In dieser letzten größeren Buchpublikation aus 1971 geht es um das realistisch dargestellte Leben von dunkelhäutigen wie weißen Menschen, in elendem bis in vornehmem Ambiente. Die Szenerie der ersten drei ...
In dieser letzten größeren Buchpublikation aus 1971 geht es um das realistisch dargestellte Leben von dunkelhäutigen wie weißen Menschen, in elendem bis in vornehmem Ambiente. Die Szenerie der ersten drei Erzählungen spielt in der Kleinstadtidylle von Wheeling, New York und geht über in das Großstadtmilieu rund um Harlem. Der besondere Fokus liegt auf Rassismus und Gewalt gegen Frauen, beschrieben in feinen Facetten, auch rund um Ängste innerhalb der schwarzen Community mit biographischen Übereinstimmungen mit der Autorin. Anfänglich heitere Geschichten aus ihrer Kindheitsperspektive wechseln zu einem härteren, erwachsenen Blick auf diverse Lebensumstände mit Milieukenntnis. Alle Figuren werden in ihrer Eigenart lebendig gezeichnet.
Erzählungen zum Nachdenken.
Es geht in diesem humorvollen Roman mit langem Buchtitel um eine unterhaltsame Geschichtsschreibung deutsch-deutscher Verhältnisse in den 80-er Jahren mit Unterwanderung des Kapitalismus durch den ...
Es geht in diesem humorvollen Roman mit langem Buchtitel um eine unterhaltsame Geschichtsschreibung deutsch-deutscher Verhältnisse in den 80-er Jahren mit Unterwanderung des Kapitalismus durch den Verkauf von Medizinalhanf, besser bekannt als Cannabis. im ostdeutschen Grenzgebiet eines Grenzübergangs in Ostberlin. Die liebevoll und pointiert gezeichnete Hauptfigur Grischa, Jungaktivist der Abteilung für Afghanistan bei der Plako, der staatlichen Planungskommission, ein Kinofilm-Nerd, agiert kreativ aus Überzeugung und Naivität. Diese Satire über die Probleme des Sozialismus, über die Doppelmoral der DDR besonders bezüglich der notwendig gebrauchten Devisen, mit Seitenblicken auf das politische Zeitgeschehen in der BRD regt auch zum Nachdenken an.
Insgesamt ein respektvoller Umgang mit ehemals komplexen deutsch-deutschen Beziehungen.
Das Cover verdeutlicht sehr gut die zwei wichtigsten Veränderungen in einem fiktiven, fast vergessenen, irischen Dorf namens Faha: in der Karwoche 1958 hört es zum Ersten auf zu regnen. Schönwetterwolken ...
Das Cover verdeutlicht sehr gut die zwei wichtigsten Veränderungen in einem fiktiven, fast vergessenen, irischen Dorf namens Faha: in der Karwoche 1958 hört es zum Ersten auf zu regnen. Schönwetterwolken und grünes Gras beglücken die bäuerliche Dorfgemeinschaft und den 17-jährigen Noe (Noel) Crowe und dessen Großeltern. Und zweitens wird dieser verschlafene Ort endlich an das nationale Stromnetz angeschlossen, was die Strommasten-Reihe im Cover klar verdeutlicht. Das katholische Irland in der unerwartet sonnigen Karwoche vor mehr als sechs Jahrzehnten bildet die Hintergrundszenerie des nun betagten Erzählers Noel Crowe. Sein Rückblick auf seine Zeit als Siebzehnjähriger beleuchtet das einfache, bäuerliche Dorfleben seiner Großeltern Ganga und Doady, die Aktivitäten des Untermieters, Freund und Mentors Christy nebst seiner Zuneigung zur Apothekerin Annie Mooney. Der katholische Glaube, betrachtet durch Gläubige und Nichtgläubige, Letztere wie der Allgemeinmediziner Dr. Troy, zeigt eine verlorene religiöse Qualität. Die Beschreibung der Akzeptanz des Lebens, des Todes und die Beherrschung der Kunst des Schweigens aus Respekt, Sensibilität, Mitmenschlichkeit und Barmherzigkeit nicht nur in einer verarmten Lebenssituation ist einfühlsam gelungen. Die eigensinnigen, sturen, an Traditionen festhaltenden, starken und liebevollen Schlüsselfiguren kommen, gemeinsam helfend, gut zurecht in dem vergessenen Ort Faha, beschrieben voller Emotionen, teils melancholisch, teils sogar trostspendend, teils voller tief bewegender Liebesgeschichten. Die wachsende Zuneigung, Verbundenheit und Verehrung Noe‘s für Christy, auch dessen Liebe für Annie Mooney und Bitte um Vergebung – alles steckt voller lyrischer Prosa. Auch die Kultur rund um irische Folklore mit Fleadh, Fiddle, Tinwhistle oder Dudelsack, mit Figuren aus der mittelalterlichen Epik Irlands wie Cú Chulainn oder mit Tanzmelodien der Hucklebucks, Musiker wie Junior Crehan oder Garret(t) Barry wird eingeflochten.
„Das ist Glück, einfach aufgrund der schlichten Wahrheit, dass man am Leben war und fähig, es zu sagen.“
Ein Lesevergnügen!
Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten ...
Die einfühlsam erzählte Szenerie in drei Teilen spielt in einem etwas abgelegenen Haus in Zwolle, Niederlande ab 1960 und greift zurück in eine dunkle, deutsche Besatzungszeit um 1945. Während im ersten Teil die einzelnen Charakteren der Familie im Rückblick auf 1944 und beim Restaurantbesuch 1961 vorgestellt werden, geht es im zweiten Teil um die sexuelle Orientierung von Hendrik und der bisher stillen, verschlossenen Isabel, die während des mehrwöchigen Aufenthaltes von Eva ein tiefgreifendes Geheimnis lüftet. Auf Eva’s Tagebucheinträge wird im dritten Teil näher eingegangen und dabei das Thema jüdischen Lebens unter deutscher Verfolgung vor 1945 in den Niederlande behandelt. Durchzogen wird der Roman von dem Hasenmotiv des kostbaren Services. Die emotionale Auseinandersetzung von Isabel mit ihrer bisher unerkannten Sexualität in starker Begierde ist überzeugend beschrieben. Überhaupt ist die ganze Atmosphäre mit anklingendem Rachemotiv Evas realistisch greifbar mit klarem historischem Bezug.
Ein Lesegenuss!
Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei ...
Das gut situierte Leben von Robert und Lesley Hamlyn mit ihren zwei Söhnen im Cassowary House in George Town auf Penang Island, ehemals Malaya, wird sehr lebendig in vielen Details beschrieben. In drei Büchern, den Zeitraum von 1910 bis 1947 umfassend, enthüllen sich Geheimnisse um Homosexualität, Affären und Ängste, um das Scheitern von Ehen. Die Szenerien spielen sich vor allem im asiatischen Raum in Malaysia und um Doornfontein in Südafrika ab. Die Geschichten und politischen Fakten rund um Sun Yat-Sen, einem chinesischen Revolutionär und Staatsmann, und dem Bund der Tongmenghui sind ebenso interessant wie die Erlebnisse mit dem Schriftsteller Willie Somerset Maugham um 1921 während seines Aufenthaltes im Haus seines Freundes Robert. Aber auch der Prozess von Ethel Proudlock im Jahre 1910 in Kuala Lumpur ist schockierend zu verfolgen, berücksichtigt man die verzwickte Lage einer verheirateten Frau in der damaligen britischen Kolonialgesellschaft. Die Hauptfigur Lesley schildert ihr (für uns doch exotisches) Alltagsleben in Penang zwischen Rikschas, Hamsa, Sor Hei, uns fremder Fauna und Flora im Monsumklima, auch über ihre Affäre mit einem Chinesen.
Der Schreibstil ist sehr poetisch und feinfühlig in sinnlichen Momenten des gemeinsamen Schweigens, des vertrauten, innigen Kontaktes. Der auch historisch ausgerichtete Roman beschreibt eine kultivierte, angenehm komponierte Existenz unter britischem Diktat.
Ein Lesevergnügen!