall. David Safier hat die Story stattdessen in einen wilden Mix aus Fantasy und Science-Fiction verwandelt. Beim Lesen hatte ich weniger das Gefühl, ein normales Buch vor mir zu haben, als vielmehr durch einen Comic zu blättern, der einfach nur in Worte gefasst wurde. Alles ist überspitzt und es wimmelt nur so von Technologien, die es in unserer Realität überhaupt nicht gibt.
Die Charaktere sind durch die Bank weg total überzeichnet. An manchen Stellen musste ich unwillkürlich an „Asterix und Obelix“ denken, weil die Tonalität so stark daran erinnert. Armin Laschet selbst kommt mit seiner gutmütigen, manchmal etwas tollpatschigen und leicht naiven Art aber eigentlich super weg. Seine Familie ist ihm das Wichtigste, er sehnt sich total nach seinem Aachener Reihenhaus zurück und hat im Grunde kein Interesse daran, in geheimer Mission unterwegs zu sein. Das krasse Gegenteil von ihm ist Kimmi, die von ihren Kollegen bloß „Nummer 12“ genannt wird. Sie ist eine echte Spionin: phasenweise eiskalt, athletisch und absolut jeder Herausforderung gewachsen. Und dann ist da noch der eher zurückhaltende Waffenmeister „Nummer 7“. Wenn man ihn so sieht, traut man ihm die genialen technischen Erfindungen, die er da zusammenbastelt, erst mal gar nicht zu. Man unterschätzt ihn als Leser total. Aber er hat einen guten Grund, warum er seine Kollegin so verbissen beschützt und dafür sorgt, dass sie aus jeder brenzligen Situation heil wieder rauskommt. Der Autor baut übrigens einige Promis ein, König Charles III. zum Beispiel, seine völlig wild gewordene Ehefrau Camilla oder auch Brad Pitt. Die tauchen alle als pointierte Karikaturen auf und sorgen für echten Slapstick-Humor.
Richtig gut gefallen haben mir die Schauplätze, die einen megastarken Kontrast bilden und wie visuelle Bühnenbilder für die völlig überdrehte Handlung wirken. Auf der einen Seite das politische Berlin, welches sich aufgeteilt in die verstaubte, bodenständige Fassade des Schlosses Bellevue oben und eine hypermoderne, sterile Science-Fiction-Zentrale tief unter der Erde befindet. Auf der anderen Seite das Schloss Windsor in England. Das glänzt unten in royalem Prunk, verwandelt sich im ersten Stock aber blitzschnell in ein absurdes, fast schon gruseliges Waffenarsenal. Diverse Veranstaltungen innerhalb Europas, aber auch in Grönland werden besucht, die auch meistens vor imposanten Kulissen spielen.
Nach einem recht gemütlichen Start zieht das Tempo beim Lesen rasant an. Safier schreibt sehr direkt und zugänglich, treibt das Ganze durch kurze, knackige Dialoge voran und verteilt am laufenden Band popkulturelle Seitenhiebe. Die Spannung kommt hier allerdings nicht durch einen logisch durchdachten Kriminalfall auf. Man fragt sich eher, welche absolute Eskalation kommt wohl als Nächstes? Immer wenn man denkt, dümmer oder krasser kann es nicht mehr werden, setzt die nächste turbulente Comic-Action-Sequenz noch einen drauf. Das Buch ist ohne Frage super unterhaltsam und echt lustig. Mein größter Kritikpunkt ist aber, dass die Story einfach extrem unrealistisch ist. David Safier driftet hier in einen total klamaukigen Extrem-Slapstick ab. Wenn aus einer Luxusuhr plötzlich ein integriertes Drahtseil herausschießt, oder ein Wahrheitsserum versteckt ist, bricht das für mich jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Und genauso ging es mir bei den Asterix-Sprüchen zwischendurch. Wer einen cleveren, realitätsnahen Spionagethriller sucht, wird von diesem permanenten „Over-the-Top“-Irrsinn definitiv enttäuscht sein. Das Ganze funktioniert wirklich nur, wenn man bereit ist, sich voll und ganz auf dieses kalkulierte, cartoonhafte Chaos einzulassen.
Fazit:„00-Laschet“ ist lustig, kurzweilig, rasant und extrem bildhaft geschrieben. Die Maus, die auch auf dem Cover zu sehen ist und stets mit Armin im Bett liegt und sie sich den Käse teilen, ist sehr süß. Aber es bleibt eben Slapstick pur. Wegen der krass überzeichneten Effekte und dem bewussten Verzicht auf jeglichen Realismus ist das Buch am Ende absolute Geschmackssache. Für mich ist es ein humorvoller Comic in Textform für zwischendurch – besticht durch seine Absurdität, lässt aber in Sachen Tiefgang und Glaubwürdigkeit ordentlich Federn.