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Veröffentlicht am 18.06.2025

Berührender Auftaktband der Hope Harbor Reihe

Cranberrysommer
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Mit Cranberrysommer ist ein wundervoller Auftaktband zur Hope Harbor Reihe gelungen. Hoffnung ist das Grundthema dieses Ortes, seiner vielfältigen Bewohner und aller, die sich hier her verirren, um die ...

Mit Cranberrysommer ist ein wundervoller Auftaktband zur Hope Harbor Reihe gelungen. Hoffnung ist das Grundthema dieses Ortes, seiner vielfältigen Bewohner und aller, die sich hier her verirren, um die Vergangenheit bewältigen zu können.

So auch der ausgebrannte Geschäftsmann Michael Hunter, der voller Schuldgefühle an den Herzensort seiner verstorbenen Frau kommt, um über sein bisheriges Leben, aber auch seine Zukunft nachzudenken. Seine Ankunft gestaltet sich allerdings recht aufregend, was ihn gleich dazu veranlasst, sich einzusetzen, weil auch die dortigen Bewohner ziemlich viel Last mit sich tragen. Das ergibt eine wendungsreiche Geschichte, voller Herzschmerz, aber auch der erste Schritt, um die Vergangenheit und Fehler wieder in Ordnung zu bringen und einen Neubeginn zu starten.

Ich fand die Erzählung, die Beschreibung des Ortes und seine urigen Bewohner, inklusive Möwen sehr gefühlvoll, denn trotz der Altlasten ist auch eine Menge Humor enthalten und man kann gar nicht anders, als sich in die urige Gemeinde und das traumhafte Plätzchen zu verlieben und sich schon auf weitere Geschichten zu freuen.

Das Thema Glauben ist auf eine besondere Art integriert, denn es gibt so manchen, der mit seinem Leben hadert und sich von Gott verlassen fühlt. Zweifel haben sich dadurch regelrecht festgefressen, die nur mit einer Menge Geduld, warmherzigen Menschen und göttlicher Führung aber auch einer großen Portion Demut und Versöhnungsbereitschaft gelöst werden können.

Gleichzeitig ein wenig Einblick in die Abläufe auf einer Cranberryfarm zu erhalten, hat mich ebenso staunen lassen.

Ich freue mich sehr auf eine Rückkehr nach Hope Harbor und kann dieses Buch wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

gelungenes Finale mit ordentlich Frauenpower

Der Weg der Frauen
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Das Finale des liebevoll geführten Mädchenpensionats an der Mosel. Die Leiterin Pauline Martin muss nochmal alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr geliebtes Pensionat zu behalten, sooft kommt sie in Misskredit ...

Das Finale des liebevoll geführten Mädchenpensionats an der Mosel. Die Leiterin Pauline Martin muss nochmal alle Hebel in Bewegung setzen, um ihr geliebtes Pensionat zu behalten, sooft kommt sie in Misskredit und muss sich mit Anfeindung auseinandersetzen, ist es doch eher verpönt, dass eine Frau so eine Position innehat.

So begegnet man alten und neuen Gesichtern, Schülerinnen die neu hinzukommen und einige, die man schon von den beiden vorherigen Bänden kennt, jetzt aber miterlebt, wie sie reifen, wie sie das umsetzen, was ihnen beigebracht wurde und wovon sie zehren. Pauline steckt ihre ganze Liebe, Kraft und ihr Herz in diese Schule, in ihre Schülerinnen, um sie zu weltoffenen, gesellschaftsfähigen Frauen zu formen, immer in der Hoffnung, dass sich die Rechte für Frauen eines Tages positiv verändern.

Dieser Band hat nochmal so richtig Fahrt aufgenommen, ein ums andere Mal Pauline an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gebracht, hinzu kommt noch die Entscheidung, ob sie sich für die Liebe oder ihr geliebtes Pensionat entscheidet.

Die Autorin hat hier auch ein paar ernste Themen sowohl aufgrund der politischen Lage als auch der gesundheitlichen aufgegriffen, was sie auch im Nachwort nochmal zusätzlich erklärt.
Das Cover passt super zu den Vorgängerbänden, zeigt die Entwicklung der Mädchen und die Epoche, in der die Handlung spielt.

Mit über 500 Seiten ist es ein umfangreiches Buch, doch aufgrund der Geschehnisse kommen kaum Längen auf. So hat man viele Charaktere ins Herz geschlossen, bei anderen hat es etwas länger gedauert. Mein Favorit ist immer noch Lisbeth, die treue Köchin und Haushälterin.

Am Ende des Buches ist zu dem Nachwort noch eine Karte von Diedenhofen/Thionville, dem Ort des Pensionats, ein Glossar für Fachbegriffe und eins für fremdsprachliche Wörter und Ausdrücke, Verweise auf Personen, die bei der Entstehung des Buches und der Reihe mitgewirkt haben plus Reisetipps zu Schauplätzen und Hintergründen.

Wer historische Romane mit geschichtlichen Hintergründen, politischen Veränderungen und starken Frauen mag, die aus unterschiedlichster Herkunft und Prägung durch liebevolle Disziplin, Zuspruch, Verständnis und Vertrauen auf das Leben vorbereitet werden, von einer Lehrerin, die ohne Härte, mit offenem Ohr und großem Herzen für ihre Mädchen kämpft, der ist mit dieser Reihe und diesem krönenden Abschluss genau richtig.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Ein Mutmach-u.Geschenkebuch voller Glauben, Hoffnung und Zuversicht

Weil du so wertvoll bist
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Das Cover hat mir sofort zugesagt und zusammen mit dem Titel macht es wirklich Mut. Gerade in Zeiten, in denen man oft mit mangelndem Selbstwertgefühl, Ängsten, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit zu kämpfen.

Dieses ...

Das Cover hat mir sofort zugesagt und zusammen mit dem Titel macht es wirklich Mut. Gerade in Zeiten, in denen man oft mit mangelndem Selbstwertgefühl, Ängsten, Zweifeln und Hoffnungslosigkeit zu kämpfen.

Dieses Mutmach- und Geschenkebuch enthält auf der ersten Seite den Eintrag einer Widmung für eine Person, der man eine Freude machen möchte. Die liebevolle Gestaltung auf jeder Seite ist sehr ansprechend, mit schönen Fotografien und Bibeltexten versehen, die sich der jeweiligen Überschrift widmen.

Die Texte sind aus dem Herzen heraus, wie man sich fühlt, was einen bewegt, welche Zweifel man hegt, wie es sich anfühlt, wenn man an sich arbeitet und es doch nicht geklappt hat und man in seinen eigenen Gedanken gefangen ist.

Doch mit zunehmendem Kapitel, mit der toll entwickelten Bestätigung, dass Gott bei uns ist, mehr in uns sieht, als wir selbst, größer als unsere Zweifel ist und uns in so vielfältiger Weise seine Liebe, seinen Schutz und eine großartige Hoffnung zusichert, erlebt der Leser, was aus der Dunkelheit der Gedanken für Lichtblicke und Sonnenstrahlen der Hoffnung und Zuversicht erstrahlen, die am Ende des Buches das Gefühl geben: Ja mit meinem Gott schaffe ich alles.

Ob in Frageform oder Feststellungen – die Überschriften bieten schon Vorfreude auf den Inhalt der Passage. Es ist wie ein Zwiegespräch mit Gott was hier geführt wird, um am Ende alles in seine Hände zu legen und beruhigt zur Ruhe kommen zu können.

Ich hab es wirklich gern gelesen, das Einzige, was mich gestört hat, dass Gottes Sohn mit Gott auf eine Stufe gestellt wird, das glaube ich anders und hab es auch anders in der Bibel gelernt.

Es ist ein wohltuendes Buch, das voller Hoffnung und Glauben über das Vertrauen zu Gott spricht, unaufdringlich, zu Herzen gehend und auch zum Nachdenken anregend.

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Veröffentlicht am 26.05.2025

wer mittelalterliche Romane liebt, ist hier genau richtig- spannend, interessant und wendungsreich

Der Weg der Bienenfrau
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Angetan von dem schön gestalteten Cover hat mich auch der Titel samt Klappentext fasziniert und weil ich historische Romane liebe, war die Entscheidung schnell getroffen.

Fortis Fortuna Adiuvat – Den ...

Angetan von dem schön gestalteten Cover hat mich auch der Titel samt Klappentext fasziniert und weil ich historische Romane liebe, war die Entscheidung schnell getroffen.

Fortis Fortuna Adiuvat – Den Mutigen hilft das Glück, mit diesen Worten beginnt der Einstieg in den Roman. Die junge Lena findet kurz vor ihrem unfreiwilligen Auszug aus einem alten Gutshof auf dem Dachboden ein altes Buch und landet gedanklich schon bald mitten im 17 Jahrhundert. Johanna lebt mit ihrer Familie auf der Halbinsel Schwanen in der Nähe von Eckernförde, doch das Leben auf dem Hof verlangt ihr einiges an Mühe ab und mit dem Tod ihres Vaters wird sie von ihrem raffgierigen Vetter vom Hof vertrieben. Durch eine kurze Begegnung mit dem jungen Zeidler Luis trifft sie die wagemutige Entscheidung, ihn quer durch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu suchen, um mit seiner Hilfe ihr Zuhause zurückzugewinnen und für das Unrecht an ihrer Familie zu kämpfen.

Diese Reise und ihre tiefe Verbindung zu der Bienenwelt steckt voller Gefahren, denn als Frau ist sie so gut wie chancenlos, ihren Wunsch in die Tat umzusetzen. Mit einer List reist sie vom hohen Norden bis in den Süden, immer wieder droht ihre Tarnung aufzufliegen, sie muss sich vielen Herausforderungen, Ängsten und Bedrohungen stellen, doch eins bleibt ihr in all der Not, die sie durchstehen muss: die Erkenntnisse, die sie über das Verhalten der Bienen erhält und ihr in mancher riskanten Situation das Leben rettet.

Ich muss gestehen, dass ich bei dem Titel gehofft habe, dass man hier nicht mit einer Art Sachbuch unterhalten wird, und das ist es absolut nicht. Die Einbindung ihres Verhältnisses zu den Bienen und die interessanten Einblicke in die Zunft der Zeidler, die mir bislang absolut fremd waren, fand ich genial entwickelt, es war spannend, unerwartet, ansprechend und man befindet sich in einem lebendigen, dramatischen Wettlauf mit der Zeit wieder. Seite um Seite hab ich verschlungen, der Überraschungseffekt samt Spannungsbogen haben wirklich bis zum Schluss angehalten.
Dieser hätte gern noch etwas ausführlicher sein können, das war mir etwas zu abrupt, wenn auch trotzdem gelungen.
Alles in allem ein toller empfehlenswerter Roman. Wer auch die Zeit von Mittelalter, Aberglauben, Hexenverfolgung und dem Wissen der Kräuterkunde mag, wird diese Geschichte sicher ebenso mögen, wie ich.

Die Charaktere sind vielfältig, der Schreibstil der alten Zeit angepasst und die Handlung sehr intensiv, wodurch der Leser mitten ins Geschehen geholt wird. Hervorgehoben wird die Harmonie zwischen Mensch und Natur, dem Mut, seinen Weg zu gehen, egal wie steinig er sein mag und für das zu kämpfen, was einem wirklich am Herzen liegt.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Ein Frauenkloster, das mit Morden und weitgreifenden Geheimnissen zu kämpfen hat

Adelindis
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Die Frauen des Klosters Bochaugia ziehen ein kleines Findelkind auf, das sie Adelindis nennen. Sie ist wissbegierig, lernt schnell und hat ein feines Gespür. So lernt sie lesen, schreiben, rechnen und ...

Die Frauen des Klosters Bochaugia ziehen ein kleines Findelkind auf, das sie Adelindis nennen. Sie ist wissbegierig, lernt schnell und hat ein feines Gespür. So lernt sie lesen, schreiben, rechnen und auch das Wissen um Heilpflanzen.

Um das Kloster zu retten, wird sie zur Klosterinsel Reichenau geschickt, um dort eine Urkunde abzuholen, doch diese Reise nimmt einen anderen Verlauf als geplant. Denn der Tod mehrere Äbte zieht ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen nach sich, allerdings gerät Adelindis durch ihre schnelle Auffassungs- und Beobachtungsgabe, aber auch ihr Wissen um Heilkräuter schnell selbst in den Verdacht. Schon bald weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann, denn selbst in ihrem eigenen Kloster wird sie bedroht.

Nach dem Einstieg in die Geschichte und nachdem Adelindis alt genug ist, beginnt sie selbst ihre Geschichte zu erzählen, mit all ihren Vorstellungen, Eigenheiten und Gedanken. Sie ist forsch, erkennt Zusammenhänge und muss öfter mal gebremst werden, zu enthusiastisch sind ihre Gefühle. Aber genau das macht es noch interessanter, jemand der sich nicht einfach einer Sache hingibt, sondern der für Gerechtigkeit und Aufklärung kämpft, auch wenn das eigene Leben bedroht wird.

Die Spannung steigt, je mehr Vorfälle passieren, nebenbei lernt man das Leben im Kloster kennen, ebenso wie die Unterschiede, je nachdem ob ein Kloster von Männern oder Frauen geführt wird.

Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, man entwickelt sofort Sympathien oder Antipathien. Die Mischung aus historisch belegt und Fiktion ist gelungen, die Rolle der Frauen dabei ist passend eingebunden, ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe, die Rolle der Äbte und Grafen, auch wenn mir stellenweise etwas der Kopf geschwirrt hat bei den vielen Namen und Ortschaften.

Für mich hätte es etwas weniger Gedankengänge und Diskussionen geben können, um den Spannungsbogen durchgehend zu halten, aber Adelindis Rolle, die sie eher unfreiwillig spielt, fand ich gut entwickelt, zumal sie auch vor der Entscheidung steht, ihrem Herzen zu folgen – entweder als Nonne oder außerhalb der Klostermauern zu leben.

Das Cover muss man wirken lassen- die verschwommene Schrift mit der Frau und den Kräutern sind dezent eingearbeitet, so dass man erst näher hinsehen muss, ebenso wie die Form des alten Briefes. Aber es passt perfekt zur Geschichte.

Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, eine Fortsetzung ist angekündigt und ich bin jedes Mal wieder fasziniert, wie Autorinnen es schaffen, aus den wenigen vorhandenen Belegen mitreißende, dramatische Erzählungen aus lange zurückliegenden Epochen zu kreieren, von denen man einfach nicht genug bekommen kann und diese wieder aufleben zu lassen. Eine gelungene Zeitreise, in der man sich mitten im Geschehen fühlt.

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